Sonntag, 31. Oktober 2021

Die Banden von Marseille


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Olivier Marchal

Polizisten und Gangster...

Die Filme des französischen Polizeithrillerspezialisten Olivier Marchal sind stylish und cool. 2004 drehte er den vielbeachteten "36 - Tödliche Rivalen" mit den Kinolieblingen Daniel Auteuil und Gerard Depardieu. Vier Jahre später entstand "MR 73 - Bis dass der Tod dich erlöst", wieder mit Auteuil und Philippe Nahon (bekannt aus Gapar Noes "Menschenfeind"). Es folgte "A Gang Story" mit Gerard Lanvin in der Hauptrolle. Lanvin spielt auch im 2020 gedrehten Nachfolger "Banden von Marseille" mit, der im Original den Titel "Bronx" dreht und die unkonventionelle Arbeit eines Spezialteams bei der Polizei zum Thema hat. In einer kleinen Nebenrolle ist Claudia Cardinale als Oberhaupt einer Maifafamilie zu sehen. Sie wird irgendwann zu einem der Polizisten sagen "Wir sind im Grunde gleich, der einzige Unterschied ist eure Polizeimarke.
Der Film fängt bereits drastisch an. Ein Mann läuft die Treppe in einer Villa herunter, vorher waren einige Schüsse zu hören. Er sieht einen Hund im Erdgeschoss, schaut ihn irgendwie wehmütig an und schießt ihn brutal tot. Dann fürht ihn sein Weg zur Terasse, wo er niederkniet, eine Knarre ans Kinn setzt und....Szenenwechsel: Richard Vronski (Lannic Lautry) und seine Männer Willy Kapelian (Stanislas Mehrhar), Max Beaumont (Kaaris) und Zach Damato (David Belle) haben den Auftrag den Gefangenen Paul Maranzano (Gerard Levin) in ein anderes Gefängnis zu überführen. Auf der Fahrt dorthin, bittet der Verbrecher Vronski um einen Umweg. Er würde sich gerne von seiner Frau im Krankenhaus noch ein letztes Mal verabschieden. Sie liegt dort mit Krebs  im Endstadium, im Sterben. Vronski gewährt diese Ausnahme, obwohl es ein Vergehen nach den Sicherheitsstandards ist. Die Frau bittet am Totenbett ihren Mann um Erlösung, der sie mit einem Kissen erstickt. Vronski protestiert zuerst, lässt aber gewähren. Szenenwechsel: Auf einer Party exekutiert eine Gang eine Handvoll Teilnehmer. Dann taucht die Polizei auf. Rizzo (...) , einem der Attentäter, gelingt die Flucht nicht mehr, er mischt sich jedoch unter die zahlreichen Opfer der Aktion. Der Polizist Costa (Moussa Maskri), der mit Gangstern gemeinsame Sache macht, tötet Rizzo während der Vernehmung und lässt es wie Notwehr aussehen. Unmittelbarer Vorgesetzter des Spezial-Quartetts ist Georges Campana (Patrick Catalifo), der seinen Mitarbeitern meistens freie Hand lässt, wenn sie wie ohne Skrupel, mit viel Aggression und Gewalt auf Verbrecherjagd gehen. "Auge um Auge" - so deren Motto. Im Privatleben der Polizisten läuft nicht alles rund. Willys Frau (Ambre Pietri) will ihren Mann verlassen, da er nie zuhause ist und ständig fremd geht. Vronskis Frau (Erika Sainte) lebt in ständiger Angst, dass ihrem Mann etwas zustößt. Weil in Marseille der Bär steppt, wird mit Ange Leonetti (Jean Reno) ein neuer Polizeidirektor eingesetzt, der die Ordnung wieder herstellen soll. Auch seine Tochter Manon (Barbara Obsomer) arbeitet auf dem Revier. Dann wird ein Attentat auf die Polizisten verübt, was dazu führt, dass das Quartett eine unerlaubte Aktion durchführt, die gründlich daneben geht. Ein verdeckter Ermittler kommt dabei ums Leben. Die Aktion könnte zur Suspendierung, ja sogar zu einer Haftstrafe führen. Dann schickt die Generalinspekion auch noch eine zähe Untersuchungsbeamtin (Catherine Marchal), die vor Jahren schon mal mit Vronski liiert war...




Mit dem ursprünglich fürs TV inszenierten Actionkracher "Bronx" kehrt Regisseur Olivier Marchal zu seinen Grundlagen zurück: Verbeulte Charaktere, moralische Dilemmata, die Verwüstungen der Korruption, Blutsbande. Dazu eine wahre griechische Tragödie gespickt mit mehreren vernichtenden Actionszenen. "Bronx" hat ein atemloses Tempo bis zum Finale, dass alles andere als hoffnungslos stimmt. Thematisch pendelt der Regisseur in seinem Genrekino immer wieder hin zum tatsächlich brutalen Zeitgeschehen in den Metropolen des Landes. 
 




Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

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