Posts mit dem Label Scarlett Johannson werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Scarlett Johannson werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 22. April 2024

Vicky Cristina Barcelona


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Woody Allen

Die Liebe eines Sommers...

Woody Allens 2008 entstandener Film "Vicky Cristina Barcelona" wirkt federleicht und ist durch und durch ein echter Sommerfilm, den er mit drei überaus attraktive Schauspielerinnen besetzt hat: Scarlett Johannson, die einen dänischen Vater hat, die Spanierin Penelope Cruz und die Britin Rebecca Hall. Natürlich dreht sich alles um die Liebe und das Beziehungsgeflecht ist sehr interessant. Denn alle drei Frauen sind ganz vernarrt in den Casanova Juan Antonio Gonzalo. In dieser Rolle macht Javier Bardem nicht nur bei den drei Frauen eine gute Figur. Mit dieser federleichten Geschichte rückt Woody Allen beinahe in die Nähe des französischen Filmemachers Eric Rohmer, der seine Protagonisten stets sehr feinfühlig beobachtete. Mit 96 Millionen Dollar wurde Allens Film ein großer Erfolg im Kino. Vicky (Rebecca Hall) und Cristina (Scarlett Johannson) besuchen den Sommer über Barcelona und wohnen bei Vickys entfernter Verwandter Judy (Patricia Clarkson) und ihrem Ehemann Mark (Kevin Dunn). Während die beiden gute Freundinnen sind, ist Vicky praktisch und traditionell in ihrer Herangehensweise an Liebe und Engagement und hat sich mit dem zuverlässigen Doug (Chris Messina) verlobt, während Cristina sich selbst als Nonkonformistin vorstellt, spontan, aber unsicher, was sie vom Leben oder von der Liebe will. Bei einer Kunstausstellung ist Cristina von dem Künstler Juan Antonio (Xavier Bardem) fasziniert, der laut Judy eine gewalttätige Beziehung zu seiner Ex-Frau (Penelope Cruz) hatte. Später geht er dreist auf Vicky und Cristina zu und bittet sie, sie gleich zu einem Wochenende in der Stadt Oviedo einzuladen, in einem kleinen Flugzeug, das er selbst fliegt, um dort Sehenswürdigkeiten zu besichtigen, gut zu essen und zu trinken und hoffentlich Liebe mit beiden machen zu können. Cristina ist fast sofort von dem Angebot überzeugt, aber Vicky ist unbeeindruckt und zögerlich; Sie beschließt jedoch ihre Freundin trotzdem zu begleiten, hauptsächlich um auf sie aufzupassen. Am Ende ihres ersten Tages weigert sich Vicky, Juan Antonio in sein Hotelzimmer zu begleiten, und verweist auf ihre Treue zu Doug, doch Cristina nimmt seine Einladung sofort an. Kurz bevor sie sich treffen wollen, erkrankt Cristina plötzlich an Verdauungsbeschwerden und wird mit einer Lebensmittelvergiftung ins Bett gebracht. Vicky und Juan Antonio verbringen das Wochenende alleine zusammen, während sie darauf warten, dass Cristina sich erholt. Vicky ändert allmählich ihre Meinung über Juan Antonio, als er ihr von seiner turbulenten Beziehung