Regie: Ari Aster
Wahnsinnige neue Zeit...
Gleich zu Anfang entüuppt sich Ari Asters "Eddington" als traumatischer Rückblick auf die COVID-19-Pandemie und präsentiert mit Joe Cross, dem Sheriff einer Kleinstadt in New Mexico, einen überzeugten Maskenskeptiker. Doch viele weitere zeitgenössische Gesellschaftsprobleme kommen im Laufe der Handlung hinzu, bald geht es auch um die Gewalt der Polizei in Amerika (es ist die Zeit der George Floyd Proteste), es geht auch um Klimaprobleme, um Ausbeutung, um Verschwörungstheorien, um Rassismus und auch die Selbstgerechtigkeit meist junger, weißer Aktivisten erhält einen Platz in dieser Dynamik. Auch sexueller Missbrauch in der Kindheit mit Blick auf Opfer und Täter wird in Ari Asters Drehbuch verbraten. Dazu kommen noch einige Morde hinzu, die die Kleinstadt erschüttern und das Chaos noch chaotischer machen. Ende Mai 2020 verhängt Bürgermeister Ted Garcia (Pedro Pascal) von Eddington, New Mexico, aufgrund der COVID-19-Pandemie einen Lockdown und setzt die Maskenpflicht gemäß den Anordnungen des Gouverneurs durch. Sheriff Joe Cross (Joaquin Phoenix) ist damit nicht einverstanden und argumentiert, die Maskenpflicht verletze die freie Wahl. Joe lebt mit seiner emotional labilen Frau Louise (Emma Stone) und deren Mutter Dawn (Deirdre O´Connell) zusammen, die Verschwörungstheorien anhängt. Nach Auseinandersetzungen mit Ted, der sich mit einem technologieorientierten Wahlkampf, der den Bau eines Rechenzentrums ermöglichen würde, zur Wiederwahl stellt, beschließt Joe, gegen ihn anzutreten – sehr zum Missfallen der zurückgezogen lebenden Louise. Er rekrutiert die Hilfssheriffs Guy (Luke Grimes) und Michael (Michael Ward) als Wahlkampfhelfer. Louise und Dawn laden den radikalen Sektenführer Vernon Jefferson Peak (Austin Butler) zum Abendessen ein, und während einer Diskussion über ihre Verschwörungstheorien zu Pädophilie und Kinderhandel deutet Louise an, dass ihr Vater sie missbraucht hat. Joe glaubt Vernons vorgeblicher Hintergrundgeschichte, die auf wiedererlangten Erinnerungen beruht, nicht. Unterdessen engagiert sich Teds Sohn Eric (Matt Gomez Hidaka) mit seinem Freund Brian (Cameron Mann) und der sozial engagierten Sarah (Amelie Hoeferle) bei Black-Lives-Matter-Protesten. Sarah versucht vergeblich, Michael für ihre Sache zu gewinnen. Um die Wahl zu seinen Gunsten zu beeinflussen, behauptet Joe bei einer Wahlkampfveranstaltung, Ted habe Louise sexuell belästigt. Nachdem sie die Anschuldigungen in einem Online-Video zurückgewiesen hat, verlässt sie mit Vernon die Stadt. Am nächsten Tag konfrontiert Joe Ted unter dem Vorwand einer Lärmbeschwerde während einer Spendenveranstaltung. Ted ohrfeigt Joe vor den Gästen der Veranstaltung. Am Abend erschießt Joe als erste wahnsinnige Handlung einen Obdachlosen und wirft dessen Leiche in einen nahegelegenen Fluss. Anschließend ermordet er Ted und Eric in ihrem Haus mit einem Gewehr mit Zielfernrohr und inszeniert den Tatort als Antifa-Angriff. Zur gleichen Zeit fliegt ein mysteriöser Privatjet mit schwer bewaffneten Terroristen an Bord in Richtung Eddington. Polizistin Butterfly Jimenez (William Belleau) vom Pueblo-Stamm schaltet sich in die Ermittlungen zu den Todesfällen ein, nachdem Joe auf Pueblo-Land mit seinem Gewehr geschossen hat. Joe schiebt Michael die Schuld in die Schuhe und sperrt ihn ein, um von den anderen abzulenken. Butterfly stellt jedoch Verbindungen her, die auf den Sheriff hinweisen....
Es wird aber noch chaotischer. Eine ungewöhnliche, aber auch überfrachtete Geschichte wird hier von Ari Aster präsentiert. Doch die Struktur wird etwas uneinheitlich und so richtig packt die Geschichte aufgrund der Überzeichnung nicht. Immerhin setzt sich "Eddington" mit der Spaltung der Gesellschaft auseinander, die auf dem gesamten Planeten zu spüren ist. Vielleicht kann es auch möglich sein, dass man diesen hier gezeigten unangenehmen und alltäglichen Wahnsinn gar nicht wahrhaben will, weil er uns bereits die Fähigkeit reduziert hat Wahrheiten zu erkennen und wir schon zu sehr abhängig von unserer digitalen Welt sind. Es ist eine Satire ohne Humor. Ein Horrorfilm ohne Schockeffekte. Ein Western ohne offensichtlichen Bösewicht. Ein Gesellschaftskommentar ohne moralischen Kompass.
Bewertung. 7 von 10 Punkten.






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