Sonntag, 8. Mai 2022

Das alte Gewehr


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Robert Enrico

Kriegsverbrechen...

Der Vorläufer des französischen Filmpreises Cesar war der "Etoile de Cristal", der in den Jahren 1955 bis 1975 vergeben wurde. Die erste Verleihung des Cesar fand am 3. April 1976 im Pariser Palais de Congress statt. Zu den großen Favoriten des Abends gehörten "Wenn das Fest beginnt..." von Bertrand Tavernier, "Cousin, Cousine" von Jean Claude Taccella und "Das alte Gewehr" von Robert Enrico. Mit insgesamt 4 Trophäen wurde Taverniers Film an diesem Abend am meisten ausgezeichnet, aber immerhin ging der Hauptpreis bester Film an Enricos "Das alte Gewehr". Auch in der Kategorie "Bester Darsteller" konnte sich das Kriegsdrama mit Hauptdarsteller Philippe Noiret durchsetzen. Auch die Filmmusik von Francois de Robaix wurde Sieger. Romy Schneider, die in Enricos Film mitspielte, war auch Siegerin des Abends - allerdings für ihre Hauptrolle in Andrzej Żuławskis "Nachtblende". "Das alte Gewehr" gehört neben "Das Netz der 1000 Augen" zu den besten Filmen von Robert Enrico. In Deutschland ist der Film auch unter dem Namen "Abschied in der Nacht" bekannt und basiert auf dem Massaker von Oradour, dass am 10. Juni 1944 durch die Waffen SS verübt wurde. Die Bewohner des Dorfes "Oradour sur Glane". Nahezu alle Einwohner wurden damals ermordet. In der DDR kam der Film damals unzensiert in die Kinos. Für den westdeutschen Kinoeinsatz wurden leider sehr viele Schnitte gemacht, die besonders brutalen Szenen dabei entfernt. Auch die Dialoge, die die deutschen Soldaten im besonderen schlechten Licht zeigten, wurden entfernt. Während der Film in Frankreich ein großer Erfolg wurde, war das Einspielergebnis in Deutschland eher bescheiden. Auch von der Kritik wurde der Film nicht sehr wohlwollend aufgenommen. Erst heute ist dieser Film als Meisterwerk anerkannt. Erzählt wird die Geschichte des Pazifisten und Humanisten Dr. Julien Dandieu (Philippe Noiret), der ebenso wie sein bester Freund Francois (Jean Boise) im Krankenhaus in Montabaun als Chirurg arbeitet. Dandieu sympatisiert natürlich mit der Resistance und nimmt auch Verletzte, die von der Behörde gesucht werden, bei sich als Patienten auf. Es kommt aber öfters vor, dass die Kranken kontrolliert werden und Schwerverletzte einfach von der Miliz in diesem Zustand mitgenommen werden. Man droht ihm, dass es Konsequenzen für seine Familie geben könnte, wenn er weiterhin solche Leute behandelt. Aus diesem Grund entscheidet sich der Mediziner seine Frau Clara (Romy Schneider) und seine Tochter Florence (Caroline Bonhomme im Alter von 8 Jahren und Catherine Dellaporte im Alter von 13 Jahren) sowie den Hund Marcel in Sicherheit zu bringen. Er schickt seine Lieben in den Weiler Barberie, ein Familienschloß in der Nähe eines kleinen Dorfes auf dem Land. Er will sie so schnell wie möglich besuchen, kommt aber erst nach 5 Tagen dazu. Als er ankommt, stellt er fest, dass das Dorf leer wirkt. In der Kirche findet er zahlreiche Leichen der Bewohner ermordet vor. Heimlich schleicht er sich zum höher gelegenen Schloß und entdeckt die Leiche seiner Tochter und die verkohlten Überreste seiner Frau. Und die Täter - eine SS Panzerdivision unter der Führung eines Offiziers (Joachim Hansen) sind noch am Tatort. Der friedfertige Julien entschließt sich grausame Rache zu üben. Er findet das alte Jagdgewehr seines Vaters im Schloß und wird zum gnadenlosen Jäger...






