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Dienstag, 20. Juni 2023

Kopfüber in die Nacht


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: John Landis

Schlaflos in L.A....

Nach seinen Kultfilmen "Ich glaub mich tritt ein Pferd", "Blues Brothers" und "American Werwolf" realisierte John Landis 1985 die Burleske mit Thrillerelementen "Kopfüber in die Nacht". Der Film spielte in den USA 7,5 Millionen Dollar ein. Bei einem Budget von 8 Millionen Dollar eher eine Enttäuschung. Wie in vielen seiner Filme treten auch in "Kopfüber in die Nacht" sehr viele Promis in Cameo Auftritten auf. So sind in kleinsten Nebenrollen die Regisseure Jack Arnold, Daniel Petrie, Andrew Marton, Colin Higgins, Amy Heckerling, Paul Bartel, Jonathan Demme, Richard Franklin, Don Siegel, Roger Vadim, David Cronenberg und Paul Mazursky zu sehen. Desweiteren wurden auch Maskenbildner Rick Baker oder Jim Henson für Kurzauftritte engagiert. Nicht zuletzt Regisseur Johh Landis selbst, der einen vom iranischen Killerkommando spielt.
Ähnlichkeiten mit Martin Scorseses "Die Zeit nach Mitternacht" ist gegeben, wobei Landis natürlich viel knalliger an das ähnliche Thema herangeht. Erst in der Nacht erwacht das wirkliche Leben....noch dazu hat der Raumfahrtingenieur Ed Okin (Jeff Goldblum) herausgefunden, dass seine Frau (Stacey Pickren) eine Affäre mit ihrem Arbeitskollegen angefangen hat. Auf Anraten seines Kollegen Herb (Dan Aykroyd) fährt der bereits beträchtlich depressive Ed, der nachts nicht mehr schlafen kann, zum Los Angeles Airport. Dort beginnt das Abenteuer. Denn die schöne Juwelenschmugglerin Diana (Michelle Pfeiffer) wird dort von vier Killern angegriffen, ihr Begleiter getötet. In der Tiefgarage flüchtet sie und Ed ist der Mann, der zur falschen Zeit am falschen Ort ist. Doch er hilft der Frau und beide fliehen. Durch ihren Charme kann Diana Ed überrreden, sie in dieser Nacht zu verschiedenen Orten zu fahren, die alles klären sollen. Doch je mehr er sich auf die Hilfe einlässt, desto schneller wird er in ein riesigen Dilemma mit hineingezogen...





Es stellt sich heraus, dass sich alles um 6 wertvolle Smaragde aus dem ehemaligen Besitz des Schahs handelt. Nicht nur die iranische Todesschwadron, die von der mächtigen Mrs. Parvici, gespielt von Irene Papas, beauftragt wurde ist hinter dem Schmuck her. Auch einige obskure Privatpersonen und auch das FBI mischen in diesem Fall gehörig mit. David Bowie spielt einen Killer und Vera Miles spielt die Frau des steinreichen Jack Caper (Richard Farnsworth). Mit viel schwarzem Humor wird der Zuschauer Zeuge von Eds Ausflug ins Nachtleben von Los Angeles. Die Frage ist, ob er diese Nacht überleben kann. Landis hat die Geschichte kurzweilig inszeniert mit viel Chaos bis zum Finale..






Bewertung: 7,5 von 10 Punkten

Montag, 20. Mai 2019

Zwei Särge auf Bestellung



















Regie: Elio Petri

Gefährliches Sizilien...

