Freitag, 25. März 2022

Mannaja - Das Beil des Todes


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Sergio Martino

Rache für den Vater... 

"Mannaja - Das Beil des Todes" ist ein Italo Western, der in der Spätphase des Genres entstanden ist. Sergio Martino inszenierte ihn im Jahr 1977. In Deutschland ist der Western auch unter dem Namen "Der letzte der Bounty Killer" bekannt und genießt in Fankreisen einen sehr guten Ruf. Ein weiterer bekannter Western von Martino ist der 1970 entstandene "Der Tod sagt Amen" - allerdings sind Martinos Giallo Filme wie "Der Killer von Wien", "Der Schwanz des Skorpions", "Alle Farben der Nacht" oder "Torso - Die Säge des Todes" weitaus bekannter. "Mannaja" (Maurizio Merli) ist ein gnadenloser Kopfgeldjäger und er ist weder ein geschickter Revolverheld noch einer wie Mississippi (James Caan) aus dem Howard Hawks Klassiker "El Dorado", der virtuos mit dem Messer umgehen kann. Mannaja ist ein Meister mit seinem Beil. Mit dieser von ihm bevorzugten Waffe macht er seine Opfer handlungsunfähig und kassiert nach der Gefangennahme das Kopfgeld. Meistens haben diese Gesetzlosen im Hinterher keine Hand mehr oder es fehlt ein Teil des Armes. So fängt er auch den Outlaw Burt Craven (Donald O´Brien) und bringt ihn in die trostlose Westernstadt Suttonfield um die Prämie vom dort ansässigen Marshall zu kassieren. Mannaja ist nicht rein zufällig in dieser Stadt, denn er hat dort noch eine Rechnung mit dem übermächtigen Geschäftsmann und Silberminenbesitzer McGowan (Philippe Leroy) offen. Dieser McGowan ist für den Tod von Mannajas Vater verantwortlich. Damals als Junge musste er den Mord mitansehen und der Rachegedanke hat ihn nie wieder losgelassen. Im Saloon setzt er sich an den Spieltisch und gewinnt beim Poker gegen einen gewissen Theo Valler (John Steiner), rechte Hand von McGowan. Da er nun Geld hat lässt er den Gefangenen laufen und widmet sich ab sofort seiner eigentlichen Mission. Doch er hat mit Valler einen brutalen Gegner, der sich in den Kopf gesetzt hat auch seinen Chef schachmatt zu setzen und an dessen Stelle die Silbermine zu übernehmen. Zu diesem Zweck soll die Tochter (Sonja Jeannine) entführt werden, damit McGowan ein dickes Lösegeld bezahlt. Mannja versucht die Entführung zu verhindert, doch er tappt in eine Falle, durch die Hilfe von umherziehenden Schaustellern ist der Kampf aber noch lange nicht beendet...





Dem Film wurde sehr oft eine zu starke Brutalität vorgeworfen und nicht immer ist die Geschichte in sich logisch (z.B. die Entführung), aber er bietet all das, was einen typisch guten Spaghetti Western ausmacht. Besonders der Anfang ist schockierend, wenn man sieht, wie es Mannaja gelingt einen Verbrecher zu fangen. Diese Einführung des Helden hat Martino sehr fesselnd inszeniert, mit viel Nebel und guter Zeitlupensequenz. Auch der Bösewicht ist gut gewählt - ein Fiesling, der stets seine beiden bissigen schwarzen Hunde dabeihat, er zögert nie die Tiere auf seinen Rivalen zu hetzen.




Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Halleluja Companeros (Arizona Colt)


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Regie: Michele Lupo

Allein gegen die Banditen...
 
