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Samstag, 14. Dezember 2019

Public Enemie No. 1

Regie: Jean Francois Richet
 
Mesire, der Staatsfeind Nr. 1...
 
Jacques Mesrine (geb. am 28. Dezember 1936 in Clichy, verstorben am 2. November 1979 in Paris) war aufgrund seiner großen Gewalttätigkeit und der Vielzahl von Verbrechen in Frankreich DER Staatsfeind Nr. 1.  Und mit Staatsfeinden hat man auch früher kurzen Prozess gemacht, denn an diesem besagten 2. November 1979 wurde in der Pariser Innenstadt sein BMW 528 gestoppt und die Polizei eröffnete sofort das Feuer auf ihn. Natürlich waren die 21 Schüsse tödlcih. 19 Kugeln trafen den Gangster durch die Windschutzscheibe, vor allem in den Oberkörper und den Kopf. Er war sofort tot. Seine Verlobte Sylvia Jeanjacquot (Ludivine Sagnier) und deren Hund werden verletzt. Man kann von einer gezielten Exekution sprechen, ähnlich wie die "Neutralisierung" des Osama Bin Laden durch eine US-Spezialeinheit
Der französsiche Regisseur Jean Francois Richet hat die Geschichte dieses berüchtigten Gangsters in zwei Teilen inszeniert. Teil 1 heißt "Mordinstinkt" und Teil 2 geht einen Schritt weiter in Richtung "Todestrieb". Bei der Vergabe der Cesars im Jahr 2009 bekam der Film drei Preise. Er siegte in den Kategorien Bester Hauptdarsteller (Vincent Cassel), bester Ton und beste Reige. In den Kategorien Bester Film, beste Filmmusik, bestes adaptiertes Drehbuch, beste Kamera, bestes Szenenbild und bester Schnitt blieb es bei einer Nominierung.
Teil 1 "Mordinstinkt" ist deutlich brutaler als Teil 2 und zeigt Mesrines Leben von 1959 bis 1972. Er hat bei der franzöischen Armee während des Algerienkriegs das Töten gelernt und nach seiner Rückkehr nach Frankreich zieht er zuerst bei seinen Eltern (Michel Duchaussoy und Miriam Boyer) ein und versucht bürgerlich zu wefen. Doch als er seinen Kindheitsfreund Paul (Gilles Lelouche) trifft, der einen Sportwagen fährt und sein Geld auf kriminelle Weise verdient, macht es Mesrine ihm nach. Der Mord an einem arabischen Zuhälter zeigt seine äusserst grausame Brutaliät. Er geht ein Verhältnis mit der Prostituierten Sarah (Florence Thomasin) ein und für seinen Chef Guido (Gerard Depardieu) wird er der Mann fürs Grobe. Er heiratet Sofia (Elena Anaya), mit der er drei Kinder hat. Ende 1960 wird er verhaftet und nach seiner Entlassung 1962 versucht er noch einmal als normaler Bürger Fuß zu fassen, was leider wieder misslingt. Die Ehe ist am Ende und 1966 verliebt er sich neu in Jeanne Schneider (Cecile de France), die sogar gemeinsam mit ihm weitere Verbrechen verübt. Sie müssen nach Kanada fliehen, kommen jedoch zürück. Im Heimatland wartet das Zuchthaus auf ihn, dort wird er gefoltert. Mesrine hat den Plan die Flucht aus dem Knast zu wagen...




Jean Francois Richets Gangsterepos ist sehr straff inszeniert und verfügt über eine monumentale Laufzeit von 241 Minuten insgesamt. Dabei kommt nie Langeweile auf und man merkt, dass Vincent Cassel Spaß an seiner Rolle hat. Der Gangster hat einmal gesagt "Es gibt keine andere Welt, es gibt nur eine andere Art zu leben" und genau diese Art zu leben zeigt der Film, der weltweit fast 50 Millionen Dollar einspielte. Jedoch genauso viel kostete. Viele Kritiker sahen eine große ähnlichkeit zu Brian de Palmas Kultfilm aus den 80ern "Scarface".



Bewertung:7,5 von 10 Punkten. 

Sonntag, 8. April 2018

Swimmingpool

























Regie: Francois Ozon

Begegnung mit Julie...

