Posts mit dem Label Strother Martin werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Strother Martin werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 4. Januar 2023

Der Unbeugsame


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Stuart Rosenberg

2 Jahre Zwangsarbeit...

"Wir haben es hier mit einem kommunikationsproblem zu tun"...dieser Spruch aus Stuart Rosenbergs bekanntestem Film "Cool Hand Luke" (deutscher Titel: Der Unbeugsame) schaffte es zu einem der bekanntesten Filmzitate zu werden. Der Gefängnisdirektor sagt dies zum Antihelden des Films Luke Jackson, gespielt von Paul Newman. Auch die Figur Luke Jackson schafft es in die Liste der größten Helden des amerikanischen Kinos und landet in dieser Kategorie auf Platz 30 dieser All Time Favorites. "Cool Hand luke" spielte alleine in den USA 16,2 Millionen Dollar ein und festigte den guten Ruf von Paul Newman als Kassenstar. Die Geschichte spielt in Florida in der frühen 50er Jahre. Lucas "Luke" Jackson (Paul Newman), ein hoch dekorierter Veteran des 2. Weltkrieges, wird nach einem Alkoholexzess verhaftet. Er hat in der Nacht Parkuhren geköpft. Für diese Straftat wird er zu 2 Jahren Zwangsarbeit in einem Gefangenenlager verurteilt, dass von einem sehr strengen Aufseher (Strother Martin), den alle "Captain" nennen, geleitet werden. Carr (Clifton James) ist Freigänger und er hat die Aufgabe den Neuankömmlingen die strengen Regeln zu vermitteln. Selbst geringfügige Verstöße werden hier im Lager mit einer Nacht in einem Bunker bestraft. Der Bunker ist eine kleine Holzkabine im Gefängnishof, dass dem Insassen nur wenig Bewegungsfreiheit und wenig Luft bietet. Es scheint sinnlos einen fluchtversuch zu unternehmen,denn die rechte Hand des Captains trägt den Spitznamen "Mann ohne Augen", weil er stets eine verspiegelte Sonnenbrille trägt und so gut mit dem Gewehr umgehen kann wie ein versierter Scharfschütze. Am Anfang legt sich Luke sehr oft mit dem großmäuligen Dragline (George Kennedy) an, den die anderen Gefangenen als Anführer akzeptieren. Doch im Laufe der Zeit (nach einem Boxkampf, bei dem Luke immer wieder zu Boden geht, aber auch immer wieder aufsteht) freunden sich die beiden Männer miteinander an. Luke blufft beim Pokern, was ihm den Spitznamen "Cool hand Luke" einbringt und er geht eine Wette ein innert von einer Stunde 50 Eier essen zu können. Seine Art kommt ebenfalls mehr und mehr bei seinen Leidensgenossen an....






Doch der innerlich zerrissene und unglückliche Freigeist Luke versucht immer wieder aus dem Gefängnis zu fliehen, was drastische Folgen hat. Kameramann Conrad L. Hall hat Bilder geschaffen, die die drückende Hitze unter denen die Männer ihre Zwangsarbeit verrichten perfekt einfängt. Die Macher durften sich auch über vier Oscar-Nominierungen freuen. Hauptdarsteller Paul Newman bekam nach "Die Katze auf dem heißen Blechdach", "Haie der Großstadt" und "Hud" seine vierte Nominierung als bester Hauptdarsteller, es sollten jedoch noch drei weitere erfolglose Nominierungen vergehen bis der Schauspieler 1986 einen Oscar für sein Lebenswerk bekam und ein Jahr darauf den ersten regulären Hauptdarsteller-Oscar für seine Rolle als Fast Eddie in "Die Farbe des Geldes". George Kennedy allerdings gewann in der Kategorie als bester Nebendarsteller, Auch Jo van Fleet, die Lukes Mutter spielt, liefert für 5 Minuten eine beeindruckende Vorstellung. Lalo Schifrin bekam eine Nominierung für den besten Music Score. Auch das Drehbuch von Donn Pierce und Frank Pierson wurde von der Academy mit einer Nominierung belohnt.







Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Mittwoch, 13. Mai 2020

Abgerechnet wird zum Schluß

























Regie: Sam Peckinpah

Cable Hogue...

