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Sonntag, 29. Oktober 2023

Four Riders


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Chang Cheh

Die apokayptischen Reiter in Seoul...

Im Jahr 1953 geht der Koreakrieg zu Ende und genau zu diesem Zeitpunkt ist Chang Chehs 1972 entstandener Martial Arts Film "Four Riders" angesiedelt. Es sind symbolisch die vier apokalyptischen Reiter gemeint, die laut Bibel Pest, Krieg, Teuerung und Tod bedeuten. Und tatsächlich ist die Zahl der Opfer am Ende gefühlt beinahe größer als im vorangegangenen Krieg. Die Bösen überleben zwar nicht, aber der Preis für die vier guten Helden, die alle brav in der Armee für ihr Land gedient haben und auch deren Anhang liegen am Ende leblos auf dem Boden. Das Militär hat eingegriffen und hat einfach ohne Vorwarnung nur noch drauf los geschossen. Mit dieser hohen Anzahl an durchsiebten Körpern hat Chang Cheh irgendwie die Grenze zum Trash leider verlassen. Schade, denn der Film beginnt sehr stimmungsvoll mit dem Kriegsende und mit den vielen Soldaten, die nun zurück nach Hause, zurück ins Normale Leben wollen. Doch zuvor ist noch ein Besuch im Sündenpfuhl Seoul angesagt, dort soll mehr los sein wie in Singapur oder Shanghai.
Im Jahr 53 ging auch im Süden Koreas der blutige Stellvertreterkreig der Supermächte zu Ende. Viele amerikanische G.I. s sind noch im Land und amüsieren sich in den vielen Bars, so auch im angesagten "Hello John", wo besonders viele willige Mädchen zu Diensten sind. Feng Xia (Ti Lung) gehört zu diesen Heimkehrrn, er hat sich aber kurzerhand einen Jeep seiner Einheit "ausgeliehen" und will auch die Freiheit ein bisschen genießen. Unterwegs nimmt er den jungen Soldaten Gao Yin-Han (Wang Chung) mit, der in Seoul seinen besten Kumpel im Krankenhaus besuchen will.
Dieser "best Buddy" ist der verletzte Li Wei-Shi (Chen Kuan Tai), der es gerne melancholisch mag und in seine Krankenschwester Song Hua (Ching Li) verliebt ist. Das Wiedersehen mit seinem Freund schlägt natürlich positiv auf sein Gemüt.
Zur gleichen Zeit wird Feng Xia, der alleine in der Stadt schlendert, Zeuge eines brutalen Mordes an einem US-Soldaten. Der Mafiosi Lei Tai (Yasuaki Kurata) ist der Auftraggeber dieses Mordes. Der US-Soldat hat für die Organisation Drogen geschmuggelt und wollte nach dem letzten Deal aussteigen. Doch Mitwisser sind natürlich für die Mafia gefährlich, daher wurde der Amerikaner ausgeschaltet. Lei Tai kann durch seine Vielzahl Männer Feng Xia überwältigen. Er lässt ihn bewusstlos am Tatort zurück und der Schlagring, mit dem das Todesopfer kurz zuvor ausgeschaltet wurde, wird ihm in die Hand gelegt. Damit ist später für die eintreffende Polizei glasklar, dass der Mörder nur der unschulidge Feng Xia sein kann. Er kommt ins gleiche Krankenhaus, in dem auch Li Wei Shi liegt.
Da sich Gao Yin Han sicher ist, dass Feng Xia unmöglich ein Mörder sein kann, wird nun seine Befreiung vorbereitet. Allerdings gibt es Dutzende von Polizisten, die den Gefangenen bewachen. Als vierter "Reiter" kommt auch noch Feng Xias bester Freund Jin Yi (David Chiang) ins Spiel, der von der Gefangennahme und von dem Mordverdacht in der Zeitung gelesen hat. Auch er will Feng Xia aus der Klemme helfen....




Als mörderischer weiblichen Villain ist Tina Chin Fei in der Roll der Yin Hua zu sehen. Jin Yis Geliebte wird von Lily Li gespielt. Andre Marquis spielt den Mafia-Oberboss.
Im für die Shaw Brothers und insbesondere Chang Cheh äußerst produktiven Jahr 1972 wurde dieser besondere und actiongeladene, blutige Eastern im Soldaten-Milieu gedreht.
Und es ist ein äußerst unterhaltsamer und spannender Eastern-Actioner entstanden, der den Fan des Genres sicherlich zufriedenstellt und mit einem absoluten SuperStar-Cast und rasanten, harten KungFu-Fights gespickt ist.
Dabei sist die erste Hälfte des Films sehr gut gelungen - die zweite Hälfte durch die bereits erwähnte Überzogenheit ist nicht mehr ganz so überzeugend. Immerhin sind aber die Fights gut inszeniert. Kameramann Mu To-kung hat dies alles sehr kompetent in stimmigen Bildern eingefangen. 




