Sonntag, 22. Mai 2016

Castaway

























Regie: Robert Zemeckis

Allein auf der Insel...

Nach dem großen Oscar-Triumph von Tom Hanks und Regisseur Robert Zemeckis "Forrest Gump" aus dem Jahr 1994 kann man bei ihrer zweiten Zusammenarbeit fast schon von einem extrem eingespielten Team sprechen. "Cast Away" aus dem Jahr 2000 ist eine Art moderner Robinson Film ohne Freitag und zeigt vor allem das Können von Hauptdarsteller Tom Hanks, der den größten Teil der 143 Minuten fast im Alleingang tragen muss - lediglich am Anfang und am Ende des Films wird die One Man Show inmitten der Zivilisation gezeigt. Statt des Gefährten Freitag bekommt Chuck Noland nur einen Volleyball an seine Seite gestellt. Nach dem Logo des Herstellers Wilson Sporting Goods, nennt der Gestrandete auf der einer kleinen einsamen Insel den Ball "Wilson" und dieser erfährt im Laufe der 4 Jahre Einsamkeit eine existenzielle Bedeutung. Mit dem eigenen Blut hat er dem Ball ein menschliches Gesicht aufgemalt und bald hat er zu seinem stummen Freund eine Beziehung aufgebaut, führt mit dem über Jahre hinweg Selbstgespräche. Dies bewirkt, dass er nicht ganz dem Wahnsinn verfällt und am Ende einen lebensgefährlichen Versuch wagt mit einem selbstgebauten Floß die gefährliche Küstenbrandung zu überwinden um aufs offene Meer zu kommen -  weil dort die einzige kleine Hoffnung ist von einem Schiff gefunden zu werden. Chuck Noland (Tom Hanks) ist ein engagierter Mitarbeiter des Logistikunternehmens FedEX. Der Mann aus Memhis, Tennesse hat es durch seine hohes Engagement in eine leitende Position geschafft. Privat ist er mit der hübschen Kelly (Helen Hunt) liiert, die beiden wollen bald heiraten. Für seine internationalen Geschäfte ist Chuck ständig weltweit unterwegs und für einen Sonderauftrag verschiebt er nicht nur einen dringend notwendigen Zahnarzttermin, sondern sogar die gemeinsame Weihnachtsfeier mit seiner Freundin. Sein Job bringt immer wieder sehr kurzfristig an die entlegensten Ort der Welt. Doch dieser Flug ist schicksalhaft. Das Flugzeug stürzt ab und Chuck ist der einzige Überlebende der Katastrophe. Das Flugzeug ist im Südpazifik abgestürzt und er kann sich auf eine kleine unbewohnte Insel retten. Der Absturz hat auch einige FedEx Pakete an Land gespült, die er aber erst nach einer gewissen Zeit öffnet - denn irgendwann merkt er, dass er dort keine Hilfe erwarten kann und die Wahrscheinlichkeit, dass man ihn findet, äusserst gering ist. Noland ist zwar geschockt, geht aber pragmatisch ans Werk: Essen, Trinken und ein Dach übe dem Kopf. Als die Grundbedürfnisse weitgehend gesichert sind, kommen die seelischen Probleme ans Licht. Er wird konfrontiert mit tiefer Einsamkeit und beginnt, sich mit sich und der restlichen Welt auf einer spirituellen Ebene auseinanderzusetzen....


Zemeckis hat diese Geschichte als großes amerikanisches Gefühlskino inszeniert und folgt somit in gewisser Weise der Darstellung von Spencer Tracy in John Sturges Klassiker "Der alte Mann und das Meer". Hervorragend sind die Bilder, die Kameramann Don Burgess dem Zuschauer präsentiert. Auch muss man Zemeckis zugute halten, dass trotz der langen laufzeit nie Langeweile aufkommt. Natürlich fehlt am Ende der Tiefgang, denn die Rückkehr in die Zivilisation wird melancholisch nach Hollywood Manier gezeigt, dabei wird Chuck doch auf die zertrümmerten Reste seines früheren Lebens prallen. Dieses seelische Dilemma wird Zemeckis zugunsten einer rührenden, emotional bewegenden Begegnung mit der Freundin geopfert, die inzwischen verheiratet ist. Hier hat man das Gefühl Chuck stünde dennoch über allem, was nicht so recht logisch erscheint. Die beste Szene des Films spielt auf dem Ozean, begleitet vons einem treuen Volleyball Wilson übersteht der Mann einen heftligen sturm, doch der Ball fliegt ins Wasser und verschwindet immer mehr, heulend trauert Chuck ihm nach. Nur durch Glück wird er von einem Containerschiff gesehen.


Bewertung: 6,5 von 10 Punkten.

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