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Montag, 22. April 2024

Der scharlachrote Pirat


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: James Goldstone

Säbelrassler..

Bis in die 50er Jahre verzeichneten Piratenabenteuer große Erfolge in den Kinos. Helden wie Errol Flynn als "Pirat der sieben Meere", Tyrone Power als "Seeräuber", Gregory Peck als "Des Königs Admiral" oder Burt Lancaster als "Der rote Korsar" wurden zu Leinwandlieblingen. Dann kamen diese Abenteuer aus der Mode. Durch den Erfolg von Richard Lesters Neuverfilmung der "Drei Musketiere" im Jahr 1973 sahen die Hollywood-Produzenten aber wieder große Chancen das alte Genre wieder aufleben zu können. Unter der Regie von James Goldstone entstand drei Jahre nach Lesters Erfolg das temperamentvolle Piratenabenteuer "Der scharlachrote Pirat" - doch leider floppte "Swashbuckler" an der Kinokasse. Auch nachfolgende Filme zur Belebung des Genres wie Roman Polanskis "Piraten" oder Renny Harlins "Die Piratenbraut" führten nicht zum erhofften Hit. Erst "Fluch der Karibik" von Gore Verbinski bescherten den erhofften Durchbruch, der "Swashbuckler" leider versagt blieb, obwohl der Film aus heutiger Sicht recht gut gelungen ist. Die gelungenen Bilder von Kameramann Philip H. Lathrop tragen einen Großteil am Gelingen bei.  Der Film spielt im Jahr 1718 auf Jamaika. Der amtierende Gouverneur der Insel ist der Schurke Lord Durant (Peter Boyle) und hat Sir James Barnet (Bernard Behrens). den obersten Richter der Insel inhaftiert sowie die Familie des Richters enteignet. Jane, die hübsche Tochter des Richters (Genevieve Bujold) und ihre Mutter (Louisa Horton) müssen ihre Villa verlassen und in die Slums von Jamaica ziehen. Jane heuert dadurch den Piratenkapitän Ned lynch (Robert Shaw) an, der in ihrem Namen den Gouverneur ermorden soll. Lynch wird gefürchtet - er hat erst kurz zuvor seinen Kumpanen und Freund Nick Debrett (James Earl Jones) in einer spektakulären Rettungsaktion vom Galgen gerettet. Jane ist dem Piraten zuerst nicht immer wohlgesonnen, doch nach einer gewissen Zeit verliebt sie sich in ihn. 
Der Hinterhalt, der von Lynch geplant war, scheitert, was dazu führt, dass Jane und drei von Lynchs Männern gefangen genommen und zum Tode verurteilt werden. Auch die anderen Gefangenen, darunter der Richter, warten auf ihre Hinrichtung. Lynch kehrt auf die Insel zurück und verbündet sich mit den Einheimischen, um die Streitkräfte zu stürzen und alles, was Durant gestohlen hat, seinen rechtmäßigen Besitzern zurückzugeben..








Peter Boyle ist ein perfekter Bösewicht, dessen Leidenschaft das Morden und andere Perversionen sind. Er unterhält eine Geliebte, gespielt von Anjelica Huston und einen sadistischen Lustknaben (Mark Baker), der gerne Flöte spielt. Das Abenteuer ist prächtig inszeniert und setzt auf Temperament und Schauwerte.









Bewertung. 7,5 von 10 Punkten. 

Mittwoch, 21. Dezember 2022

Das Kartell


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Philipp Noyce

Amerikaner in Kolumbien...