Bewertung: 7 von 10 Punkten. 
 
 
 

Die fliegende Guillotine


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Ho Meng Hua

Kommt ein Schafott geflogen...

Regisseur Ho Meng Hua inszenierte 1975 für die Shaw Brothers mit "Die fliegende Guillotine" eine der kuriosesten Produktionen des Studios. Der Film wirkte inspirierend und nicht nur zwei Fortsetzungen nach sich, sondern auch diverse Nachahmer mit ähnlicher Thematik. So entstand nur 1 Jahr später der von Quentin Tarantino stark favorisierte Kultfilm "Master of the flying Guillotine" von und mit Jimmy Wang Yu.
In "Die fliegende Guillotine" wurde der 1945 in Guangdong geborene Schauspieler Chen Kuan-Tai verpflichtet, der den abtrünnigen Kämpfer des paranoiden Kaisers (Chiang Yang) spielt. Der Erfinder Kang Chin (Ku Feng) hat die Aufgabe für den Machthaber eine furchtbare Waffe zu schaffen, mit der man aus dem Hinterhalt das Opfer ermorden kann. Durch einen Zufall kommt er auf die Idee mit einer fliegenden Guillotine. Dieser merkwürdige Wurftopf ist an einer sehr langen Kette befestigt. Man muss dann nur das tödliche Produkt so gut werfen können, dass es sich auf den Kopf eines Menschen platziert. Die drei scharfen sichelförmigen Klingen werden dann in Sekundenschnelle aktiviert, für den darin Gefangenen ist es nicht mehr möglich sich dieser fiesen Kopfbedeckung zu entledigen. Der geübte Werfer muss jetzt nur noch die Kette mit Druck in seine Richtung ziehen und schon hat das Zielobjekt keinen Kopf mehr.
Und nach der Auffassung des Kaisers müssen einige sehr ranghohe Offiziere ausgeschaltet werden. Natürlich soll niemand einen Verdacht schöpfen können, dass der Kaiser selbst diese beim Volk beliebten Helden aus dem Weg geräumt hat. Für diese Mission werden 12 Kämpfer an dieser mörderischen Waffe ausgebildet. Der Kaiser sieht sich aufgrund seiner Paranoia auch nur noch von Feinden umgeben, die ihn stürzen wollen. Einer der jüngsten Kämpfer ist Chi Tiang (Wong Yue), der vom Kaiser für seinen Fleiß mit einem Geschenk - einem jungen Mädchen - belohnt wird. Sie wird seine Freundin, doch dem jungen Mann kommen immer mehr Zweifel wegen der verübten Morde, zumal er sich auch sicher ist, dass die Ermordeten Männer keine Verräter waren, wie man den 12 Killern im Staatsauftrag immer wieder weismacht. Bei einer Mission spielen seine Nerven nicht mehr mit, er mit an dem Auftragsmord nicht mehr teil Damit fällt er in Ungnade beim Kaiser, der ihn daraufhin - gemeinsam mit seiner neuen Freundin - enthaupten lässt. Durch den Mord an seinem Freund ist auch für den besten Guillotinen-Fighter Ma Teng (Chen Kuan Tai) der Zeitpunkt gekommen aus diesem Mordkomplott auszusteigen. Er flieht und finden Hilfe und Unterschlupf bei der schönen Yu Ping (Liu Wu Chi). Die Verliebten entscheiden sich sehr schnell für eine gemeinsame Zukunft als Bauern auf dem Land. Doch die Schergen des Kaisers, seine früheren Kameraden, sind immer noch auf der Jagd nach ihm. ...





