Posts mit dem Label Carey Mulligan werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Carey Mulligan werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 7. Juli 2024

Saltburn


 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Emerald Fennell

Oliver und Felix...

Im Rahmen der Oscarverleihung 2021 bekam die Regisseurin Emerald Fennell für das Drehbuch zu ihrem Film "Promising young Woman" den Oscar verliehen. Es war ihr Debütfilm, der ihr zusätzlich auch einen europäischen Filmpreis in der Kategorie "FIPRESCI - Preis" einbrachte. Ihre zweiter Spielfilm heißt "Saltburn" - ein Jugendfilm über die freudschaft zweier Studenten, der sich am Ende in einen hintergründigen Thriller verwandelt. Als Lohn gab es fünf Nominierungen - drei davon gingen an die Darsteller Barry Keoghan, Rosamunde Pike und Jacob Elordi. Ausserdem wurden Keoghan und Pike auch für den Golden Globe nominiert. Es ist ein Film über Exzess und Obsession. Die Filmemacherin nannte den Joseph Losey Film "Der Diener" als größte Inspiration für diesen Film, denn auch dort ist die unbestreitbar erotische Kraft, die auf Androhung von Gewalt beruht, greifbar. Andere Kritiker sahen in der Hauptfigur von "Saltburn" eine Art "Tom Ripley" aus dem Patricia Highsmith Roman, der sowohl mit Alain Delon als auch mit Matt Damon erfolgreich verfilmt wurde.
Sichtbar ist auf jeden Fall das immer noch vorhandene Britische Klassensystem, dass scheinbar nicht totzukriegen ist.
Semesterbeginn 2006 an der Universität in Oxford:  Der Stipendiat Oliver Quick (Barry Keoghan)hat sichtlich Schwierigkeiten, sich an der Universität einzuleben, da er mit den Manieren der Oberschicht nicht vertraut ist. Er freundet sich mit Felix Catton (Jacob Elordi) an, einem wohlhabenden und beliebten Studenten, der Verständnis für Olivers Geschichten über den Drogenmissbrauch und die psychischen Probleme seiner Eltern hat. Als Oliver über den plötzlichen Tod seines Vaters verzweifelt ist, tröstet ihn Felix und lädt ihn ein, den Sommer im Landhaus seiner Familie in Saltburn zu verbringen. In Saltburn trifft Oliver Felix‘ Eltern Sir James (Richard E. Grant) und Lady Elspeth (Rosamunde Pike), Felix Schwester Venetia (Alison Oliver) und Elspeths Freundin Pamela (Carey Mulligan), und er trifft Felix‘ amerikanischen Cousin Farleigh (Archie Madekwe) wieder, mit dem Oliver als Klas)senkameraden in Oxford ein angespanntes Verhältnis hatte. Oliver gewinnt schnell die Sympathien von Felix‘ Familie (außer Farleigh und seine Obsession mit Felix wächst. Eines Nachts, nachdem er Felix beim Masturbieren in einer Badewanne beobachtet hat, trinkt er lustvoll das mit Sperma versetzte Badewasser. Später, als er Venetia vor seinem Schlafzimmerfenster warten sieht, hat er Oralsex mit ihr, während sie ihre Periode hat. Farleigh wird Zeuge davon und informiert Felix, aber Oliver behauptet, nichts sei passiert, als Felix ihn zur Rede stellt. Nachts macht Oliver Farleigh sexuelle Avancen und bedroht ihn dabei. Am nächsten Morgen wirft James Farleigh raus, nachdem er von Sotheby’s einen Bericht über seine Absicht erhalten hat, einige von James‘ Wertsachen zu verkaufen. Als der Sommer zu Ende geht, planen Elspeth und James eine Party für Olivers Geburtstag. Felix überrascht Oliver mit einem Ausflug zu seiner entfremdeten Mutter, was Oliver in Panik versetzt. Als er im Haus der Familie in Prescot ankommt, erkennt Felix, dass Oliver ihn über seine Erziehung belogen hat. Sein Vater lebt noch, keiner seiner Eltern hat Drogenmissbrauch oder psychische Probleme und sie leben in einem respektablen Mittelklassevorort. Entsetzt und verletzt über Olivers Täuschung beschließt Felix, niemandem davon zu erzählen, um seiner eigenen Familie die Demütigung zu ersparen, befiehlt Oliver jedoch, Saltburn nach der Party zu verlassen. Während der extravaganten Feierlichkeiten versucht Oliver, sich mit Felix zu versöhnen, indem er ihm seine Verehrung ausdrückt, doch Felix weist ihn zurück und schlägt ihm vor, sich Hilfe zu suchen. Am nächsten Morgen wird Felix tot im Heckenlabyrinth von Saltburn aufgefunden....





