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Sonntag, 12. November 2023

Mortal Kombat


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Paul W. S. Anderson

Das Turnier der Turniere...

In Paul W. S. Andersons Martial Arts Movie "Mortal Kombat" aus dem Jahre 1995 ist der fernöstliche Einschlag kaum zu übersehen, auch wenn letztendlich der westlich geprägte Einschlag der Geschichte dominierend ist. Kein Wunder, denn "Mortal Kombat" ist die Verfilmung des gleichnamigen sehr beliebten Computerspiels, das 3 Jahre zuvor auf den Markt kam und die Herzen der Fans eroberte. Neben den Kung Fu Anteilen ist natürlich auch die Verwandtschaft zum Genre der "Real Comicverfilmungen" nicht zu übersehen, obwohl deren Zeit erst im folgenden Jahrzehnt zur vollen Blüte kam.
"Mortal Kombat" heißt in der Geschichte auch ein Kampfsportturnier, das einmal pro Generation zwischen Vertretern der Reiche der Erde und einer jenseitigen Dimension einer Außenwelt ausgetragen wird. Wenn diese fremden Möchtegerninvasoren zehnmal bei diesem Turnier einen Sieg davontragen, dann ist die Erde für die Menschen verloren. Und neunmal haben die Outworldwesen einen Sieg errungen.
Einer der Kämpfer für die Erde ist der ehemalige Shaolin Mönch Liu Kang (Robert Shou), der durch einen Alptraum aufwacht, in dem sein kleiner Bruder Chan (Steven Ho) im Zweikampf von dem Zauberer Shang Tsung (Cary Hiroyuki Tagawa) brutal ermordet wird. Ausserdem nimmt dieser mächtige Zauberer immer die Seele seines getöteten Opfers, was ihn jedes Mal ein bisschen stärker und mächtiger werden lässt. Zweiter Kämpfer um die Welt zu retten ist der Filmstark Johnny Cage (Linden Ashby) und die toughe Polizistin Sonya Blade (Bridgette Wilson), die dem Gangster Kano (Trevor Goddard) nachjagt. Irgendwann finden sich alle möglichen Teilnehmer des Turniers an der Pier von Hongkong wieder, wo sie auf ein Schiff warten müssen. Tatsächlich erscheint ein Drachenboot aus dem Nebel und nimmt die Kämpfer auf. Immerhin haben die menschlichen Helden Beistand vom mächtigen Donnergott Lord Raiden (Christopher Lambert), der immerhin die ersten Todesopfer noch vor dem Turnier verhindert. Einige Zeit später legt das Boot auf einer Insel an, welche als Kampfstätte genutzt wird. Liu Kang, Sonya und Johnny beschließen die Insel auf eigene Faust zu erkunden. Dabei werden die drei von Prinzessin Kitana (Talisa Soto), der Adoptivtochter des Imperators und rechtmäßige Thronerbin der Außenwelt, tief in die verborgenen Höhlen geführt, wo sie Shang Tsung, Kano und den vierarmigen General der Außenwelt und aktuellem Champion Goro (Kevin Michael Richardson) beobachten. Der Kampf beginnt...




Der Film kam am 18. August 1995 in die Kinos. Fans und Kritiker lobten zwar die Kampfsportsequenzen, aber bemängelten auch das einfallslose Drehbuch. Immerhin wurde der Film mit einem Einspielergebnis von 122 Millionen Dollar ein guter Erfolg, so dass Regisseur Paul W. S. Anderson sieben Jahre später mit "Resident Evil" eine weitere Computerspiel-Verfilmung realisierte. Tatsächlich ist der Film optisch gut gelungen, doch er bleibt im Vergleich zu den meisten anderen Martial Arts Klassikern irgendwie "seelenlos" und nicht nur Christopher Lambert als Donnergott ist eine glatte Fehlbesetzung, die unfreiwillig komisch wirkt. Nichtsdestotrotz war der Publikumserfolg gesichert und zog bis heute Fortsetzungen und Remakes nach sich.








Bewertung: 5,5 von 10 Punkten.
 

Donnerstag, 29. Juni 2023

Die drei Musketiere


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie:  Paul W. S. Anderson

 Moderner D´Artagnan...