Neben dem Kaiser gibt es noch einen skrupellosen Kameraden in den Reihen der 12 Auserwählten. Wei Hung spielt den doppelzüngigen und intriganten Kun Ah, der von Eifersucht auf Ma Tang vor keiner Gemeinheit zurückschreckt und diesen fälschlicherweise immer wieder beim unfähigen Kaiser anschwärzt.Erst durch die Tricks und den Schnitt wird diese wohl eher klobige und absurd aussehende Waffe zum zackigen Mord-Instrument. Das sind dann schon besondere Szenen in einem Actioner-Easternfilm, der dadurch natürlich eine besondere Originalität aufweist. Natürlich fehlt auch nicht das bei den Shaw Brothers allseits beliebte Thema: Konfikt zwischen Manchus und Chinesen während der Ching Dynastie. Jenes Meuchelmord-Instrument ist dem Vernehmen nach keine reine Erfindung blühender Hong-Kong-Kinophantasten, sondern wurde im postmittelalterlichen China tatsächlich eingesetzt, um Dissidenten und andere potenzielle Opfer aus einiger Entfernung unerkannt und effektiv beseitigen zu können.





Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Sonntag, 1. Oktober 2023

Die Tödlichen Fäuste der Shaolin


 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Chang Cheh

Irrtümlich Verräter...

"Die tödlichen Fäuste der Shaolin" (auch bekannt unter dem internationalen Titel "Heroes 2" entstand 1974 und setzt die Shaw Brothers Stars Alexander Fu Sheng und Chen Kuan Tai besonders effektiv in Szene. Die Geschichte, die hier erzählt wird, ist äußerst simpel und dient nur dazu, einige nette Martial-Arts-Choreographien zu verbinden. Das Ereignis des brennenden Shaolin-Klosters sollte im Anschluss noch den Aufhänger für weitere Filme des Shaolin Zyklus abgeben. Alexander Fu Sheng spielt hier das erste Mal die Rolle des Fang Shi Yu, eines populären chinesischen Volkshelden. Der naive und arrogante Jüngling lässt sich von einem Händler vor den Karren spannen, um den zwar verletzten, aber immer noch sehr wehrhaften Meister Hung Hsi kuan (Chen Kuan Tai) kaltzustellen. Der Kampf der beiden endet in dem Moment, in dem Hung an der Technik seines Gegners erkennt, dass ihm ein Shaolin-Schüler, also ein Bruder, gegenübersteht. Der bösartige General Che Kang (Chu Mu) hat den Tempel der Shaolin niedergebrannt und beinahe alle Mönche getötet. Doch es gibt einige Überlebende und sehr viele Sympathisanten, die nun zu Rebellen gegen den Tyrannen geworden sind. Hung His-kuan hat das Massaker zwar überlebt, aber nun mit der Hilfe des vorbeiziehenden Shaolin Helden Fang Shih Yu ein Gefangener von General Che. Erst viel zu spät bemerkt Fang seinen Fehler und wenn er ihn nicht mehr gut machen kann, dann soll man ihn töten. In einem streng bewachten Festungsgewölbe wurden dem Gefangenen Ketten angelegt. Er wird gefoltert, da er weitere Namen von Rebellen preisgeben soll. Doch Fong - inzwischen wieder bei seinen Brüder rehabilitiert - will ihn befreien und tatsächlich gelingt dieser Coup. Am Ende stehen sich die Guten und die Bösen (die haben sogar Tibet Kämpfer engagiert) in einem spannenden Showdown gegenüber...








Und alles endet mit einem riesigen Collateralschaden. Das Schlachtfeld ist übersät mit Leichen. Von den Filmen, die Chang Cheh gedreht hat, wird "Die Tölichen Fäuste der Shaolin" von Kung Fu-Fans nicht ganz so viel Respekt zuteil. Aber dieser sehr einfache und kurzweilige Actioner hat auf alle Fälle einen sehr hohen Unterhaltungswert. Hauptgrund dafür sind die beiden charismatischen Stars: Chen Kuan Tai ist sehr gut. An seiner Seite spielt Alexander Fu Sheng mit viel Charisma. Dies war seine erste Hauptrolle und er hatte damit seinen Durchbruch zum Eastern Star. Er wäre einer der ganz Grossen geworden, wäre er nicht 1983 durch einen Autounfall tödlich verunglückt.Typisch für Filme Chang Cheh´s ist natürlich die Verbrüderung der männlichen Hauptdarsteller..., selbstverständlich ist dies auch hier wieder bei Chen Kuan Tai und Alexander Fu Sheng der Fall.







Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

Freitag, 15. September 2023

Vier gnadenlose Rächer


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Chang Cheh

Vier Männer gegen den Gouverneur...

