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Sonntag, 12. November 2023

Todesduell der Shaolin


 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Ching Siu Tung

Zwei ehrenvolle Kämpfer...

"Duel to the Death" kennt man in Deutschland unter dem Titel "Todesduell der Shaolin". Der Film wird von vielen als einer der letzten großen Old School Martial Arts Filme angesehen. Gleichzeitig ist der Film auch das Regiedebut von Ching Siu-Tung, der mit seiner "A Chinese Ghost Story"-Trilogie oder als Kampfchoreograph für Blockbuster wie "Hero" noch einige Berühmtheit erlangen sollte.
Tatsächlich bietet Chings Werk alles was das Herz begehrt. Eine typische Story, die durch Verrat, Verschwörungen und einem unerschütterlichen Ehrenkodex geprägt ist. Natürlich gibt es auch etliche schön anzusehende Kämpfe, sogar mit perfekt agierenden Ninja Kämpfern. Wer die guten alten Kung Fu/Wuxia Filme zu schätzen weiß, der ist hier genau richtig aufgehoben.
Ching Siu Tung hat diesen Film 1983 inszeniert. Sein Vater Cheng Kang ist ein bekannter Shaw Brothers Regisseur. Der junge Ching wuchs sozusagen in den Filmstudios der Shaw Brothers auf und lernte darüberhinaus die chinesischen Kampfstile. Er war zunächst als Stuntman, Akrobat und Action-Choreograph tätig.  Sein 1987 entstandener Film "A Chinese Ghost Story" in Zusammenarbeit mit Tsui Hark wurde ein Welterfolg. Die Geschichte spielt im 16. Jahrhundert während der Ming-Dynastie. In dieser Zeit muss alle 10 Jahre der beste Schwertkämpfer Japans gegen den besten Schwertkämpfer Chinas antreten. Es ist ein Duell auf Leben und Tod und es geht um die Ehre der ganzen Nation. Es gibt also nur einen gefeierten Gewinner und einen toten Verlierer. Ching Wan (Damian Lau) hat seit einigen Jahren die Kampfkünste der Shaolin gelernt und möchte nun herausfinden wie gut er wirklich ist. Allerdings ist er niemand, der sich gerne in unnötige Kämpfe verstricken lässt und so kommt es ihm sehr gelegen, dass ihm ein äußerst bedeutsames Turnier bevorsteht, bei dem er als Representant für China gegen den Japaner Hashimoto (Norman Chu) antreten soll. Ziel dieses Turniers ist es herauszufinden, welches Land die bessere Kampfkunst über die Jahre entwickelt hat.
Hashimoto selbst ist zwar ein ehrenvoller Mann, der mit diesem Kampf den letzten Willen seines Meisters erfüllen will, doch er bekommt den undurchschaubaren Kenji (Eddy Ko) an seine Seite gestellt, der schon bald ganz eigene Pläne zu verfolgen scheint. Japanische Kämpfer stehlen geheime Kampfkunstschriftrollen aus den chinesischen Tempeln und attackieren überdies auch noch Ching Wan. Aber was genau beabsichtigen sie damit? Hat etwa der lokale Lord etwas damit zu tun? Warum hilft dann jedoch dessen Tochter Sheng Nan (Flora Cheung) Ching Wan?





Der letzte Kampf erweist sich als besonders blutig und schlussendlich zeigt Regisseur Ching Siu-Tung schon hier mit einigen schönen Aufnahmen einiges von seiner Klasse.






Bewertung: 8,5 von 10 Punkten. 
 

Sonntag, 20. August 2023

Swordsman 3


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Ching Siu Tung und Raymond Lee

Asias Rückkehr...

