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Samstag, 2. September 2023

Das vergessene Tal


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: James Clavell

Eine Geschichte aus dem 30jährigen Krieg...

Der Schriftsteller James Clavell ist vor allem durch seinen im Jahr 1975 erschienenen Roman "Shogun" international bekannt geworden. Er selbst verfilmte sein Buch fünf Jahre später. Bereits 1959 führte er erstmalig Regie (Fünf Tore zur Hölle) und 1971 realisierte er mit Starbesetzung (Omar Sharif und Michael Caine) einen der wenigen Historienfilme, die im 30jährigen Krieg spielten.
Zwar spielte der Film in Großbritannien gutes Geld ein, doch in Nordamerika erwies sich der Abenteuerfilm als Flop. Am Ende war "Das vergessene Tal" (Originaltitel: The Lost Valley) ein Minusgeschäft mit ca. 7 Millionen Dollar Verlust. Schade, denn nicht nur Michael Caine selbst war überzeugt von diesem Film. Auch heute ist es nicht nachvollziehbar warum das historische Drama so wenig Anklang fand. Caine selbst war enttäuscht wegen der mauen Reaktion, denn er selbst zeigte sich stolz seiner eigenen Leistung gegenüber und auch dem Gesamtergebnis. Eine düstere Parabel, die sich insgesamt sehr kritisch mit der fanatischen Auslegung der Religion zu jener Zeit befasst. Die Geschichte selbst spielt in einem von dem verheerenden Krieg noch unberührten Tal irgendwo in Süddeutschland,  dort wo 1638 die Schlacht von Rheinfelden stattfand.
Ein Hauptmann (Michael Caine) führte eine Gruppe von Söldnern an, die für jeden kämpfen, der sie bezahlt, unabhängig von der Religion. Seine Soldaten plünern das Land, vergewaltigen und morden, wenn sie nicht gerade auf dem Schlachtfeld kämpfen. Der ehemalige Lehrer Vogel (Omar Sharif) befindet sich auf der Flucht. Er hat seine gesamte Familie verloren und ist auf seiner Wanderschaft ständig auf der Hut, dass er nicht in die Hände dieser aggressiven Söldner fällt. Er kommt vorbei an geplünderten und nun ausgestorbenen Ortschaften. Es treibt ihn auf der Flucht immer weiter hoch in die Berge. Dort gelangt er schließlich zu einem idyllischen Bergtal, dass interessanterweise bisher vom Krieg völlig verschont blieb. Doch der Hauptmann und seine Bande (als Korski ist Brian Blessed und als Hansen ist Michael Gothard zu sehen) sind nicht weit dahinter. So wird Vogel gefasst. Doch er kann den Hauptmann überreden, das Dorf zu erhalten, damit es seiner Gruppe im nahenden Winter Schutz bieten kann, während die Aussenwelt mit Hungersnöten, Pest und Verwüstungen des Krieges konfrontiert ist. Der Hauptmann kann sich mit der Idee anfreunden, schaltet seinen Widersacher Korski aus den eigenen Reihen ohne Vorwarnung aus und so unterwirft sich der einflussreiche Ortvorsteher Gruber (Nigel Davenport) den Söldnern. Der katholische Priester des Ortes (Per Oscarsson) ist wütend darüber, dass zu den Söldnern auch eine Reihe von Feinden (Protestanten und Atheisten) gehören, er kann aber nichts tun, dass den Hauptmann beinflusst. Er hät auch sein Versprechen keine religiösen Spaltungen zu dulden und die Einheimischen Bauern akzeptieren ihr Schicksal. Vogel wird zum Richter ernannt und die junge Anna (Madeline Hinde), die mit dem etwa gleichaltrigen Andreas (Christian Roberts) verlobt ist, verliebt sich in Vogel und der Hauptmann geht eine Beziehung mit einer Dorfbewohnerin namens Angelika (Florinda Bolkan) ein. Dann probt Söldner Hansen einen Anschlag auf den Hauptmann, der jedoch misslingt. Hansen flüchtet mit einigen Getreuen und man muss damit rechnen, dass er mit Verstärkung zurückkehrt um das Dorf zu zerstören...



In der Rolle von Annas Vater ist der bekannte Arthur O´Connell zu sehen. Es gibt tatsächlich sehr wenige Filme, die diese düstere Zeit des 30jährigen Krieges thematisieren, was sehr schade ist. Und die Darsteller bieten überzeugende Schauspielerleistungen. Auch die Cinematographie der beiden britischen Kameramänner Norman Warwick und John Wilcox ist gut geworden. Die Musik von John Barry verstärkt die düstere Geschichte positiv, die in den tiroler Dorf Trins gedreht wurde.





Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

Mittwoch, 5. Dezember 2012

Krabat


























Regie: Marco Kreuzpaintner

Zwölf Raben...

Krabat" ist der neue Film vom "Sommersturm" Regisseur Marco Kreuzpaintner und ist die Verfilmung des gleichnamigen und 1971 erschienen Romans von Otfried Preußler, das neben "Räuber Hotzenplotz" sein bekanntestes Buch ist und sich mittlerweile auch als Schullektüre etabliert hat. Die Geschichte basiert auf einer bekannten sorbischen Volkssage.
Der Roman verkaufte sich millionenfach und sorgt bis heute für anhaltende Begeisterung beim jungen Publikum. Er erzählt die Geschichte eines jungen Zauberlehrlings, der sich seiner Verantwortung stellen und gegen die Schwarze Magie kämpfen muss. Vertraute Story, das erinnert doch an "Herr der Ringe" oder "Harry Potter" und so war es klar, dass so eine Vorlage unbedingt verfilmt werden muss.
Kreuzpaintner veränderte allerdings in der filmischen Umsetzung einiges und das dürfte viele Fans des Buchs vielleicht enttäuschen.
So spielt der Film nicht während des Nordischen Krieges (in dieser Zeit entstand auch die Sage), sondern legt die Geschichte 60 Jahre früher an während des Dreißigjährigen Krieges.
Eine düstere europäische Zeit, die wirklich tausend gute Filmstoffe liefern könnte, aber bislang im Kino nur selten bis fast gar nicht vorkam. Lediglich die TV-Produktion "Simplizissimus" scheint mir in diesem Zusammenhang erwähnenswert.
Und jetzt diesen vielleicht sogar irrtümlich als Fantasy Streifen deklarierten Blockbuster aus deuschen Landen.
Der Film ist eher düstere Sage oder Märchen aus einer hoffnungslosen Zeit.
Gegen Emde des 30Jährigen Krieges, ein verwüstetes Land...Nachdem seine Mutter an den Folgen der Pest starb, irrt der 14jährige Krabat (David Kross) mit zwei anderen Jungen bettelnd als Sternsinger durchs Land aus Schutt und Asche. In einem Traum wird er von einer inneren Stimme angetrieben und landet schließlich in einer alten Mühle, die von einem unheimlichen Müllermeister (Christian Redl) betrieben wird. Dieser bietet Krabat an, wie seine anderen elf Gehilfen bei ihm in die Lehre zu gehen und dafür ein Dach über dem Kopf zu haben. Er lernt die anderen Lehrlinge kennen und bald bemerkt er, dass ein düsteres Geheimnis auf dieser Mühle lastet. Die Gesellen lernen nicht nur das Müllerhandwerk, sondern werden in Schwarzer Magie unterricht. Um diesen diabolischen Kreislauf am Leben zu halten, muss jedes Jahr einer der Schüler für den großen "Herrn Gevatter" geopfert werden, dann wird ein neuer Geselle nachrücken. Dieser Teufelskreis kann nur in der Silvesternacht durch die Freibitte eines geliebten Mädchens durchbrochen werden....
In weiteren Rollen spielen Daniel Brühl, Robert Stadlober, Hanno Kofler und Paula Kalenberg.
Geht man nicht so stark mit der Veränderung und Verkürzung der Vorlage ins Gericht, dann wird man von "Krabat" nicht nur gut unterhalten, der Film ist sogar in seinem Genre eine kleine Perle geworden.

Im Mittelpunkt der Erzählung stehen Themen wie die verführerische Kraft der Macht und das Gelöbnis eines ultimativen Gehorsams. Diesen Subtext kann Kreuzpainter sehr stimmig vermitteln. Kameramann Daniel Gottschalk gelingen eindrucksvolle brilliante Bilder dieser bedrohlichen Atmosphäre. Die Location erscheint als bedrückendes Niemandsland. Die Mühle inmitten des kargen bis winterlichen Panoramas wirkt durchgehend morbide und dreckig. Es herrscht Dunkelheit. Ein Film, der wie geschaffen ist für die grosse Kinoleinwand und für das Eintauchen in eine magische, extrem düstere Geschichte...fernab von den üblichen Hollywood Fantasy Motiven.
Lediglich die Kampfszene im Dorf ist nicht besonders gut geglückt, hier wurde nach meinem Empfinden schlecht geschnitten und schwach gefilmt.
Aber das Gesamtergebnis kann sich sehen lassen. Hoffe, dass Deutschland sich an weitere historische Stoffe herantraut.

Bewertung: 8 von 10 Punkten.