Die Darstellerleistungen sind sehr gut. Barry Keoghan beweist nach "The Killing of a Sacred Deer" und "Banshees of Insiherin" sein großes Schauspielerisches Talent. Und Emeral Fennell gelingt ein schneidender Blick auf die Klassengesellschaft im Jetzt und Hier. Der Soundtrack mit Songs von MGMT, Sophie Ellis Bextor, Girls Aloud, The Killers und Mason vs. Princess Superstar war so effektiv, dass einige dieser Songs erneut den Wiedereinstieg in die Charts schafften.








Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

Sonntag, 28. November 2021

Promising young woman


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Emerald Fenning

Cassies Rache...

Noch nie war Rache so süß...so ähnlich wird für Emerald Fennings Thriller "Promising young Woman" geworben. Dieser Film macht auch irgendwie betroffen und fast ein bisschen traurig, also Grund zum Jubeln hat die Rächerin mit ihrer Aktion nicht. Aber man kann sagen, dass sie ihren Plan konsequent durchzieht, ohne Rücksicht auf Verluste. Diese vielversprechende junge Frau heißt Cassandra Thomas, von allen "Cassie" genannt und wird gespielt von Carey Mulligan. Die 1985 in London geborene Schauspielerin bekam dafür ihre zweite Oscarnominierung nach "En Education". Ausserdem erhielt "Promising young woman" weitere Nominierungen: Bester Film, beste Regie Emerald Fenning, bester Schnitt und bestes Drehbuch, das ebenfalls von Emerald Fenning geschrieben wurde. Letztere Kategorie führte auch zum Academy Award Sieg. Der Film spielte bei einem Budget von 5 Millionen Dollar mehr als das Dreifache ein.
Cassie Thomas (Carey Mulligan) ist eine 30jährige Abbrecherin der Forrest Medical School, die immer noch bei ihren Eltern Stanley (Clancy Brown) und Susan (Jennifer Coolidge) lebt. Cassie arbeitet in einem Cafe, obwohl sie beruflich damit sicherlich unterfordert ist. Sie war damals eine der Beste beim Medizinstudium, doch die Vergewaltigung ihrer Mitschülerin Nina Fisher hat die anspruchsvollen beruflichen Pläne völlig durchkreuzt. Klassenkamerad Al Monroe (Chris Lowell) war der Täter, der die sturzbetrunkene Kommilitonin Nina Fisher während einer Party vergewaltigt hatte. Bei diesem Vorfall gabs auch viele Zeugen, die einfach nur zuschauten. Doch es kam nie zu einer Strafverfolgung, denn alle Zeugen gaben an, dass einfach eine wilde Party aus dem Ruder lief, weil alle sehr alkoholisiert waren und das Opfer nicht den Anschein machte, dass ihr Gewalt angetan werden würde. Auch Dekanin Elizabeth Walker (Connie Britton) legt die Anschuldigung irgendwann ad acta, da alles sehr widersprüchlich war, nicht bewiesen werden konnte und sie einem jungen Mann nicht wegen einer falschen Anschuldigung die Zukunft verbauen wollte. Cassie verbringt ihre Nächte jetzt damit, in Clubs und Bars Trunkenheit vorzutäuschen und sich als Köder für Männer auszugeben, die ihr angeblich helfen wollen. Am Ende steht dann meistens der gierige Wunsch nach Sex, weil die Männer die Notlage der Frau ausnützen. Eines Tages kommt der junge Arzt Ryan Cooper (Bo Burnham) ins Cafe und ist überrascht dort seine ehemalige Kommilitonin dort als Hilfskraft anzutreffen. Die beiden kommen sich wieder näher und der Fall von damals wird auch wieder zunehmend präsenter...




