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Samstag, 26. April 2025

Warum musste Staatsanwalt Traini sterben ?


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Damiano Damiani

Der Terror führt Regie.:: 

Der Politthriller "Warum musste Staatsanwalt Traini sterben ?" wurde 1975 von Damiano Damiani inszeniert, der davor mit "Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert", "Der Tag der Eule" oder "Das Verfahren ist eingestellt: Vergessen sie es" bereits hervorragende Filme in diesem Genre schuf. Hauptdarsteller ist in allen vier Filmen Franco Nero.   Ein junger Regisseur namens Giacomo Solaris (Franco Nero) dreht den Film "Inchiesta sul Palazzo di Giustizia", den er in Palermo vorführt und der großes Aufsehen erregt,weil die Handlung und die Person extrem an den hochrangigen Staatsanwalt Alberto Traini (Marco Guglielmi) erinnern. Man wirft dem Richter eine lukrative Zusammenarbeit mit der Mafia vor, doch beweisen konnte man nie etwas.  Als der Film in Palermo Premiere hat, raten Trainis Mitarbeiter ihm gegen Solaris vorzugehen, aber der sieht sich den Film lieber an, reagiert sehr gelassen und lädt Solaris nach der Vorstellung sogar zu sich nach Hause ein. Dort trifft der Filmemacher auf hochrangige Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die ebenfalls im Verdacht stehen Verbindungen zur Mafia zu haben.Trainis Frau (Francoise Fabian) ist alles andere als erfreut, dass ihr Mann den Regisseur spontan eingeladen hat. Im Film von Solaris wird der Staatsanwalt ermordet und als Traini am nächsten Tag auf offener Straße tatsächlich getötet wird, stellt der Regisseur auf eigene Faust Nachforschungen an, denn er ist sich sicher, dass die Mafia für diesen Mord verantwortlich ist....







weitere Schlüsselfiguren der Geschichte sind der zwielichtige Anwalt Meloria (Luciano Catenacci), der auch Senora Traini vertritt, und der von der Polizei gesuchten Mafia-Boss Bellolampo (Sergio Valentini)der jedesmal gewarnt wird, wenn eine Razzia gegen ihn geplant ist. Ebenso zwielichtig sind die Abgeordneten Ugo Selimi (Elio Zamuto) und Derrasi (Giancarlo Badessi), zu deren Bekanntenkreis selbstverständlich auch der Anwalt gehörte.Der Film ist ausserdem bekannt als "Der Terror führt Regie" und es dauerte drei Jahre bis Damiano sich erneut einen kritischen Blick auf die politischen Verhältnisse in Italien werfen sollte: 1977 war er mit "Ich habe Angst" für einen weiteren wegweisenden Mafiathriller verantworlich. Schon in seinen früheren Polit-Filmen lag Damianis Gewicht vermehrt auf den Dialogen, streute er nur wenige Action-Szenen ein, aber die unmittelbare Bedrohung für seine Protagonisten blieb immer spürbar. Dass der Regisseur vor allem Antonia Traini, die solidarische Ehefrau des Beschuldigten, von der Richtigkeit seiner Thesen bzw. von der Schuld ihres totn Mannes überzeugen will, verdeutlicht den besonderen Wert, den ihre Meinung für ihn hat. Entsprechend viel Raum nimmt der Dialog in Damianis Film ein, besonders nachdem der Staatsanwalt erschossen auf einem Parkplatz aufgefunden wurde, womit Solaris' Voraussage zur Realität geworden ist. Doch Vorsicht: Gefahr eines doppelten Bodens ist möglich.  Er ist zwar davon überzeugt, dass die Mafia Traini ermorden ließ, weshalb ihn die Verhaftung eines Parkplatzwächters sehr erregt, der als Bauernopfer auserkoren wurde, um die wahren Täter laufen zu lassen.






Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

Donnerstag, 21. Juli 2022

Nobody ist der Größte


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Damiano Damiani

Kopf eines genialen Plans....

