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Mittwoch, 1. Mai 2024

The Player


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Robert Altman

Der Hollywoodproduzent...

"The Player" von Robert Altman ist ein Verwandter von "Stadt der Illusionen" (Vincente Minelly), "Maps of the Stars" (David Cronenberg), "Hollywood Story" (Robert Aldrich), "Boulevard der Dämmerung" (Billy Wilder), "Babylon" (Damien Chazalle), "Tag der Heuschrecke" (John Schlesinger). "Barton Fink" (Coen Brothers) oder "Du sollst mein Glückstern sein" (Stanley Donen), um nur einige zu nennen. Meistens tanzen die Protagonisten aber nicht vergnügt und verliebt im Regen, eher entsteht dabei eine bittere Abrechnung über die Traumfabrik. So auch in Robert Altmans 1992 entstandener Bestandsaufnahme. Der Regisseur handhabt dabei sattsam bekannte Hollywood Rezepturen und entlarvt sie gleichzeitig in einer turbulenten und treffsicheren Satire. In einem Interview meinte Altman "Sobald es um Hollywood geht sind Übertreibungen kaum noch möglich". So muss man denken, dass "The Player" eher noch subtil das gesamte Irrenhaus der Traumfabrik beschreibt. Hollywood steht hier auch als Metapher für die allgemeine Gier, die immer mehr den Menschen beherrscht. Eine brilliante dunkle Komödie über einen phantasielosen Karrieristen - Tim Robbins spielt diesen Hollywood Producer.
Er ist der Mann, der sich Drehbuchentwürfe von Autoren anhört und darüber entscheidet, ob daraus ein Film entstehen soll oder nicht. Da der Konzern nur zwölf Filme im Jahr drehen kann und er sich in dieser Zeit tausende Entwürfe anhören muss, bedeutet dies in den meisten Fällen eine Absage. Schon aufgrund dessen, aber auch wegen seiner arroganten Art, wie er die Autoren behandelt, macht er sich zwangsläufig Feinde.
Sein Job ist bedroht, als der aufstrebende Drehbuchautor Larry Levy (Peter Gallagher) im Studio zu arbeiten beginnt. Mill hat außerdem Postkarten mit Morddrohungen erhalten, die vermutlich von einem Drehbuchautor stammten, dessen Angebot er abgelehnt hatte. Mill vermutet, dass der verärgerte Schriftsteller David Kahane (Vincent D´Onofrio) dahintersteckt. Er versucht ihn zu kontaktieren und telefoniert mit dessen Freundin June Gudmundsdottir (Greta Scacchi), die ihm erzählt, dass Kahane im Rialto Theater in Pasadena den Klassiker „"Fahrraddiebe“ anschaut. Mill gibt vor, Kahane in der Lobby zu erkennen und bietet ihm einen Drehbuchvertrag an, in der Hoffnung, dass dadurch die Drohungen gestoppt werden. Die beiden gehen in eine nahegelegene Bar, wo Kahane betrunken ist und Mills Angebot ablehnt, indem er ihn einen Lügner nennt und ihn weiterhin über seinen  nicht mehr so ganz sicheren Arbeitsplatz im Studio aufhetzt. Auf dem Parkplatz der Bar kommt es zu einem Streit zwischen den beiden Männern. Mill geht zu weit und ertränkt Kahane in einem flachen Wasserbecken.  Anschließend inszeniert Mill das Verbrechen, um es wie einen verpatzten Raubüberfall aussehen zu lassen. Als Mill am nächsten Tag zu spät zu einem Treffen kommt und abgelenkt ist, stellt ihn der Sicherheitschef des Studios, Walter Stückel (Fred Ward), wegen des Mordes zur Rede und sagt, dass die Polizei weiß, dass er der letzte war, der Kahane lebend gesehen hat. Am Ende ihres Gesprächs erhält Mill ein Fax von seinem Stalker. Mill hat also den falschen Mann getötet, und der Stalker weiß das offenbar. Mill nimmt an Kahanes Beerdigung teil und kommt mit Gudmundsdottir ins Gespräch. Die Detectives Avery (Whoopi Goldberg) und DeLongpre (Lyle Lovett) vermuten, dass Mill des Mordes schuldig ist. Mill erhält vom Stalker eine Postkarte mit dem Vorschlag, dass sie sich in einer Hotelbar treffen sollen. Während Mill wartet, wird er von zwei Drehbuchautoren, Tom Oakley (Richard E. Grant) und Andy Sivella (Dean Stockwell), in die Enge getrieben, die "Habeas Corpus" vorstellen, ein juristisches Drama ohne große Stars und mit einem deprimierenden Ende. Da Mill nicht allein ist, erscheint sein Stalker nicht. Nachdem er die Bar verlassen hat, erhält Mill in seinem Auto ein Fax, in dem er aufgefordert wird, unter seinen Regenmantel zu schauen. Er entdeckt eine lebende Klapperschlange in einer Kiste und schlägt sie voller Angst mit seinem Regenschirm nieder. Mill erzählt Gudmundsdottir, dass ihm durch seine Nahtoderfahrung bewusst geworden sei, dass er Gefühle für sie hege. Mill ist besorgt darüber, dass Levy sich weiterhin in seine Arbeit einmischt, und lädt die beiden Autoren ein, ihm Habeas Corpus vorzustellen. Damit überzeugt er Levy davon, dass der Film ein Oscar-Anwärter sein wird. Mills Plan besteht darin, Levy den Film durch die Produktion leiten zu lassen und ihn zum Flop zu bringen. Mill wird im letzten Moment eingreifen und einige Änderungen vorschlagen, um die Kinokassen des Films zu retten und ihm seine Position im Studio zurückzugewinnen...







