Samstag, 16. Mai 2026

Alex Strangelove















Regie. Craig Johnson

Veränderte Gefühlslage...

Der Netfilix Film "Alex Strangelove" ist im Grunde ein ähnlicher Teeangerfilm als der John Hughes Klassiker "16 Candles" - er wird im Film von Craig Johnson, der auch das Drehbuch schrieb, sogar in direkt zitiert. Allerdings ist der Blickwinkel nicht nur auf das erste Mal von Boy und Girl gerichtet, sondern der Junge erkennt, dass ihn seine perfekte Freundin sexuell viel weniger interessiert als ein gleichaltrigen schwuler Junge. Das bringt den Spielplan des kommenden Sexlebens natürlich gehörig durcheinander.Der kleine Netflix-Hit ist somit ein direkter Verwandter des Erfolgsfilms "Love, Simon", ohne komplett an diesen heranzukommen. Doch trotz einiger Schwächen ein liebenswerter, kleiner, feiner Film. Witzig, am Zeitgeist, längst überfällig und irgendwie dennoch erfrischend oldschool und 80er. Ohne zu sehr und aufdringlich die Retroschiene zu fahren. Zudem werden Klischees meist links liegen gelassen und die Balance aus Feel-Good-Zuckerwatte und Teenage-Angst, aus Party-Obszönität und Highschool-Realität passt. Der Highschool-Schüler Alex Truelove (Daniel Doheny) ist schon länger mit Claire (Madeline Weinstein) befreundet. Nachdem sie erfahren hat, dass Claires Mutter auf Krebs untersucht wird, erleben die beiden einen intimen Moment, in dem Alex sie tröstet. Sie küssen sich und beginnen eine Beziehung. Nachdem Alex sich vor seinen Freunden dafür schämt, noch Jungfrau zu sein, beschließen er und Claire, ein Hotelzimmer zu buchen und zum ersten Mal miteinander zu schlafen. Auf einer Party lernt Alex Elliot (Antonio Marziale) kennen, einen offen schwulen Teenager. Durch die weiteren Begegnungen mit Elliot, der offensichtlich in Alex verliebt ist, beginnt Alex, seine Sexualität zu hinterfragen. Alex vertraut seinem Freund Dell(Daniel Zolghadri) an, dass er glaubt, bisexuell zu sein. Dell meint jedoch, er sei nur nervös, seine Jungfräulichkeit an Claire zu verlieren, und seine Angst habe ihn zu einem falschen Schluss geführt. Eines Tages, als sie in Elliots Zimmer sind, küsst Alex ihn, bereut es aber sofort und stürmt hinaus. Am Abend ihres ersten Mals gesteht Alex Claire plötzlich, dass er Gefühle für jemand anderen hat, woraufhin sie ihn rauswirft. Später, immer noch Elliot aus dem Weg gehend, geht Alex auf eine Party, wo er im betrunkenen Zustand mit einem Mädchen schläft, das er gerade erst kennengelernt hat. Claire erwischt sie, und Alex verfolgt sie in die Nacht. Er fällt in einen Swimmingpool, wo ihn traumatische Kindheitserinnerungen überkommen. Claire findet ihn am Pool, wo er ihr gesteht, dass er schwul ist. Trotzdem beschließen sie, gemeinsam zum Abschlussball zu gehen.Auf dem Ball enthüllt Claire, dass sie Elliot als Alex' Begleitung eingeladen hat, da sie weiß, dass keiner von beiden ohne ihre Initiative den ersten Schritt wagen würde. Obwohl Alex zunächst besorgt ist, von allen beobachtet zu werden, entscheidet er, dass seine Gefühle für Elliot stärker sind und küsst ihn.Die Geschichte endet damit, dass Alex mit Claire ein Video dreht, in dem sie sein Coming-out schildern...






Manchmal wirkt es so als wäre der Regisseur etwas unsicher, ob er eine ernsthafte Coming out Geschichte erzählen würde. Denn immer wieder tauchen Szenen auf, die an die Zoten von "American Pie" erinnern. Das wirkt dann etwas irritierend platziert, zwischen einer erfrischend tiefgründigen Auseinandersetzung mit der Sexualität von Teenagern. Es ist aber gut, dass der Film die Zuneigung zweier Jungs nicht problematisiert, sondern einfach die Geschichte erzählt, dass sich jeder mit seiner eigenen Gefühlswelt zurechtfinden und anfreunden muss. 






Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

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