Montag, 2. Mai 2016

Stalingrad

























Regie: Joseph Vilsmaier

Der Niedergang der 6. Armee...

1992 wagte sich der Münchner Regisseur Joseph Vilsmaier (Herbstmilch, Schlafes Bruder, Comedian Harmonists) mit "Stalingrad" an die Beschreibung dieser verheerenden Schlacht, die mit der Vernichtung der deutschen 6. Armee Anfang 1943 endete. Durch diese Niederlage wurde der Wendepunkt des 2. Weltkriegs eingeläutet. Der Kampf um die Stadt dauerte vom 23. August 1942 bis zum 2. Februar 1943. Auf der russischen Seite gab es wesentlich größere Verluste. Aber auch 150.000 deutsche Soldaten starben in den Kämpfen oder am Hunger und an der Kälte. Von den 108.000 Männern, die in russische Kriegsgefangenschaft kamen, überlebten nur 6000 Männern. Der 138 Minuten lange Antikriegsfilm lief erfolgreich im Kino (ca. 1,3 Millionen Zuschauer in Deutschland) und zeichnete vielleicht das bisher drastischste Bild dieses Häuserkampfes in dieser Großstadt an der Wolga, die seit 1961 Wolgograd heißt. Im August 1942 ist die deutsche Armee noch auf der Siegerstraße. Eine Gruppe von deutschen Soldaten halten sich nach dem erfolgreichen Einsatz in Nordafrika in  Cervo, Ligurien auf und genießen Sommer, Sonne und Strand. Es gibt sogar für einige Soldaten eine Auszeichnung wegen Tapferkeit. Doch bald wird es eine neue Mission geben, die die Männer ins winterliche Russland führen wird. Leutnant Hans von Witzland (Thomas Kretschmann) schreibt im Zug seiner Freundin einen Brief. Er hat bisher noch wenig Erfahrung. Seine Untergebenen Obergefreiter Fritz Reiser (Dominque Horwitz) und der Unteroffizier Manfred Rohleder (Jochen Nickel) sind skeptisch. Rohleder, der von allen "Rollo" genannt wird, schlägt von Witzland eine Wette vor. Er wettet, dass er den Krieg überlebt und sein Vorgesetzter nicht. Der akzeptiert etwas irritiert diese makabre Wette. Als sie am Bestimmungsort ankommen, treffen sie die Hölle vor. In der fast zerstörten STadt bleibt der Vormarsch der Landser im erbitterten Häuserkampf stecken. Auch die Versorgung ist schlecht, genauso wie die Moral der Männer. Als dr Landser Feldmann (Thorsten Bollof) aus versehen ein Schuß von seiner Waffe gibt, verrät er damit den Roten Armee Soldaten die Position der Kameraden. Unter Kugelhagel wagt von Witzland einen kurzen Waffenstillstand mit den Russen aus. Doch dieser scheitert an dem deutschen Soldaten Müller (Sebastian Rudolph), der aus Panik wieder das Feuer eröffnet. Kolya (Pawel Mang), ein russischer Junge gerät in deutsche Gefangenschaft. Von Witzland versucht mit den Soldaten Müller, Emigholz (Heinz Emigholz), Reiser und Wölk (zdenec Venci) durch den Weg in der Kanalisation Hilfe zu holen. Dabei treffen sie auf die Russin Irina (Dana Vavrova), die aber wieder fliehen kann. Die Männer erreichen mit dem schwer verwundeten Emigholz das Lazarett, wo Reiser durchdreht und den Arzt mit einer vorgehalten Pistole zwingt den Verletzten zuerst zu behandeln. Dies führt die Männer in ein Strafbataillon. Bei eisiger Kälte und Hungerrationen müssen sie im gefrorenen Boden nach Minen suchen und diese entschärfen. Hier lernen sie den äußert zynischen Soldaten Otto (Sylvester Groth) kennen. Doch schon bald werden die Frontkämpfer knapp. Die Soldaten aus dem Strafbataillon werden wieder in den normalen Dienst gestellt, dafür wird ihnen die Rehabilitation versprochen. Denn nichts hat mehr Priorität als der Ausbruch aus dem Kessel. Die Männer bewähren sich, aber der nächste Befehl von Hauptmann Haller (Dieter Okras) führt zur Schlüsselszene für die Männer...



Vilsmaier ist vor allem in Sachen Bilder ein erschütterndes Epos gelungen. Die Geschichte selbst hätte man vielleicht etwas besser und logischer gestalten können, hier gibts doch einige Schwachstellen. Und manchmal vielleicht zu offensichtlich diese "böser Nazi" und "guter Landser" Schiene. Wobei ich die erwähnte Schlüsselszene dann doch zu den besten Sequenzen des Films zähle. Und beeindruckende Szenen bietet der Film schon einige, auch wenn er im ganzen Kampfgetümmel ein bisschen die Figurenzeichnung vergisst. Nur gut, dass die Schauspieler gut ausgewählt wurden und die das Beste aus ihren Figuren herausholen. Das Schlußbild stimmt sehr traurig.



Bewertung: 7 von 10 Punkten.

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