"Das alte Gewehr" ist ein bedrückender und sehr trauriger Film, der zeigt was Krieg und Hass anrichten kann. Durch Greueltaten gegen die Menschlichkeit, die in jedem Krieg ständig verübt werden, entsteht ein nicht mehr wieder gutzumachender Hass in den Köpfen der Hinterbliebenen. Hass als Kettenreaktion sozusagen. Bei seinem Kinostart verzeichnete Enricos Film 3,36 Millionen Besucher. Philippe Noiret erhielt zu Recht den französischen Filmpreis. Er spielt diesen schüchternen Riesen mit den Wutausbrüchen eines Sturms einfach perfekt. In Rückblenden erinnert sich der Protagonist noch einmal an die glücklichen Tage mit seiner Frau und seiner Tochter. Auch dieses Zusammenspiel zweier sehr unterschiedlicher Menschen, die sich aber dennoch lieben ist äusserst geglückt.  Der sehr ruhige Mediziner und seine sehr lebhafte, temperamentvolle Frau ergänzen sich vortrefflich.






Bewertung: 8,5 von 10 Punkten. 

Auf offener Straße


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie. Bertrand Tavernier

L 627....

"Auf offener Straße" ist ein Polizeifilm, der 1992 von Bertrand Tavernier inszeniert wurde und im Original "L.627" heißt. Das Drehbuch schrieb ein ehemaliger Polizist mit und so fällt der Alltag bei der Pariser Drogenfahndung, die der Regisseur beschreibt, auch sehr realistisch aus. Der Titel "L.627" bezeiht sich auf den alten Artikel des französischen Gesundheitsgesetzes, der den Konsum und den Handel mit Betäubungsmitteln verbietet. Der Film stellt Theorie und Praxis nebeneinander und sehr schnell wird dem Zuschauer klar, dass die Polizei in allen Belangen sehr schlecht ausgestattet ist, um die vom Gesetz vorgesehenen und notwendigien Maßnahmen zu erfüllen. Gelichzeitig ist es dem Filmemacher hoch anzurechnen, dass er sämtliche Konventionen für einen typischen Polizeifilm abgelehnt hat.
Die Hauptfigur der Geschichte heißt Lucien Marguet (Didier Becaze), den alle nur "Lulu" nennen. Er arbeitet mit großem Engagement als Ermittler zweiter Klasse bei der Pariser Kriminalpolizei. Privat hat er eine Beziehung mit Kathy (Cecile Garcia Vogel), die manchmal darunter leidet, dass sein Job einen sehr breiten Raum im Leben einnimmt. Das Familienleben und sein Hobby "Kamera und Film" stehen erst an zweiter Stelle. Mit seinen Arbeitskollegen Marie (Charlotte Kady), Manuel (Jean Roger Milo), Vincent (Nils Tavernier), Dodo (Jean Paul Comart), Antoine (Philippe Toreton) hat er ein sehr gutes, kollegiales Verhältnis, auch wenn es manchmal Zoff innerhalb der Mannschaft gibt. Lulu hat auch eine gute Beziehung zu seinen Informanten. Vor allem mit der drogensüchtigen Prostituierten Cecile (Lara Guirao) pflegt er ein sehr inniges Verhältnis. Der Film zeigt den ungeschönten Alltag der Brigade..



Ein Film über die realistischen Arbeitsbedingungen von Polizisten im Außendienst. Ein gefährlicher Job - doch alle reißerischen Elemente des Genres fehlen hier. Actionszenen wurden von Tavernier mit langer Brennweite gedreht. Der Film nimmt in allererster Linie die Perspektive der Polizisten ein - die Beziehung der Beamten untereinander nimmt einen breiten Raum ein, ebenso die Beziehung zwischen Polizist und Informant. Einmal wird Lulu sagen, dass alles was die Gruppe tut einen illegalen Charakter hat - aber nur so ist es überhaupt möglich Straftaten zu verfolgen und Drogendealer zu fassen. Einerseits ist immer wieder spürbar wie engagiert - trotz hohem Zynismus - die Gruppe ihre Arbeit verrichtet, andererseits sind die Mittel mehr als bescheiden. Sie arbeiten beispielweise in einem Fertighaus mitten auf einem großen unbebauten Gründstück. Die Fahrzeuge sind mangelhaft, auch die Beschaffung von Büromaterial kann zum Problem weiter. Mit insgesamt 4 Cesar Nominerungen (Bester Film, beste Regie, beste Nachwuchsdarstellerin Charlotte Kady und bestes Drehbuch) ging Taverniers Film ins Rennen um den begehrten Filmpreis 1993. Am Ende bekam der Film keine Auszeichnung - die Sieger des Abends waren "Indochine" von Regis Wargnir mit fünf und "Wilde Nächte" von Cyril Collard mit vier Auszeichnungen.



