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Sonntag, 1. Oktober 2023

Die Rückkehr des Königstigers


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Chang Cheh

8 Schurken...

Der 1969 produzierte Kung Fu Film "Die Rückkehr des Königstigers" ist eine Fortsetzung des Erfolgsfilms "Das Schwert des Königstigers" aus dem Jahr 1967 des Regisseurs Chang Cheh und seinen Hauptdarstellern Jimmy Wang und Lisa Chiao Chiao. Auch für den Nachfolgefilme holte sich Chang Cheh erneut seine beiden Hauptdarsteller und siedelte seinen Film genau dort an, wo der erste Film aufhörte: Der einarmige Schwertkämpfer hängt nach gewonnenem Kampf sein Schwert an den Nagel und wird nach dem Wunsch seiner Frau ein Bauer.
Ein Sequel entstand 1971 mit "Das Schwert des gelben Tigers" (The New One Armed Swordsman). Alle drei Filme wurden sehr schnell zu den ultimativen Klassikern und Meisterwerken des Genres gezählt.
Regisseur Chang Chehs Arbeiten lassen sich in vier unterschiedliche Schaffensphasen einteilen, die jeweils ganz stark auf die jeweiligen Hauptakteure ausgerichtet waren. Jimmy Wang war der erste - als Nachfolger wurden die beiden sehr unterschiedlichen Typen Ti Lung und David Chiang als Gespann ausgewählt. Gerade die Gegensätze - Ti Lung war der edle, ruhige Kämpfer und David Chiang der verschmitzte und extrovertierte Kerl - war die Erfolgsformel der Beiden. Nachfolgend paarten die Shaw Brothers Production den gutaussehenden Alexander Fu Sheng als aufmüpfiger Draufgänger und den schweigsamen Chi Kuan-Chun. Als vierte Phase führte der fleissige Regisseur, der ca. 100 Filme in seiner aktiven Laufbahn drehte, die "Five Venoms" zum Erfolg. Zu den Five Venoms zählen die Darsteller Philip Kwok, Lo Meng, Feng Lu, Sun Chien, Chiang Sheng und Pai Wei. Ausserdem drehte der Erfolgsregisseur mit "Kuan - Der unerbittliche Rächer" den ersten Modernen Kung Fu film, noch bevor mit dem Auftachen von Bruce Lee der große Boom für dieses Genre einsetzte. Den verdienten Regie-Olymp hat er bis heute nie so ganz betreten, vielleicht auch deshalb weil seine Werke simpel, vulgär, laut und brutal sind. Statt um das Schöne und Gute geht es in seinen Filme um den gestälten männlichen Körper und seine Verstümmelung. Seine Helden sind selbstgerechte Machos mit einem festen Ehrenkodex, von dem sie nie abweichen. Sie leiden an der Welt und leben dies in ihren Massakern aus. Diese Männer schreiben ihre männliche Identität ganz fest in ihren Körper ein, um sich dieser auch ständig zu versichern. Jede Verstümmelung oder Tötung steigerte so die Erkenntnis von der eigenen Härte und stellt eine beinahe schon lustvolle Zerstörung des eigenen Ichs dar. Der Protagonst wird erst im Tod befreit und erlöst. Chang Cheh zelebriert seine Kampfeinlagen wie eine Ballettaufführung, dazu lässt er viel hellrotes Kunstblut fließen. Eine Tatsache, die ihm auch den Spitznamen "Director Tomato Soap" einbrachte.
In "Die Rückkehr des Königstigers" blickt der Zuschauer zurück auf seine erste gr0ße Schaffenphase und Jimmy Wong, dieser einarmige Kämpfer, hat sein charakteristisches gebrochenes Schwert schon lange nicht mehr benutzt. Er leibt friedlich mit seiner Frau (Lisa Chiao Chiao) zusammen. Er trainiert aber dennoch jeden Tag, wenn er auf dem Feld ist. Doch ausserhalb seiner harmonischen Idylle fordert eine Gruppe tyrannischer Schwertkämpfer "die 8 Schwertkönige" alle Meister der konkurrierenden Schulen heraus, um an einem Kampfkunstwettbewerb teilzunehmen. Wer sich weigert, wird von den beiden Vollstreckern dieser acht Tyrannen, dem scharzen (Wu Man) und dem weißen Ritter (Fong Yau) ermordet.
Die acht Schurken sind Furtive King" Ling Xu (Tien Feng), "Hercules King" Jiao Feng (Ku Feng), "Poisonous Dragon King" Duan Shu (Tung Li), "Spinning Wheels King" Song Wen (Tang Chia), "Hell´s Buddha King" Shi Fu (Lau Kar-Wing), "Ape´s Arms King" Yuan Qian (Lau Kar Leung) und "Flying Fighter King" Deng Fei (Yuen Cheung-Yan)..., sowie die ominöse Hua Niangxi "1000 Hands King" (Essie Lin Chia)!
Fang Gang hat dem Schwertkampf abgeschworen, auch nachdem er bereits von den Schurken eingeschüchtert wurde und nachdem ihm der  der Schwertmeister Lu (Hoh Ban) einen Besuch zusammen mit seinen Söhnen Lu Tong (Cheng Lui) und Lu Da (Chung Wa) abgestattet hat.
Auch der betagte Schwertmeister hat die Einladung bekommen, wittert eine Falle und will Fang Gang dazu überreden, die Einladung anzunehmen. Nur er hätte gegen die Bösen, die im übrigen ausgezeichnete Kämpfer sind,  eine reelle Chance! Doch Fang Gang bleibt zunächst bei seinem Entschluss. Dann wird aber seine Frau enführt...