zu seiner Ex-Frau María Elena erzählt. Vicky begleitet ihn zu einem Besuch bei seinem Vater, einem alten Dichter, und wird später am Abend von einem spanischen Gitarrenspiel tief berührt. Sie stimmt schließlich Juan Antonios Annäherungsversuchen zu, als sie im Dunkeln durch einen Baumhain gehen. Am nächsten Tag geht es Cristina besser und die drei fliegen zurück nach Barcelona. Vicky fühlt sich schuldig und erzählt Cristina gegenüber nichts von dem Vorfall, und die beiden beginnen sich zu entfremden. Vicky stürzt sich in ihr Studium, während Cristina und Juan Antonio eine Beziehung eingehen. Cristina zieht dann bei Juan Antonio ein und beginnt, mehr über seine Vergangenheit herauszufinden. Als Juan Antonio erfährt, dass María Elena einen Selbstmordversuch unternommen hat, bringt er sie zu sich nach Hause, wo Cristina bereits lebt. Nach und nach nähern sich die beiden Frauen ebenfalls einander an. Cristina erkennt, dass die Ex-Ehepartner immer noch verliebt sind, und María Elena vermutet, dass Cristina das Element sein könnte, das ihrer Beziehung Gleichgewicht und Stabilität verleihen kann. Alle drei entwickeln eine romantische Beziehung zueinander. In der Zwischenzeit gesellt sich zu Vicky in Spanien der begeisterte Doug und die beiden heiraten. Als Cristina Vicky ihr neues Leben mit Juan Antonio beschreibt, wird Vicky insgeheim eifersüchtig und nach ein paar unangenehmen Momenten erkennt sie, dass sie mit ihrem Eheleben unzufrieden ist und sich immer noch zu Juan Antonio hingezogen fühlt. Als sie erfährt, dass Judy in ihrer Ehe ebenfalls unglücklich ist, vertraut sie sich ihr an, und Judy, die in Vicky ihr jüngeres Ich sieht, beschließt, Juan Antonio und Vicky zusammenzubringen. Unterdessen wird Cristina unruhig und beschließt irgendwann, Juan Antonio und María Elena zu verlassen; Ohne sie zerbricht ihre Beziehung schnell wieder. Als der Sommer zu Ende geht, arrangiert Judy ein Treffen zwischen Juan Antonio und Vicky auf einer Party. Juan Antonio fleht Vicky an, ihn noch einmal privat zu treffen, bevor sie Spanien verlässt, was sie schließlich akzeptiert und dabei Doug anlügt. In seinem Haus verführt Juan Antonio Vicky und gewinnt sie erneut für sich, doch sie werden von María Elena unterbrochen, die mit einer Waffe hereinstürmt und wild schießt, während Juan Antonio versucht, sie zu beruhigen. Vicky wird dabei in die Hand geschossen und geht und schreit, sie seien verrückt und sie könnte so nie leben. Sie gesteht Cristina die ganze Geschichte, die nie wusste, was Vicky für Juan Antonio empfand, und wünschte, sie hätte ihr helfen können. Doug, Vicky und Cristina kehren in die USA zurück; Doug erfährt nie, was wirklich passiert ist, Vicky kehrt zu ihrem Eheleben zurück und Cristina ist wieder da, wo sie angefangen hat, immer noch unsicher, was sie vom Leben oder von der Liebe will..