Bewertung: 8 von 10 Punkten. 
 

Hauptmann Conan und die Wölfe des Krieges


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie. Bertrand Tavernier

Krieger....

Der französische Antikriegsfilm "Hauptmann Conan und die Wölfe des Krieges" wurde 1996 von Bertrand Tavernier inszeniert. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Roger Vercel und heißt im Original "Captaine Conan". Bei der 22. Verleihung des Cesars am 8. Februar 1997 war zwar "Ridicule" von Patrice Leconte und 12 Nominierungen der große Favorit, aber Taverniers Film war immerhin in 9 Kategorien (bester Film, beste Regie, bester Hauptdarsteller Philippe Torreton, bester Nachwuchsdarsteller Samuel Le Bihan, bestes Drehbuch, bestes Szenenbild, bester Ton und beste Kostüme) nominiert. In der Kategorie "Beste Regie" wurde sowohl Leconte als auch Tavernier ausgzeichnet und in der Kategorie "Bester Darsteller" trug Philippe Torreton den Sieg davon.
"Hauptmann Conan und die Wölfe des Krieges" ist in mehrfacher Hinsicht eine tragische Abrechnung mit dem Krieg - die Geschichte beleuchtet nicht nur die Schrecken auf dem Schlachtfeld. Auch als Heimkehrer sind die Soldaten nur Verlierer, denn das bürgerliche Leben hat keine Platz mehr für sie und sie versinken in der Bedeutungslosigkeit. Die Geschichte spielt bereits am Ende des 1. Weltkrieges. Im September 1918 kämpft die französische Armee an der Salonikifront gegen die Bulgaren, die mit dem Deutschen verbündet sind.
Captain Conan (Philippe Torreton) ist ein Krieger im wahrsten Sinne des Wortes. Er kämpft nicht nur auf eine aussergewöhnlich Weise, sondern die Tatsache, dass er im Krieg lebt, lässt ihn auch sehr intensiv leben. Conan befehligt eine ca. fünfzig Köpfige Kampftruppe, bestehend aus ehemaligen Häftlingen aus diversen Miltitärgefängnissen. Conan hat aus diesen Männern eine verschworene Gemeinschaft mit besonderem Kampfgeist geformt und durch diese Spezialeinheit kann der strategisch wichtige Berg Sokol viel schneller als erwartet eingenommen werden. Es folgt die Kapitulation Bulgariens. Eigentlich könnte der Krieg zu Ende sein, aber die Kameraden freuen sich zu früh über die Heimreise. Die Soldaten werden erstmals nach Rumänien beordert. Conan verachtet die reguläre Armee und die aktiven Offiziere, die er als "Soldaten" bezeichnet. Sich selbst und seine Männer nennt er "Krieger" - er schätzt lediglich De Sceve (Bernard Le Coq), einen Adligen, der seinen Privilegien den Rücken gekehrt hat, um sich der Infanterie anzuschließen. Und mit Leutnant Norbert (Samuel Le Bihan) ist er befreundet. Er schätzt dessen Moral und Rechtschaffenheit. In Rumänien läuft vieles aus dem Ruder. Einge aus Conans Truppe begehen Verbrechen an der Zivilbevölkerung. Norbert hingegen wird in Bukarest zum Kommissar ernannt und hat die heikle Aufgabe Soldaten zu verhaften, die sich schuldig machen und diese zu verurteilen. Dies stellt die Freundschaft der beiden sehr unterschiedlichen Männer auf eine harte Probe....





Tavernier erteilt dem Militarismus und damit einem falsch verstandenen Heldentum eine klare Absage. Er hat einmal mehr einen brillianten Historienfilm geschaffen, der neben "Richter und der Mörder", "Wenn das Fest beginnt" und "Passion der Beatrice" zu seinen besten Filmen gehört. Philippe Torreton überzeugt in der Hauptrolle und hat seinen Cesar mehr als verdient. Als Madelaine Erlan ist die französische Schauspielerin Catherine Rich (1932-2021) zu sehen.