In weiteren wichtigen Rollen sind Laverne Cox als Gail, Max Greenfield als Joe, Alfred Molina als Rechtsanwalt Jordan Greene und Alison Bree als Madison zu sehen. Das Filmdrehbuch ist überraschend sehr wendungsreich und originell geschrieben. In den Kritiken wurde "Promising young woman" sehr oft als "MeToo" Thriller beschrieben. Beim näheren Hinsehen bietet der Film aber sehr viel mehr: Das Psychogramm einer sehr fragilen Persönlichkeit, die immer weniger greifbar wird, weil sie sich völlig dem Rachegedanken verschrieben hat. Carey Mulligan spielt diese Cassie nie als Sympathieträgerin, sondern als wütende und zerrissene Person, die ein Nahziel hat, aber keine Zukunft. Natürlich wird man an "Angeklagt" mit Jodie Foster und Kelly McGillis erinnert. Auch dort geht es um die Vergewaltigung einer Frau unter Zeugen, mit ähnlichen Sichtweisen. "Promising young woman" geht aber ein bisschen weiter, da auch das Thema Verdrängung ganz stark im Mittelpunkt steht. Emerald Fenning hat ihren Film so radikal entworfen wie ihre Filmheldin ihre Rachemission.





Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Freitag, 27. Dezember 2019

Inside Llewyn Davis

























Regie: Joel and Ethan Coen

Musiker mit Katze...

Die kleineren Filme der Coen Brothers sollte man überhaupt nicht unterschätzen. "A serious Man" oder "Inside Llewyn Davis" stehen zwar etwas im Schatten der erfolgreicheren "No Country for old men", "Fargo" oder "True Grit" - sie sind aber genauso gut gelungen. Mit dem nostalgisch angehauchten "Inside Llewyn Davis" haben die Brüder Ethan und Joel Coen jedenfalls der Folkmusic ein bleibendes filmisches Denkmal gesetzt, denn ihre Geschichte spielt Anfang der 60er Jahre und einige Zeit später sollte gerade "this kind of Music" zum musikalischen Ausdruck des gesellschaftlichen Wandels, zu den 68ern führen. Am Ende sieht man im kleinen New Yorker Club sogar den ganz jungen Bob Dylan spielen. Eine Szene, die auch Philip Kaufman in "The Wanderers" verwendete.
Protagonist ist jedoch der erfolglose Folksänger Llewyn Davis, gespielt von Osar Isaac, dessen Duopartner vor einiger Zeit Selbstmord begangen hat. Nun hat Davis ein Soloalbum herausgebracht, dass überhaupt nicht gut läuft. So lebt der Künstler von der Hand in den Mund. Schläft abwechselnd bei Freunden und pumpt sich das nötige Kleingeld für Essen und Trinken.
Ein schöne Melancholie durchzieht den ruhigen Film und eine rothaarige Katze sorgt für den psychologischen Halt. Doch Vorsicht: Es gibt davon Männchen und Weibchen. Die Coens sind bekannt für die schlaue Zirkularität ihrer Geschichten und in diesem Folksongtreiben laufen die beiden zur Höchstform auf. Neben der Suche nach dem durchschlagenden Erfolg in den Charts sucht sich Llewyn Davis natürlich immer ein Stück weit selbst und er versucht Ordnung in sein Leben zu bringen. Ein Vorsatz, der theoretisch einfacher ist als in der Praxis. Wenn er in New York ist, dann tritt der Folksänger mit den traurigen Augen im Gaslight Cafe auf. Übernachten tut er bei den befreundeten Gorfeins (Ethan Philipps, Robin Bartlett), dort passiert ihm auch das Missgeschick, dass Kater Odysseus entläuft. Er sucht das Tier in den darauffolgenden Tagen und traut sich seinen Freunden nicht zu sagen, dass der geliebte Kater entlaufen ist. Doch manchmal hat man auch Glück. Zwischendrin spielt und singt er mit anderen Musikern (u.a. Justin Timberlake, Adam Driver, Stark Sands), flirtet und streitet sich mit Jean (Carey Mulligan) und unternimmt gemeinsam mit dem Popsänger (Garrett Hedlund) und dem Jazzmusiker Roland Turner (John Goodman) eine Autofahrt ins entfernte Chicago...