Der Vorgänger "Mein Name ist Nobody" wurde ein Riesenkinoerfolg und so entschied sich Produzent Sergio Leone für eine Fortsetzung. Als Regisseur wurde Damiano Damiani verpflichtet. Ein Filmemacher, der durch seine gesellschaftskritischen Mafiathriller "Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert" oder "Tag der Eule" internantional bekannt wurde. "Nobody ist der Größte" wurde ebenfalls ein Kinohit - in Deutschland belegte er im Filmjahr 1975 mit 3,3 Milllionen Zuschauern einen ausgezeichneten 6. Rang in den Jahrescharts.
Während der erste Nobody Film gegen Ende des Wilden Westens spielt, ist die Handlung im Nachfolgefilm zeitlich früher angesiedelt. Die Handlung spielt während der Indianerkriege. Die Hauptfigur "Nobody" taucht ein in eine Handlung, die aus zusammengehaltenen Aneinanderreihungen meist grotesker Situationen im Comic-Stil besteht. Die deutsche Synchronisation ist geprägt durch die flapsigen Sprüche von Rainer Brandt, Er selbst hatte mit seinem "Schnodderdeutsch" in den 70er Jahren einen immensen Erfolg, nicht nur mit der freien Übersetzung der Spencer/Hill Filme. Auch fürs Fernsehen synchronsierte er ausserordentlich erfolgreich die englische TV-Serie "Die Zwei" mit Roger Moore und Tony Curtis. Durch seine Witze und Wortspiele begeisterte er den deutschen TV-Zuschauer, die Serie wurde ein echter Hit.
"Un genio, due compari, un pollo" ist der Originaltitel des zweiten Nobody Films und ist wie sein Vorgänger eine deutsch-französisch-italienische Coproduktion, die ganz auf den Hauptdarsteller Terence Hill zugeschnitten ist. Er ist sozusagen der geniale Kopf eines genialen Plans, den der Zuschauer in seinem ganzen Ausmaß gar nicht zwingend begreifen muss. Hauptsache man hat Spass und steht auf der Seite der gebeutelten Indianer.
Oberst Pembroke (Jean Martin) wird von der US-Regierung entsandt, um die fiesen Machenschaften von Major Cabot (Patrick McGoohan), dem Kommandanten der Garnison von Fort Cristobal zu untersuchen, der vermehrt Übergriffe und Morde an den Indianern begeht. Cabot hat auch die Summe von 300.000 Dollar, die den Indianern zusteht, an sich gerissen. Oberst Pembroke wird von Banditen getötet, deren Aufgabe es ist Morde zu begehen und diese dann den unschuldigen Indianern in die Schuhe zu schieben. So hat Major Cabot ständig neue Verurteilte, die er hängen lässt. Nobody (Terence Hill) ist ein Freund der Indianer. Sein Kumpan Lokomotive Bill (Robert Charlebois) und dessen Freundin Lucy (Miou-Miou) sind auch auf seiner Seite. Auch wenn Bill immer mal wieder in Streit mit Nobody gerät, weil sein Mädchen auch Nobody schöne Augen macht. Bill will seine indianische Abstammung am liebsten verbergen. Aber um den Indianern zu helfen, schlüpft er in die Rolle des getöteten Pembroke - dazu braucht es nur ein bisschen Kleister und ein unverwechselbarer rothaariger Bart, Pembrokes ganzer Stolz. Gemeinsam mit Lucy, die die Rolle von Pemnbrokes Töchterchen spielen muss, machen sie sich auf zum Fort Cristobal um das gestohlene Geld der Indianer zu stehlen. Doch sie werden vom Schurken Jackie Roll (Piero Vida) verraten und landen in der Zelle. Zum Glück hat aber Nobody einen Megaplan, der im Laufe der Handlung immer mehr zur Geltung kommt...




In weiteren Rollen sind Klaus Kinski als Doc Foster und Raimund Harmsdorf als Sergeant Milton zu sehen. Die Musik stammt natürlich von Ennio Morricone. Damianis Film bietet dem Westernzuschauer natürlich kein Meisterwerk des Genres, aber auf alle Fälle sehr entspannte und vergnügliche Unterhaltung bei einer Laufzeit von 120 Minuten. Neben den flotten Sprüchen, dem vielen Slapstick gibts auch einige sehr witzige Szenen, die beweisen, dass die Macher sehr viel Spass hatten bei der Realisierung des Spasswesterns. Der Kameramann war Giuseppe Ruzzoni, der in den späteren 60er Jahren und den frühen 70er Jahren häufig mit Pier Pablo Pasolini zusammenarbeitete.






 Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Sonntag, 8. Mai 2022

Der Tag der Eule


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Damiano Damiani

Die Macht der Mafia...

Damiano Damiani hat in den Genres des Italowestern sowie des Mafiathrillers einige richtungsweisende Filme gedreht. Sein bester Spaghettiwestern ist der 1967 entstandene "Töte Amigo". Im Jahr 1975 drehte er mit "Nobody ist der Größte" einen weiteren sehr erfolgreichen Film dieser Sparte. Allerdings sind seine ab den späten 60er Jahren entstandene Mafiafilme noch nachhaltiger im Gedächtnis geblieben. Für den 1971 entstandenen "Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert" erhielt er sogar den Etoile de Crystal als bester Auslandsfilm des Jahres. Die Filme "Das Verfahren ist eingestellt, vergessen sie´s", "Girolimoni, das Ungeheuer von Rom", "Warum musste Staatsanwalt Traini sterben" und "Der Tag der Eule" sind von gleicher guter Qualität. "Der Tag der Eule" entstand nach dem gleichnamigen Roman von Leonardo Sciascia dessen Kriminalromane häufig in seiner sizilianischen Heimat spielen und die Macht der Mafia thematisieren. Bebildert wurde der Film von Tonino delli Colli, der die heiße Landschaft von Sizilien perfekt einfängt. Für die Hauptrollen wurden Claudia Cardinale, Franco Nero und Lee J. Cobb verpflichtet. Ein wunderschöner heißer Sommertag. Und leider auch ein schöner Tag zum Steben. Salvatore Colasberna, der Mitbegründer einer örtlichen Baugenossenschaft, ist bereits am frühen Morgen unterwegs in seinem Lastwagen und fährt vergnügt auf der Landstraße. Doch es wartet bereits versteckt ein Heckenschütze auf den Mann. Mit einem gezielten Schuß verletzt er den Fahrer, dessen Wagen zuerst zum Stehen kommt und dann langsam die straße wieder herunterrollt. Schwerverletzt kann sich Colasberna aus dem Wagen befreien, er schreit um Hilfe, denn auf der Anhöhe - keine 100 Meter von ihm entfernt - stehen Häuser. Doch bevor ihm jemand helfen kann, schießt der Schütze erneut auf ihn. Der Mann stirbt auf der Straße. Mit den Ermittlungen wird der von Norditalien aus Parma zugezogene Carabinieri Capitano Bellodi (Franco Nero) hinzugezogen. Sehr schnell ist für ihn klar, dass die Mafia dahinterstecken muss, denn der Tote war ein Mann, der sich geweigert hat mit der Organisation zusammenzuarbeiten. Interessanterweise ist auch der Baumschneider Paolo Nicolosi verschwunden, der nicht weit vom Tatort mit seiner Frau Rosa (Claudia Cardinale) und der kleinen Tochter wohnt. Im Ort wird gemunkelt, dass das Tatmotiv Eifersucht sein müsste. Es wird behauptet, dass Rosa ein Verhältnis mit dem Toten hatte und ihr Mann sei nun flüchtig. Nur gut, dass Bellodi bei seiner ersten Einschätzung bleibt, er geht davon aus, dass auch Nicolosi als zufälliger Zeuge des Mordes ebenfalls ermordet worden ist. Gekonnt versucht er zwei dubiose Verdächtige (Nehemiah Persoff/Tano Cimarosa) gegeneinander auszuspielen. Auch der Spitzel Parrieniedu (Serge Reggiani) könnte wertvolle Hinweise haben. Sein Ziel ist es den mächtigen Paten Don Mariano Arena (Lee J. Cobb) als Auftraggeber für diesen Mord zu entlarven....






Dabei zeigt Damiani eindrücklich die große Macht der Mafia. Denn obwohl die Ermittlungen des Carabinieri sehr gründlich sind, zeigt sich am Ende, dass die Organisation bestens mit Politik und Wirtschaft verbunden ist und dass die Verstrickungen bis ganz nach Oben reichen. Das Ende ist daher sehr ernüchternd, aber durchaus realistisch. 1968 wurde "Der Tag der Eule" mit dem italienischen Filmpreis David di Donatello als bester Film des Jahres ausgezeichnet.