Am Ende steht natürlich der Showdown zwischen Fang Gang und dem stärksten Gegner und dem Furtive King Ling Su - dies in prächtiger Kulisse.
Natürlich ist die Opferzahl enorm groß, die meisten - gut wie böse" - verlieren im Kampf ihr Leben. Am Ende wirft der einarmige Held seine Ehrenmedaille in den Sand - genauso angewidert und verächtlich wie Gary Copper als Sheriff Will Kane im Western Meisterwerk "High Noon". Er hat hoffentlich ein für allemal genug vom Kampf. Der damals noch unbekannte Ti Lung ist in einer Nebenrolle zu sehen.








Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Freitag, 15. September 2023

Das goldene Schwert des Königstigers


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Chang Cheh

 Der Einarmige...

"Das goldene Schwert des Königstigers" heißt im Original "The One-Armed Swordsman" und wurde von Chang Cheh im Jahr 1967 inszeniert. Es war einer der ersten Wuxia Filme einer damals neuen Generation, versehen mit einem neuen Stil. Neben gewalttätigen Schwertkämpfen und heftigem Blutvergießen war es der neue männliche Antiheld, der diesen neuen Stil maßgeblich mitprägte.
Ein wenig Später fügte dann der legendäre King Hu eine weitere Variante dazu, denn er etablierte die weibliche Schwertkampfheldin, deren Talent sich auf alle Fälle mit ihren männlichen Herausforderern messen konnte.
Wie der Original titel bereits erwähnt, wird der Zuschauer mit einem gehandikapten Helden bekannt gemacht. Der Film spielte in Hongkong erstmalig die Summe von 1 Million HongkongDollars ein und machte seinen Star Jimmy Wang zum Superstar.
"Das goldene Schwert des Königstigers" gehört auch heute noch zu den größten Klassikern der Shaw Brothers Production und inspirierte bis heute das Martial Arts und Wuxia Genre. Bis heute tauchen in diesem Genre Helden mit eklatanten körperlichen Schwächen auf, die aber durch Willenskraft und Stärke vom jeweiligen Protagonisten in besondere Stärken umgewandelt werden kännen.
Der Film aus dem Jahr 1967 zog zwei weitere bedeutende Fortsetzungen nach sich, die ebenfalls von Chang Cheh gedreht wurden. 1969 wurde "Return of the One Armed Swordsman" veröffentlicht und 1971 der genauso geschätzte Klassiker "Schwert des gelben Tigers" mit dem beiden Superstars Ti Lung und David Chiang.
Trotz extrem gut inszenierter Kampfszenen (u.a. mit fiesen Zangen und kleinen Dolchen) steht die Handlung bzw. das Drama selbst im Vordergrund und somit auch die tragische Geschichte des jungen Fang Gang (Jimmy Wang) Der berühmte Schwertkampfmeister Qi Yu-Feng (Tien Feng) gerät eines Tages in einen Hinterhalt und wird vergiftet. Einer seiner Schüler kommt im letzten Moment zur Hilfe und kann seinen Meister retten, wird dabei aber tödlich verwundet. Meister Qi schwört seinem Schüler, dass er sich fortan um dessen Sohn Fang Gang kümmern und ihm die hohe Kunst des Schwertkampfes beibringen wird. Fang Gang ist ein brillanter Schüler, und als er erwachsen ist, soll er die Schule von Meister Qi übernehmen, was dessen andere Schüler und vor allem Qis Tochter (Angela Pan)allerdings wenig begeistert. Eifersüchtig schmieden sie einen Plan, um Fang Gang loszuwerden, wissen aber nicht, dass dieser sich längst dazu entschlossen hat, der Schule den Rücken zu kehren, um nicht weiterhin der Auslöser für Neid und Missgunst sein zu müssen. Als sie Fang Gang schließlich stellen, kann er sie zwar mühelos besiegen, wird aber nach dem Kampf hinterrücks von Qis Tochter verstümmelt. Mit abgehacktem Arm und gebrochenem Schwert schleppt er sich von dannen und landet bewusstlos in den Händen der hübschen Bäuerin Xiao Man (Lisa Chiao Chiao), die ihn zwar gesund pflegt und sich in ihn verliebt, aber seine Traurigkeit darüber, dass er seinen Arm nicht mehr gebrauchen kann, nicht mindern kann. Er entschließt sich bei dem Mädchen zu bleiben und lernt aber auch durch ein halb verbranntes altes Kung Fu Lehrbuch das Schwert meisterhaft mit seinem noch verbliebenen linken Arm zu führen. Und bald wird auch seine Kampfesstärke gebraucht, denn in seiner Abwesenheit wird ein Komplott gegen seinen alten Meister Qi-Yu-Feng geschmiedet....





Es gibt keinen Zweifel daran, dass "Das goldene Schwert des Königstigers" auch heute noch einer der besten Martial Arts Klassiker ist. Er gilt als "die Mutter" der modernen chinesischen Wuxia Filme und bis heute ist erkannebar, dass das Genre nach wie vor sich an den Versatzstücke dieses Klassikers bedienen. Chang Cheh war sichtlich von zwei Strömungen geprägt: Er orientierte sich formal deutlich an den Italo Western eines Sergio Leone, aber auch an den legendären Samurai Filmen des japanischen Meisterregisseurs Akira Kurosawa - ohne aber seine inhaltliche Eigenständigkeit aus den Augen zu verlieren. 






 Bewertung: 9 von 10 Punkten.