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Montag, 13. Mai 2019

Butch Cassidy und Sundance Kid

























Regie: George Roy Hill

Zwei Banditen...

Der relaxte Filmsong "Raintrops keep fallin on my head" von B. J. Thomas ist auch das Programm des Films "Butch Cassidy and the Sundance Kid" von George Roy Hill aus dem Jahr 1969.
Alles wirkt sehr cool und locker.
Im Filmjahr 1969 belegte dieser besondere Western noch vor "Asphalt Cowboy" von John Schlesinger und "Easy Rider" von Dennis Hopper Platz 1 der Kinojahrescharts. Alleine in den USA spielte "Butch Cassidy and the Sundance Kid" 102 Millionen Dollar ein.
Ein Riesenkassenerfolg, der aufgrund der beiden lässigen Hauptdarsteller Paul Newman und Robert Redford möglich wurde. Die beiden bummeln albernd durch ihren Westernalltag und überfallen aus reinem Übermut mit ihrer Hole in the Wall Gang einfach mal einen Überfall auf die Union Pacific Eisenbahn. Der erste Überfall verläuft nach Plan und warum sollte man das nicht noch ein zweites Mal machen ?
Doch diesmal ist die Bahn darauf vorbereitet und hat eine Verfolgertruppe aufgestellt, die mit allen Wassern gewaschen sind. Mit dabei die besten Fährtenleser und die treffsichersten Schützen. Butch und Sundance werden verfolgt und immer dann, wenn sie glauben, dass sie die hartnäckigen Verfolger abgeschüttelt zu haben, müssen sie feststellen, dass die immer noch auf ihrer Spur sind.
Die beiden sind gezwungen aus gefährlicher Höhe in einen reißenden Fluß zu springen - so gelingt ihnen die Flucht am Ende doch noch erfolgreich. Doch ab Jetzt sind die beiden Eisenbahnräüber gewarnt. Mit den Pinkerton Detektiven ist nicht zu spaßen und es ist weiterhin mit denen zu rechnen. So entschießen sich die beiden mit der gemeinsamen Freundin Etta Place (Katharina Ross) nach New York zu gehen, wo sie ein Schiff Richtung Bolivien nehmen. Dort ist den beiden Draufgängern aber auf die Dauer auch sehr langweilig und sie rauben wieder einige Banken aus. Zu Ihrer Überraschungen stellen sie dann entsetzt fest, dass die Verfolger aus den USA, ihnen hier nachgereist ist. Wieder sind sie in der unglücklichen Rolle der Verfolgten. Etta kehrt nach Hause zurück. Butch und Sundance versuchen es nun auf dem ehrlichen Weg. Doch auch das geht schief, weil ein von ihnen bewachter Transport von Lohngeldern von anderen Banditen ausgeraubt wird. Sie werden zwar mit den Gangstern fertig, verschwinden aber mit dem geretteten Geld im Dschungel. Doch die bolivianische Armee sucht sie bereits. In einem Bergdorf endet das wilde Treiben, denn sie kommen im Kugelhagel der Soldaten ums Leben...






Ein Leben, dass ihnen zumindest großen Spass gemacht hat. Dies vermittelt der Film, der die gängigen Formeln des Westernfilms völlig ausser Acht lässt und ganz langsam vergnügt vor sich hin plätschert. Kameramann Conrad Hall wurde mit dem Oscar ausgezeichnet. Auch der Filmsong war erfolgreich, ebenso das Drehbuch von William Goldman und auch die Filmmusik von Burt Bacherach. Die Helden werden dabei humorig gezeichnet. In Wirklichkeit waren sie aber unverbesserliche und brutale Gangster, die vermutlich 1908 in Bolivien starben. Der Film endet mit diesem eingefronenen Bild der beiden, die sich feuernd, aber völlig hoffnungslos, den Tod vor Augen aus ihrem Versteck wagen.







Bewertung: 8,5 von 10 Punkten. 

Dienstag, 27. Dezember 2016

Schlappschuß

























Regie: George Roy Hill

Die Charlestown Chiefs hauen drauf...

