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Sonntag, 2. März 2025

Der Mann von La Mancha


 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Arthur Hiller

Der Ritter von der traurigen Gestalt...

Arthur Hiller (1923 bis 2016) ist der Regisseur des Blockbusters "Love Story", der im Jahr 1970 noch vor "Airport" der erfolgreichste Film des Jahres wurde. Das Einspielergebnis belief sich in den USA auf 50 Millionen Dollar und machte die beiden Hauptdarsteller Ryan O´Neal und Ali McGraw auf einen Schlag weltberühmt. 1972 erhielt er für seinen Film "Hospital" den Silbernen Bären in Berlin. Leider war dem Nachfolgefilm "Der Mann von La Mancha" weniger Glück beschieden. Hiller selbst hat später erzählt, dass er große Erwartungen an diese Musicalverflimung hatte - "Wir hatten das starke Gefühl etwas Besonderes und Wunderbares geschaffen zu haben". Tatsächlich waren die Kritiken gemischt und mittelmäßig - vielleicht war es auch eine eher mittelmäßige Mundpropaganda, da "Der Mann von La Mancha" zunächst an die Spitze der US-Kinocharts schoss - möglicherweise wegen der attraktiven Starbesetzung Sophia Loren und Peter O´Toole. Doch in den folgenden Wochen war der Umsatz eher enttäuschend. Am Ende kamen in den USA und in Kanada ca. 3,8 Millionen US-Dollar an Verleiheinnahmen zusammen. Weltweit spielte der Film knapp 12 Millionen Dollar ein, was an für sich kein schlechtes Ergebnis wäre, aber leider war das Budget fast genauso hoch. Während Miguel de Cervantes (Peter O´Toole) und sein Diener (James Coco) darauf warten, vor die spanische Inquisition geladen zu werden, weil sie ein Theaterstück aufgeführt haben, das das Tribunal kritisiert, unterziehen ihn seine Mithäftlinge (u.a. Harry Andrews,  John Castle) einem Scheinprozess, um die Enteignung all seiner Besitztümer zu rechtfertigen. Cervantes ist nur um das Schicksal eines Manuskripts besorgt und bereitet sich in Form eines Theaterstücks auf seine Verteidigung vor. In diesem Stück übernimmt er die Rolle von Alonso Quijana, einem älteren Herrn, der den Verstand verloren hat und nun glaubt, er sollte als fahrender Ritter in die Welt hinausziehen, um das Unrecht in Ordnung zu bringen. Quijana nennt sich nun Don Quijote de La Mancha und macht sich mit seinem "Knappen“ Sancho Panza auf den Weg, um eine Windmühle anzugreifen, die er für einen Riesen hält, und geht zu einem Gasthaus, wo er Aldonza (Sophia Loren), eine lebensmüde Dienerin und Prostituierte, kennenlernt, umwirbt und zu retten versucht. Er sieht sie als die ideale Frau und nennt sie Dulcinea. Quijanas Nichte Antonia (Julia Gregg) macht sich Sorgen über die Auswirkungen, die das Verhalten ihres Onkels auf ihre bevorstehende Hochzeit mit Sanson Carrasco (John Castle) haben könnte, einem vernünftigen Mann, den der örtliche Priester davon überzeugt, Quijana von seinen Wahnvorstellungen zu befreien. Carrasco gelingt es schließlich, indem er diesem Ritter von der traurigen Gestalt, wortwörlich den Siegel vorhält. Aber der Schock der Heilung bringt Quijana an den Rand des Todes. Ein Besuch von Sancho erweckt ihn wieder zum Leben, aber er denkt, seine Abenteuer seien alle ein Traum gewesen, bis Aldonza ihn besucht und ihn dazu bringt, sich zu erinnern. Während Don Quixote, Sancho und Aldonza sich darauf vorbereiten, weitere Abenteuer zu erleben, fällt Don Quixote tot um. Er hat nicht viel erreicht, außer Aldonza eine Fantasie zu liefern, die ihr schwieriges Leben ein wenig erträglicher macht. Zurück im Kerker geben die Insassen Cervantes das Manuskript zurück, als er und sein Diener aufbrechen, um sich der Inquisition zu stellen...








Die Verfilmung des erfolgreichen Broadway Musicals von Dale Wasserman hat vielleicht ein paar Längen, bietet aber doch auch sehr bewegende Momente.Das Musical wurde durch den klassischen Roman Don Quijote von Miguel de Cervantes inspiriert, basiert aber direkter und stärker auf Wassermans nicht-musikalischem Fernsehstück "Ich, Don Quijote" aus dem Jahr 1959, das eine halbfiktive Episode aus dem Leben von Cervantes mit Szenen aus seinem Roman kombiniert. Der Film wurde vom italienischen Produzenten Alberto Grimaldi finanziert und in Rom gedreht. Kameramann war mit Giuseppe Rotunno, ein großer Meister seines Faches. Trotz der eher schwachen Begeisterung gabs eine Oscar-Nominierung (Laurence Rosenthal für den besten Score) und Golden Globe Nominierungen für Peter O´Toole, der sehr bewegend den dementen Möchtegernritter spielt (bester Hauptdarsteller) und James Coco (bester Nebendarsteller). Der Song "The Impossible Dream" war zu seiner Zeit sehr populär. 







