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Dienstag, 22. Juli 2025

Der Illusionist


 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Sylvain Chomet

Der Zauberer und seine Bewunderin...

Während der große Jacques Tati seine Klassiker "Mon Oncle" und "Tatis herrliche Zeiten" drehte, schrieb er auch ein Drehbuch, dass von der väterlichen Beziehung zwischen einem alten armen Zauberer und einer jungen Bewunderin handelt. Tati hat zwar vor das Skript selbst zu verfilmen, aber wurde doch nie realisiert. Erst Sylvain Chomet, der Macher des Animationsfilms "Das große Rennen von Belleville" bekam die Erlaubnis von Tatis Tochter zu verfilmen. Ausschlaggebend war es, dass Sylvain Chomet keinen Realfilm im Sinn hatte, denn es wäre nach Ansicht der Tochter lächerlich gewesen, dass ein Schauspieler die Rolle ihres Vaters übernommen hätte. Der Film heißt "Der Illusionist" und wurde 2010 realisiert. Im Paris des Jahres 1959 packt ein arbeitsloser Illusionist seine Sachen, darunter ein übellauniges Kaninchen, und zieht nach London. Da er mit moderner Unterhaltung wie Rock ’n’ Roll nicht mithalten kann, übt er sein Handwerk bei kleineren Veranstaltungen in Bars, Cafés und auf Partys aus. Er nimmt die Einladung eines betrunkenen Partygastes an, eine abgelegene schottische Insel zu besuchen, wo er die Einheimischen unterhält. In einem Zimmer über dem Pub lernt er Alice kennen, die von seinen Illusionen und seiner Freundlichkeit fasziniert ist und ihr rote Schuhe schenkt. Alice glaubt, der unterdrückte Künstler besitze echte magische Kräfte und folgt ihm nach Edinburgh, wo er in einem bescheidenen Theater auftritt. Sie teilen sich ein Zimmer in einem heruntergekommenen Gästehaus, das bei anderen verblassenden Künstlern beliebt ist. Der Illusionist schläft auf einer Couch, während das Mädchen sich mit Putzen und Kochen beschäftigt, das sie mit den Nachbarn teilt. Die Zuneigung des Mädchens zähmt sogar das Kaninchen, doch der immer kargere Lohn des Illusionisten, der für Geschenke für Alice ausgegeben wird, führt dazu, dass er seinen Zauberkasten verpfändet und heimlich erniedrigende Jobs annimmt. Alice erregt die Zuneigung eines attraktiven jungen Mannes. Als der Illusionist die beiden zusammen spazieren sieht, hinterlässt er ihr Geld und eine Notiz mit der Aufschrift "Zauberer gibt es nicht“. Er lässt das Kaninchen auf Arthur’s Seat frei, wo es bald auf andere Kaninchen trifft. Als Alice bei ihrem Freund einzieht, reist der Illusionist mit einem Zug ab, der von einer Lokomotive mit der Nummer 4472 gezogen wird. Im Zug führt er einem Kind einen letzten einfachen Zaubertrick vor... 









Eine schöne einfache Geschichte, die wunderbar bebildert wurde. Nostalgie wird großgeschrieben in dieser melancholischen Geschichte.  Jacques Tatis verlorener Film enthüllt eine Menge Schmerz des Verfassers. Durch seine ruhige und langsame Art ist "Der Illusionist" fast schon ein Gegenmittel zum grellen Mainstream. Eine zarte und nachdenkliche Geschichte eines Mannes, der keine Wurzeln kennt. Wenn man den überwältigenden Wow-Faktor der Filmgestaltung einmal beiseite lässt, sorgt das Fehlen einer starken Charakterisierung dafür, dass das Endergebnis düsterer und weniger ergreifend ist, als wahrscheinlich beabsichtigt. Dafür gab es einen Cesar und auch den Europäischen Filmpreis - ausserdem konnte man sich über die Golden Globe Nominierung freuen. 








Bewertung: 8 von 10 Punkten.  

Donnerstag, 10. Juli 2025

Der Brotverdiener




Regie: Nora Twomey

Parvana...