Eine schöne Geschichte, die Penelope Cruz den Oscar als beste Nebendarstellerin bescherte. Es war nach "Match Point", "Scoop" und "Cassandras Traum" die vierte europäische Filmproduktion des vielbeschäftigten Filmemachers. In drei dieser Filme spielt Scarlett Johannson eine Hauptrolle. Heiter und übermütig präsentiert Woody Allen seinen burlesken Liebesreigen und präsentiert nebenbei Menschen unserer Zeit, die nach Beständigkeit und mehr Gleichgewicht suchen. Und dies alles unter der wunderbaren Sonne Spaniens. 






Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

Samstag, 22. Januar 2022

Black Widow


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Cate Shortland

Natasha Romanoffs Familiengeschichte....

Wenn "Black Panther" dunkelhäutige Comichelden präsentiert und "Chai Chi" eine asiatische Martial Arts Variante zeigt, dann kann man bei "Black Widow" von echter Frauenpower sprechen - weg von den männlichen Helden im Marvel Kosmos. Auch die Regie vertraute man weiblichen Händen an - Cate Shortland inszenierte den Blockbuster, der an der Kinokasse mehr als 380 Millionen Dollar einspielte. Da das Budget bei ca. 200 Millionen Dollar lag, zeigten sich die Producer dennoch enttäuscht. Es war seit langem der schwächste Marvel Film im Kino.
Im Film selbst steht ein Geschwisterkonfikt im Mittelpunkt, der auch die Geschichte von Avenger Natasha Romanoff erzählt, die aus anderen Marvel Filmen bestens bekannte Kämpferin Black Widow. Gespielt wird die Heldin natürlich von Scarlett Johannson. In einer weiteren Hauptrolle ist die britische Schauspielerin Florence Pugh als Schwester von Natasha zu seheh - sie konnte bereits mit Filmen wie "Lady Macbeth", "Midsommar" und "Little Women" überzeugen. Olga Kurylenko und Rachel Weisz komplettieren das schlagkräftige Frauen-Quartett.
Die erste Sequenz führt den Zuschauer zurück in die Kindheit von Natasha (Ever Anderson) und ihrer kleineren Schwester Yelena (Violet McGraw), die mit Mom und Dad in einer Kleinstadt in Ohio leben. Eines Tages kommt der Vater (David Harbour) besorgt von der Arbeit nach Hause und sagt seiner Frau Melina (Rachel Weisz), dass es Zeit wird die Zelte abzubrechen - eine Stunde Zeit bliebe noch. Den beiden Mädchen wird erzählt, dass sie nun nur noch das nötigste mitnehmen können und die ganze Familie zu einem Abenteuer aufbricht. Sie steigen in das Auto, fahren los und schon hört man die Polizeisirenen von Weitem. Tatsächlich sind die Eltern der Mädchen verdeckt russische Schläferagenten und die wahre Identitiät des Vaters ist kurz zuvor aufgeflogen. Mit mehreren waghalsigen Manövers kann eine Propellermaschine von der Mutter gestartet werden, die die Flüchtigen alle heil nach Kuba bringt. Dort wird die Familie vom russischen Geheimdienst getrennt. Die beiden Mädchen werden später für das russische Red Room Programm ausgewählt - ein Programm, dass kleine Mädchen zu Profikillerinnen ausbildet.
21 Jahre später erhält Natasha, die bereits ein Avenger ist, eine Nachricht ihrer Schwester, die bis vor kurzem immer noch für den russischen Geheimdienst und damit für den fiesen General Dreykofv(Ray Winstone) arbeitet....




Bevor die Sisters gemeinsam kämpfen, fighten sie in einem Appartment in Budapest gegeneinander. Erst dann nehmen die beiden Ladys den Kampf gegen den Bösen auf. Und es gibt auch ein Wiedersehen mit den damaligen Eltern, die nur Scheineltern waren. Diese Szenen zu viert sind teilweise ganz amüsant, man kann nur sagen "eine schrecklich nette Familie". Aber gut, dass sie sich am Ende doch noch - nach einigem Hickhack - gemeinsam als Quartett dem Feind stellen. Ingesamt ist die Marvelsche Feminin-Variante sehr unterhaltsam und sehr temperamentvoll inszeniert. Natürlich für ein sehr junges Zielpublikum.




 Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Mittwoch, 19. Mai 2021

The Man who wasn´t there


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Joel Coen

Ein ewiger Verlierer...

