Sonntag, 26. April 2026

Ronin















Regie: John Frankenheimer

Der Koffer...

"Ronin“ von Regisseur John Frankenheimer feierte seine Premiere bei den Filmfestspielen von Venedig 1998, bevor er am 25. September deselben Jahres in die Kinos kam. Die Kritiken fielen überwiegend positiv aus für Action, Besetzung und technische Aspekte. An den Kinokassen blieb das gelungene Comeback von Frankenheimer leider hinter den Erwartungen zurück und spielte bei einem Budget von 55 Millionen US-Dollar nur 70,7 Millionen US-Dollar ein. Mit dieser Arbeit kehrte der Filmemacher zur alten Stärke zurück. Mit Klassikern wie "Botschafter der Angst", "Der Gefangene von Alcatraz", "Seconds", "Sieben Tage im Mai" "Der Zug", "Grand Prix", "Die Prophezeiung" oder French Connection II" wurde er zu einem der wichtigen US-Regisseure überhaupt.  Die Verfolgungsjagden, die mit denen in Bullitt und French Connection verglichen wurden, sind von mehreren Medien als einige der besten der Filmgeschichte gekürt worden.  In einem Bistro in Montmartre trifft die IRA-Agentin Deirdre (Natascha McElhone) auf die beiden Amerikaner Sam (Robert de Niro) und Larry (Skipp Sudduth) sowie den Franzosen Vincent (Jean Reno). Sie führt sie zu einem Lagerhaus, wo der Engländer Spence (Sean Bean) und der Deutsche Gregor (Stellan Skarsgaard) warten. Im Gespräch der Männer stellt sich heraus, dass sie alle ehemalige Regierungs- und Militäragenten sind, die nun als Söldner arbeiten. Deirdre weiht die Gruppe in ihren Auftrag ein: einen schwer bewaffneten Konvoi anzugreifen und einen großen, metallenen Aktenkoffer zu stehlen. Dessen Inhalt wird nie enthüllt. Die erste Vorbereitungsaufgabe des Teams ist die Beschaffung von Schusswaffen, die sich zu einem Hinterhalt entwickelt. Das Team überlebt und kann die Waffen erbeuten. Deirdre trifft sich mit ihrem Führungsoffizier Seamus O'Rourke (Jonathan Pryce), der ihr mitteilt, dass die russische Mafia ein Gebot für den Koffer abgibt und das Team eingreifen muss, um dies zu verhindern. Spence wird von Sam als Betrüger entlarvt; Deirdre entlässt ihn, und die anderen setzen ihre Mission fort.Deirdres Team überfällt den Konvoi erfolgreich bei Villefranche-sur-Mer und verfolgt die Überlebenden bis nach Nizza. Während des Feuergefechts stiehlt Gregor den Koffer und ersetzt ihn durch Sprengstoff, um die anderen zu sabotieren. Er versucht, ihn an die Russen zu verkaufen, doch sein Kontaktmann verrät ihn. Gregor tötet den Kontaktmann und zwingt Mikhi (Feodor Atkine) – den russischen Gangsterboss, der den Deal leitet – zu einem weiteren Treffen. Das Team spürt Gregor über einen von Sams alten Kontakten auf und stellt ihn im Amphitheater von Arles während eines Treffens mit zwei von Mikhis Männern. Sam verfolgt Gregor, der flieht, aber von Seamus gefasst wird. Deirdre und Vincent stellen die beiden russischen Gangster zur Rede, woraufhin es zu einer Schießerei kommt. Sam eilt zu Hilfe, tötet einen, wird aber von einem Querschläger des anderen verletzt. Seamus tötet Larry und flieht mit der widerwilligen Deirdre und dem gefangenen Gregor. Vincent bringt Sam in eine Villa seines Freundes Jean-Pierre (Michael Lonsdale) Nachdem er die Kugel entfernt und Sam sich erholen lassen hat, vergleicht Jean-Pierre Sams Situation mit der Geschichte der 47 Ronin. Vincent bittet Jean-Pierre um Hilfe bei der Suche nach Gregor und den irischen Agenten.In Paris wird Gregor durch ein brutales Verhör dazu gebracht, den Koffer an Seamus und Deirdre zurückzugeben. Nachdem sie ihn von der Post abgeholt haben, werden sie von Sam und Vincent in einer rasanten Verfolgungsjagd verfolgt. Vincent schießt ihnen einen Reifen auf, woraufhin ihr Wagen von einer Brücke stürzt. Gregor entkommt mit dem Koffer, während Straßenarbeiter Deirdre und Seamus aus dem brennenden Fahrzeug retten. Ratlos, wie es weitergehen soll, beschließen Sam und Vincent, die Russen aufzuspüren, nachdem sie herausgefunden haben, dass der Attrappenkoffer, den Gregor beim Diebstahl des Originalkoffers benutzt hat, zum Transport von Schlittschuhen dient. Einer von Jean-Pierres Kontakten informiert sie, dass die Russen möglicherweise in die Eiskunstlauf-Show von Mikhi und seiner Freundin Natacha Kirilova (Katharina Witt) verwickelt sind, die im Le Zénith auftritt...






Frankenheimer verfügt über ein klasse Ensemble, somit sind auch die Nebenrollen exzellent und prominent besetzt. Es gibt ne Menge Autoverfolgungsjagden in den engen Gassen französischer Städte und es gibt viele Indizien dafür, dass Frankenheimer mit diesem Film auch seine Bewunderung für den französischen Kultregisseur Jean Pierre Melville offenbart. Die Kameraführung des Franzosen Robert Fraisse ist hervorragend. "Ronin" ist intelligent, pointiert und witzig und zeugt von einem größeren Talent für visuelles Storytelling, als es die meisten Filme jüngerer Regisseure heutzutage aufbringen können. Der Koffer ist sozusagen wichtiger MacGuffin, um die Hanldung voranzutreiben. Die verwegenen Autostuntszenen wurden von Frankenheimer selbst geleitet.Obwohl es zur Zeit der Dreharbeiten bereits möglich war, solche Verfolgungsjagden in Filmen mit Hilfe von Computersimulationen nachzustellen, verzichtete Frankenheimer, der in seinen Filmen immer ein besonderes Faible für Realismus bewies, auf derlei Tricks und zeigte authentische Stuntszenen in Nizza und in Paris, selbst bei solchen Szenen, die in engen Tunneln und Gassen spielten. Die Söldnertruppene  sind bunt zusammengewürfelt: CIA Agenten, DGSE, Special Air Service, KGB, Ira sowie ehemalige Agenten der westlichen und kommunisten Welt. 







Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

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