Die atemberaubenden Bilder von "Der Brotverdiener" werden von einer Geschichte begleitet, die es wagt reale Probleme des wirklichen Lebens klar zu beschreiben und den Zuschauer damit zu konfrontieren. Neben der unheimlichen Schönheit der Animation gibt es eine beruhigende Spur von Humor, die die Schärfe dieser Geschichte mildert und uns daran erinnert, dass – für Kinder – Lachen und Mut Hand in Hand gehen. Die Animation zeigt eine realistische Darstellung der Charaktere sowie das kulturelle Umfeld Kabuls des Jahres 2001. Diese Kanadisch-irisch-luxemburgerische Coproduktion basiert auf dem Roman "Die Sonne im Gesicht" von Deborah Ellis und wurde von Nora Twomey inszeniert. Auch Angelina Jolie hat sich an der Produktion beteiligt.  Im Jahr 2001 lebt Parvana, ein elfjähriges Mädchen, in Kabul im Islamischen Emirat Afghanistan der Taliban, gerade zu Beginn des Krieges gegen den Terror. Ihr Vater Nurullah, ein ehemaliger Lehrer, wurde nach dem Verlust seines linken Beins im Sowjetisch-Afghanischen Krieg Straßenhändler. Eines Tages wird er beim Abendessen zu Unrecht verhaftet, nachdem Idrees, ein junger und unberechenbarer Taliban, sich angeblich von ihm beleidigt fühlte. Da die Taliban Frauen verbieten, ohne einen männlichen Verwandten auszugehen, steht Parvanas Familie ohne Unterstützung da, da ihr älterer Bruder Sulayman vor Jahren starb und sie, ihre Mutter Fattema, ihre ältere Schwester Soraya und ihr jüngster Bruder Zaki, ein Kleinkind, zurückließ. Als Parvana und Fattema ins Gefängnis gehen wollen, um gegen Nurullahs Verhaftung Berufung einzulegen, wird Fattema von einem Mann vor den Augen anderer Männer geschlagen, nachdem sie ihm ein Foto von Nurullah gezeigt und gedroht hat, sie zu verhaften, sollten sie noch einmal das Haus verlassen. Parvana tröstet Zaki mit der Geschichte eines Jungen, der versucht, die Samen seines Dorfes von einem bösen Elefanten namens Elefantenkönig zurückzuholen. Später versucht Parvana, Essen für ihre Familie zu kaufen, doch die Straßenhändler können ihr aus Angst vor den Taliban nichts verkaufen. Ein paar Männer entdecken Parvana und verfolgen sie. Auf der Flucht lässt sie die Tasche fallen, die Fattema ihr gegeben hat. Schließlich schafft es Parvana nach Hause. Um ihre Familie zu unterstützen, beschließt sie, sich die Haare zu schneiden und sich wie ein Junge zu kleiden. Sie nennt sich „Aatish“ und behauptet, Nurullahs Neffe zu sein. Der Plan funktioniert, und Parvana kann sowohl Essen als auch Geld beschaffen. Auf Anraten einer Freundin namens Shauzia, eines anderen jungen Mädchens, das als Junge namens Delowar verkleidet ist, versucht Parvana, einen Gefängniswärter zu bestechen, um Nurullah zu sehen. Doch der Wärter schickt sie fort. So arbeitet sie, um mehr Geld für ein größeres Bestechungsgeld zu sparen, und nimmt zusammen mit Shauzia, die versucht, genug Geld zu sparen, um ihrem gewalttätigen Vater zu entkommen, harte Arbeit an. Unterdessen wird Fattema gezwungen, einem Verwandten in Mazar zu schreiben und Sorayas Heirat im Austausch für Obdach und Schutz zu arrangieren. Parvana trifft auch Razaq, Idrees' ehemaligen Streifenpolizistenpartner. Der Analphabet Razaq bezahlt sie dafür, ihm einen Brief vorzulesen, in dem er über den Tod seiner Frau durch eine Landmine informiert wird. Er freundet sich mit ihr an und trifft sich weiterhin mit ihr, damit sie ihm Lesen und Schreiben beibringen kann....













"Der Brotverdiener" - so der deutsche Filmtitel ist ein Werk des irischen Animationsstudios "Cartoon Saloon" aus dem Jahr 2017. Er schaffte es durch seine Schönheit für den Oscar als bester Animationsfilm nominiert zu werden, unterlag am Ende jedoch der Disney Produktion "CoCo". Weltweit spielte der Film 5 Millionen Dollar ein. 















Bewertung: 9 von 10 Punkten  

Sonntag, 10. November 2024

Winnie Puuh


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Don Hall und Stephen Anderson

Balzrück...

