Regie: Alan Parker
Argentinien weint...
Von 1974 bis 1976 schufen Andrew Lloyd Webber (Musik) und Tim Rice (Lyrics) das Musical "Evita", die Geschichte der argentinischen Präsidentengattin Eva Peron. 1978 wurde das Musical in London uraufgeführt, nachdem bereits das Album und auch die Singleauskopplung "Dont cry for me Argentina" Welterfolge wurden. Der Song von Julie Covington war 1977 die meistverkaufte Single in Deutschland. Es dauerte viele Jahre bis "Evita" auch zum Kinofilm wurde. Regie führte Alan Parker, das Drehbuch stammt von Parker und Oliver Stone. In Evita spielen Madonna als Eva, Jonathan Pryce als Evas Ehemann Juan Perón und Antonio Banderas als Ché, ein junger Bursche aus dem Volk, der als Erzähler fungiert. Auch der Film erhielt verschiedene Auszeichnungen und Nominierungen, insbesondere für Madonna, Parker, Rice, Lloyd Webber und das Lied "You Must Love Me“, insgesamt gab es fünf Golden-Globe-Nominierungen von den drei gewonnen wurden (Bester Film, beste Darstellerin Madonna und bester Filmsong "You must love me") Bei der 69. Oscarverleihung gewann der Film den Oscar für den besten Originalsong „You Must Love Me“ und war in vier weiteren Kategorien nominiert: Bester Schnitt, Beste Kamera, Beste Ausstattung und Bester Ton. Am 26. Juli 1952 wird in einem Kino in Buenos Aires ein Film unterbrochen, als die Nachricht vom Tod von Eva Perón (Madonna), der argentinischen First Lady, im Alter von 33 Jahren eintrifft. Während die Nation in öffentliche Trauer verfällt, staunt Ché (Antonio Banderas), ein Mitglied der Öffentlichkeit, über das Schauspiel und verspricht zu zeigen, wie Eva "jahrelang nichts getan“ habe. Der Rest des Films folgt Eva (geb. Duarte) von ihren Anfängen als uneheliches Kind einer Familie aus der Unterschicht bis zu ihrem Aufstieg zur First Lady; Ché nimmt im Laufe von Evas Geschichte viele verschiedene Gestalten an. Mit 15 Jahren lebt Eva in der Provinzstadt Junín und sehnt sich nach einem besseren Leben in Buenos Aires. Sie überredet den Tangosänger Agustín Magaldi (Jimmy Nail), mit dem sie eine Affäre hat, sie in die Stadt mitzunehmen. Nachdem Magaldi sie verlassen hat, durchlebt sie mehrere Beziehungen mit zunehmend einflussreichen Männern und wird Model, Schauspielerin und Radiomoderatorin. Sie lernt Oberst Juan Perón (Jonathan Pryce) bei einer Spendenaktion nach dem Erdbeben von San Juan 1944 kennen. Peróns Verbindung zu Eva verstärkt sein populistisches Image, da beide der Arbeiterklasse angehören. Während Peróns Aufstieg hat Eva eine Radiosendung und setzt all ihre Fähigkeiten ein, um ihn zu fördern, selbst als die herrschende Regierung ihn inhaftieren lässt, um seinen politischen Erfolg zu bremsen. Die wachsende Unterstützung, die Eva auslöst, zwingt die Regierung, Perón freizulassen, und er findet, dass die Bevölkerung von ihm und Eva begeistert ist. Perón gewinnt die Präsidentschaftswahl und heiratet Eva, die verspricht, dass die neue Regierung den Descamisados (Arme Bevölkerung, denen das letzte Hemd genommen wurde) dienen wird. Zu Beginn der Perón-Regierung kleidet sich Eva glamourös und genießt die Privilegien der First Lady. Kurz darauf begibt sie sich auf ihre sogenannte "Regenbogentour“ durch Europa. Dort wird sie gemischt empfangen. Das spanische Volk verehrt sie, das italienische Volk nennt sie eine Hure und bewirft sie mit Gegenständen, und Papst Pius XII. macht ihr ein kleines, dürftiges Geschenk. Nach ihrer Rückkehr nach Argentinien gründet Eva eine Stiftung zur Unterstützung der Armen. Der Film suggeriert, die Perónisten würden andernfalls die Staatskasse plündern. Eva wird ins Krankenhaus eingeliefert und erfährt, dass sie unheilbar an Krebs erkrankt ist. Sie lehnt das Amt der Vizepräsidentin aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustands ab und richtet eine letzte Ansprache an das argentinische Volk. Sie begreift, wie kurz ihr Leben war, denn sie leuchtete wie das "hellste Feuer“, und hilft Perón, sich darauf vorzubereiten, ohne sie weiterzumachen. Eine große Menschenmenge umringt den Unzué-Palast in einer Mahnwache bei Kerzenlicht und betet für ihre Genesung, als das Licht in ihrem Zimmer erlischt und damit ihren Tod signalisiert. Bei Evas Beerdigung sieht man Ché an ihrem Sarg stehen und über den Einfluss ihres kurzen Lebens staunen. Er geht zu ihrem gläsernen Sarg, küsst ihn und reiht sich in die Menge der vorbeiziehenden Trauernden ein...
Da der Film fast keine Dialoge beinhaltet und alles mit der Musik ausdrückt, kann er nicht immer erzählerisch überzeugen. Aber der hervorragende Soundtrack hebt den Film immer mal wieder auf epische Größe an.Trotz aller Widrigkeiten erweist sich diese lange verzögerte Filmversion als eine Herzensangelegenheit für Regisseur Alan Parker, der bereits mit "Fame", "The Wall" und "Die Commitments" drei wichtige Musikfilme realisierte. Im Grunde ist "Evita" ein langes, komplexes Musikvideo, aber funktioniert und atmet wie ein echter Film, mit Charakteren, die unsere Zuneigung und tiefsten Argwohn verdienen. Doch trotz des großartigen Stils des Films mangelt es ihm etwas an Substanz und Seele. Madonnas Interpretationen dieser bekannten Songs sind natürlich klasse.
Bewertung: 7 von 10 Punkten.
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