Alexandre Dumas berühmter Roman "Die drei Musketiere" wurde schon oft verfilmt. Als die besten Verfilmungen gelten die 40er Jahre Fassung von George SidneyS mit Gene Kelly und Lana Turner und vor allem Richard Lesters Zweiteiler aus den 70er Jahren mit Michael York, Raquel Welch und Faye Dunaway in den Hauptrollen. Stephen Hereks Version aus dem Jahr 1993 mit Chris O´Donnell und Rebecca de Mornay war zwar erfolgreich an der Kinokasse, doch er wurde mit schlechten Kritiken übersät und der Hauptdarsteller bekam sogar eine Nominierung für die Goldene Himbeere.
2011 versuchte sich Paul W. S. Anderson an dem bestens bekannten Stoff. Er hat seine Verfilmung mit vielen jungen und trendigen Versatzstücken garniert. So kommt sogar ein Luftschiff in Clockpunk Ästhetik zum Einsatz, dass nun so gar nicht zur Geschichte passen will. Auch einige Zeitlupensequenzen und ein paar Martial Arts Einlagen in den Kampfszenen sollen das jugendliche Publikum für diesen klassischen Stoff begeistern, was ich irgendwie bezweifle. Andererseits finde ich den jungen Logan Lerman perfekt als D´Artagnan, weil er der Romanfigur viel näher kommt als jeder Vorgänger vor ihm. Der Film wurde in Bayern gedreht und die Innenaufnahmen wurden im Studio Babelsberg realisiert.
Bereits in der Anfangssequenz kennt die Phantasie bzw. die Abweichung von der Vorlage keine Grenze.
In Venedig stehlen die Musketiere Athos (Matthew McFadyen), Porthos (Ray Stevenson) und Aramis (Luke Evans) mit Hilfe von Milady de Winter  (Milla Jovovich) die von Leonardo da Vinci angefertigten Entwürfe für ein Luftschiff. Sie werden jedoch von Milady verraten, die sie handlungsunfähig macht und die Pläne an den Herzog von Buckingham (Orlando Bloom) verkauft.
Ein Jahr später verlässt der Bauernjunge d'Artagnan (Logan Lerman) sein Dorf in der Gascogne und geht nach Paris, in der Hoffnung, wie sein Vater Musketier zu werden, doch er erfährt, dass die Truppe aufgelöst wurde. In einer ländlichen Kneipe fordert er Hauptmann Rochefort (Mads Mikkelsen), den Anführer der Garde von Kardinal Richelieu (Christoph Waltz), zum Duell heraus, nachdem er von ihm beleidigt wurde, aber Rochefort schießt ihn nur an, während er abgelenkt ist. In Paris trifft d'Artagnan getrennt auf Athos, Porthos und Aramis, die er versehentlich beleidigt und mit denen er sich duelliert. Athos bringt Porthos und Aramis als seine Sekundanten zum Duell mit, wodurch d'Artagnan ihre wahren Identitäten erkennt. Richelieus Wachen kommen, um die beiden festzunehmen, doch inspiriert von d'Artagnan kämpfen die Musketiere gemeinsam und gewinnen. Alle vier werden vor den jungen König Ludwig XIII. (Freddie Fox) geladen, und Richelieu drängt ihn, sie hinzurichten, aber Königin Anne (Juno Temple) ist von ihrer Tapferkeit beeindruckt und der König zeichnet sie stattdessen aus.
Richelieu beauftragt Milady, die nun seine Komplizin ist, falsche Liebesbriefe in Königin Annes Besitz zu platzieren, ihr Diamantenkollier zu stehlen und es in den Tower von London zu bringen, um ihr eine Affäre mit Buckingham anzuhängen, was König Ludwig zwingen würde, sie hinzurichten und England den Krieg zu erklären. Zu diesem Zeitpunkt verlangte das Volk nach einem erfahreneren Anführer: Richelieu selbst. Um ihre eigene Position zu sichern, verlangt Milady, dass Richelieu in einer schriftlichen Vollmacht erklärt, dass sie im Auftrag Frankreichs arbeitet.
Die gefälschten Briefe werden gefunden und König Ludwig übergeben, der von Richelieu den Rat erhält, einen Ball zu veranstalten, auf dem Königin Anne gezwungen werden soll, das Collier zu tragen. Wenn sie das nicht tut, ist ihre Affäre echt, und es kommt zum Krieg. Constance Bonacieux (Gabriella Wilde), Königin Annes Hofdame, erfährt von Richelieus Plan und bittet die Musketiere, ihn zu verhindern. Sie folgen Milady und Buckingham nach London, während Constance von Rochefort gefangen genommen wird, weil sie den Musketieren geholfen hat, vor ihm zu fliehen. Natürlich verliebt sich D´Artagnan in Constance...





Regie-Ikone Quentin Tarantino stufte Andersons Version als einer der besten 10 Filme des Jahres ein, was für mich total übertrieben ist. Natürlich ist die Geschichte immer noch so gut, dass man sie gerne noch einmal wiedersieht. Die Updates sind aber nur für Kinozuschauer gedacht, die die Vorlage nicht kennen.