 Winnie Puh ist ein Francise von Walt Disney mit der gleichnamigen Hauptfigur. Sowohl der honigsüchtige Bär selbst als auch fast alle anderen Hauptfiguren stammen aus dem Werk "Pu der Bär" von Alan Alexander MIlne.
Winnie Puh wurde zum Liebling diverser Kurzfilme von Disney, auch im TV liefen seine Geschichten. Im Jahr 1977 wurde er mit "Die vielen Abenteuer des Winnie Puh" zum Kinostar. Eine Neuauflage dieses klassischen Lieblings gab es 2011. "Winnie Puh" erschien 2011 und spielte etwas mehr als 50 Millionen Dollar ein. Das besondere an den Winnie Puh Filmen ist, dass der Film ausschließlich durch Handzeichnung entstanden ist. Regie führten Stephen Anderson und Don Hall (in seinem Spielfilm-Regiedebüt) und produziert wurden Peter Del Vecho und Clark Spencer. Wie bereits der sehr gelobte Kinofilm des Jahres 1977 ist die Handlung überhaupt nicht spektakulär, dafür sehr symathisch, putzig und vor allem Kindgerecht. 
Helden neben Winnie, dem Honigbär sind seine Freunde Tigger, Ferkel, Eule, Kanga, Ruh, I-Aah, Rabbit und der tierliebe Junge Christopher Robin. Der Film spielt in einem Buch, das von den Abenteuern dieser Figuren erzählt und die alle im Hundertmorgenwald leben. Eines Morgens stellt Puuh fest, dass er keinen Honig mehr hat, und auf der Suche nach mehr von dieser süßen Leckerei besucht er I-Aahs Haus und bemerkt, dass dessen Schwanz fehlt. Puuh, Eule und Christopher Robin organisieren einen Wettbewerb für alle, die einen Ersatzschwanz für I-Aah finden können. Als Preis winkt auf Puuhs Wunsch ein Topf Honig, aber der Wettbewerb ist erfolglos. Einige Zeit später beschließt Puuh, der immer noch nach Honig sucht, Christopher Robin zu besuchen, findet dort jedoch eine Notiz von ihm. Da er die Worte der Notiz nicht lesen kann, lässt Puuh sie Eule vorlesen, aber die schlechten Leseverständnisfähigkeiten von Eule lassen alle im Wald glauben, dass Christopher Robin von einer Kreatur namens „Balzrück“ entführt wurde. Als Reaktion darauf ersinnt Rabbit einen Plan, um das Wesen aufzuhalten, indem er eine Spur aus Gegenständen hinterlässt, die zu einer Grube führt, um es einzufangen. An anderer Stelle beschließt Tigger, der mit Rabbits Plan nicht einverstanden ist, den Balzrück zu jagen und anzugreifen. Bald findet er I-Aah, der versehentlich von der Bande zurückgelassen wurde, und beschließt, den Esel unter seine Fittiche zu nehmen. Während des Trainings verkleidet sich Tigger als dieser Balzrück, um I-Aah das Kämpfen beizubringen, doch dieser entkommt bald. Während er versucht, Rabbits Plan umzusetzen, fällt Pooh in  die eigene Grube seiner Freunde, nachdem er darüber einen leeren Honigtopf gefunden hat. Nachdem der Rest der Gruppe dies entdeckt hat, treffen sie wieder auf I-Aah, der in seinem Versteck vor Tigger einen Anker für einen Ersatzschwanz gefunden hat. Sie beschließen, den Anker zu benutzen, um Puuh zu befreien, aber sein Gewicht zieht alle außer Ferkel hinein. Ferkel versucht, zu Christopher Robins Haus zu gehen, um ein Seil zu finden, mit dem er alle retten kann, aber er wird von Tigger in seinem Balzrück-Kostüm erschreckt, und eine komische Verfolgungsjagd endet damit, dass beide zusammen mit Buchstaben aus dem Buchtext in der Grube gefangen sind, die Puuh benutzt, um eine Leiter zu bauen, aus der alle herausklettern können....








Am Ende hat Eule falsch gelesen, denn es gibt keinen Entführer namens Balzrück, sondern Chrsistopher hat "bald zurück" auf den Zettel geschrieben. Mit dem Film wurde einem der beständigsten Kindermärchen des letzten Jahrhunderts ein bleibendes Denkmal gesetzt. n einer Zeit schockierender 3D-Animationen und Spezialeffekte ist die Optik des Films ist sanft und angenehm. Es wurde von Hand animiert und die Hintergründe sind in einem subtilen und beruhigenden Aquarellstil gehalten. Unter den Auslandseinspielergebnissen erzielte Winnie the Pooh mit 4,13 Millionen Dollar das höchste Bruttoergebnis in Japan; das Land hegt seit langem eine Vorliebe für die Figur Winnie the Pooh.
 







Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.