In "Schlappschuss" gehts wirklich knallhart zu - kein Wunder, dass der Eishockey-Horrorfilm in einer Umfrage von "Maxim" über die besten 100 Filme speziell für Männer landete George Roy Hills aberwitziger Kultfilm auf Platz 1 - noch vor "Zwei glorreiche Halunken", "Ich glaub mich tritt ein Pferd", "Terminator 1 und 2" und "Die Hard".
Der Film bezieht seine Komik natürlich aufgrund seiner expliziten Gewalteinlagen - der 1977 realisierte sportfilm persiflierte die Gewalt im Eishockeysport. Gerade diese gewollten Gewaltexzesse unter den Sportlern sorgten für volle Kassen und für ein "Big business".
Das Charlestown Chiefs Hockey-Team hat schon wesentlich bessere Tage gesehen. Reggie Dunlop (Paul Newman) ist nicht nur Spieler, sondern auch Trainer der Mannschaft und auch schon etwas in die Jahre gekommen. Seine hübsche Frau Francine (Jennifer Warren) hat zwar noch Gefühle für ihren Mann, doch sie hat sich räumlich schon von ihm getrennt. Der Teamchef Joe McGrath (Strother Martin) versucht das örtliche Interesse am Team am Leben zu erhalten, daher müssen seine Männer auch mal peinliche Werbespots machen oder auf Modeschauen den Affen machen. Da nun auch die wirtschaftlichen Aussichten der Region mehr als schlecht sind, soll auch die größte Fabrik dicht machen. Dieses Aus hätte auch Auswirkung auf die Sportler. Wenn die Menschen keine Kohle mehr haben für Eintrittskarten, dann bedeutet das auch für die Charlestwon Chiefs das sichere Aus. Tatsächlich bestätigt McGrath den enttäuschten Reggie auch das baldige Aus. Das Team wird zum Ende der Saison aufgelöst. Zuvor hat McGarth aber noch die drei Hanson Brüder (Jeff Carlson, Steve Carlson, Dave Hanson) für die letzte Saison verpflichtet. Die Brüder wirken sehr kindlich, haben sogar noch im Gepäck ihre Spielsachen dabei. So lässt sie Reggie zuerst gar nicht spielen. Als er sie endlich auflaufen lässt, gewinnen die drei infantilen Brüder mit mörderischen Checks und wüsten Attacken sofort die Herzen der blutrünstigen Fans. Die Charlestown Chiefs gewinnen wieder. Und dies gefällt Reggie. Möglicherweise könnte dieser Popularitätsschub die Auflösung abwenden, weil sich interessierte Käufer für das Team finden könnten. So machen die Männer wie Killer Carlson (Jerry Hauser) bereitwillig mit, wenn die Hansons ihre blutige Show abziehen. Lediglich der talentierte Ned Braden (Michael Ontkean) will seriöses Eishockey spielen. Der hat aber gerade starke Konflikte mit seiner jungen Frau Lily (Lindsay Crouse)...



Tatsächlich ist "Slap Shot" ein sehr eigenwilliger und origineller Film. Man muss aber dem brachialen Humor etwas abgewinnen können.  Mit 28 Millionen US-Dollar Einspielergebnis war der Film damals ein erfolgreicher Kinohit. Ein Film, der schnell eine treue Fangemeinde aufbauen konnte, die "Slap Shot" zum Kultfilm machte. Und dieses Ansehen hat er auch heute noch - auch wenn manchem Zuschauer das Lachen des Öfteren im Hals stecken bleibt. Am Ende hält Ned dem unwürdigen Spiel den Spiegel vors Gesicht. Er legt nach all der Gewalt und Brutalität einen Striptease aufs Eis. Der Captain der Konkurrenz regt sich über diese perverse Einlage so sehr auf, dass er auf den Schiedsrichter losgeht. Hier kommt doch sehr viel Zynismus hervor. Seine größten Erfolge hatte George Roy Hill mit den beiden Redford/Newman Filmen "Zwei Banditen" und "Der Clou". "Slap Shot" blieb bis heute der Lieblingsfilm der EishockeyFans, die Hansons erfreuen sich noch heute eine riesigen Beliebtheit.