"Inside Llewyn Davis" ist einfach ein kleines, sehr gelungenes Mosaik, dass Einblick gibt in das oft unkonventionelle, meist chaotische Leben eines Musikers. Neben den vielen Auftritten läuft natürlich auch das Real Life noch ab. Die Frau seines Freundes erwartet ein Kind und sie befürchtet, dass das Kind von einem Fehltritt mit Llewyn stammen könnte. Die Handlung könnte man mit "Der Weg ist das Ziel" beschreiben. Der französische Kameramann Bruno Debonnel erhielt für seine Arbeit einen seiner bislang fünf Oscarnomierungen. Hauptdarsteller Oscar Isaac wurde zwar von der Academy übergangen, er hatte jedoch bei den Golden Globes mehr Glück. Dort erhielt er auch eine Nominierung. Für einen bescheiden daherkommenden Film wie "Inside Llewyn Davis" war das Box Office Ergebnis mit 32 Millionen Dollar sicherlich nicht schlecht.





Bewertung: 9 von 10 Punkten. 
 

Samstag, 19. Juli 2014

Der große Gatsby














Regie: Baz Luhrman

Zwischen Gier und Unschuld...

Baz Luhrmanns "Der große Gatsby" ist die inzwischen vierte Verfilmung des berühmten Romans von Francis Scott Fitzgerald aus dem Jahr 1925. Es gibt auch eine Stummfilmversion, eine Film Noir Version mit Alan Ladd und den populären Robert Redford Film aus dem Jahr 1974, der seinerzeit sogar eine 20er Jahre Modewelle auslöste, was sicherlich auch ein Verdienst des Kameramannes Doulgas Slocombe war, der den Film von Jack Clayton veredelte. Trotz Klassikerstatus gilt diese Verfilmung als seltsam blutleer und die Zuschauer konnten zwar in schönen Bildern schwelgen, aber selbst als Nichtleser hatte man das Gefühl, dass man nie in die Tiefe der Figuren eindrigen konnte. So gesehen macht Baz Luhmann mit seiner 2013 inszenierten Neuverfilmung den gleichen Fehler, denn auch seine Variante ist domiant an der Oberfläche angesiedelt. Die Form ist briliant, der Inhalt muss gesucht erst mal gesucht werden. Zweifelsohne hat er aber immerhin die bunteste, wildeste und schrägste Verfilmung bisher abgeliefert. Wie sichtig in beiden Verfilmungen einmal mehr die Kostüme sind, lässt sich in einer der markantesten Szenen ablesen, wenn Gatsby seine Klieder, Hüte, Anzüge und Hemden aus dem Schrank holt und ins Zimmer wirft, bis ein großer Haufen feinster Stoff seine Besucherin Daisy umhüllt, die auf dem Boden sitzt. Vielleicht ist dies auch die Schlüsselszene des Films, denn das maßlose Kleiderwerfen macht die Frau traurig und zugleich zeigt die Szene die Tragik der Liebesgeschichte zwischen dem großen Gatsby und seiner Daisy auf. Sie ist vergangen und währte vielleicht nur einen Moment. Doch das ist dem neureichen, geheimnisvollen Mann noch nicht so klar wie seiner Angebeteten, die ein Stück weit der vergangenen Illusion nachgibt, weil ihre Gegenwart auch nicht gerade glücklichmachend ist. Hier hat Luhrman meines Erachtens die Vorlage etwas besser genutzt, aber man muss angesichts des opulenten Settings, der überwältigenden Ausstattung und der völlig überkandidelten Form der Darbietungen schon nach diesen Momenten auf die Suche gehen - womöglich sind diese verdeckten, weil verschütteten Anteile aber im Sinne der eigentlichen Geschichte, die ja von einem jungen Mann handelt, der allein kraft seiner Phantasie und seiner Möglichkeiten zu unschätzbaren