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Samstag, 3. Dezember 2022

Shaft


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Gordon Parks

Trouble in Harlem...

Gordon Parks war der erste dunkelhäutige Filmemacher, dem der Durchbruch in Hollywood gelang. Mit seinem Neo Noir Movie "Shaft" gelang ihm ein weltweiter Kinohit, der zwei Fortsetzungen, ein Remake und dessen Fortsetzung nach sich zog.
Der Film spielte in den USA 12 Millonen Dollar ein. Der gleichnamige Filmsong von Isaac Hayes gewann nicht nur den Oscar - er schaffte es auch bis an die Spitze der Charts.
Nach dem gleichnamigen Roman von Ernest Tidyman wurde das Drehbuch gemeinsam mit John D. F. Black selbst verfasst. Die Story spielt in Harlem im Januar 1971. Dort lebt Privatdetektiv John Shaft - ein sehr selbstsicherer Typ, der sich von keinem etwas sagen lässt und der sich aufgrund seines Auftretens auch bei der Polizei einen ausgezeichneten Ruf erworben hat.
Lieutenant Vic Androzzi (Charles Cioffi) hält große Stücke auf Shaft, der genau weiß, wie man mit bösen Jungs und schönen Frauen umgehen muss.
An einem dieser Wintertage wird John Shaft (Richard Roundtree) von einigen Leuten im Viertel darauf aufmerksam gemacht, dass zwei undurchsichtige Typen nach ihm suchen. An diesem Tag sucht ihn auch Androzzi auf, der Shaft als Informant für das Policedepartment gewinnen will. Es sei was im Gange in Harlem und Androzzi tappt im Dunkel. Er hofft von Shaft wertvolle Infos zu bekommen, was hier im Problemviertel vor sich geht. Shaft ist natürlich zu keiner Zusammenarbeit zu bewegen, er hat schon immer sein eigenes Ding gemacht. Wenig später wird er von den beiden Typen überfallen, die ihn gesucht haben - das Ende vom Lied ist ein Gangster, der aus dem Fenster von Shafts Bürogebäude gefallen ist. Der Andere verrät, dass Bumpy Jonas (Moses Gunn) nach Shaft geschickt hat. Bumpy will, dass Shaft die Entführer seiner Tochter Marcy (Sherry Brewer) ausfindig macht und das Mädchen unversehrt befreit. Shaft willigt ein und versucht mit Ben Buford (Christopher St. John), einem militanten schwarzen Bürgerrechtler, die Befreiung der Gefangenen erfolgreich zu meistern...




Richard Roundtree spielt die dunkelhäutige Ausgabe von Sam Spade oder Phil Marlowe natürlich perfekt - Gordon Parks präsentiert diesen Superschnüffler als coolen Egozentriker, der sich auf der Gewinnerstraße befindet und sich köstlich auf Kosten des weißen Establishment zu amüsieren weiß. Obwohl als Unterhaltungsfilm konzipiert, hat "shaft" doch erheblich das Selbstbewusstsein der schwarzen Community positiv beeinflusst. Der Blaxploitationfilm auf seinem Höhepunkt. Weniger wichtig war die Story selbst - doch Shaft dominiert so cool jede Szene, dass diese inhaltliche Schwäche eher ignoriert werden kann.





Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Montag, 5. März 2018

Jackie Brown

























Regie: Quentin Tarantino

Tödlicher Plan...