"The Player" ist einer dieser Filme, in dem der Schurke ungeschoren davon kommt und sogar weiter auf der Erfolgsleiter hoch klettern darf. Natürlich muss es ein Opfer geben, in diesem Falle ist es Bonnie Sherow, gespielt von Cynthia Stevenson, die als einzige empört ist, was aus dem guten Skript "Habeas Corpus" vom Studio gemacht wurde. Wie so oft sind sehr viele Cameo Auftritte dabei, viele Stars spielen sich selbst. Als Lohn für das geglückte Werk bekam Tim Robbins einen Golden Globe und auch der Film selbst wurde mit diesem Preis honoriert. Ausserdem gab es 3 Oscarnominierungen (Beste Regie, Bestes Drehbuch, bester Schnitt) für diesen Film, der 29 Millionen Dollar Umsatz erreichte.






Bewertung: 8,5 von 10 Punkten. 
 

Mittwoch, 19. Mai 2021

Tod im Spiegel


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Wolfgang Petersen

Fatale Amnesie..

Nach seinen internationalen Großerfolgen "Das Boot" und "Die unendliche Geschichte" gelang dem deutschen Filmregisseur erfolgreich der Sprung nach Hollywood. Dort drehte er den Science Fiction Film "Enemy Mine", es war sein US-Einstand. 1991 folgte der Neo Noir "Tod im Spiegel", der vor allem durch seine Auflösung dem Kinozuschauer im Gedächtnis blieb. Beide Filme waren noch keine Blockbuster, doch sie waren Achtungserfolge und mit seinen späteren Filmen wie "In the line of Fire", "Outbreak", "Air Force One", "Der Sturm" und "Troja" verfestigte sich sein Ruf ein sehr erfolgreicher Blockbuster-Regisseur zu sein.
In der Geschichte geht es um Gedächtnisverlust. Der Architekt Dan Merrik (Tom Berenger) ist davon betroffen, denn er verunglückt mit seinem Auto an einer Steilküste in Nordkalifornien sehr schwer. Seine Frau Judith (Greta Scacchi) saß ebenfalls im Unglückswagen, doch sie wurde aus dem Wagen geschleudert, bevor er den Abhang hinunterstürzte. Dan erleidet schwere Verletzung, sein Gesicht ist entstellt und das Hirntrauma führt zu einer psychogenen Amnesie. Er erkennt nicht mal seine Frau wieder, die versucht ihm die Vergangenheit wieder nahe zu bringen. Dan ist schwerreich und auch sein Geschäftspartner Jeb Scott (Corbin Bernsen) und dessen Frau Jenny (Joanne Whalley-Kilmer) sind froh, dass Dan noch am Leben ist. Nur kurz tauchen bei Dan Bilder aus der Vergangenheit auf und obwohl er sich ein zweites Mal in seine hübsche Ehefrau verliebt, lassen ihn seine Zweifel nicht los. Dan findet Diskrepanzen in den Geschichten über sein früheres Ich. Möglicherweise hatte Judith ein Verhältnis mit einem anderen Kerl. Er lernt bei seiner Suche nach der Vergangenheit den Zoohändler und Privatdetektiven Gus Klein (Bob Hoskins) kennen und beauftragt ihn Licht ins Dunkel zu bringen...




Natürlich ist die Auflösung am Ende wenig realistisch, doch dies tut dem Thriller-Vergnügen keinen Abbruch. Selbst Hitchcock war nicht immer logisch. Petersen wandelt mit "Tod im Spiegel" tatsächlich auf den Spuren des englischen Meisterregisseurs und er kann die Spannung bis zum Ende gut aufrechterhalten.



Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Sonntag, 26. März 2017

Aus Mangel an Beweisen

























Regie: Alan J. Pakula

Carolyn Polhemus Mörder...

Im Alter von 70 Jahren verstarb Hollywood Regisseur Alan J. Pakula am 19. November 1998 bei einem Autounfall auf dem Long Island Express Highway. Bekannt wurde er vorerst als Produzent der Literaturverfilmung "Wer die Nachtigall stört", die ihm auch eine Oscar-Nominierung einbrachte. Ende der 60er Jahre wagte er sich auch auf den Regiestuhl. Es entstand "Pookie" und in den 70ern mit "Klute", "Zeuge einer Verschwörung" und "Die Unbestechlichen" drei großartige Thriller, die inzwischen als "Paranoia-Trilogie" zusammengefasst werden. Trotz des Erfolges in diesem Genre wandte er sich in den 80ern anderen Filmthemen zu, erst 1990 kam es zu einem Thrillercomeback mit dem spannenden Gerichtsfilm "Aus Mangel an Beweisen" mit Harrison Ford in der Hauptrolle. Ein Kassenerfolg mit einem weltweiten Einspielergebnis von 221 Millionen US-Dollar. 1993 knüpfte er mit "Die Akte" noch einmal erfolgreich in Sachen Politthriller an, wieder schaffte er ein weltweites Kassenergebnis in ähnlichen Regionen. "Die Akte" spielte 195 Millionen Dollar ein. "Aus Mangel an Beweisen" basiert auf dem gleichnamigen Roman "Presumed Innocent" von Scott Turow und steht in der Tradition einiger gut gelungener 80s Thriller wie "Suspect" von Peter Yates, "Der Mann im Hintergrund" von Ridley Scott oder "Das Messer" von Richard Marquard. Die Brisanz seiner 70er Jahre Thriller hat "Aus Mangel an Beweisen" aber nicht, die Spannung kommt jedoch nicht zu kurz.
Erzählt wird das Dilemma von Rozat Sabich (Harrison Ford), dem stellvertretenden Staatsanwalt in Kindle County. Sein Boss Raymond Horgan (Brian Dennehy) hat politische Ambitionen und will als oberster Staatsanwalt für das County gewählt werden, doch er hat mit Nico Della Guardia (Tom Mardirosian) einen ebenbürtigen Gegner. Dann wird die Kollegin Carolyn Polhemus (Greta Scaachi) ermordet in ihrer Wohnung aufgefunden. Alles sieht nach Vergewaltigung aus, sie wurde mit einem stumpfen Gegenstand erschlagen und mit Seilen gefesselt. Horgan, der ein Verhältnis mit der jungen ehrgeizigen Kollegin hatte, will unbedingt, dass Rusty (Rozats Spitzname) den Fall übernimmt und mit höchster Priorität die Ermittlungen erfolgreich absolviert und schnellstens einen Täter liefert. Dabei hatte aber auch Rusty ein Verhältnis mit Carolyn, von dem aber nur seine Ehefrau Barbara (Bonnie Bedelia) etwas wusste, es aber irgendwie duldete. Die Beiden haben einen gemeinsamen Sohn (Jesse Bradford) und gelten eigentlich als Bilderbuchehe. Gemeinsam mit dem befreundeten Polizisten Liprranzer (John Spencer) beginnen die Ermittlungen. Bald werden Fingerabdrücke von Rusty an einem Glas in Carolyns Wohnung gefunden, auch wird entdeckt, dass Rusty von seinem Privatanschluß sehr oft Carolyns Nummer wählte und es exisistieren auch Anrufe von Carolyns Wohnung aus zu Rusty. Als Horgan die Wahl gegen Guardia verliert, hat der neu gewählte Staatsanwalt gemeinsam mit dem Leiter der Mordkommission Tommy Molto (Joe Grifasi) sehr schnell eine Anklage gegen Rusty vorbereitet. Es sieht böse aus, auch wenn es nur Indizien gibt. Sabich gewinnt aber den erfolgreichen Anwalt Sandy Stern (Raul Julia) für seine Verteidigung...


Das Ende ist dann doch etwas überraschend und trotz einiger Klischees passt es auch. Alan J. Pakula weiß natürlich wie man einen Gerichtsfilm möglichst spannend erzählt und es steht ihm ein sehr gutes Schauspieler-Ensemble zur Verfügung, die Können beweisen. Trotz des Dramas in der Geschichte gelingt es Pakula auch politische und moralische Korruptionsmechanismen im Justizsystem der USA anzureißen. Es überwiegt aber der Aspekt der guten Unterhaltung.




Bewertung: 7 von 10 Punkten.