Reichtümern gekommen ist - sicherlich begünstigt durch die Prohibition in den Roaring Twenties. Er ist aber nichts ohne seine Liebe, sein Reichtum ist wohl eher die Trumpfkarte, die er auspielen will, um seine verlorene Liebe wieder an sich zu binden. Die tragische Geschichte des geheimnisvollen Mannes wird von dem depressiven und alkoholsüchtigen Nick Carraway (Tobey Maguire) erzählt, der in einem Sanatorium seine Geschichte erzählt. Es ist die Geschichte eines chronischen Beobachters, der aber immer auch innerlich und mental Nebenfigur bleibt. Im übrigen ist Tobey Maguire eine völlig Fehlbesetzung und ist eine der Schwachstellen des Films. Von seinem Arzt wird er dazu ermutigt die Geschichte aufzuschreiben, die dann am Ende "Der große Gatsby" heißen wird und im Jahr 1922 seinen Anfang nimmt. Nick, der schüchterne junge Börsenmakler arbeitet an der Wallstreet und bezieht dann ein altes und bescheidenes Haus in West Egg auf Long Island an der Ostküste. In dem palastartigen Nachbarhaus lebt der geheimnisumwitterte Jay Gatsby (Leonardo di Caprio), ein junger Millionär und undurchsichtiger Geschäftsmann, dessen unermesslich scheinendes Vermögen Stoff für viele Gerüchte bilden. Obwohl er in seinem Haus rauschende Tanzpartys für die New Yorker Gesellschaft veranstaltet, ist er ein einsamer Wolf. Er liebt seit Jahren die schöne Daisy Buchanan (Carey Mulligan), die er während seiner Militärzeit kennengelernt hatte, die aber nun mit dem reichen Tom Buchanan (Joel Edgerton) mehr oder weniger unglücklich verheiratet ist. Daisy langweilt sich in ihrem Herrenhaus, dass exakt auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht in East Egg liegt. Buchanan betrügt seine Daisy mit der verheirateten, lebenslüstigen Myrtle Wilson (Isla Fisher), Frau eines Tankstellenbesitzers. Zum illustren Kreis der Buchanans gehört auch noch Daisys beste Freundin Jordan Baker (Elisabeth Debicki). Bald erhält der frisch zugezogene Nick eine Einladung zu einer der schillernden, beinahe täglich stattfindenden Partys auf Gatsbys Anwesen. Seine Rolle ist auch längst schon festgelegt...


Der Film behandelt Themen wie Dekadenz und Ausschweifungen und setzt sich sachte mit sozialen Umbrüchen um. Dabei werden die Roaring Twenties von Luhrmann im Sound von Heute zelebriert - ein Kunstgriff, den man im Heute und Hier sehr gelungen ansehen kann,  weil nicht nur die Melancholie einer Lana del Rey da gut reinpasst. Aber ob man in einigen Jahren dies noch genauso geglückt ansehen wird - die Zukunft wird es zeigen. Luhrmanns Inszenierung ist grell, also typisch für ihn, wie auch seine früheren Filme "Strictly Ballroom", "Moulin Rouge" oder "Romeo und Julia" beweisen. Natürlich führt die Extravaganz, die hier aufgefahren wird, stellenweise zu einer visuellen Überforderung, aber es gelingt dem Filmemacher doch ein Stück weit den Menschen in der Figur Gatsby zu finden. Sehnsucht und Vergänglichkeit sind die großen Themen in der großen Party des Lebens. Bei der Oscarverleihung durften die Macher dann auch gleich zweimal jubeln. Catherine Martin und Beverley Dunn gewannen in der Kategorie "Bestes Szenenbild". Auch die Kostüme - ebenfalls kreiert von Catherine Martin wurden preisgekrönt.


Bewertung: 7 von 10 Punkten.