Freitag, 9. Februar 2024

Rampage


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Regie: Willliam Friedkin

Der Serienkiller...

William Friedkin schuf mit "French Connection" und "Der Exorzist" zwei der erfolgreichsten Klassiker des Neuen Hollywood Kinos der frühen 70er Jahre. "Atemlos vor Angst", ein Remake von Clouzots "Lohn der Angst" wurde zunächst von der Kritik eher verhalten angenommen, hat sich aber inzwischen einen guten Ruf erworben und gilt ebenfalls als großartiger Genrefilm. "Cruising" hatte es ebenfalls schwer und entwickelte sich ebenso wie "Atemlos vor Angst" erst jahre später zu einem reputablen Klassiker. 1985 drehte er mit "Leben und Sterben in L.A." einen bemerkenswerten NeoNoir. Der 1987 entstandene Film "Ramage" ist weitestgehend unbekannt geblieben. Einige Kritiker sehen in der Mischung aus Thriller und Gerichtsfilm ein bislang unentdecktes Juwel aus dem Filmschaffen des am 7. August 2023 verstorbenen Hollywoodregisseur - andere sehen in "Rampage" gar ein Plädoyer für die Todesstrafe.
Friedkin produzierte den Film, schrieb das Drehbuch basierend auf dem gleichnamigen Roman von William P. Wood, der vom Leben von Richard Chase inspiriert war. Der Film wurde am 11. September 1987 auf dem Boston Film Festival uraufgeführt, sein Kinostart wurde jedoch fünf Jahre lang ausgesetzt, da die Produktionsfirma und der Verleiher De Laurentiis Entertainment Group bankrott gingen. Im Jahr 1992 erhielt Miramax die Vertriebsrechte und gab dem Film eine limitierte Veröffentlichung in Nordamerika. Für die Miramax-Veröffentlichung überarbeitete Friedkin den Film und änderte das Ende. Charles Reece (Alex McArthur) ist ein Serienmörder, der aufgrund paranoider Wahnvorstellungen eine Reihe brutaler Verstümmelungsmorde begeht, um Blut zu trinken. Reece wird bald gefangen genommen. Der größte Teil des Films dreht sich um den Prozess und die Versuche des Staatsanwalts Anthony Frazer (Michael Biehn), Reece für gesund zu erklären und die Todesstrafe zu verhängen. Der Verteidiger (Nicholas Campbell) argumentiert unterdessen, dass der Angeklagte nicht wegen Geisteskrankheit schuldig sei. Frazer ist zwar liberal und war zuvor gegen die Todesstrafe, doch er fordert eine solche Strafe angesichts der brutalen Verbrechen von Reece, nachdem er die trauernde Familie eines Opfers getroffen hat. Der Vater (Royce D. Applegate) und sein Sohn sind nun alleine in Trauer und Verzweiflung, die Mutter und der zweite Junge wurden bestialisch ermordet.  Am Ende wird Reece für gesund befunden und mit der Todesstrafe belegt, aber Frasers interne Debatte über die Todesstrafe wird akademisch, als Reece durch eine Untersuchung seines Gehirns auf Geisteskrankheiten für verrückt befunden wird. Am Ende der Originalversion des Films wird Reece tot in seiner Zelle aufgefunden, nachdem er sich eine Überdosis Antipsychotika verabreicht hatte, die er gelagert hatte. Das alternative Ende ist anders: Am Ende wird Reece in eine staatliche psychiatrische Klinik gebracht und  er schickt einen Brief an den Vater, dessen Frau und Kind er getötet hat, und bittet den Mann, ihn zu besuchen, damit er diesem die Tat begreiflich machen kann. Der Abspann schreibt, dass für Reece in sechs Monaten eine Anhörung zur Bewährung geplant ist...





Obwohl Friedkin sehr nüchtern inszenierte, sind die Handlungen des Serienkillers Kaum zu ertragen. Er ist alles andere als ein Symphatieträger. Auf einer Fahrt zur Vernehmung gelingt ihm auch noch die Flucht und er verletzt die beiden Beamten, die ihn begleiten schwer. Ein Film, der zum Nachdenken anregt...sowohl über solche bestialischen Taten, die uns bestürzen und über die zerstörten Hinterbliebenen, die ebenfalls zu Opfern werden. Friedkin gibt auch einen Einblick in Richtung Täter, ohne den Zuschauer in irgendeiner Weise beim Nachdenken zu manipulieren.




Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

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