Nach dem großen Kinoerfolg von "Die Stunde der Patrioten" enttäuschte auch das dritte Abenteuer nicht, dass der CIA Agent Jack Ryan im Kino zu bewätigen hatte. "Das Kartell" toppte das gute Ergebnis des Vorgängers noch und spielte im Jahr 1994 ca. 215 Millionen US-Dollar in die Kasse. Damit landete Philip Noyces Politthriller sogar unter den zehn erfolgreichsten Filmen des Jahres. In beiden Filmen war nicht nur der gleiche Regisseur beauftragt worden, auch Hauptdarsteller Harrison Ford ist geblieben und somit setzten die Macher auf die bewährten Zutaten. Beide Filme sind spannend und zum Glück setzte man hier nicht nur auf die genreüblichen Zutaten, sondern zeigt auch Interesse an den Figuren und an deren Motive. Auch mit der Kritik an den Menschen, die am Machthebel sitzen, wird nicht gespart. Während "Die Stunde der Patrioten" zeigt, dass Jack Ryan und seine Familie durch den Hass eines Terroristen ständig in Lebensgefahr gerät, wird er diesmal von seinem Chef bei der CIA Admiral James Greer (James Earl Jones) zu seinem Stellvertreter ernannt. Greer ist unheilbar an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt und hat das meiste Vertrauen zu seinem Mitarbeiter Jack. Er rät Jack auch niemandem ganz zu vertrauen, der einen Machtposten bei der CIA oder auch in der Regierung in Washington besitzt. Und Jack wird tatsächich durch die Drogengeschäfte, die in Kolumbien laufen, in einen undurchsichtigen Fall hineingezogen. Die US-Küstenwache hat ein Schiff in der Karibik abgefangen, die Kurs auf die USA hatte. Dort findet man den amerikanischen Geschäftsmann Peter Hardin und seine gesamte Familie von der kolumbianischen Besatzung ermordet. Es kommt heraus, dass Hardin Geld für das südamerikanische Cali-Kartell Geld gewaschen hat. Das Blutbad hat der Drogenboss Escobedo (Miguel Sandoval) befohlen, weil dieser es als erwiesen sah, dass Hardin ihm um Millionen von Drogengeldern betrogen hatte. Das brisante an diesem Mordfall ist jedoch, dass Hardin einer der besten Freunde vom amerikanischen Präsidenten Bennett (Donald Moffat) war. Deshalb ermächtigt er den nationalen Sicherheitsberater James Cutter (Harris Yulin) verdeckte Operationen in Kolumbien einzuleiten, um das Kartell zu zerschlagen. Gemeinsam mit dem karrieregeilen Bob Ritter (Henry Czerny), dem stellvertretenden CIA-Chef für Operationen, wird heimlich mit dem CIA Agenten John Clark (Willem Dafoe) eine Sondereinheit von 12 Männern rekrutiert, die in Kolumbien diesen Krieg entfachen soll. Der Plan ist, dass die Kartelle glauben, dass einheimische Konkurrenten hinter diesen Attacken stecken. Jack Ryan weiß natürlich nichts von diesen geheimen Operationen und gibt vor dem Kongress deshalb fälschlicherweise an, dass es keine militärische Beteiligung der USA geben wird. Präsident Bennett hat vor das Vermögen von Escobar zu beschlagnahmen, es handelt sich um die hohe Summe von 650 Millionen Dollar. Deshalb schickt er Jack Ryan nach Bogota, um mit der kolumbianschen Regierung darüber zu verhandeln. Er tappt nicht nur in einen Irrgarten voller Intrigen, sondern mehr als einmal wieder in höchste Lebensgefahr...




In der Rolle von Colonel Felix Cortez, Escobars Berater mit eigenen Plänen, ist Joaquim del Ameida zu sehen. Anders als im ersten Film spielt diesmal Ryans Ehefrau Dr. Cathy Ryan, gespielt von Anne Archer, keine große Rolle. Sie ist diesmal nicht in unmittelbarer Lebensgefahr, bekommt aber ständig mit, dass ihr heldenhafter Gatte immer dort ist, wo gerade die Gefahr am größten ist. Für einen meisterhaften Politthriller ist "Das Kartell" genauso wie sein Vorgänger natürlich zu kommerziell und glattgebügelt (das Showdown erneut mit Indiana Jones Touch), aber an Spannung und gutem Unterhaltungswert wurde nicht gespart und Noyce beweist einmal mehr seine Professionalität, dass er publikumswirksame, actionreiche und intelligente Hochglanzthriller inszenieren kann.
Für Hauptdarsteller Harrison Ford war diese Zeit Anfang der 90er extrem erfolgreich. Er begeisterte das Kinopublikum etwa zur gleichen Zeit auch als Dr. Richard Kimble in "Auf der Flucht".




Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

Montag, 19. Dezember 2022

Die Stunde der Patrioten


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Phlipp Noyce

Jack Ryan und der hasserfüllte Rächer..

Der Schriftsteller Tom Clancy ist der geistige Vater der Romanfigur Jack Ryan, der für den CIA tätig ist. Mehrere Bücher wurden sehr erfolgreich verfilmt. In "Jagd auf Roter Oktober" wird die Figur von Alec Baldwin verkörpert. Der U-Boot Thriller spielte mehr als 200 Millionen Dollar ein. Es folgte "Die Stunde der Patrioten", diesmal wurde Jack Ryan von Harrison Ford verkörpert. Auch dieser Film von Philip Noyce wurde mit 178 Millionen Dollar ein riesiger Erfolg. Es dauerte auch nur 2 Jahre bis man ein weiteres Jack Ryan Abenteuer nachschob und die Rechnung ging erneut für die Macher auf, denn "Clear and Present Danger" (deutsch: Das Kartell) kam auf ein Ergebnis von 217 Millionen Dollar. Aber es sollten 8 Jahre vergehen, bis "The Sun of All Fears" von Phil Alden Robinson ins Kino kam. Harrison Ford stand nicht mehr zur Verfügung, aber auch Ben Affleck führte die Serie weiterhin mit einem Einspielergebnis von 194 Millionen Dollar erfolgreich fort.
In "Die Stunde der Patrioten" hat Jack Ryan (Harrison Ford) aufgrund der Ängste seiner Frau Cathy (Anne Archer) den gefährlichen Job  bei der CIA gekündigt und lehrt jetzt Geschichte an der Marineakademie der Vereinigten Staaten. Gemeinsam mit Töchterchen Sally (Thora Birch) reisen sie nach London. Dort werden sie Zeuge eines terroristischen Entführungsversuchs auf Lord William Holmes (James Fox), den Cousin der Königin und Staatsminister für Nordirland. Total spontan und rein intuitiv mischt sich Jack ins Geschehen ein und entwaffnet einen der Terroristen. Er erschießt auch zwei weitere Terroristen, darunter den Bruder des inzwischen handlungsunfähigen Sean Miller (Sean Bean). Dieser wird verhaftet. Diese Terroristen gehören alle zu einer radikalen IRA-Splitterzelle, die von Kevin O´Donnell (Patrick Bergin) geleitet hat und tatkräftig von seiner Freundin Annette (Polly Walker) unterstützt wird. Für andere IRA Anhänger ist der Anschlag zu radikal, sie distanzieren sich daher von ihrem Gesinnungsgenossen. Miller wird vor ein Gericht gestellt, doch als er in ein anderes Gefängnis gebracht werden soll, überfallen O´Donnell mit seinen Kameraden den Polizeikonvoi und es gelingt dem Verurteilten tatsächlich die Flucht. Der Tod seines Bruders überschattet aber alle weiteren Aktivitäten, die diese gewaltbereite Gruppe in nächster Zeit plant. Miller hat nur noch ein Ziel: Er will sich an dem Mörder seines Bruders rächen und ihn sowie seine Familie auslöschen.....





