Samstag, 29. Juli 2017

Lion

























Regie: Garth Davis

Saroos Odyssee...

"Hidden Figures" war das Feelgood Movie der Oscar-Nominees und erwärmte die Herzen trotz dem ernsten Thema der Rassentrennung. Auch Garth Davis Film "Lion" appelliert an das Gefühl, zelebriert am Schluß eine Art Happy-End, obwohl es das Schicksal mit dem fünfjährigen indischen Jungen Saroo gar nicht gut meint.
6 Nominierungen sprangen dabei raus - die Nebendarsteller Nicole Kidman und Dev Patel, der durch den Indien-Film "Slumdog Millionaire" bekannt wurde. Ausserdem gabs Nominierungen in den Kategorien "Bester Film, "Bestes adaptiertes Drehbuch", "Beste Filmmusik" und "Beste Kamera", des Australiers Greg Fraiser, der bereits mit seinen Arbeiten in "Let me in", "Zero dark thirty" oder "Foxcatcher" überzeugen konnte. Auch Regie-Debütant Garth Davies stammt aus Australien.
Der Film basiert auf dem Tatsachenroman "A long way home" von Saroo Brieley, der seine eigene aufwühlende Lebensgeschichte niederschrieb.
Das Schicksal führt ihn als Kind aus einem Waisenhaus nach Tasmanien, weil er von Sue (Nicole Kidman) und John Brierley (David Wenham)  adoptiert wurde. Das Ehepaar hatte früh beschlossen keine eigenen Kinder in die Welt zu setzen, sondern für zwei Waisenkinder aus Indien den Elternpart zu übernehmen. Saroo wird als Erwachsener von Dev Patel gespielt - der wird durch Jalebi, eine indische Süßspeise, wieder an sein Schicksal als Kind erinnert und beschließt daraufhin seine Wurzeln zu erkunden  und nach ca. 20 Jahren seine Familie in Indien ausfindig zu machen.
Der fünfjährige Saroo (Sunny Pawar) und sein älterer Bruder Guddu (Abhishek Barathe) müssen schon sehr früh Verantwortung für die Familie übernehmen. Die Mutter (Priyanka Bose) kann nicht arbeiten, da sie auf das kleine Baby aufpassen muss. Daher sorgen die beiden Jungens für den Lebensunterhalt. Das Leben in diesen ärmlichen Verhältnissen ist sehr hart, aber dafür steht die Familie zueinander. Sein älterer Bruder Guddu ist gleichzeitig Vorbild, die beiden sind unzertrennlich. Um zu arbeiten verlassen die beiden Brüder das kleine Dorf und fahren mit dem Zug in eine größere Stadt in der Nähe. Dort soll der übermüdete Saroo am Bahnhof warten, bis Guddu wieder kommt. Doch der kommt nicht mehr und so klettert Saroo in einen leeren Zug...ohne anzuhalten fährt dieser Zug zwei Tage lang ununterbrochen. Endstation Kalkutta. Die bengalische Sprache kann er nicht, er spricht nur Hindi. Der kleine Junge kennt auch nicht seinen Familiennamen und den Namen seines Wohnortes kennt auch keiner. So wird er ins Waisenhaus gebracht, ehe er zum Glück in Tasmanien ein liebevolles Zuhause findet und bei guten Eltern und einen Stiefbruder (als Kind: Keshav Jadhav, als Erwachsener: Divian Ladwa) aufwächst. Er lernt auch als Erwachsener eine nette Freundin (Rooney Mara) kennen...



Ein bisschen erinnert "Lion" auch an Danny Boyles "Slumdog Millionaire", der sich ja auch mit der Armut, mit der riesigen Bevölkerungsanzahl und den vielen obdachlosen Kindern in Indien beschäftigt. Es sollen dort 11 bis 18 Millionen Kinder auf der Straße leben. Der Film ist in zwei Hälften gegliedert - die erste Hälfte ist der Odyssee des kleinen Saroo gewidmet, als er in einer großen Stadt verloren geht. Erst in der zweiten Hälfte taucht Hauptdarsteller Dev Patel auf - vielleicht ist dies ja auch der Grund weshalb er bei der Oscarwahl nicht als Hauptdarsteller sondern als Nebendarsteller nominiert wurde. Insgesamt ist der Film visuell extrem beeindruckend und sensible Zuschauer sollten vielleicht am Ende ein paar Taschentücher bereitlegen.
Insgesamt konnte der Film ca. 139 Millionen Dollar an der Kasse einspielen.



 
Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen