Donnerstag, 18. Juli 2013

Compliance



Regie: Craig Zobel

Autorität vs. Gewissen...

"Compliance", das 2012 entstandene Dokudrama von Craig Zobel löst Erinnerung an das Milgram Experiment aus. Diese psychologische Experiment von Stanley Milgram testet die Bereitschaft durchschnittlicher Personen, ob sie auch dann autoritären Anweisungen Folge leisten, wenn diese in direktem Widerspruch zu ihrem Gewissen stehen. Der Versuch bestand darin, dass ein "Lehrer" (das war die Versuchsperson) einem Schüler (ein eingeweihter Schauspieler) bei dessen Fehlern in der Zusammensetzung von Wortpaaren jeweils einen elektrischen Schlag versetzen musste. Ein weiterer Schauspieler wirkte als Versuchsleiter mit, der die Anweisungen gab. Die Intensität der Schläge sollte nach jedem Fehler erhöht werden. Das Ergebnis war nicht nur verblüffend sondern auch erschreckend, denn nur 14 Personen brachen das Ergebnis irgendwann ab, 26 Personen aber gingen bis zur maximalen Spannung von 450 Volt, die ihnen der Versuchsleiter (also die Autorität) befahl.
In diesem Kontext ist die Geschichte, die auf Tatsachen beruht und in "Compliance" aufgegrifen wird auch erklärbar. Allerdings habe ich mehrmals beim Schauen den Kopf geschüttelt, wie doof und brav die Menschen die Befehle eines vermeitlichen Polizisten befolgen ohne mal stutzig zu werden, dass sie einem ganz üblen Scherz aufsitzen.
Leidtragende ist die junge, hübsche Becky (Dreama Walker), die in einem Fast Food Restaurant in der Chick Wich Kette arbeitet und dringend auf den Job angewiesen ist. Die ältere Sandra (Ann Dowd) ist ihre Vorgesetze und Managerin des Ladens. Diese erhält ausgerechnet an einem Tag, an dem sehr viel los ist und zudem noch ein Restauranttester inkognito anwesend sein soll, den Anruf eines Poliziisten Daniel, der von einem Diebstahl berichtet. Becky wird von ihm angeschuldigt einer Kundin viel Geld gestohlen zu haben. Leider habe er aber gar keine Zeit sofort vorbeizukommen und kurzerhand macht er mit rhetorischem Geswchick Sandra zu seiner Komplizin, die an seiner statt nun die Untersuchungen vor Ort leiten soll. Als zusätzlichen Verstärker baut er auch noch den Chef von Sandra ein, mit dem er schon gesprochen haben will....

 Es kommt wie es kommen muss. Im Laufe der Handlung werden die Befehle des Bullen immer abstruser und krimineller, aber keiner scheint irgendwelche Skrupel zu haben das entwurdigende Szenario dem die junge Becky ausgesetzt ist, zu beenden. Daher auch ein Ärgernis, auch wenn sich dies tatsächlich so abgespielt haben mag. Ich kann es nur nicht so ganz nachvollziehen, zumal auf diese plumbe Art. Daher konnte ich auch nur sehr wenig mit dem Film anfangen, auch wenn Ann Dowd eine sehr gute Darstellerleistung bietet.
Bewertung: 4 von 10 Punkten.

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