Im Jahr 1970 drehte Sam Peckinpah als Nachfolger von "The Wild Bunch" den extrem eigenwilligen Western "Abgerechnet wird zum Schluß", der im Original "The Ballad of Cable Hogue" heißt. Er war natürlich mit nur 5,5 Millionen Dollar Einspielergbnis in den Kinos weit weniger erfolgreich als der Vorgänger. Aber wie alle seiner Western ist auch "Cable Hogue" dem Regisseur sehr gut geglückt, ausserdem gibt es im Westerngenre keine Filme, die ihm ähnlich sind.
Dennoch ist das Thema ähnlich wie in Peckinpahs erstem Western "Sacramento" - der alte Wilde Westen ist im Begriff zu sterben, eine neue Ära leutet sich ein. Die Geschichte spielt auch bereits irgendwann um 1900. In der Wüste von Arizona sind drei Goldsucher gescheitert. Die Männer heißen Cable Hogue (Jason Robards), Bowen (Strother Martin) und Taggart (L.Q.Jones) und nun ist auch noch das Wasser knapp geworden: Zu wenig für Drei, aber gerade noch genug für Zwei. Daher haben die Kumpels Bowen und Taggert beschlossen Cable ohne Wasser oder Pferd in der Wüste seinem Schicksal zu überlassen. Soll er doch versuchen sich selbst zu retten. Cable denkt an Rache, aber er wird die Wüste nicht überleben, denn weit und breit gibt es keine Wasserstelle. Da geschieht so etwas wie ein Wunder, denn im sprichwörtlich letzter Sekunde entdeckt der Mann, der gerade verdurstet, eine Wasserstelle. Dies rettet ihm das Leben und in der Stadt kauft er dieses Stück Land. Damit lässt sich viel Geld machen, denn die Postkutschen fahren noch durch dieses Wüstengebiet und somit wäre eine Station mitten im Wüstenland mit Wasser und Verpflegung eine echte Geldquelle.
Der Bankier Ben Fairchild (Slim Pickens) ist interessiert und so kommt Cable mit der Bank ins Geschäft, erhält einen Vorschuß von 100 Dollar. Ein bisschen davon investiert der Mann aber für die Gesellschaft einer Frau, denn die Prostituierte Hildy (Stella Stevens) findet er äusserst attraktiv. Bei den Arbeiten für seine Station ist ihm der junge Reverend Joshua (David Warner) behilflich, der aber eine Schwäche für die Fleischeslust offenbart. Doch Cables Geschäft floriert und irgendwann - das hat er immer gehofft - wird er wieder auf seine beiden Kumpels treffen, die ihn in der Wüste zurückließen. Mit Hildy wird aus einer Geschäftsbeziehung so etwas wie Zuneigung, obwohl Hildy andere Pläne hat: Sie möchte in San Francisco einen reichen Mann kennenlernen und diesen auch heiraten. Das Geschäft von Cable Hogue läuft sehr gut, dann steigen tatsächlich Bowen und Taggart aus einer der Postkutschen, die dort bei Cable Rast machen...




Das Ende bereitet dann eines der neuen Automobile, die den Mensch in dieser Zeit immer wieder in Erstaunen versetzt und eines dieser neuen Fortbewegungsmittel wird auch zu Cables privatem Schicksal, denn am Ende taucht Hildy mit einem dieser Automobile mit Chauffeur auf - die Frau ist reich geworden und sie will Cable mitnehmen. Einem Happyend steht also nichts mehr im Wege - aber wer ahnt, dass Cable von diesem Auto überrollt wird und am Ende des Films seine Sterbeszene platziert ist. Grandios wie so oft ist die Kameraarbeit von Lucien Ballard, der in seiner Karriere leider nur einmal für einen Oscar nominiert wurde. 1964 für seine Arbeit in "Frauen, die nicht lieben dürfen".
Insgesamt ist "Cable Hogue" ein wunderbar komischer Abgesang auf den Western. Die Rachegeschichte läuft eher im Hintergrund mit und sie wird nur halbherzig ausgeführt. In zweiter Hälfte gibt es gar eine Belohnung. So ist in Peckinpahs Film die Brutalität nur selten sichtbar, stattdessen setzt der Regisseur auf Versöhnung und eine starke Zärtlichkeit zwischen zwei Aussenseitern der Gesellschaft.




Bewertung: 9 von 10 Punkten.