Dienstag, 16. Februar 2021

Verdammt zu leben - Verdammt zu sterben


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Lucio Fulci

Odyssee der Aussenseiter...

Vor seinen  bedeutenden Horrorfilmen wie "Voodoo", "New York Ripper", "Ein Zombie hing am Glockenseil", "Das Haus an der Friedhofsmauer" und "Beyond - Geisterstadt der Zombies" drehte Kultfilmer Lucio Fulci auch einige Italo-Western. Auf sein Konto gehen somit auch "Django - sein Gesangsbuch war der Tod" aus dem Jahr 1966 sowie "Silbersattel" und "Verdammt zu leben - verdammt zu sterben", die beide in der Spätphase des Genres entstanden. "Verdammt zu leben - verdammt zu sterben" ist ein eigenwilliger Western mit einem psychedelischen Touch. Der Originaltitel heißt "I quattro dell'apocalisse", was soviel heißt wie die vier Reiter der Apocalypse. Und in seinem Film sind dies der notorische Falschspieler Stubby Preston (Fabio Testi), die schwangere Prostituierte Bunny (Lynne Frederick), der Säufer Clem (Michael J. Pollard) und der dunkelhäutige Burt (Harry Baird) die alle im Gefängnis der Stadt Salt Flat sitzen. Der Sheriff (Donal O´Brien) hat das Quartett ohne driftigen Grund verhaftet und so sitzen die Vier gemeinsam in einer Zelle und lernen sich kennen. In der kommenden Nacht findet in der Stadt ein blutiges Massaker statt, der Sheriff greift dabei nicht ein, sondern bewacht lediglich seine Gefangenen. Eine ganze Gruppe von ehrbaren Bürgern, maskiert wie der KuKluxKlan, macht draußen gnadenlos Jagd auf unanständige und kriminelle Bewohner. Es gibt sehr viele Tote. Am anderen Morgen verhilft der Sheriff den Vier zur Flucht, dafür verlangt er aber das Geld des Falschspielers Stubby, der 1.000 Dollar bei sich hatte. Ohne Mittel sind sie nun unterwegs, ihr Ziel ist eine ca. 200 Meilen entfernte Stadt im Süden. Unterwegs treffen sie auf eine Treck mit schweizer Mormonen und später auf den Outlaw Chato (Tomas Milian), der ihnen zuerst Hilfe verspricht, sie aber bereits in der ersten Nacht mit Drogen vollpumpt und seine sadistische Ader an den vier hilflosen Opfern auslebt. Bunny wird von ihm brutal vergewaltigt. Stubby, der für Bunny sehr viel empfindet, schwört Rache. Doch der Fiesling hat sie gefesselt hat und will, dass sie in der glühenden Sonne sterben. Nachdem Chato wegreitet, können sie sich befreien. Clem ist durch eine Kugel von Chato schwer verletzt und Quartett versucht seinen Weg fortzusetzen, um den Verletzten zu retten...





Mehrere Stationen müssen überquert werden, bis Stubby seine Möglichkeit auf Rache bekommt. Einmal verschlägt es die Gruppe in eine Geisterstadt. Als die Schmerzen der Schwangeren zunehmen, macht die Reisegruppe Halt in einer Bergarbeiterstadt mit etwas sonderbaren Einwohnern. Die Filmsongs werden interpretiert von The Cook and Benjamin Franklin Group. "Verdammt zu leben - verdammt zu sterben" ist sehr eigenständig und eigenwillig, der Film lässt sich kaum mit anderen Vertretern seines Genres vergleichen. Er hat auch einige Anteile des US-Spätwesterns zu bieten, bleibt aber auch in dieser Einordnung sehr individuell mit seiner Odyssee von vier Aussenseitern der Gesellschaft. Am Ende steht aber einmal mehr das Bild des einsamen Reiters, der nach Nirgendwo aufbricht und fortreitet.




Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

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