Der Film "Arizona Colt" von Michele Lupo entstand 1966, in der Blütezeit des Italo Western und ist in Deutschland auch unter dem Titel "Halleluja Companeros" bekannt. Lupo drehte zunächst Sandalenfilme bevor er sich dem Westerngenre zuwandte. Neben "Arizona Colt" inszenierte er auch "Ben und Charilie" und "Der Mann von Virginia". In allen drei Filmen spielt der Publikumsliebling Giuliano Gemma die Hauptrolle. 1978 begann ausserdem seine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Bud Spencer. "Sie nannten ihn Mücke", "Der Große mit dem außerirdischen Kleinen" oder "Buddy haut den Lukas" wurden allesamt Kinohits.
In seinem ersten Western ist der junge Arizona Colt die Hauptfigur - ein Mann, der über enorm gute Schießkünste verfügt. Doch Arizona Colt (Giuliano Gemma) sitzt im Knast. Doch das Gefängnis wird von dem gefürchteten Banditenboss Gordon Watch (Fernando Sancho) und seinen Männern gestürmt, die Wärter ermordet und alle Gefangenen befreit. Sinn der Aktion ist es neue Männer für seine Gang zu rekrutieren. Sie sollen vor allem mit der Waffe gut umgehen können. Er wird auch sofort auf den Topschützen Arizona aufmerksam, doch der will sich erst mal überlegen, ob er sich anschließt. Arizona ist ein Freigeist und will sich nicht unbedingt unterordnen. Und mit Zwang kann der Banditenführer nichts erreichen. Arizona besiegt auch in einem Kampf den finsteren Clay (Giovanni Pazavini), die rechte Hand von Gordon. Da die Bande vorhat die Bank in einer nahe gelegenen Kleinstadt zu überfallen, kreuzen sich die Wege von Arizona und Clay erneut. Beide halten sich im örtlichen Saloon auf. Arizona verrät Clay nicht, dass er Bandenmitglied ist. Saloonbesitzer Pedro (Andrea Bosic) bedient gemeinsam mit seinen beiden Töchtern Dolores (Rosalba Neri) und Jane (Corinne Marchand) die Gäste, die sehr viel trinken und auch gerne um viel Geld Poker spielen. Arizona flirtet mit Jane, die ihm zunächst die kalte Schulter zeigt und Clay baggert erfolgreich die leichtlebiege Dolores an. Am Morgen danach wird ihre Leiche im Heustall gefunden. Pedro und Jane engagieren Arizona den Mörder zu finden - tot oder lebendig. Damit kommt es natürlich zu einer weiteren Begegnung mit dem respektlosen, coolen Arizona und dem von Macht besessenen Gordon...




Der Film wurde in Spanien gedreht und für die guten Bilder kann man den italienischen Kameramann Guglielmo Mancori loben, der in seiner aktiven Laufbahn für rund 90 Produktionen engagiert wurden - auch für andere Spaghetti Western. Die beiden nächsten Italo Western von Lupo sind weniger hart und deutlich entspannter. "Arizona Colt" erzählt die Geschichte eines jungen Revolverhelden, der im Laufe der Geschichte eine gewisse Reife erlangt und der einem übermächtigen Gegner Paroli bieten kann, eine Art "David und Goliath" Version des wilden Westen.




Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Minesota Clay


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Sergio Corbucci

Beinahe blind...

Vor seinem Durchbruch mit dem Kultfilm "Django" drehte Regisseur Sergio Corbucci bereits zwei andere Italowestern. "Minesota Clay" entstand 1964, "Ringo mit den goldenen Pistolen" einige Monate später. Durch Genremeisterwerke wie "Mercenario" oder "Leichen pflastern seinen Weg" ist 1990 in Rom verstorbene Filmemacher gleich nach Sergio Leone der einflussreichste Regisseur im Genre des Eurowestern.
"Minesota Clay" ist sozusagen auch durch den riesigen Erfolg von Leones "Für eine Handvoll Dollar" entstanden. Corbuccis Film war aber lange nicht so erfolgreich wie sein Vorbild. In der Hauptrolle ist der US-Star Cameron Mitchell zu sehen, der öfters in Italien drehte und vor allem auch in der Rolle des "Onkel Buck" in der Westernserie "High Chaparall" bei den deutschen Fernsehzuschauern bekannt wurde.
Die Geschichte spielt im Jahr 1883. Minesota Clay (Cameron Mitchell) wurde vor einigen Jahren wegen eines Mordes verurteilt, den er nicht beging. Es gibt zwar ein Zeuge, der die Unschuld von Minesota Clay bezeugen könnte, doch der hat damals vor Gericht nicht ausgesagt. Der einstige Revolverheld sitzt im Dunner Labor Camp, einem Arbeitslager. Clay hat inzwischen mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Sein Augenlicht schwindet - und damit auch seine Fertigkeit mit der Pistole. Er ist aber immer noch entschlossen seine Unschuld zu beweisen und eines Tages gelingt ihm auch die Flucht. Sein Ziel ist die ehemalige Heimatstadt Mesa Encantada. Dort ist sein ehemaliger Bekannter Fox (Georges Riviere) zum Sheriff gewählt worden, weil der als Einziger die Stadt vor dem Banditen Ortiz (Fernando Sancho) und seinen Schärgen schützen kann. Doch der Beschützer der Stadt ist ebenso ein Terrorist, denn er erpresst die Bürger und verlangt riesige Summen an Schutzgeld und droht ihnen mit Gewalt, falls sie seinen Forderungen nicht nachkommen. Da kommt natürlich der alternde Westernheld gerade recht um hoffentlich für Ordnung zu sorgen...



