Donnerstag, 23. Oktober 2014

Lone Survivor





















Regie: Peter Berg

In den Klauen der Taliban...

Inzwischen hat sich Schauspieler Peter Berg, der 1994 sozusagen Linda Fiorentinos "Die letzte Verführung" war zu einem erfolgreichen Regisseur entwickelt (Hancock, Battleship). Nach "Operation Kingdom" aus dem Jahr 2007 kehrt er nun mit "Lone Survivor" wieder in Krisengebiete islamischer Welten zurück, damals kämpfte das FBI in Saudi Arabien gegen Gotteskrieger. Im neuen Film, der nach dem gleichnamigen Tatsachenbericht des ehemaligen United States Navy Seals Marcus Lutrell entstand, werden die tapferen US-Soldaten in Afghanistan von den Taliban angegriffen. 
Formal gibts an dem effektiven Genrebeitrag gar nichts auszusetzen, man muss aber schlucken, dass da viel plumper Hurra-Amerika-Militarismus mitschwingt und die Machoboys der Navy Seals im Gruppenverbund, so wie er am Anfang im Camp gezeigt wird, die Neigung haben sich zu unsympathischen Nervtröten zu geben. Ja, das ist alles ziemlich unreflektiert und ziemlich angeberisch von den Etablierten, wenn der Youngster Shane Patton (Alexander Ludwig) diese Idole anhimmelt und ihnen nacheifert, auch wenn er sich zum Affen machen muss. Ein eingeschworenes Team von 4 Männern, darunter der bereits erwähnte Marcus Luttrell (Marc Wahlberg), Michael P. Murphy (Taylor Kitch). Danny Dietz (Emile Hirsch) und Matthew Axelson (Ben Foster). hat die Aufgabe den Taliban Führer Ahmad Shah zu töten. Luttrell und Axelson sind als Scharfschützen erste Wahl, Dietz ist der Mann, der für die Kommunikation verantwortlich ist und geleitet wird der Auftragsmord von Teamleader Murphy, der sehr bald eine schwerwiegende Entscheidung treffen muss. Zuerst klappt alles gut, die Männer haben ihre sichere Position auf einer bewaldeten Anhöhe erreicht und erkennen unten im Dorf ihre Zielperson. Doch die Kommunikation ist in diesem Dickicht dürftig und dann werden sie auch noch von drei Ziegenhirten entdeckt. Diese werden gefangen genommen und unter den vier Amis entsteht eine Diskussion wie man jetzt mit diesen veränderten Optionen umgehen soll. Axelson will die drei unbewaffneten Bauern (ein alter Mann, ein junger Mann, ein Knabe) erschießen, da sie bei einer Freilassung das Versteck verraten und so die Mission missglückt ist. Das Fesseln an den Bäumen wird ausgeschlossen, da die drei leichte Beute für wilde Tiere sind. So entscheidet sich Murphy für deren sofortige Freilassung, was katastrophale Folgen nach sich zieht...


 und zeigt eine der besten Szenen des Films, in der der junge Ziegenhirte mühelos den Berg hinunterrennen kann und eh die vier Soldaten sich versehen - sie kletterten den Berg hinauf und warten auf den Feind - sind sie schon umzingelt, denn der Feind ist schon da. Es folgt eine wilde Schießerei, man hat auch als Zuschauer das Gefühl als würden die Kugeln um die Ohren fliegen und Peter Berg ist ungefähr so nahe dran am Geschehen wie Ridley Scott in seinem Szenario "Black Hawk Down", in der hart umkämpften Stadt Mogadischu. Das Hinabstürzen vom Berg, was allen vier Männern passiert, wird genüsslich zelebriert und man hat das Gefühl, dass alle Knochen brechen - aber oh Wunder, die Helden sind zwar verletzt, aber immer noch einsatzbereit und -fähig. Solche Übertreibunggen sind auch Wermutstropfen, denn auch in der Szene als Luttrell bei den Einheimischen Unterschlupf fand ist nicht frei von Übertreibungen, wenn der afghanische Junge den verletzten Luttrell wie einen Helden anhimmelt. Ansonsten darf man sich aber auf einen spannenden und unterhaltsamen Actionfilm aus einem der Krisengebiete dieser Welt freuen. Beklemmend und intensiv verläuft diese Operation Red Wings. Zwei Oscarnominierungen gabs sogar: Erstens für den besten Ton, zweitens für den besten Tonschnitt.

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

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