1998 drehte er mit der schrängen Familiencomedy "Sitcom" seinen ersten Spielfilm und es folgten drei sehr erlesene und interessante Arbeiten wie "Ein kriminelles Paar", "Tropfen auf heiße Steine" und "Unter dem Sand" bevor ihm mit "8 Frauen" der ganz große Durchbruch - nicht nur im Heimatland Frankreich - gelang. Diese Mischung aus "Die Regenschirme von Cherbourg" und Cukors "Die Frauen" wurde insgesamt für 11 Cesars nominiert und die acht Darstellerinnen Catherine Denueve, Isabelle Huppert, Emmanuelle Beart, Fanny Ardant, Virginie Ledoyen, Danielle Darrieux, Ludivine Sagnier, Firmine Richard bekamen gemeinsam den Europäischen Filmpreis als beste Darstellerinnen. Der Nachfolgefilm "Swimming Pool" wurde ebenfalls ein riesiger Erfolg. Mit einem weltweiten Boxoffice von über 23 Millionen Dollar spielte er mehr als das Dreifache seiner Produktionskosten wieder ein. Erneut ist die attraktive Ludivine Sagnier zu sehen, die an der Seite von Charlotte Rampling spielt. Beide Schauspielerinnen spielten derart überzeugend ihre Rollen, dass eine Cesar-Nomienierung dabei heraussprang.  Dies war im Jahr 2004 und inzwischen hat der französische Regisseur in vielen weitere überzeugende Arbeiten bewiesen, dass er einer der wichtigsten zeitgenössischen französischen Filmemacher ist. Dennoch ist "Swimming Pool" immer noch mein persönlicher Ozon Favorit. Vor allem das absichtlich mehrdeutige Ende ist ihm ausserordentlich gelungen und meisterhaft hat er in der Geschichte Realität und Phantasie miteinander vermischt.
Erst sehr spät entwickelt "Swimming Pool" sich zu einer Art Schauergeschichte und offenbart auch seine subtilen Thrillerqualitäten. Sehr lange wird der Zuschauer mit zwei sehr unterschiedlichen Frauen konfrontiert und aus dieser schwierigen Begegnung entsteht eine erotische Atmosphäre, denn die junge Julie (Ludivine Sagnier) ist stark sexuell aktiv, während die Schriftstellerin Sarah Morton (Charlotte Rampling) zugeknöpft und introvertiert ist. Als englische Mystery-Autorin ist sie populär geworden und ihr Verleger John Bosload (Charles Dance) wartet schon auf das nächste Buch ihrer erfolgreichen Kriminalroman-Serie. Doch die Frau mittleren Alters hat eine Schreibblockade. Bosload bietet ihr deshalb an, dass sie das Buch in aller Ruhe und Entspannung und in einer idyllischen Umgebung schreiben sollte. Er bietet ihr sein Landhaus in der Nähe von Lacoste in Frankreich an. Dort angekommen wird sie von dem alten Gärtner Marcel (Marc Favolle) in Empfang genommen, der ihr das Anwesen im Grünen zeigt, Sarah genießt die dort vorherrschende Einsamkeit und die Sonne. Mit den Menschen im Ort nimmt sie keinen Kontakt auf, lediglich mit dem kellner Franck (Jean-Marie Lamour), der im örtlichen Cafe bedient, wechselt sie hin und wieder ein paar Worte. Doch bald ist mit der Ruhe vorbei, denn eines Nachts kommt Julie, die Tochter des Verlegers, nach einer längeren Reise zurück nach Hause. Von ihrer Existenz wusste Sarah noch nichts.  Die junge Frau ist lebenshungrig und hat beinahe jeden Tag eine One-Night Stand mit einem anderen Mann, ihre Lieblingsbeschäftigung ist das Baden im Swimming Pool. Die Verschiedenheit der beiden Frauen sorgt für Konfliktstoff. So nervt sich Sarah an den nächtlichen Abenteuern, die sehr laut vonstatten gehen, aber sie kann sich der voyeuristischen Faszination kaum entziehen. Der Lebensstil von Julie scheint ihr immer mehr zu gefallen. Heimlich schleicht sie sich in Julies Zimmer und liest deren Tagebuch, um den Inhalt für ihr neues Buch zu verwenden. Bald ist die zugeknöpfte Autorin auch erotisch aufgeladen. Als Julie mit dem Kellner eines Abends im Haus auftaucht, nimmt eine unerwartete Tragödie ihren Lauf....