Als sich die innnovativen Kinojahre der 70er Jahre dem Ende entgegen neigten, mussten sich die etablierten Filmschaffenden des Martial Arts Genre immer neue Ideen und Kniffe einfallen lassen, um den Zuschauern noch etwas Überraschendes bzw. Innovatives zu bieten. Auch die etablierten Filmemacher, die aus dem Shaw Brothers hervorgingen - wie etwas Chang Cheh - hatten diesen schöpferischen Druck. Cheh beispielsweise trieb seine Ideen aus dem Frühwerken deshalb manchmal auf die Spitze. Während seine Klassiker wie "Das goldene Schwert des Königstigers" aus dem Jahr 1967 und "Das Schwert des gelben Tigers" aus dem Jahr 1971 bereits einen gebrochenen Helden mit Handicap zeigte, sind in dem 1978 entstandenen "Vier gnadenlose Rächer" (Originaltitel: Crippled Avengers) vier Helden, die sich für ihre Verstümmelungen, die ihnen die Peiniger zufügten, rächen müssen.
Eine Stadt in China wird von einem Gouverneur namens Tu Tien Dao (Chen Kuan Tai) umsichtig und rechtschaffend regiert.
Doch eines Tages überfallen 3 Mitglieder der verbrecherischen "Tiger von Tian Nan", die mit Tu noch eine Rechnung offen haben, seinen Palast.
Tu und auch der Befehlshaber der Wachen, Wa (Johnny Wang Lung Wei) sind nicht vor Ort, aber die 3 töten Tu´s Frau und verkrüppeln seine kleinen Sohn Tu Chuan (Lu Feng), indem sie ihm die Arme abhacken!
Tu erreicht zwar den Tatort und tötet die drei Halunken, doch der Schicksalsschlag lässt ihn verbittern.  Sohn Tu Chuan erhält als Ersatz für seine verlorenen Arme neue Stahlarme, die er alsbald als tödliche Waffe einzusetzen versteht und die ihn unbesiegbar machen.
Die örtliche Bevölkerung hat Angst davor hat, etwas zu sagen gegen ihn, denn er hat in all den Jahren ein fieses Terrorregime geschaffen.
In einem örtlichen Gasthaus begehren der örtliche Schmied Wei Jia-Jie (Lo Meng) und auch der Handlungsreisende Chen Suen (Philip Kwok) gegen die brutalen Methoden auf. Dies führt dazu, dass der Schmied so lange geschlagen wird, bis er taub und stumm ist. Chen Suen wird geblendet, bis er blind ist. Ein weiterer Mann namens Hu Ah-kue (Sun Chien) gerät versehentlich in die Kämpfe - zur Strafe werden ihm die Beine abgehackt. Doch damit nicht genug. Ein Erlass warnt die Bevölkerung sich auf die Seite des Schmieds zu stellen, wer bei Ihm etwas machen lässt, der wird hart bestraft. Dies führt dazu dass der junge Schwertkmpfer Wang Yi (Chiang Sheng) sich einmischt, denn er hasst Ungerechtigkeit. Er will die Tyrannen zur Rede stellen, doch er wird überwältigt und gefoltert. Als er zu seinen drei neuen Buddies zurückkehrt, ist er verändert: Er ist kindlich und scheint nur noch die Intelligenz und das Gemüt eines 10jährigen Jungen zu haben. Aus den vier jungen Männern wurden vier junge Männer mit eklatanten Gebrechen. Wie sollen sie sich für diesen Frevel jemals rächen können ? Da kann nur noch eine monatelange Träiningsarbeit unter dem Meister Li Jing Ying (Ching Miao) helfen...





Der Streifen "Vier gnadenlose Rächer" ist ein knackiger, ungewöhnlicher, auch trashiger KungFu-Eastern des Genre-Routiniers Chang Cheh, 1978 für die Studios der Shaw Brothers entstanden.
Der Regisseur kreierte mit seinen neuen Protégés, den Venoms, die großen Popularität durch den Kultfilm "Die unbesiegbaren fünf" erlangen konnten.
Die Venoms sind wie gewohnt in bester Form und zeigen Kung Fu von einem anderen Stern. Die Takes sind sehr lang, sodass man die Fähigkeiten der Venomboys bewundern kann. In der Akrobatik kann man ihnen kaum das Wasser reichen, auch kampftechnisch sind sie auf einem hohen Niveau.





Bewertung:  7,5 von 10 Punkten.