Donnerstag, 10. März 2016

Sicario

























Regie: Denis Villeneuve

Auge um Auge, Zahn um Zahn...

In einer der besten Szene von "Sicario", dem neuen Film des kanadischen Regisseurs Denis Villeneuve sieht der Zuschauer eine spannungsgeladene Fahrt durch die mexikanische Grenzstadt Juarez, wo das Drogenkartelll das Sagen hat. Die amerikanische Taskforce wird dabei von bewaffneten Pickups der mexikanischen Bundespolizei begleitet. Dabei sieht die engagierte FBI Swat Agentin (Emily Blunt) an der Straßenseite eine aufgehängte nackte Körper - von der Drogenmafia ermordet und als Mahnung dort öffentlich zur Schau gestellt, falls sich jemand gegen diese Organisation stellt.
"Der 32. August auf Erden" und "Maelström" waren im Heimatland Kanada so erfolgreich, dass sie als Beitrag des Landes ins Oscar-Rennen geschickt wurden. aber erst sein Welterfolg "Die Frau, die singt" bekam diese begehrte Nomnierung als Bester fremdsprachiger Film. Mit dem Erfolg war dann auch die Möglichkeit verbunden den nächsten Film in den USA zu realisieren und Villeneuve gelang mit dem Psychothriller um Serienmorde und Selbstjustiz eine Perle des Genres. "Enemy", der Nachfolgefilm war eine Mischung aus Thriller und fantastischem Film und wieder ganz anders als der Vorgänger. Auch "Sicario" bestätigt seinen Ruf als exzellenter Regisseur hervorragender Genrefilme. "Sicario" - so wird ein Auftragsmörder genannt, bekannt von den kolumbiansichen Drogenkartellen, besonders in Medellin.
Dabei setzt Villeneuve auf eine knallharte und düstere Gangart. Ein Team des FBI ist beauftragt mehrere Geiseln zu retten, die in einem Haus in Arizona gefangen gehalten werden. Die Teamleiterin ist die erfahrene Agentin Kate Macer und der Neuling Reggie Wayne (Daniel Kaluuya). Das Haus wird gestürmt, einige der anwesenden Gangster werden erschossen. Doch der Schock folgt schnell: Keiner der Geiseln ist mehr am Leben. Statt der Geiseln findet das Team aber über 40 übel zugerichtete Leichen, in den Gipskartonwänden eingemauert.
Obwohl nicht alles glatt lief - eine Explosion sorgt für Opfer - stilisiert der FBI Einsatzleiter Dave Jennings (Victor Garber) den Einsatz als vollen Erfolg und man macht der überraschten Kate ein Angebot an einer behördenübergreifenden Task Force unter der Leitung von Matt Graver (Josh Brolin) teilnzunehmen. Zum Team gehören neben US-Marshalls, Delta Force Soldaten und Regierungsagenten auch der sonderbare und schweigsame Berater Alejandro (Benicio del Toro). Er soll bereits in Kolumbien gearbeitet haben und scheint sich gut in den Strukturen der Kartelle auszukennen. Ausserdem wirkt er wie der Mann für die groben Einsätze. Ziel der Spezialeinheit ist es mit sehr unkonventionellen Mitteln, jenseits des Gesetzes, dem Drogenkartell einen vernichtenden Schlag zu verpassen. Dies wird für Kate zunehmend problematischer, da sie sieht, dass sich die Grenzen zwischen Gut und Böse doch irgendwann vermischen. Am Ende soll der oberste Drogenboss Fausto Alarcon (Julio Cedillo) gefasst werden, mit dem Alejandro noch eine Rechnung offen hat...


Die Schlußszenen sind brutal und sehr schockierend, aber sie unterstreichen die sehr gute Qualität dieses reisserischen Thrillers, der mit vielen brillianten Einzelszenen begeistern kann. Einmal beispielsweise gerät das Team in eine brenzlige Situation inmitten eines forcierten Verkehrsstaus nach der mexikansichen Grenze. Auch Kate gerät in den wenigen privaten Stunden, die sie hat, in Gefahr. Getragen wird der Film vor allem durch Benicio del Toro, der alle anderen Akteure - trotz toller Leistung - an die Wand spielt und mit seiner Rolle als Alejandro Gillick in guter Erinnerung bleibt. Der Drogenreißer wirkt wie ein Verwandter zu "Traffic" von Steven Soderbergh, aber man wird auch stellenweise an die Präzision von "Zero Dark Thirty" von Kathryn Bigelow erinnert.



Bewertung: 9 von 10 Punkten.

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