Bewertung: 7 von 10 Punkten.

 

Samstag, 23. Dezember 2017

Cassandra Crossing

























Regie: George Pan Cosmatos

Zugfahrt ins Verderben...

"Treffpunkt Todesbrücke" ist ein Film von George Pan Cosmatos, der 1976 entstand und an die Katastrophenfilm-Welterfolge der frühen 70er Jahre angelehnt ist. In dieser Kinoepoche lockte dieses Genre besonders viele Zuschauer in die Lichtspielhäuser. Die bekanntesten Klassiker sind "Airport" (1970, Regie: George Seaton), "Poseidon Inferno" (1972, Regie: Ronald Neame), "Flammendes Inferno" (1974, Regie: John Guillerman) und "Erdbeben" (1974, Regie: Mark Robson). Neben dem großen Unglück, das in diesen Blockbustern gezeigt wurde, boten die Produzenten auch ein Riesenaufgebot an Stars auf. Eine Art europäische Antwort auf diese US-Großerfolge war diese italienisch-britisch-deutsche Coproduktion über diese ominöse Todesbrücke, beim Kinoeinsatz trug der Film den Originaltitel" Cassandra Crossing" und er bescherte seinen Geldgebern Lew Grade und Carlo Ponti eine Menge Geld.
Natürlich durfte Pontis Gattin, die berühmte Sophia Loren, im Cast nicht fehlen. Sie spielt die Jennifer Rispoli-Chamberlain, die Gattin von Dr. Jonathan Chamberlain, der von Richard Harris verkörpert wird.
In weiteren Rollen sind Ava Gardner, Burt Lancaster, Ingrid Tulin, Alida Valli, Lee Straßberg, O.J. Simpson, Lionel Stander und Martin Sheen zu sehen.
Die Geschichte beginnt mit einem misslungenen Anschlag auf ein Labor der internationalen Gesundheitsbehörde in Genf. Drei Terroristen (Carlo de Mejo, Stefano Patrizi, Lou Castel) dringen in das Labor ein, einer der Terroristen wird vom Wachpersonal erschossen, der andere landet im Todeskampf im Krankenhaus. Der Dritte, ein Schwede kann fliehen, hat sich aber mit einem tödlichen Pest-Bakterium angesteckt. Er kann sich im Transkontinentalzug Genf - Stockholm verstecken. Doch das Bakterium ist hochansteckend und US Colonel Stephen MacKenzie (Burt Lancaster) und Dr. Elena Stradner (Ingrid Thulin) machen sich fieberhaft auf die Suche nach dem Flüchtigen. Tatsächlich finden sie auch bald heraus, dass sich der Terrorist im Zug befindet. MacKenzie entscheidet, dass der Zug in Basel nicht mehr anhält und in Nürnberg wird alles versiegelt. Ziel ist Quarantänelager im polnischen Janow. Der Weg dorthin führt über eine stillgelegte Eisenbahnstrecke und mit maroden Schienen und der stark baufälligen Kassandrabrücke. An Bord des Transkontinentalzuges befindet sich natürlich Dr. Jonathan Chamberlain mit seiner Exfrau Jennifer, die ihn irgendwie wieder zurückgewinnen will und alle weiblichen Reize aufbietet. Die reiche Nicole Dressler (Ava Gardner) ist mit ihrem Gigolo Robby (Martin Sheen) auch unter den Fahrgästen. Der ehemalige Kz-Insasse Herman Kaplan (Lee Straßberg) bekommt bald Panik, denn die Reise führt ihn auch zurück in die Vergangenheit. Natürlich dürfen auch die Musikanten (u.a. Ann Turkel, Ray Lovelock) nicht fehlen - sie geben einen Folksong für die Mitreisenden zum Besten und folgen der Tradition der singenden Nonne (Helen Reddy in "Giganten am Himmel") oder der Bandleadsängerin mit einem Hit im Gepäck (Carol Lynley als Nonnie Parry in "Poseidon Inferno", die zu dem Maureen McGovern Song "The Morning After" die Lippen bewegen darf). Die gute Ärztin will den rücksichtslosen Colonel von seinem Plan abbringen, denn es könnte den Tod aller Passagiere bedeuten, die plötzlich mit zwei Todesgefahren konfrontiert sind: Die Pest-Bakterien oder die Brücke, die einstürzt...




Interessanterweise hat der Film trotz diverser Logiklöcher noch eine gewisse Spannung und der Showdown mit Brückeneinsturz weiß auch heute noch zu gefallen. Allerdings ist der Film inzwischen auch mit einem starken 70er Zeitkolorit ausgestattet - das macht ihn charmanter, wirkt aber auch manchmal etwas überholt bis altbacken. Regie führte George Pan Cosmatos, der später "Flucht nach Athena", "Leviathan", "Tombstone" und "Rambo 2" noch weitere publikumswirksame Actionfilme drehte.




Bewertung: 6 von 10 Punkten.