In weiteren wichtigen Rollen sind Ethel Rojo als Estella Diana Martin als Nancy Mulligan, Alberto Cevenini als Andy und Anthonio Cazas als Onkel Jonathan zu sehen. Die Geschichte vom alternden Revolverhelden, der durch ein gesundheitliches Manko seine Fähigkeiten mit dem Colt verlieren könnte, ist nicht neu. Sie wird immer wieder gerne im Westerngenre zum Thema gemacht. Es existieren von "Minesota Clay" zwei verschiedene Enden - eins mit HappyEnd, das Andere nicht. Corbuccis Westerndebüt ist trotz üblicher Zutaten ein solider, gut inszenierter Western.



Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

The Ballad of Buster Scruggs


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Joel and Ethan Coen

Es war einmal im Wilden Westen....

Bereits mit dem Remake von "True Grit" bewiesen die Brüder Joel und Ethan Coen eindrucksvoll, dass sie auch gute Western inszenieren können. Auch ihr oscarprämierter "No Country for old men" beinhaltet viele Elemente des Genres und darf zu Recht zu den besten Neowestern überhaupt gezählt werden. Zoe
Der 2016 gedrehte "The Ballad of Buster Scruggs" ist ein Netflix Film und erzählt in 6 Episoden Geschichten aus dem Wilden Westen. Die Musik schrieb Carter Burwell und als Kameramann war der Franzose Bruno Debonnel tätig, der sich bereits über sechs Oscarnomierungen ("Fabelhafte Welt der Amelie", "Mathilde", "Inside Llewyn Davis", "Harry Potter und der Halbblutprinz", "Die dunkelste Stunde" und "Macbeth") freuen konnte und auch hier zur Höchstform aufläuft. Leider wurde er diesmal bei den Oscars übergangen - dennoch brachte es "Buster Scruggs" auf drei Nominierungen - für das beste Drehbuch, für die Kostüme und auch der Filmsong "When a cowboy trades his spurs for Wings" wurde berücksichtigt. Am Ende ging der Film jedoch leer aus.
Die einzelnen Episoden sind alle sehr unterschiedlich, aber ausnahmslos gut gelungen.
Der Film beginnt mit "The Ballad of Buster Scruggs" - Tim Blake Nelson spielt den singenden Revolverhelden, keiner ist so flink wie er mit dem Colt. Aber es kommt immer irgendwann einer daher, der noch schneller ist. Es folgt "Near Algodones" - die Geschichte über einen glücklosen Bankräuber (James Franco), der erhängt werden soll. Doch in der letzten Sekunde kann er dem Galgenstrick entkommen, da Indianer angreifen. Doch das ist noch nicht das Ende dieser tragischen Geschichte. "Meal Ticket" ist eine melancholische und skurrile Story über einen fahrenden Impressario (Liam Neeson), der mit seinem Theaterwagen den wilden Westen bereist und den neugierigen Zuschauern seine Attraktion, einen Mann ohne Arme und Beine (Harry Melling) Geschichten erzählen lässt. Doch dann hört er von einem Konkurrenten, der mit einem sehr klugen Huhn mehr Geld macht als er selbst. In der 4. Episode ist Tom Waits als Goldsucher zu sehen, der in einem verlassenen Tal nach Gold. Die Mühe lohnt sich irgendwann, doch ein mieser Bandit hat ihn schon beobachtet. In dem Moment, als er die Goldader freilegt, fällt ein Schuß.
Es folgt eine Geschichte über einen Siedlertreck nach Oregon. Unter ihnen sind die Geschwister Gilbert (Jeffrey Mayes) und Alice Longabaugh (Zoe Kazan) sowie Gilberts ständig bellender Hund. Unterwegs verstirbt Gilbert plötzlich und Alice ist überfordert, weil bisher immer der Bruder alles regelte. Zum Glück sind die Treckführer Mr. Arthur (Grainger Haines) und Mr. Knapp (Billy Heck) in dieser Situation eine große Hilfe. Der Episodenreigen wird mit dem makabren "The Mortal Reimains" beendet. Die Geschichte findet in einer Kutsche mit fnf Insassen statt. Ein Engländer (Jonio O´Neill), ein Ire (Brendan Gleeson), ein Französe (Saul Rubinek), ein Trapper (Chelcie Ross) und die vornehme Lady Betjemen (Tyne Daly). Die Fahrt erweist sich immer mehr als Reise ins Jenseits...