Bewertung: 6,5 von 10 Punkten. 

Sonntag, 21. Juli 2013

Der Clou

























Regie: George Roy Hill

Gauner gegen Gangster...

Mit dem Gespann Paul Newman und Robert Redford konnte George Roy Hill seine größten Erfolge feiern. Bereits 1969 erzielte er mit "Zwei Banditen" einen ausserordenlich erfolgreichen Kassenerfolg und zudem konnte der Film noch 4 Oscars gewinnen. Grund genug mit dem gleichen Rezept einen weiteren Erfolg entstehen zu lassen: Im Jahr 1974 hieß das Unternehmen "Der Clou", bescherte mit 160 Millionen Dollar Einspielergebnis das beste Resultat des Jahres und auch die Oscaranzahl erhöhte sich auf 7 Trophäen.
Tatsächlich macht der Trickbetrügerfilm, der im September des Jahres 1936 spielt, auch heute noch immer noch sehr viel Spass. Weltberühmt wurde auch der Filmsong "The Entertainer" von Scott Joplin, die von Marvin Hamlish für den Film neu bearbeitet wurde und zum Riesenhit in den Charts wurde.
Chicago 1936: Ein Riesentalent ist der junge Trickbetrüger Johhny Hooker (Robert Redford), der mit seinem älteren und erfahrenen Freund Luther Coleman (Robert Earl Jones) allerlei Gaunereien auf der Straße abzieht. Ein beliebter Trick, der schon öfters angewandt wurde, soll auch diesmal wieder ien paar Scheine in die Kasse bringen. Das Opfer ist der Kleingangster Motolla (James Sloyan), der auch prompt auf den Trick mit den vertauschten Briefumschlägen reinfält. Er bemerkt den Betrug erst als er im Taxi davonfuhr, aber da sind die beiden meisterhaften Betrüger schon verschwunden. Sie erschrecken aber als sie die Beute inspizieren. Statt ein paar lumpiger Piepen sind gleich mal 12.000 Dollar ergaunert worden. Dumm nur, dass sie dem Mafiaboss Doyle Lonnegan (Robert Shaw) gehören, der nun Jagd auf die Gauner macht. Luther muss als erster dran glauben und Johnny kann nur noch untertauchen. Er trifft sich mit dem Gaunerprofi Henry Gondorf (Paul Newman) und kann diesen Freund von Luther überreden sich an dem fiesen Lonnegan zu rächen. Dabei gehts nicht um Mord, sondern dem Feind viel, viel Schotter abzujagen. Es helfen eine Menge Freunde des toten Luther mit, ein falsches Wettbüro wird eröffnet und mit viel Geschick uu nd einem raffinierten Plan soll Lonnegan dazu gebracht werden zu wetten...


 Ein schöner Nostalgiefilm mit viel Retro-Flair, das ist "Der Clou". Es ist alles geschmackvoll und edel bebildert, kein Wunder den hinter der Kamera saß ein Meister: Robert Surtees (Ben Hur, Die letzte Vorstellung, Stadt der Illusionen, Die Reifeprüfung, Sommer 42, Meuterei auf der Bounty, Quo Vadis). Darüberhinaus kann man ein bestens aufgelegtes Schauspielerensemble sehen, die auch neben den Big Stars Redford und Newman eine gute Figur machen: Robert Shaw in einer seiner besten Rollen als mürrischer, unfreundlicher Gangsterboss. Aber auch Charles Durning, Dana Elcar, Eileen Brennan, Ray Walston, Harold Gould, Sally Kirkland und Dimitra Arliss passen perfekt zu ihren Rollen.
Natürlich ist "Der Clou" extrem durchkomponiert, er wirkt konstruiert, teilweise sogar etwas künstlich - aber der Plot am Schluß ging in die Filmgeschichte ein und macht auch heute noch gute Laune. 
 


Bewertung: 9,5 von 10 Punkten.