Elio Petri gilt neben Francesco Rosi und Damiano Damiani als Begründer des sehr pessimistischen Mafiafilms aus Italien. Höhepunkt seiner Karriere war sicherlich der Gewinn des Oscars im Jahr 1971 in der Kategorie "Bester ausländischerr Film" für seinen brillianten "Ermittlungen gegen einen über jeden Verdacht erhabenen Bürger". Leider ist dieser Film immer noch nicht in einer deutschsprachigen DVD-Ausgabe erhältlich. Dafür aber sein 1967 realisierter Sizilien-Thriller "Zwei Särge auf Bestellung" - auch in diesem Film spielt Gian Maria Volonte die Hauptrolle. Wie in allen guten Mafiafilmen aus dieser Dekade zeichnet auch Elio Petris Film ein komplexes Bild der politischen und gesellschaftlichen Situation Italiens. Darüberhinaus sind diese Filme von zynischer Machart, denn am Ende siegt meistens nicht das Gute und der Regisseur gibt für die Zukunft wenig Hoffnung. Allein gegen einen riesigen Feind anzukämpfen erscheint als ziemlich aussichtslos. Und wenn man zu weit in diese korrupten Strukturen vorgedrungen ist, dann ist auch irgendwann das eigene Leben in Gefahr.
Der örtliche Apotheker Arturro Manno (Luigi Pistilli) bekommt anonyme Briefe. In diesen Briefen wird er mit Mord bedroht. Seine Freunde, dazu gehören auch der introvertierte Geschichtsprofessor Paulo Laurano (Gian Maria Volonte) und Dr. Antonio Roscio (Salvo Randone), haben sofort den Verdacht, dass es mit Arturros ständigen Frauengeschichten zu tun hat. Der verheiratete Apotheker rennt jedem Rock hinterher und unter seinen vielen Geliebten sind auch verheiratete Frauen. Daher könnte eine eifersüchtige Geliebte hinter diesen Briefen stecken aber auch ein gehörnter Ehemann. Jedenfalls versucht sich Manno nicht einschüchtern zu lassen. Doch so ganz wohl ist es ihm nicht. Eines Morgens geht er gemeinsam mit Roscio auf die Jagd und er entdeckt in dieser sonst fast menschenleeren Gegend noch ein anderes Auto, dass dort parkt. Das könnten auch Jäger sein und die beiden rufen laut, um sich bei den anderen Jägern bemerkbar zu machen. Doch schon sackt auch Manno zusammen - er wurde von einer Kugel getroffen. Eine zweite Kugel ist tödlich, danach wird auch Roscio ermordet. Paulo Laurano kann es nicht fassen und stellt eigene Nachforschungen an. Die Buchstaben des anonymen Briefes stammen aus dem Osservatore Romano, der Tageszeitung des Vatikan. Und die wird nur von zwei Geistlichen des Ortes bezogen. Die Polizei hat auch schnell drei Verdächtigen festgenommen. Es sind der Vater und die zwei Brüder der minderjährigen Rosina (Luciana Scalize), die aber ein Alibi für die Tatzeit haben und zudem noch nicht mal lesen und schreiben können. Laurana bittet seinen Freund, den Anwalt Rosello (Gabriele Ferzeti), die Verteidigung für diese zu Unrecht eingesperrten Verdächtigen zu übernehmen. Und er kümmert sich um Roscios Witwe Luisa (Irene Papas), in der heimlich verliebt ist...





Das Drebhuch, das Elio Petri gemeinsam mit Ugo Pirro schrieb, ist meisterhaft aufgebaut und die wahren Strippenzieher des Mordes bleiben immer im Dunkel. Sie sind bestens geschützt und sitzen am längeren Hebel. Dies weiß der Geschichtsprofessor, dennoch läßt ihn dieser Mordfall nicht mehr los. Diese Geschichte ist bis zum Schluß und noch danach sehr bedrückend. Auch die Schauspieler sind perfekt besetzt. Gian Maria Volonte und Irene Papas spielen perfekt das Paar, dass in einem Fall ermittelt, den man besser auf sich beruhen lassen sollte.




Bewertung: 9,5 von 10 Punkten. 

Freitag, 7. Dezember 2012

Königin für 1000 Tage




Regie: Charles Jarrot

Wie es zur Suprematsakte kam....