Die beiden Frauen passen nicht zusammen, aber die Gegensätze hat Ozon überaus faszinierend nebeneinander gestellt. Der Swimming Pool hat dabei eine starke Funktion, er wechselt auch sein Gesicht. Mal ist eine Schicht von Blättern darauf zu sehen, dann ist er völlig abgedeckt. Wenn Julie darin badet oder sich sonnt, dann erscheint alles türkisfarben klar. Dem Zuschauer wird so vermittelt, dass er bis auf den Grund sehen könnte - doch das ist natürlich ein Trugschluß. Am Ende bleiben viele Fragezeichen. Ozon schafft es vorzüglich, das Vertrauen der Zuschauer in die eigene Wahrnehmung zu erschüttern. Kameramann Yorick Le Saux (Personal Shopper, Only Lovers left alive, Chanson d´amour) liefert ebenfalls eine hervorragende Arbeit. Wunderbare sonnige Bilder, dazu wird die attraktive Ludivine Sagnier unheimlich schön als junge Femme Fatale fotografiert.




Bewertung: 9,5 von 10 Punkte.

Freitag, 14. Juni 2013

Love Crime

























Regie: Alain Corneau

Mörderischer Zickenkrieg...

Brian de Palmas neuester Film "Passion" ist ein Remake des 2010 entstandenen französischen Suspencetrhriller "Love Crime" (Original: Crime d´amour) des im gleichen Jahr an Krebs verstorbenen Regisseurs Alain Courneau. Möglicherweise ist sein letzter Film vielleicht sogar seine beste Arbeit geworden, trotz des mehrfach mit Cesars preisgekrönten "Die siebente Saite" oder dem Gangsterepos "Wahl der Waffen".
Obwohl der Thriller um zwei Kontrahentiinnen sehr künstlich und auch extrem konstruiert wirkt, gewinnt er durch die sehr guten Schauspielerleistungen von Ludivine Sagnier und Kristin Scott Thomas und kann als  Hochglanzthriller der modernen Geschäftswelt prächtig unterhalten. Es ist die Geschichte zweier Karrierefrauen, die in einem multinationalen Unternehmen arbeiten. Es ist auch die Geschichte der rücksichtslosen und emotional sadistischen Chefin Christine (Kristin Scott Thomas), die das Können und Talent  ihrer untergebenen Assistentin Isabelle (Ludivine Sagnier) vor allem für das eigene Emporsteigen auf der Karriereleiter zu nutzen weiß. Die beiden Frauen kommen sich aber auch privat näher, die Chefin bietet ihrer Mitarbeiterin die Freundschaft an. Doch die ist zunehmend gekränkt und gedemütigt, weil Christine die Geschäftsideen für sich nutzt und die Lorbeeren einstreicht.
Erschwerend kommt hinzu, dass Christines Freud Philippe (Patrick Mille) ein Verhältnis mit Isabelle beginnt. Aus dieser Konstellation entwickelt sich eine abgründige Thrillerstory der Pariser Geschäftswelt....

 
Der Film enthält einige interessante Wendungen und das Drehbuch erscheint zwar konstruiert, aber auch in sich plausibel und bietet einen schaurigen, möglicherweise auch überzogenen Einblick aus den Etagen einer expandierenden Firma. Die Hauptdarstellerinnen dürfen viel Bosheiten rauslassen und man merkt dem Spiel an, dass da eine Menge Spaß dabei war. Der Krieg der Biester ist beinahe schon leichtfüßig inszeniert, bis er eben eine grausame Wendung nimmt. Ab hier ist Präzision gefragt und Ludivine Sagnier hat dann auch den Hauptpart zu erledigen. Aber ansonsten ist "Love Crime" eine gelungene Fortsetzung vieler Zickenkrieg-Movies wie "Was geschah wirklich mit Baby Jane".
Bewertung: 8 von 10 Punkten.