Dienstag, 29. April 2014

Doppelmord





















Regie: Bruce Beresford

Ein Toter spielt falsch...

Der australische Regisseur Bruce Beresford ist vor allem durch sein 1990 oscarprämiertes Roadmovie "Miss Daisy und ihr Chauffeur" bekannt, sein bester Film war allerdings der ein Jahr später entstandene Indianerfilm "Black Robe", der im Jahr 1634 spielt und das Aufeinanderprallen zweier Kulturen in der Wildnis von Kanada zeigt. In Amerika wurde auch der Thriller "Doppelmord" (im Original "Double-Jeopardy) ein solider Kinoerfolg. Insgesamt spielt der Film alleine in den USA gute 117 Millionen Dollar ein - ein formidabler Erfolg. Der Film bezieht sich auf den juristischen Grundsatz "Ne bis in idem" des fünften Zusatzes zur Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika. Dieser besagt, dass man für ein und dieselbe Tat nur einmal verurteilt werden kann. Ein beliebtes Motiv, wie auch der einige Jahre später von Gregory Hoblit inszenierte und wesentich bessere "Ein perfektes Verbrechen" zeigt. Trotzdem ist "Doppelmord" ein guter Unterhaltungsthriller, der vor allem durch die posiitive Ausstrahlung seiner Hauptdarstellerin Ashley Judd lebt. Wenn sich dann noch Tommy Lee Jones als sichere Bank und zweite Hauptfigur dazu gesellt, dann kann beinahe schon nichts mehr schiefgehen.
Jedenfalls sollte man alle logischen Überlegungen über Bord werfen, dann hat man mit dem "Doppelmord" einen guten Thriller gewählt. Er erzählt die Geschichte der glücklich verheirateten Libby Parsons (Ashley Judd) mit ihrem arroganten Mann Nick (Bruce Greenwood) und Söhnchen Matty (Benjamin Weir - 4 Jahre, Spencer Treat Clark - 11 Jahre). Doch die glückliche Idylle wird in dem Moment zerstört, als Libby mit ihrem Gatten einen Ausflug mit geplanter gemeinsamer Nacht auf der Yacht verbringt. Sie schläft dort ein und wacht benommen wieder auf. Alles ist blutverschmiert, ihr Mann ist unauffindbar und scheinbar von Bord gestürzt. Aber warum das viele Blut ? Und was ist das für ein Klappmesser, mit dem Libby dann von der Küstenwache angetroffen wird ? Jedenfalls wird sie wegen gefährlicher Körperverletzung mit Todesfolge zu Zuchthaus verurteilt, kann aber nach einigen Jahren eine Bewährung erwirken. Die hat sie auch bitter nötig, denn Libby ist felsenfest überzeugt, dass ihr Mann noch lebt und mit Libbys bester Freundin Angie (Annabeth Gish) ein Verhältnis hat und unter falschem Namen eine neue Existenz aufgebaut hat. Doch erstmal muss sie sich mit den strengen Regeln des Bewährungshelfers Travis Lehmann (Tommy Lee Jones) auseinandersetzen...

 Wenn man sich keine weiteren Gedanken darum macht, warum Libby nicht sofort nachdem sie weiß, dass Gatte Nick noch lebt, eine Anzeige macht oder ihren Anwalt in Kentniss setzt, dann hat man das erste große Logikloch geschluckt und kann dem Racheplan von Libby weiter folgen, die auf eigene Faust ermittelt. Und das macht sie durchaus gut. Es ist zwar alles gesamthaft wenig glaubwürdig, aber dem Unterhaltungswert tut dies keinen Abbruch. Ein netter kleiner schnörkelloser Thriller ist Bruce Beresford gelungen.
 
Bewertung: 6,5 von 10 Punkten.

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