Der erste "Swordsman" Film wird nach wie vor als King Hu Film angesehen, obwohl er aufgrund der Streitigkeiten mit dem Produzenten Tsui Hark den Film vor der Fertigstellung verließ. Hark beauftragte ein neues Team und einen neuen Regisseur und beendete den Wuxia Film:  Chin Siu Tung, Raymond Lee , Ann Lui und Tsui Hark selbst fungierten als Regisseure. Der Film wurde ein großer Erfolg und zog 2 Fortsetzungen nach sich, von denen die erste "Swordsman 2" im Jahr mit Jet Li und Brigitte Lin recht bemerkenswert war und auch schnell eine Fangemeinde fand. Vor allem mit der Figur die Brigitte Lin verkörperte, ging das Genre neue Wege. War doch die Figur Dongfai Dubai zuerst ein Mann, der sich um mehr Macht zu bekommen, immer mehr in eine Frau verwandelte. So gesehen ein gendergerechter Beitrag aus Hongkong, angelehnt an Louis Chas bekannter Novelle "The Smiling Proud Wanderer", in dem die fiktive Figur Dongfai Dubai diese seltsame Geschlechtsumwandlung vollzieht.
Teil 3 knüpft an dieser Story an, doch irgendwie hat man das Gefühl, dass den Machern die Ideen für ein gutes Drehbuch fehlten. Unter dem Titel "The East is Red" kam der Film in die Kinos und präsentierte erneut Brigitte Lin als wohl unsterbliche Asia, denn man war sich doch sicher, dass sie in Teil 2 ihren Tod fand.
Doch die Gemeinschaft der Kampfkünstler versinkt nach ihrem Ableben in einem fürchterlichen Chaos, da eine dominante Figur wie Asia eben fehlt. Mehrere Hochstapler und Hochstaplerinnen nutzten den Namen Dongfang Bubai bzw. Asia um Anhänger für sich zu sammeln, ihre eigenen Schulen zu gründen und so um die absolute Macht im Land zu kämpfen und zu erlangen. Auch Yue Qianxun (Joey Wang) gehört zu diesen neuen Propheten - sie war einst eine Geliebte dieser Legende und hat inzwischen den Heiligen Sonnen-Mond Kult wieder etwas aufgebaut, indem sie sich natürlich als Asia ausgibt.
Der kaiserliche Hof der Ming schickt den Marineadmiral Gu Changfeng (Yu Rongguang) um den Spaniern bei der Suche nach den Überresten eines holländischen Kriegsschiffs zu helfen, dass ganz in der Nähe der Black Woods Cliffs gesunken ist, dem Ortan dem Asia starb. Eine Erscheinung in der Gestalt einer alten Frau warnt den Admiral und die Spanier, dass sie den Ort schnellstens wieder verlassen sollten. Doch natürlich hört keiner auf sie, sowhl Gu Changfeng als auch die Spanier sind interessiert daran herauszufinden, ob Asia tatsächlich tot ist oder ob sie vielleicht noch am Leben ist. Gu Chanfeng findet bald heraus, dass die Alte Frau in Wirklichkeit Asia ist, die sich in eine andere Figur verwandelt hat und es gelingt ihm, nachdem er mit den Spaniern kämpfen musste, Asia zu überzeugen, mit ihm in die Zivilisation zurückzukehren. Sie soll durch ihre Präsenz die vielen Nachahmer zur Aufgabe zwingen. Doch die Methoden von Asia sind alles andere als friedlich. Sie schwört allen Rache und den Tod....




Optisch ist Teil 3 natürlich auch ein Hingucker, aber die Story versinkt wie der beschriebene Sonne Mond Orden im extremsten Chaos. Der Film selbst ist ganz stark auf seine beiden attraktiven Hauptdarstellerinnen Brigitte Lin und Joey Wang zugeschnitten. Die Männer stehen in Reihe 2, selbst der als Mittler fungierende Gu Changfeng, der beide Frauen faszinierend findet und sich sogar in eine dieser Ladys unsterblich verliebt.



Bewertung: 6 von 10 Punkten. 

Samstag, 29. Juli 2023

Swordsman 2


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Ching Siu Tung

Das Geheimnis der stummen Frau...