Zweifelsohne ist "Jackie Brown" aus dem Jahr 1997 immer noch einer von Quentin Tarantinos beeindruckendsten Filmen. Auch wenn er mit einer Kürzung von etwa 20 Minuten vielleicht noch etwas runder geworden wäre, denn die Laufzeit von 154 Minuten lässt den Autorenfilmen auch in vielen ausufernden Dialogen schwelgen, etwas weniger wäre vielleicht sogar etwas mehr gewesen.
Aber die Filmfiguren hat Tarantino fein ausgewählt. Alles dreht sich um die gutaussehende Flugbegleiterin Jackie Brown (Pam Grier), die bereits in der ersten Szene großartig in Szene gesetzt wird, während im Hintergrund Bobby Womack mit "Across 110th Street" läuft. Überhaupt ist Tarantinos Heist Movie mit einem exzellenten Soundtrack bestückt, darunter Songs der Delfonics, Johnny Cash oder Bill Withers.
Jackie Brown ist Flugbegleiterin einer kleinen mexikanischen Fluggesellschaft, das Gehalt ist nicht gerade üppig. Aber sie braucht die 16.000 Dollar Jahreslohn. Um etwas dazuzuverdienen hat sie sich mit dem Drogen- und Waffenhändler Ordell Robbie (Samuel L. Jackson) eingelassen. Für diesen schmuggelt sie Geld von Mexiko in die Vereinigten Staaten. Als einer seiner Kuriere, der labile Beaumont Livingston (Chris Tucker) von der Polizei geschnappt wurde, ist die Lage für Ordell sehr brenzlig. Denn wenn der ausplaudert, dann gehts ihm an den Kragen. So nimmt er die Dienste des Anwalts Max Cherry (Robert Forster) in Anspruch. Der soll Mittler und Überbringen der Kaution sein, die der Gefangene aufbringen muss, dass er bis zur Verhandlung auf freiem Fuß kommt. 10.000 Dollar lässt sich Ordell das kosten. Natürlich hat Ordell schon den Plan gefasst Beaumont aus dem Weg zu räumen, denn er ist sicher, dass er auspacken wird. Doch Beaumont hat schon einige Infos an die Bullen gegeben, die somit auch auf Jackie Browns Dienste für Ordell aufmerksam wurden. Während Ordell Beaumont aus dem Weg geräumt hat und bereits in der Wohnung seiner Freundin Melanie Ralston (Bridget Fonda) kriminelle Pläne mit dem Ex-Knacki Louis Gara (Robert de Niro) ausdenkt, wird Jackie von den Polizisten (Michael Keaton/Michael Bowen) verhaftet. Sie muss - wohl oder übel - mit den Gesetzeshütern kooperien und Ordell ans Messer liefern.
Tatsächlich kann sie mit den Polizisten Straffreiheit ausmachen, wenn der Plan Ordell zu fassen, gelingt. Alles soll in dem Einkaufszentrum Del Amos Fashioncenter vonstatten gehen. Es gibt aber noch einen von Jackie und dem Anwalt Max entworfenen Plan B, der den Polizisten natürlich nicht bekannt ist. Der Showdown läuft präzise, aber auch ereignisreich ab und am Ende des Tages sind einige der Protagonisten nicht mehr am Leben...




Ein raffinierter Plan, der aus 500.000 Dollar nur noch 50.000 Dollar macht und am Ende funktioniert dieses Risikospiel tatsächlich.
"Jackie Brown) basiert auf dem Roman "Rum Punch" von Elmore Leonard und ist sowohl Heist Movie als auch ein Beitrag fürs Blaxploitation Genre und ist entsprechend cool inszeniert. Tarantino stattet seine Figuren mit einer sehr skurrilen Note aus und lässt sich Zeit mit der Geschichte. Für die Darsteller Pam Grier, Robert Forster, Robert de Niro, Samuel L. Jackson und Bridget Fonda sprangen daher gute Rollen heraus. Robert Forster konnte sogar ins Oscar-Rennen als bester Nebendarsteller gelangen, hatte allerdings gegen Robin Willams für "Good will hunting" das Nachsehen. Auch die Kameraarbeit von Guillermo Navarro war hervorragend. Er erhielt 10 Jahre später für "Pans Labyrinth" den Oscar. "Jackie Brown" wurde ein guter Kinoerfolg und spielte 74,7 Millionen Dollar ein.





Bewertung: 9 von 10 Punkten. 
 

Donnerstag, 19. Januar 2017

Straße zum Jenseits

























Regie: Barry Shear

Jenseits der 110ten Straße....