2001 drehten die Coen Brothers mit "The Man who wasn´t there" einen lupenreinen Film Noir und ganz stilgerecht in schwarz-weiß. Kameramann war Roger Deakins (Die Verurteilten, Fargo, Kundun, Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford; No Country for old Men, Der Vorleser, True Grit, Skyfalls, Prisoners, Unbroken, Sicario), der 2018 endlich den langersehnten Oscar als bester Kameramann für "Blade Runner 2049" erhielt und zwei Jahre später für "1917" erneut ausgezeichnet wurde. "The Man who wasn´t there" wurde in Cannes mit dem Regiepreis für Joel Coen ausgezeichnet, doch das große Geld spielte der ambitionierte Kunstfilm nicht ein. Bei einem Budget von fast 20 Millionen machte er in etwa der gleichen Summe Umsatz.
Die Coens führen uns zurück in die 40er Jahre und damit auch in die Hochphase der Schwarzen Serie. Tragischer Held der Geschichte ist der ruhige und besonnene Friseur Ed Crane (Billy Bob Thornton), der in Santa Rosa, Kalifornien lebt. Dort lebten auch zur gleichen Zeit die Newtons, die von ihrem Onkel Charles Oakley besucht werden (siehe Hitchcocks "Im Schatten des zweifels"). Aber zurück zu Ed, der mit der anspruchsvollen wie mürrischen Doris (Frances McDormand) sehr unglücklich verheiratet ist. Doris ist Buchhalterin bei "Big Dave" Brewster (James Gandolfini) mit dem sie ein heimliches Verhältnis hat. Auch Brewsters Frau Anne Nirdlinger (Katherine Borowitz) hat keine Ahnung vom Fremdgehen ihres Gatten. Doris hat auch Alkoholprobleme, was Ed zusätzlich zu schaffen macht. Tagein, tagaus arbeitet er im kleinen Friseurladen seines Schwagers Frank (Michael Badalucco). Eines Tages macht er dem Vertreter Creighton Tolliver (Jon Polito) die Haare, der ihm von einer genialen Geschäftsidee mittels einer neuen Technologie namens chemische Reinigung erzählt. Tollivers Sponsor ist abgesprungen und nun sucht der einen neuen Investor, der 10.000 Dollar in das Geschäft steckt. Als Ed kurze Zeit später den Seitensprung seiner Frau entdeckt, erwacht ihn ihm die Idee den Liebhaber Brewster um genau dieses Geld zu erpressen. Anonym schreibt er ihm einen Erpesserbrief, indem er diese Summe fordern - ansonsten würde der hintergangene Ehemann die ganze Wahrheit erfahren. Tatsächlich zahlt Brewster die Summe, doch dann überschlagen sich die Ereignisse...



Alles endet in der Todeszelle. Ed Crane ist der geborene Verlierer. Stets ruhig und bescheiden auf alles reagiert. Nur einmal versucht er aus diesem tristen Trott auszubrechen, denn seine Ehe mit Doris funktionierte schon lange nicht mehr. Stattdessen verguckt er sich sich in eine wesentlich jüngere Frau - gespielt von der Scarlett Johansson. Doch sein Plan geht nicht auf, denn es entwickeln sich immer mehr ungeahnte Dynamiken. Die Coen Brothers liefern eine gekonnte Hommage an den Film Noir ab und Billy Bob Thornton ist in einer seiner besten Rollen zu sehen. Überhaupt ist das ganze Ensemble herrlich aufgelegt - als windiger Anwalt Freddy Riedenschneider ist Tony Shalhoup zu sehen, auch Richard Jenkins und Jennifer Jason Leigh sind in Nebenrollen zu sehen.




Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

Dienstag, 29. Dezember 2020

JoJo Rabbit


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Taika Waititi

Hitlerjunge JoJo Betzler

Mit dem satirischen Nazifilm "Jo Jo Rabbit" gelang dem neuseeländischen Filmregisseur Taika Waititi nicht nur an der Kinokasse ein großer Erfolg. Weltweit spielte der Film 90 Millionen Dollar ein und ist nach "Thor: Tag der Entscheidung" Waititis bisher größer kommerzieller Erfolg. Der Regisseur wurde mit Filmen wie "Boy" (2010), "Wo die wilden Menschen jagen" (2016) und "5 Zimmer Küche Sarg" (2014) auch einem größeren Publikum bekannt. Auch die Kritiken waren sehr erfreulich und positiv und so konnte "Jo Jo Rabbit" 2020 sechs Oscarnominierungen (darunter für den besten Film) bekommen. Eine weitere Nominierung bekam Nebendarstellerin Scarlett Johannson, die aber gegen Laura Dern in "Marriage Story" das Nachsehen hatte. Taika Waititi, der auch das Skript verfasste,  konnte aber am Abend des 9. Februars 2020 triumphieren, denn die zweite Nominierung für das beste adaptierte Drehbuch ging als Gewinner hervor.  Anti(Held) des Films ist der begeisterte Hitlerjunge Johannes Betzler, der von seinen Freunden JoJo genannt wird. JoJo (Roman Griffin Davis) ist eigentlich eher ein Aussenseiter, doch er will akzeptiert werden und daher macht er mit totaler Hingabe beim Jungvolk mit. Er hat sogar einen imaginären besten Freund und der ist niemand anderer als Führer Adolf Hitler persönlich (wird vom Regisseur gespielt). Sein zweitbester Freund ist der dickliche Yorki (Archie Bates), ebenfalls eher Aussenseiter wie JoJo selbst. Im Trainingslager von Kaptän Klenzendorf (Sam Rockwell), der von Fräulein Rahm (Rebel Wilson) und Finkel (Alfie Allen) unterstützt wird, läuft es aber gar nicht so gut. Denn JoJo versagt bei der Aufgabe einem kleinen Kaninchen den Hals umzudrehen. Nun wird er von den Anderen gehänselt, sie rufen ihn "JoJo Rabbit". Es braucht immer wieder den imaginären Führer, der ihn in Sachen guter Nazi wieder aufbauen muss. Um seine Tapferkeit zu beweisen, stiehlt er eine Stielhandgranate und wirft sie mit dem größten Mut fort. Doch sie bleibt vor seinen Füßen liegen und explodiert dort. Die Verletzung hinterlässt Narben und eine vorübergehende Gehbehinderung. Es sind die letzten Kriegstage angebrochen - die Amis kommen vom Westen, die Russen marschieren im Osten vor. Als Verletzter wird er natürlich nicht mehr eingezogen, was ihn sehr traurig macht. Stattdessen bekommt er kleinere Aufgaben zugeteilt wie das Verteilen von Durchhalte-Propaganda. Was JoJo nicht weiß: Seine Mom Rosie (Scarlett Johansson) arbeitet für den Widerstand und hat darüberhinaus im Haus das jüdische Mädchen Else (Thomasin McKenzie) versteckt. Bald entdeckt auch JoJo diesen Eindringling und auch der Phantasie Adolf ist gar nicht erfreut über diesen ungebetenen Gast...






Bald wird natürlich der kleine JoJo Betzler seine bisherigen Überzeugungen in Frage stellen und Taika Waititi hat natürlich eine ganze Menge schwarzen Humor in seine Groteske gepackt. Oscar Preisträger Michael Giacchino wurde beauftragt den Film musikalisch zu vertonen. Und der brachte auch Songs zum Einsatz, die viel später als 1944 entstanden. So gibts ein Wiedersehen mit der deutschen Version von dem Beatles Klassiker "I wanna hold your hand". Auch David Bowies "Helden" ist zu Hören. Den Beatles Song wollte Waititi unbedingt, denn er bemerkte Ähnlichkeiten in der Hysterie der Menge bei Hitlers Kundgebungen und der Teenager-Raserei bei den Beatles Konzerten. Möglicherweise ist der etwas respektlose Umgang mit dem Thema nicht Jedermanns Sache, weil es nicht alle gut finden, wenn man sich lustig über die Nazis macht. Und nicht jeder erkennt Satire, wobei sie vom Regisseur brilliant umgesetzt wurde und die berührenden Momente jedesmal den Ernst der Lage wieder voll erkennen lassen.






Bewertung: 8,5 von 10 Punkten.
 

Donnerstag, 24. Dezember 2015

The Avengers: Age of Ultron

























Regie: Joss Whedon

Age of Marvel...