Das Schicksal der Anne Boleyn rührt die Menschen schon lange: Die zweite Frau des englischen Königs Heinrich VIII, die sich weigerte dessen Mätresse zu werden und somit Auslöser für die Scheidung des Königs von Katharina von Aragón war. Resultierend daraus erfolgte die Trennung der Anglikanischen Kirche von Rom.
Annes Geschichte handelt vom Aufstieg und vom Fall. In Ungnade fiel sie beim König durch das Schicksal, dass sie ihm keinen männlichen Thronfolger schenken konnte. Dieser wurde vom König nicht nur erhofft, sondern herbeigesehnt. Sollte dieses Glück eines Sohnes auch als göttliches Zeichen gewertet werden, was Heinrich dringend gebraucht hätte, um ein religiös gespaltenes Volk bei Laune zu halten.
Am 19. Mai 1536 wird Anne Boleyn wegen angeblichem Ehebruchs und Hochverrat im Tower enthauptet.
Bereits elf Tage nach Annes Tod heiratete der König seine dritte Frau, Jane Seymour.
Der Film "Königin für 1000 Tage" erzählt in einer Rückblende diese Amour fou der englischen Royals. Heinrich (Richard Burton) unterschreibt entschlossen, aber auch wehmütig das Todesurteil gegen seine Frau Anne (Genevieve Bujold). Spätestens seit Ende 1526 war Heinrich VIII in Anne Boleyn verliebt. Vorher pflegte er eine aussereheliche Affäre mit Annes Schwester Mary.
Anne wusste seit ihrer Erziehung am französischen Hof, um das Schicksal abgelegter oder in Ungnade gefallener Mätressen. Der zeitweise hohe Status dieser Liebhaberinnen war immer von den Launen des Königs abhängig.
War er den Damen überdrüssig, fiel die Verschmähte auch bei Hof in Ungnade. Daher war der starken Persönlichkeit Anne eine Absicherung mit Titeln, Gütern und Einnahmen sehr wichtig. So stellt sie den verliebten König vor die Wahl und fordert die gültige Ehe. Bald denkt der König über eine Scheidung von Katherina (Irene Papas) nach..






Schon oft wurde diese Geschichte verfilmt. Zuletzt sah das Kinopublikum die schöne Natalie Portmann in der Rolle der Königin.
Die beste Verfilmung ist aber nach wie vor der 1969 gedrehte "Königin für 1000 Tage" von Charles Jarrot. Vorlage war das 1947 publizierte Theaterstück von Maxwell Anderson "Anne of the Thousand Days". Natürlich liegt der Schwerpunkt des anspruchsvollen Historienfilms im Geschlechterkampf der beiden Hauptfiguren. Die politischen Verquickungen kommen auch nicht zu kurz und der Film glänzt mit erlesenen Bildern, Kostümen und einer grandiosen Ausstattung.
Jarrot drehte zwei Jahre später mit "Maria Stuart, Königin von Schottland" und den beiden Hochkarätern Glenda Jackson und Vanessa Redgrave noch einen weiteren sehr guten Vertreter dieser zur damaligen Zeit äusserst populären englischen Historiendramen.
Dieser ambitionierte Spaziergang in die Geschichte war dann der Oscar-Academy auch 10 Nominierungen im Filmjahr 1969 wert.
Vor allem die Schauspielerleistungen von Richard Burton und Genevieve Bujold wurden stark favorisiert. Allerdings musste sich der Film mit dem Preis für "Beste Kostüme" zufrieden geben. Nachdem die Academy in den Vorjahren progressive Vertreter eines neuen Hollywoods wie "Bonnie and Clyde", 2001", "Rosemarys Baby" oder "Die Reifeprüfung" lediglich mit einem Nebenpreis, aber nicht zum besten Film wählte, war die Zeit reif, Schlesingers "Midnight Cowboy" dem opulenten Historienfilm vorzuziehen.





Bewertung: 9,5 von 10 Punkten.