"Across 110th Street" heißt in der deutschen Version "Straße zum Jenseits und entstand im Jahr 1972 unter der Regie von Barry Shear. Der Film wird dem Blaxploitation Genre zugerechnet, das eine Blütezeit in den frühen 70ern hatte. Dies war auch ein Verdienst des Films "Shaft", der ein Welterfolg war und andere Genregranaten wie "Mandingo", "Foxy Brown" oder Blacula" nachfolgen ließ. Der Name "Blaxploitation" ist ein Kofferwort aus "Black" und "Exploitation" - also Filme von und mit Afroamerikanern, versehen mit expliziten Darstellungen und vor allem billgen Herstellungskosten.
Für "Across 110th Street" konnte aber ein großer Altstar des klassischen Hollywoods für die Hauptrolle gewonnen werden: Anthony Quinn. Und wie der gleichnamige Titelsong von Bobby Womack und J. J. Johnson bereits eindrücklich vermittelt spielt die Geschichte in Harlem...und zwar jenseits der 110ten Straße. Dort in den dunklen Gassen und dreckigen Wohngegenden haben die Menschen ohne Hoffnung auf Besserung ihrem ärmlichen Alltag nach...viele dort sind bereit für ein bisschen Kohle alles zu tun. In dieser Gegend ist der Rassismus noch allgegenwärtig und auch Captain Matelli (Anthony Quinn) ist da keine Ausnahme.
Die 110te Straße teilt die Territorien der italienischen Mafia unter der Führung des Paten Don Genarro (Frank Macetta) und des schwarzen Mobs in New York, wo der Gangsterboss Doc Johnson (Richard Ward) das Sagen hat. Bei einem Deal zwischen den beiden Parteien in Harlem kommt es zu einem Überfall durch ein unbekanntes Trio. Die als Polizisten verkleideten Männer wollen nur das Geld und dann verschwinden. Es kommt leider zu einem regelrechten Blutbad. Nun sind die drei schwarzen Nobodys Jim Harris (Paul Benjamin), Joe Logart (Ed Bernard) und Henry J. Jackson (Antonio Fargas) zwar 300.000 Dollar reicher, aber auch die Mörder von Mitgliedern der Mafia und des Mobs. Zu allem Unglück wurden auch noch zwei Polizeibeamten niedergeschossen, was natürlich deren Kollegen vom Revier besonders engagiert in der Suche nach den Mördern macht. Don Genarro schickt seinen Bluthund Nick D´Salvio (Anthony Franciosa) ins Geschehen. Der Auftrag: Ganz schnell die Schuldigen und das Geld zu finden. Auf der Seite des Gesetzes agiert der alteingesessene, für brutale Methoden berüchtigte Mattelli - der hat auch schon Schmiergelder von Doc Johnson angenommen. Er wird jedoch etwas ausgebremst, weil der idealistische dunkelhäutige Lieutenant Pope (Yaphet Kotto) mit dem Fall betraut wird. Beide versuchen einigermassen miteinander auszukommen, doch es schimmert von Seiten Mattelli immer wieder seine rassistischen Ressentiments durch...




Der Regisseur Barry Shear hat großen Wert auf die Charakterzeichnungen gelegt. So werden auch die Gründe der drei Männer offenbart, die den Überfall machten und der dann so derart aus dem Ruder lief. Es sind Männer, die einfach den Wunsch hatten soviel Geld aus einem Coup zu machen, um damit endlich ohne Sorgen leben zu können. Doch sie sind auch sehr naiv und dumm. Besonders die Figur, die von Antonio Fargas verkörpert wird, der mit seiner Kohle gleich den großen Macker in den Bars spielt, Frauen und Drogen kauft und schnell auf sich aufmerksam macht. Es wird sichtbar, dass sie auch gute Seiten haben. Überhaupt verschwimmen in "Across 110th Street" die Grenzen von Gut und Böse, wie auch der von Anthony Quinn gespielte korrupte Rassist Mattelli zeigt. Ein verdammt guter Polizist, aber auch zu ganz fiesen Methoden bereit....es ist schwer für den korrekten Pope sich zu arrangieren, doch irgendwie funktioniert ihre Zusammenarbeit immer besser. Das Ende beweist die dramatischen Qualitäten des Films.




Bewertung: 7 von 10 Punkten.