Bei der Vergabe der Hongkong Film Awards im Jahr 1991 erhielt der Wuxia Kultfilm "Meister des Schwerts" (Swordsman) zwei Auszeichnungen - ebenfalls zwei Preise gab es bei der 27sten Verleihung des Golden Horse Awards im gleichen Jahr. In beiden Verleihungen wurde der Filmsong "A Sound of Laughter in the vast sea - Chong Hoi Yat Sing Siu", komponiert und getextet von James Wong und in Kantonesisch gesungen von Sam Hui in der Kategorie "Bester Filmsong" jubeln.
Der Song war so einprägsam, dass er auch in Teil 2 zum Einsatz kam.
"Meister des Schwerts" war eigentlich als großes Comeback für den Filmemacher King Hu gedacht, der aber nach einem Zerwürfnis mit dem Produzenten Tsui Hark die Produktion gegen Ende verließ, so dass der Film ohne ihn fertiggestellt werden musste. Ching Siu-tung, Tsui Hark selbst sowie Raymond Lee, Ann Hui und Andrew Kam in Gemeinschaftsarbeit stellten den Film fertig - der Respekt für King Hu war aber so hoch, dass man nicht vergaß ihn in den Credits zu nennen und zu würdigen.
Natürlich wurde "Meister des Schwerts" ein großer Klassiker des Genres, der so erfolgreich war, dass er zwei Fortsetzungen nach sich zog, die ebenfalls gute Kasse in den Kinos machten.
"Swordsman 2" wurde 1992 in Hongkong realisiert und basiert lose auf dem Roman "The Smiling, proud Wanderer" von Louis Cha. Unter der Regie von Ching Siu-Tung spielte diesmal statt Sam Hui der talentierte Nachwuchsstar Jet Li diesen mutigen Schwertkämpfer. Jet Li legte mit diesen Wuxia Filmen den Grundstein für seine spätere Karriere in Hollywood. "Swordsman 2" spielte alleine in Hongkong 34 Millionen HK$ ein und ist bis heute der erfolgreichste Film von Jet Li in Hongkong.
Die interessanteste Rolle in "Swordsman 2" hat jedoch Brigitte Lin als geheimnisvolle Dongfang Bubai, Anführerin des Sun Moon Holy Cult erhalten.
Linghu Chong (Jet Li) und  Yue Lingshan (Michelle Reis), beides Mitglieder der Mount-Hua-Schule planen, sich aus der Gemeinschaft der Kampfkünstler zurückzuziehen. Sie erfahren, dass Dongfang Bubai (Brigitte Li) die Kontrolle über den heiligen Sonne-Mond-Kult übernommen hat und insgeheim mit einigen japanischen Ronin und Samurai plant, gegen das Ming-Reich zu rebellieren und China zu beherrschen. Dongfang Bubai hatte sich selbst kastriert, um die Fertigkeiten des berühmten Sonnenblumen-Handbuchs zu meistern. Dadurch wird sein Aussehen immer weiblicher geworden, obwohl er ein noch viel beeindruckender Kampfkünstler geworden ist. Inzwischen klingt nur noch seine Stimme sehr männlich und seine Geliebte Sishi (Candice Yu) sorgt sich darum, weil sie merkt, dass sich ihr Lover immer mehr in eine Frau verwandelt.
Linghu Chong trifft Dongfang Bubai zufällig, ohne seine wahre Identität zu kennen, verwechselt ihn mit einer schönen jungen Frau und verliebt sich in "sie". Er wird von ihr ohne zu wissen, dass sie dahintersteckt  in ein unterirdisches Verlies gesperrt. Im Kerker trifft Linghu Chong zufällig auf Ren Woxing (Yen Shi-kwan, Ren Yingyings den ehemaliger Anführer der Sonne Mond Sekte. Linghu Chong kann sich und den Meister befreien, sehr zum Gefallen seiner früheren Flamme RenYingying (Rosamund Kwan), die sich sehr freut Linghu Chong nach vielen Monaten wieder zu sehen...





Natürlich entwickelt sich die Geschichte in die vorhersehbare Richtung, dass der edle Schwertkämpfer zuerst einmal ordentlich verhext wird von einer schönen Frau, die eigentlich ein Mann ist. Der Film bietet für einen Wuxia Film eine der interessantesten Filmfiguren überhaupt. Bei King Hu trat sehr oft der kampferprobte, überstarke Eunuch ins Geschehen, aber Dongfang Bubai ist ein Mann, der sich immer mehr zur Frau entwickelt, sich irgendwann von seiner Geliebten abwendet und für den jungen Swordsman erotische Gefühle entwickelt. Mit dieser originellen Idee gelangt Ching Siu Tungs Film ebenfalls in den Klassikerstatus der Martial Arts Movies.
 




Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

Freitag, 8. Januar 2016

Swordsman

























Regie: King Hu

Meister des Schwerts...