Bewertung: 8 von 10 Punkten. 
 

Der Tag der Eule


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Damiano Damiani

Die Macht der Mafia...

Damiano Damiani hat in den Genres des Italowestern sowie des Mafiathrillers einige richtungsweisende Filme gedreht. Sein bester Spaghettiwestern ist der 1967 entstandene "Töte Amigo". Im Jahr 1975 drehte er mit "Nobody ist der Größte" einen weiteren sehr erfolgreichen Film dieser Sparte. Allerdings sind seine ab den späten 60er Jahren entstandene Mafiafilme noch nachhaltiger im Gedächtnis geblieben. Für den 1971 entstandenen "Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert" erhielt er sogar den Etoile de Crystal als bester Auslandsfilm des Jahres. Die Filme "Das Verfahren ist eingestellt, vergessen sie´s", "Girolimoni, das Ungeheuer von Rom", "Warum musste Staatsanwalt Traini sterben" und "Der Tag der Eule" sind von gleicher guter Qualität. "Der Tag der Eule" entstand nach dem gleichnamigen Roman von Leonardo Sciascia dessen Kriminalromane häufig in seiner sizilianischen Heimat spielen und die Macht der Mafia thematisieren. Bebildert wurde der Film von Tonino delli Colli, der die heiße Landschaft von Sizilien perfekt einfängt. Für die Hauptrollen wurden Claudia Cardinale, Franco Nero und Lee J. Cobb verpflichtet. Ein wunderschöner heißer Sommertag. Und leider auch ein schöner Tag zum Steben. Salvatore Colasberna, der Mitbegründer einer örtlichen Baugenossenschaft, ist bereits am frühen Morgen unterwegs in seinem Lastwagen und fährt vergnügt auf der Landstraße. Doch es wartet bereits versteckt ein Heckenschütze auf den Mann. Mit einem gezielten Schuß verletzt er den Fahrer, dessen Wagen zuerst zum Stehen kommt und dann langsam die straße wieder herunterrollt. Schwerverletzt kann sich Colasberna aus dem Wagen befreien, er schreit um Hilfe, denn auf der Anhöhe - keine 100 Meter von ihm entfernt - stehen Häuser. Doch bevor ihm jemand helfen kann, schießt der Schütze erneut auf ihn. Der Mann stirbt auf der Straße. Mit den Ermittlungen wird der von Norditalien aus Parma zugezogene Carabinieri Capitano Bellodi (Franco Nero) hinzugezogen. Sehr schnell ist für ihn klar, dass die Mafia dahinterstecken muss, denn der Tote war ein Mann, der sich geweigert hat mit der Organisation zusammenzuarbeiten. Interessanterweise ist auch der Baumschneider Paolo Nicolosi verschwunden, der nicht weit vom Tatort mit seiner Frau Rosa (Claudia Cardinale) und der kleinen Tochter wohnt. Im Ort wird gemunkelt, dass das Tatmotiv Eifersucht sein müsste. Es wird behauptet, dass Rosa ein Verhältnis mit dem Toten hatte und ihr Mann sei nun flüchtig. Nur gut, dass Bellodi bei seiner ersten Einschätzung bleibt, er geht davon aus, dass auch Nicolosi als zufälliger Zeuge des Mordes ebenfalls ermordet worden ist. Gekonnt versucht er zwei dubiose Verdächtige (Nehemiah Persoff/Tano Cimarosa) gegeneinander auszuspielen. Auch der Spitzel Parrieniedu (Serge Reggiani) könnte wertvolle Hinweise haben. Sein Ziel ist es den mächtigen Paten Don Mariano Arena (Lee J. Cobb) als Auftraggeber für diesen Mord zu entlarven....






Dabei zeigt Damiani eindrücklich die große Macht der Mafia. Denn obwohl die Ermittlungen des Carabinieri sehr gründlich sind, zeigt sich am Ende, dass die Organisation bestens mit Politik und Wirtschaft verbunden ist und dass die Verstrickungen bis ganz nach Oben reichen. Das Ende ist daher sehr ernüchternd, aber durchaus realistisch. 1968 wurde "Der Tag der Eule" mit dem italienischen Filmpreis David di Donatello als bester Film des Jahres ausgezeichnet.