Was will der Kinobesucher von heute mehr ? Nüchtern betrachtet ist "Avengers: Age of Ultron" wieder mal der perfekte Blockbuster unserer Zeit, denn er verfügt über die drei wichtigsten Zutaten für einen kommerziellen Großerfolg: Mega-Action, Mega-Computereffekte und viele populäre Filmstars in ihren beliebten Rollen. Wer allerdings eine ausgewogene Story, tiefgreifendere Charaktere oder gar so etwas wie eine anspruchsvolle Handlung erwartet, der hat sich mit diesem in 3D konvertierten Erfolgsfilm aus dem Hause Marvel den falschen Film ausgesucht.
"Avengers: Age of Ultron" hat bis jetzt 1,405 Milliarden Dollar weltweit eingespielt und steht momentan im Top 100 Ranking der weltweit kassenträchtigsten Filme auf Platz 6. Damit liegt der Film von Joss Whedon nur geringfügig schlechter als das erste Kinoabenteuer der Superhelden, der in dieser Liste nach "Avatar", "Titanic" und "Jurassic World" auf Platz 4 liegt.
Sehr markant präsentiert sich das hohe Tempo dieses Actionreißers und mit der Zeit wirkt das Szenario dann auch etwas gehetzt. Es werden dabei nicht nur die alten Helden wie Tony Stark, der Iron Man (Robert Downey jr.) , Thor (Chris Hemsworth), Bruce Banner alias Hulk (Mark Ruffalo), Captain America (Chris Evans), Natasha Romanoff, die black Widow (Scarlett Johannson) und der ganz normale Hawkeye (Jeremy Renner) zum großen Kampfeinsatz kommen um mal kurz die Welt zu retten. "Avengers - Age of Ultron" führt auch mögliche neue Helden ein, wie beispielsweise der schnelle Pietro Maximoff (Aaron Taylor Johnson) und seine Schwester Wanda (Elizabeth Olsen), die die Gehirne ihrer Mitmenschen manipulieren kann. Vorerst sind die beiden jedoch Gegner der Avengers und stehen in den Diensten des bösen Baron von Strucker (Thomas Kretschmann). Die Handlung beginnt in einem fiktiven osteuropäischen Staat. Unsere Helden kämpfen dort mit einer ganzen Armee um Lokis Zepter zu bergen, welches nach der Auflösung von "S.H.I.E.L.D in die Hände der bösen Barons gefallen ist. Tony Stark entdeckt dort eine versteckte Roboterfabrik und auch die beiden Helfer des Barons, die Zwillinge Pietro und Wanda, die ebenfalls mit Superkräften ausgestattet sind. Wanda kann Stark manipulieren, woraufhin er eine Vision hat. In dieser Schau in die Zukunft sieht er den Tod seiner Teamgefährten und die Zerstörung unserer Erde durch ausserirdische Eindringlinge.
Das Zepter wird aber geborgen und als Stark und Banner in dessen Innern das Vorandensein einer künstlichen Intelligenz entdecken, kommt Tony auf die Idee diese Intelligenz in dem von ihm entwickelten Computersystem Ultron zu nutzen, damit dies zur Perfektion reift.
Er überredet Banner, ihm dabei zu helfen, die künstliche Intelligenz in sein Ultron-Programm zu implementieren, und verheimlicht das gefährliche Experiment vor den anderen. Den Transfer lässt er von seinem virtuellen Butler  "Jarvis" überwachen. Als Ultron in einem von Stark erschaffenen Hilfsroboter erwacht, überwältigt er Jarvis und hat den Plan "Frieden für unsere Zeit" herbeizuführen. Nur dumm, dass er der Kontrolle durch die Superhelden entwichen ist  und zu dem nicht ganz abwegigen Schluss kommt, dass die Menschen Schuld am Zustand der Welt sind und demnach ausgelöscht gehören...


 Der Film dauert 141 Minuten und man ist ständig in Action. Es gibt praktisch keine Zeit für eine Verschnaufspause.
Die philosophische Fragestellung, wie weit man zur Sicherung des Friedens gehen darf, was ein solcher mit kriegerischer Gewalt gesicherter Frieden überhaupt wert ist, wann "gut" endet und "böse" beginnt, könnte dabei interessanter herausgestellt werden. Doch bei soviel Action ist ein tiefgründigerer Abriss kaum möglich, so verpuffen diese interessanten Ansätze. Als perfektes Popcornkino sind aber derzeit gerade diese Comicverfilmungen kaum wegzudenken. Ein Ende dieser Faneuphorie scheint nicht in Sicht zu sein. 



Bewertung: 6,5 von 10 Punkten.