Bewertung. 8 von 10 Punkten.

Dienstag, 15. Dezember 2020

Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Damiano Damiani

Der Kommissar und der Staatsanwalt...

Noch vor "Tag der Eule" und "Das Verfahren ist eingestellt. Vergessen Sie´s" ist "Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert" wohl Damiano Damianis bester Film überhaupt. Das geniale Zusammenspiel der beiden Hauptdarsteller Martin Balsam und Franco Nero macht dies möglich und der Film, der 1971 in die Kinos kam, wurde dadurch ein unverzichtbares Meisterwerk im Genre der Mafiafilme. Überhaupt handeln die Filme des italienischen Regisseurs sehr oft von der Verflechtung von Politik und Mafia. In einer späteren Phase drehte er auch fürs Fernsehen und landete mit seiner Serie "Allein gegen die Mafia" mit Michele Placido einen weiteren internationalen Erfolg. Seine Filme sind etwas vergleichbar mit den Filmen seiner Kollegen Elio Petri und Francesco Rosi, doch Damiani war vielleicht der emotionalste der drei Regisseure. Er versuchte die Strukturen dieser Verbrecherorganisation anhand der Mittäter und Opfer aufzuzeigen, alle Handlungen und Verwicklungen setzen nach und nach diese kriminellen Verzweigungen frei. Dabei legte er großen Wert auf Bildkompositionen und Kameraführung. Die Story von "Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert" spielt im italienischen Palermo wo Kommissar Bonavia (Martin Balsam) die Irrenanstalt besucht. Dort ist der Gangster Michele Li Puma (Adolfo Lastretti) seit einigen Jahren untergebracht. Die Prognose für den psychisch kranken Straftäter sind nicht gut, trotzdem erwirkt der Kommissar durch seine Macht die sofortige Freilassung des Mannes. Tatsächlich hat Kommissar Bonavia einen teuflischen Plan, denn er weiß, dass der freigelassene Li Puma sich sofort an seinem Feind, dem wohlhabenden und einflussreichen Baulöwen Lomunno (Luciano Catenacci) rächen wird. Genau dies tut er auch. Mit Waffengewalt stürmt er das Büro seines Feindes. Doch der wurde gewarnt und den Killer erwartet ein Trio von Scharfschützen, die nur darauf warten ihn zu erledigen. Alles endet in einem Blutbad und nun muss der stellvertretende Staatsanwalt Dr. Traini (Franco Nero) in diesem Fall ermitteln. Lommuno selbst tarnt sich als guter Bürger, dabei ist der Mann ein skrupelloser Verbrecher des Syndikats. Nach dem Blutbad verschwindet auch Li Pumas Schwester Serena (Marilu Tolo), die vor Jahren ein Verhältnis mit Lomunno hatte. Womöglich ist sie untergetaucht, weil sie um ihr Leben fürchtet. In der gemeinsam Ermittlung tasten sich der Staatsanwalt und der Kommissar langsam an den Anderen heran, jeder ist mit einem gewissen Mißtrauen gegenüber dem Anderen behaftet, denn sowohl Traini oder Bonavia könnten Mitglied der Mafia sein. Und genauso könnte es auch sein, dass noch viel höhere Personen in das organisierte Verbrechen involviert sind. Vielleicht auch der oberste Richter (Claudio Gora)....



Der Film beschränkt sich auf das Wesentliche und setzt darauf, dass die beiden Hauptfiguren die gesamte Geschichte tragen können. Und dies gelingt auch eindrucksvoll. Dabei wird auch am Ende klar, dass es persönliche Gründe gab, die ein drastisches Handeln bestimmte und am Ende steht nicht die große Aufklärung, sondern die nüchterne Bestandsaufnahme und das große Fragezeichen wie die Geschichte weitergehen könnte. Welchen Weg geht der Staatsanwalt Traini dann ? Es bleibt offen in diesem exzellenten Thriller aus dem Jahr 1971, der auch einige internationale Preise gewinnen konnte.





Bewertung: 10 von 10 Punkten.