Bewertung: 5,5 von 10 Punkten. 

Montag, 18. August 2014

Pompeii


























Regie: Paul W. S. Anderson

Untergang einer Stadt, Untergang eines Films...

Herzlichen Glückwunsch an den Macher Paul W.S. Anderson für die kommenden Goldenen Himbeeren, die er sich mit seinem Sandalen- und Katastrophenfilm "Pompeii" redlich verdient hat. Schon nach einigen Minuten ist klar, dass dieser Film eine echte Gurke ist.  Dabei wäre ja dieser Untergang der Stadt im Jahr 79 durch den Vulkan Vesuv eine durchaus spannende Idee für einen guten Historienfilm. Aber gleich zu Beginn wird man mit einer Anfangssequenz konfrontiert, die ziemlich schlecht von "Conan, der Barbar" abkopiert wurde. Der kleine keltische Junge Milo ist der einzige Überlebende eines Massakers, dass römische Krieger bei der Zerstörung seines Heimatdorfs angerichtet haben. Vater ermordet, Mutter auch. Der Junge wird verschleppt und irgendwann ist er erwachsen (Kit Harrington) und Sklave - aber einer der als Gladiator sein Dasein fristet und aufgrund seines Erfolgs im Kampf von Londinium nach Pompeii gelangt. Darüberhinaus ist die Figur des Kriegers mit dem jungen Schönling Kit Harrington völlig fehlbesetzt. Unfreiwillig komisch seine - zumindest in der deutschen Synchronfassung - abgeklärte Stimme, die so gar nicht zum Jüngling passen will, der in der Arena alle Gegner mit Leichtigkeit besiegt. Immerhin ist mit dem Sklaven Atticus (Adewale Akinnuove-Agbaie) ein Gegner gefunden, der ihn bei den kommenden blutigen Festspielen besiegen könnte.  Atticus hätte auch ein Motiv, denn er soll bei einem Sieg die Freiheit erlangen. Diese Chance bietet sich für Milo nicht, denn für den ist nach dem Kampf vor dem Kampf. Er verliebt sich aber auf der Reise nach Pompeii in die schöne Cassia (Emily Browning), Tochter reicher Bürger aus Pompeii (Jared Harris/Carrie Ann Moss) und auf der Flucht vor dem römischen Senator Corvus (Kiefer Sutherland), der sie zur Frau haben will und sie dementsprechend bedrängt. Er ist auch noch zufällig, gemeinsam mit seinem besten Kämpfer Procolus (Sasha Roiz) der Mann, der Milos Eltern tötete - daher wird auch noch Milos Rache ein Thema sein in der Stadt, die dem verheerenden Ausbruch des Vesuvs und damit einem katastrophalen Feuerregen entgegen sieht. Alle Zeichen stehen auf Untergang, es wird heroisch gekämpft und gestorben. 


Und über allem das CGI-Katastrophenszenario, dass genauso uninteressant heruntergespult wird wie die Figuren, die in der Geschichte auftauchen. Alles ist zu künstlich. Ein Vergleich mit "Gladiator" wäre eine Beleidigung für den Ridley Scott Sandalen-Ereuerungsklassiker und selbst der trashige Charme der 60er Jahre Italo-Sandalenfilme fehlt dem Film völlig. Er hat keine einzige wirklich gute Szene zu bieten. Alles ist abgekupfert oder wird sattsam bekannt als Klischee missbraucht. Da wird dann auch folgerichtig aus dem Muskelprotz, der Gegner ist, ein Freund - das hat man doch schon x-fach genauso gesehen...gähn. Auch Kiefer Sutherland agiert eher lustlos und es gelingt nicht mal ihm zumindest einen interessanten Bösewicht als Gegenpart für das uninteressante Liebespaar zu werden. Dramaturgisch und inhaltlich flach bewegt sich die Handlung auf den Schluß zu, der dann noch eine unfreiwillig komische Verfolgungszene beinhaltet - Sutherland im Streitwagen wird verfolgt von einem Milo zu Pferd, die Geschwindigkeit dieser Hatz wirkt temporeicher als ein Formel Eins Rennen. Dazwischen nichtssagende Dialoge und zu keiner Zeit kommt ein Feeling von Authentizität für die historische Geschichte auf. Man sitzt gelangweilt im Sessel und verfolgt ohne Emotion das knallbunte, virtuelle Jahrmarktspektakel. Die Stadt selbst ist reine Computeranimation und so sieht sie auch die ganze Zeit aus.
Mit "Pompeii" präsentiert Anderson (Resident Evil, Event Horizont, Aliens vs. Predator) seinen bisher schwächsten Film.



Bewertung: 1 von 10 Punkten.