"Die Stunde des Patrioten" wurde von dem australischen Regisseur Philip Noyce gedreht, der sich Ende der 80er Jahre mit "Blinde Wut" und "Todesstille" auch international einen Namen machte. Es folgten Filme wie "Sliver " mit Sharon Stone, "Der Knochenjäger" mit Denzel Washington oder "Der stille Amerikaner" mit Michael Caine. Seine Tom Clancy Verfilmung ist durchaus gelungen, weil die Inszenierung sehr spannend ist. Am Ende ist mir ein bissel zu viel Indiana Jones Modus dabei und an manchen Stellen darf man nicht ganz so streng logisch sein. Aber die Darsteller sind alle überzeugend. Vor allem auch Sean Bean als irrer Rächer. Die weitere Besetzungsliste ist mit Richard Harris, James Earl Jones, Samuel L. Jackson und Hugh Fraser attraktiv besetzt.




Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Mittwoch, 5. Dezember 2012

Conan, der Barbar




Regie: John Milius

Grenzenlose Rache...

"Der Film ist voller Gewalt, Blut, Menschenverachtung und einer faschistoiden Grundhaltung"...so urteilten die meisten Kritiker über diesen Film, der vor allem auch als der erste Welterfolg von Schwarzenegger in die Filmgeschichte einging.
Und dies ist vielleicht auch seine schwerste Hürde in Sachen retrospektiver Würdigung, die er zweifelsohne verdient hat. Denn der Star Schwarzenegger als muskelbepackter barbarischer Hauptdarsteller macht es zusätzlich auch nicht leicht die grossen Vorzüge dieses Historienfilms auf Anhieb zu sehen.
Für meine Begriffe hat John Milius einen der besten Filme der 80er mit dieser Rachegeschichte geschaffen.
Und zwar ist der Film noch nicht mal einheitlich aus einem Guss, aber er hat so viele brilliante Szenen von archaischer Wucht, die es durch diese Kraft schaffen, ein durchweg stimmiges Bild bis zum Schluss aufrecht zu erhalten.
Der Film spielt irgendwo in dem Zeitalter zwischen dem Übergang von Bronze- in die Eisenzeit. Ein ganzes Dorf wird von der mordenden Armee des Kriegers Thulsa Doom, der Waffen aus Stahl sucht, ausgelöscht. Vor den Augen des Kindes Conan enthauptet er dessen Mutter. Conan selbst wird zur Sklavenarbeit verschleppt, wird als erwachsener Mann Gladiator seiner Zeit und durch den aufkommenden Schlangenkult wieder mit seiner Vergangenheit und dem Mörder seiner Eltern konfrontiert.
Die Rache nimmt ihren Lauf.
Schwarzenegger hat natürlich das Glück, dass James Earl Jones in der Rolle des Thulsa Doom eine ganz grosse Schauspielerperformance als Bösewicht abgeliefert. Seine Blicke sind magisch, er ist die perfekte Besetzung für diesen teuflischen und charismatischen Schlächter.


Der finale Dialog am Ende ist auch an Kraft und Wucht kaum mehr zu überbieten, weil es gelingt, die Symbiose und die persönliche Beziehung zwischen Rächer und Feind sichtbar werden zu lassen, sie sind voneinander abhängig und definieren sich durch das Gegenüber.
Die Bilder sind traumhaft schön und brüchig und vermitteln Vergänglichkeit, der Score von Basil Poledouris unterstreicht eindrucksvoll diese wuchtigen und archaischen Bilder.
Für mich ganz klar einer der am meisten unterschätzten Werke der Filmgeschichte.


Bewertung: 10 von 10 Punkten.