Die sechs Geschichten passen vorzüglich zueinander und jeder dieser Episoden hinterlässt irgendwie einen bleibenden Eindruck. Vor allem weil sie völlig ohne die üblichen Westernzutaten auskommen und einen ganz persönlichen Coen Touch ausstrahlen. Am besten hat mir "The Gal who got rattled" gefallen, diese Geschichte über den Oregan Trail. Wobei sicherlich jede dieser Sequenzen seine Liebhaber finden wird. "The Ballad of Buster Scruggs" ist ein großartiges Westernkaleidoskop, dass sehr viel Spass macht.







Bewertung: 8 von 10 Punkten. 
 

Mittwoch, 9. März 2022

Django - 10.000 blutige Dollar


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Romolo Guerrieri

Der Kopfgeldjäger und der Bandit...

1967 drehte Regisseur Romolo Guerrieri mit "Django - 10.000 blutige Dollar" nach "Sancho - dich küsst der Tod" und "Johnny Yuma" einen weiteren Italo Western, der bei den Fans des Genres einen hohen Stellenwert inne hat.  Der Film wurde in Almeria, im Süden Spaniens gedreht und die Hauptfigur Django ist ein geldgieriger Kopfgeldjäger, der sich keine Gefühle mit seinen Opfern leistet. Mit kleinen Fischen gibt er sich erst gar nicht ab, bei ihm werden die Steckbriefe erst ab 10.000 Dollar wirklich interessant. Django wird von Gianni Garko gespielt. Der Mann ist gefürchtet, auch bei den Vertretern des Gesetzes, aber immerhin haben sie es ihm und seiner Schießfertigkeit zu verdanken, dass sich in der Gegend die schlimmsten Banditen reduzieren. Django ist ein Antiheld, der in einer nackten Umwelt agiert. Auch der Bandit Manuel Vasquez (Claudio Camaso) könnte zu einem Gejagten von Django werden, aber noch ist dessen Steckbrief uninteressant, denn auf seinen Kopf sind lediglich 2.000 Dollar ausgesetzt. Manuel sinnt auf Rache, denn wegen dem Großgrundbesitzer Mendoza (Franco Bettela) wurde er völlig zu Unrecht zu 4 Jahren Gefängnis verurteilt. Er dringt in dessen Haus ein und nimmt die schöne Tochter (Adriana Ambesi) als Geisel. Durch diese Entführung steigt die Prämie für seine Ergreifung auf 3.000 Dollar. Aber damit immer noch nicht genug für den Bounty Killer. Er will warten bis Manuel tatsächlich für ihn interessant werden wird. Dies könnte sogar bald sein, denn die Verbrechen von Manuel nehmen kein Ende. Er hat sich bei seinem Vater Stardust Vasquez (Fernando Sancho), ebenfalls ein Gesetzloser, verschanzt. Django entgeht nur knapp einem Anschlag von Manuels Leuten, doch er hat Glück - er wird von seinem Freund, dem Fotografen Fidelio (Fidel Gonzalez) gefunden, der ihn zur Saloonbesitzerin Mijanou (Lorendara Nusciak) bringt. Die Frau liebt Django und pflegt ihn gesund. Sie würde gerne mit ihm in Kalifornien ein ganz neues Leben anfangen und sie hofft, dass Django seinen dreckigen Job endlich aufgibt. Der schwört diesem Gewerbe in einem schwachen Moment ab - nur um im nächsten Moment Mendoza zuzusagen, dass er Manuel findet. Tot oder lebendig, denn die Summe steht nun bei 10.000 Dollar - 5.000 zahlt der Staat und die gleiche Summe legt Mendoza drauf. Damit müssen sich die beiden Männer, die sich nicht ganz unähnlich sind und irgendwie auch eine große Sympathie füreinander empfinden, sich einem gnadenlosen Duell stellen. Denn überleben kann nur einer...





Der Film ist eine inoffizielle Fortsetzung des Films Django von Sergio Corbucci. In der Tat versucht Garko, die besonderen Merkmale der ursprünglich von Franco Nero gespielten Figur hervorzuheben. Durch die besondere Verbindung der beiden Männer, die zu Feinden werden müssen, entsteht eine sehr spannende Atmosphäre, die den Film weit über den Durchschnitt des Genres hebt. Auch die Themenkomplexe "Rache" und "Gier" werden großgeschrieben und von den Machern zynisch in Szene gesetzt.





Bewertung: 8 von 10 Punkten.