"Swordsman" aus dem Jahr 1990 war eigentlich als Comeback für Regisseur King Hu (Hauch von Zen, Die Herberge zum Drachentor, Das Schwert der gelben Tigerin, Regen in den Bergen) gedacht. Doch nach einem Zerwürfnis mit dem Produzenten Tsui Hark verließ er die Produktion, die dann mit mehreren Regisseuren wie Ching Siu-Tung (A Chinese Ghost Story), Ann Hui, Andrew Kam und Tsui Hark selbst fertiggestellt wurde. Interessanterweise sieht man dem fertigen Wuxia Film diese künstlerischen Querelen nicht an. Er wirkt wie aus einem Guß und trägt trotzdem die Handschrift des in Peking geborenen Filmemacher, der in den Credits auch als Regisseur genannt wird. der für seine Choreographien des schwerelosen Klingenkreuzens mit dem Hongkong Film Award ausgezeichnet wurde. Die Story spielt zur Zeit der Ming Dynastie, während Kaiser Wanli (1572 bis 1620) an der Macht war. In der kaiserlichen Bibliothek wird eine geheime Schriftrolle gestohlen. Diese Sonnenblumenschrift gibt ihrem Besitzer Anleitungen über eine übermenschliche Schwertkampftechnik, die ihn praktisch unbesiegbar machen könnte. Alle Clans Chinas sind nun verdächtig und alle sind hinter dieser brisanten Schriftrolle her. Der kaiserliche Eunuch (Shun Lau) muss das wertvolle Dokument unbedingt zurückholen, ansonsten fällt er beim Kaiser in Ungnade. Gemeinsam mit seinem untergebenenen, aber sehr ehrgeizigen Helfer Yeung Au (Jacky Cheung) wird der mitwissende Bibliothekar geköpft und fortan das Haus eines Offiziers in der Fajiau Provinz belagert, der am ehesten als Dieb in Frage komt. Gerade als die Sache dort immer brenzliger zu werden scheint, tauchen wie von Geisterhaus mit Wu-Chung Ling (Sam Hui) und Yue Lingshan(Cecilia Yip) zwei Huan Chan Schüler auf, die dem Offizier eine Botschaft ihres Meisters Ngok (Sui-ming Lai) überbringen sollen. Yue Lingsham ist natürlich ein Mädchen, verkleidet als kleiner Bruder, die ihrem großen Bruder folgt und so ungefähr so männlich aussieht wie Barbie. Dennoch, das Verkleidungsspiel ist fester Bestandteil dieser Wuxia Filme und die beiden Youngster geraten natürlich zwischen die Fronten. Und Wu Chung Ling erfährt natürlich vom Offizier, der gemeuchelt wird, wo er die Schrift versteckt hat. Er solle dies aber nur seinem Sohn Lin verraten. Es bleibt den beiden Schülern nur noch die Flucht. Auf einem Boot lernen sie den Meister Qu Yang (Ching Siu Tung) vom Sonnemond-Orden kennen. Sie werden Freunde und singen gemeinsam während der Bootsüberfahrt den Ohrwurm "Wir trotzen der Verdammis". Die Reisegesellschaft wird aber von den Feinden eingeholt, das Boot gerammt und Qu Yang schenkt vor seinem Ableben den Schülern eine Schriftrolle mit dem Text des Songs. Dies führt natürlich im weiteren Verlauf des Films für die daraus resultierenden Verwechslungen. Jedenfalls weckt Wu-Chung auch das Interesse von Ying (Sharla Cheung), einer Anführerin des Sonnenmond-Ordens und deren rechter Hand Blue Phoenix (Kit Ying Yuen), die dafür sorgt, dass der vergiftete Wu-Chung gerettet wird...



der Film orientiert sehr stark an den Klassikern des Genres und kokettiert auch immer wieder mit diesen beliebten Veratzstücken. Dabei wirkt Hauptdarsteller Sam Hui nicht ganz so perfekt wie sein Nachfolger Jet Li, der in der Fortsetzung seinen Part übernahm. Sam Hui setzt vor allem auf Humor und auf gelungene Slapstick Einlagen. Die märchenhaft bunten Bilder, die perfekte Choreografie und die schillernden Gestalten des Films machten "Swordsman" zu einem modernen Klassiker seiner Sparte. Der Film wurde auch dank der Ausstrahlung im ZDF in den 90ern auch dem deutschen Publikum als "Meister des Schwerts" bekannt. Es ist vielleicht diese auf den ersten Blick seltsam anmutende Mischung aus Tsui Hark, King Hu und Ching Siu Tung Motiven, denen der Film seine enorme Dynamik verdankt. Der Zuschauer wird mit einer Überdosis fernöstlichem Kung Fu belohnt, tolle Bilder runden das actionhaltige Historienspektakel ab. Die Kämpfe sind toll choreografiert und auch King Hus Nachfolger auf dem Regiestuhl waren ernsthaft bemüht im Geist des großen Meisters das Werk zu vollenden. "Swordsman" wirkt ähnlich wie "Chinese Ghost Story" - nur eben ohne Dämone. Jacky Cheung, damals noch am Anfang seiner Karriere, wurde mit dem Golden Horse für seine Rolle als listenreicher und raffinierter Handlanger des mächtigen Eunuchen ausgezeichnet.




Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Mittwoch, 5. Dezember 2012

Das Königreich der Yan


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie:  Tony Ching Siu-Tung

Chinese Empress Story

Der 1953 geborene Tony Ching Siu-Tung ist Actionchoreograph, Regisseur, Schauspieler und Filmproducer aus Hongkong, der vor allem durch seine Zusammenarbeit mit dem Produzenten Tsui Hark als Regisseur in "A Chinese Ghost Story" bekannt wurde. Ebenfalls bekannt sein "Krieger des Kaisers", selbst in den Swordsman Filmen mischte er als Co-Director tatkräftig mit. Beeinflusst wurde er als Kind als Mitglied der Peking Oper, sein Vater war einer der Directoren der Shaw Bros. Studios.
Nach seinen choreographischen Arbeiten für "Hero" oder "House of the Flying Daggers" ist der 2008 entstandene Wuxia-Streifen "Das Königreich der Yan" wieder eine eigene Regiearbeit im Bereich des chinesischen Historienfilms.
Der heroische und als unverletzbar geltende König von Yan wird im Kampf von einem Pfeil schwer verwundet, doch sein ehrgeiziger Neffe Bawu gibt ihm dem Rest und ermordet ihn. Nach dem Wunsch des Königs, der nur eine Tochter und keine Söhne hat, sollte sein treuer General Muyong (Donnie Yen) sein Nachfolger werden. Dieser unterstützt jedoch, weil er viele Neider und Feinde hat, die Königstochter, da er glaubt nur sie könne im Innern des Reiches Frieden bringen. Die Prinzessin (Kelly Chen) akzeptiert widerwillig, hat vor, ihr Heer in der kommenden Schlacht mit den Feinden anzuführen und unterzieht sich deshalb einer militärischer Ausbildung. Als dort ein Anschlag auf sie verübt wird, wird sie in letzer Sekunde von einem geheimnisvollen Fremden (Leon Lai), der als Eremit und Arzt alleine im Wald haust, gerettet. Doch der Krieg mit dem rivalisierenden Reich Zhao und auch mit den Hochverrätern in den eigenen Reihen naht....


Wuxia oder ritterliche Kampfkunst ist ein charakteristisches Genre der chinesischen Literatur und des chinesischen Films und dort überaus populär. Wuxia-Filme beschreiben chinesische Schwertkämpfer, Schlachten, Soldaten- und Reiterkämpfe, die überwiegend an historischen oder pseudohistorischen Schauplätzen spielen. Das Genre besitzt starke phantastische Elemente, die Helden erscheinen heroisch, überlebensgross und die Gesten haben eine Menge Pathos.
Als Star Wars in den 70ern zu Weltruhm gelangte, hielten ihn viele Chinesen für einen westlichen Wuxia-Film, der futuristisch mit dem Laserschwert das Thema Macht aufgreift. Andererseits tut sich der westliche Zuschauer mit den Wuxia Filmen aus Fernost etwas schwerer, vermutlich weil die Helden normale Menschen aus einer vergangenen Epoche sind und eben keine Phantasiegestalten.
Seit "Tiger and Dragon" haben es diese Filme aber etwas leichter. "Das Königreich der Yan" ist vor allem ein Bilderfilm, der fast schon meditativ seine Schlachten in Szene setzt und seine Kampfhandlungen choreographisch erfekt umsetzt. Am besten ist der Heldengang des jungen Myong gelungen, der sich als einziger einem ganzen Heer versucht in den Weg zu stellen.
Wer historische Chinafilme mag, der wird sicher im "Königreich der Yan" gut unterhalten. Zwar kein Meisterwerk des Genres, aber solide und spannende Genrearbeit



Bewertung: 7 von 10 Punkten.