Montag, 13. April 2026

Mit Vollgas nach San Fernando


















Regie: Buddy van Horn

Der beste Faustkämpfer...

Der vergnügliche Actionfilm "Mit Vollgas nach San Fernando" von Regisseur Buddy Van Horn aus dem Jahr 1980 ist die Fortsetzung von "Der Mann aus San Fernando" von James Fargo, die beide mit dem Hauptdarsteller Clint Eastwood große Erfolge im Kino feierten. "Der Mann aus San Fernando" (Every whitch way but loose) spielte 104 Millionen Dollar ein und war der vierterfolgreichste Film des Jahres 1978, die Fortsetzung kam immerhin auf 70 Millionen Dollar Umsatz alleine in den USA und landete damit ebenfalls mit Rang 5 weit vorne in den Kinojahrescharts 1980. 
Leider ist das Vergnügen durch die Kenntniss stark getrübt, dass der Orang Utan, der im Film best Buddy von Clint Eastwood ist, von seinem Tiertrainer möglicherweise zu Tode geprügelt wurde, weil er ein paar Doughnuts gestohlen hatte. 
Manis, der Orang-Utan, der Clyde im ersten Film spielte, war für die Rolle zu alt geworden und wurde durch einen jüngeren Orang-Utan namens Buddha ersetzt. Laut mehreren Zeugenaussagen – die in dem Buch „Visions of Caliban“ von Jane Goodall und Dale Peterson festgehalten sind – wurde Buddha von seinen Trainern schwer misshandelt und zu Tode geprügelt.  Das Buch zitiert Zeugen, die aussagten, Buddha sei von seinem Haupttrainer schwer misshandelt worden, der ihn mit einem Axtstiel erschlagen habe, und eine Autopsie nach seinem Tod habe auf eine Hirnblutung hingedeutet. (Gegen die Trainer wurden jedoch keine Maßnahmen ergriffen, da es zu dieser Zeit in den USA keine Gesetze gab, die eine humane Behandlung von Primaten vorschrieben. Zum Glück sind die Menschen heute viel sensibler bei Tierquälereien.  Ein Ersatzorang-Utan, C.J., wurde erst nach Abschluss der Dreharbeiten für Werbezwecke eingesetzt, und Buddhas Name wurde im Abspann nicht erwähnt. Der Maskenbildner William Munns, der die Ereignisse zwar nicht selbst beobachtet hatte, äußerte zwar Zweifel an Buddhas Misshandlung und bezeichnete den Trainer als einen der „freundlichsten“, die er kenne. Natürlich ist es schwer aufgrund der wenigen Informationen die Wahrheit zu kennen. Aber es erscheint wichtig, dass man von solchen traurigen Begleiterscheinungen beim Filmdreh Kenntniss hat. 
Die Darsteller des Vorgängerfilms kehren zurück, als Philo Beddoe (Eastwood) widerwillig aus dem Ruhestand vom Untergrundboxen ohne Handschuhe zurückkehrt, um gegen einen von der Mafia angeheuerten Champion anzutreten, der vor nichts zurückschreckt, um sicherzustellen, dass der Kampf stattfindet. Gleichzeitig kehrt die Neonazi-Biker-Gang, die Philo im vorherigen Film gedemütigt hat, zurück, um Rache zu nehmen.
Zwei Jahre nachdem er seinen Kampf gegen Tank Murdock absichtlich verloren hat, kämpft Philo Beddoe immer noch in illegalen Boxkämpfen ohne Handschuhe. Er lebt weiterhin mit seinem Orang-Utan Clyde auf dem Grundstück seines besten Freundes Orville Boggs (Geoffrey Lewis) und dessen Mutter (Ruth Gordon). Er beschließt, seine Karriere zu beenden, als er merkt, dass er Gefallen am Schmerz gefunden hat. Eines Abends trifft Philo seine Ex-Freundin, die Country-Sängerin Lynn Halsey-Taylor (Sondra Locke) in seiner Stammkneipe. Lynn entschuldigt sich bei Philo, und er verzeiht ihr. Sie kommen wieder zusammen und ziehen ein.
Die Black Widows, die Motorradgang, die Philo feindlich gesinnt ist, kehren zurück. Er kann sie jedoch in einer Verfolgungsjagd besiegen, die ihn sogar durch eine Asphaltmaschine während einer Straßenbauarbeiten führt.
Unterdessen dominiert Jack Wilson (William Smith), ein neuer Kämpfertyp von der Ostküste, der Kampfsportarten mit Boxen kombiniert, die Szene der Kämpfe ohne Handschuhe. Nach einem Kampf zwischen einem Mungo und einer Klapperschlange erkennt einer der Aufpasser, dass ein Kampf zwischen Philo, dem König der Westküsten-Schläger, und Wilson der größte Publikumsmagnet in der Geschichte des Faustkampfs wäre. Philo willigt ein, zieht sich aber nach langem Zureden von Orville und Lynn zurück. Die Aufpasser, angeführt vom Wettprofi Jimmy Beekman (Harry Guardino) und unterstützt von der Mafia, entführen Lynn, um Philo zum Kampf zu zwingen. Der Kampf soll in der Nähe von Jackson, Wyoming, stattfinden. Die Schwarzen Witwen folgen Philo dorthin.
Wilson hingegen ist ein Preisboxer mit Moral. Nachdem er von dem Komplott erfährt und Philo und Orville bei der Befreiung von Lynn hilft, sagen er und Philo den Kampf ab. Doch der Stolz beider Männer lässt sie darüber nachdenken, wer gewonnen hätte. Der Kampf findet statt, wird aber immer wieder von Pausen und Nachdenken über ihre gegenseitige Bewunderung unterbrochen....






Der Vorgängerfilm ist etwas besser gelungen. "Mit Vollgas nach San Fernando" ist auch ein typischer Film seiner Zeit - in dieser Zeit mussten Männer noch echte Kämpfer sein. Das Roadmovie präsentiert zwei ausufernde Schlägereien, eine Motorradgang mit Glatzköpfen, Mafiagangster, eine Liebesgeschichte, einen Pickup-Truck, einen Abschleppwagen, Fats Domino, fluchende Achtzigjährige, ein liebesbedürftiger Orang-Utan und Countrysänger Glen Gampbell, der mit seinem Titelsong "Any Which way you can" in die Countrycharts kam. 








Bewertung: 6 von 10 Punkten. 

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