Bewertung. 8 von 10 Punkten.

Die Prinzessin von Montepensier


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Bertrand Tavernier

Die Tochter des Herzogs...

2010 drehte Bertrand Tavernier mit "Die Prinzessin von Montpensier" seinen letzten bedeutenden Historienfilm. Der Film erhielt Cesar Nominierungen in den Kategorien Bester Nebendarsteller (Gregoire Leprince-Ringuet), Beste Kamera (Bruno Keyzer), bestes adaptiertes Drehbuch (Bertrand Tavernier, Jean Cosmos und Francois-Olivier Rousseau), beste Filmmusik (Philippe Sarde) und Bestes Szenenbild (Guy-Claude Francois. Am Ende gabs aber lediglich in der Kategorie "Beste Kostüme" für Caroline de Vivaise den Sieg. Über 700.000 Zuschauer sahen den anspruchsvollen Historienfilm im Kino.
Der Film entstand nach der gleichnamigen Novelle von Madame de La Fayette und spielt im Jahr 1562. In Frankreich kämpfen die Hugenotten und die Katholiken gegeneinander. Auch der Graf Francois de Chabannes (Lambert Wilson) ist einer der Kämpfer. Doch als er eine schwangere Frau tötet, ist er fest entschlossen nicht mehr weiter zu kämpfen. Damit ist er für die Hugenotten ein Deserteur, ein Verräter und die katholischen Feinde hassen ihn sowieso, weil er für die Hugenotten gekämpft hat. In einem kriegsgeschüttelten Land wandert er ziellos umher und wird von zwei Wegelagerern überfallen, die ihn hängen wollen. Doch zum Glück wird er von dem jungen Philippe von Montpensier (Gregoire Leprince-Ringuet) gerettet. Die beiden Männer kennen sich bereits. Graf de Chabannes war vor einigen Jahren der Lehrmeister des jungen Philippe. Obwohl de Chabannes für die Gegenseite gekämpft hat, nimmt ihn Philippe in seinen Dienst. Dem alte Herzog von Montpensier (Michel Voillermoz) gelingt es, dass der Marquis von Mezieres (Philippe Magnan) sein Vorhaben die schöne Tochter Marie (Melanie Thierry) mit einem der Brüder Henri und Charles Guise (Gaspard Ulliel und Romain Vergaud) zu vermählen, aufgibt. Stattdessen drängt der Herzog auf eine schnelle Vermählung mit seinem Sohn Philippe. Die junge Marie muss sich wohl oder übel in ihr Schicksal fügen, einen Mann zu heiraten, den sie gar nicht lieb. Vielmehr hat sie Feuer für den Draufgänger Henri vermählt. Doch eine Frau in dieser Zeit hat kaum Handlungsspielraum und Freiheit. Sie ist den Befehlen der Männer ausgeliefert und die Ehe wird vollzogen. Dabei erweist sich ihr Gemahl Philippe als sehr einfühlsam. Doch Marie ist auch für andere Männer begehrenswert. Auch Graf de Chabannes, der die Frau während der Abwesenheit ihres Mannes die schönen Künste lehrt und Bildung beibringt, hat sich verliebt. Auch das Feuer von Henri für seines Herzensdame ist noch nicht erloschen und auch Henri, Herzog von Anjou (Raphael Personnaz), Bruder des französischen Königs ist sofort von Marie fasziniert...




In "Die Prinzessin von Montpensier" geht es vor allem auch um Verzicht und unerfülllte Liebe. Die Figuren im Film haben Wünsche, doch keiner wird damit Glück haben. Marie, die zwar viele Verehrer hat, wird in eine Ehe gezwungen. Trotz ihrer Bemühungen eine gute und treue Ehefrau zu sein, steht die Eifersucht des liebenden Mannes im Weg, aber auch ihre Leidenschaft für den draufgängerischen Henri. Genau wie Marie übt sich de Chbannes im Verzicht. Er gesteht Marie seine Liebe, doch darüber wird nie wieder geredet. Überhaupt ist Tavernier ein Meister des Unausgesprochenen. Die Figuren sind alle sehr authentisch und interessant - es gibt kein Schwarz und Weiß. Jede Figur ist ambivalent und hat überraschende Schattierungen.







Bewertung: 8 von 10 Punkten.