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Samstag, 29. März 2025

New York; New York

 



Regie: Martin Scorsese

Zwischen Kunst und Kommerz...

Der ungarische Kameramann Laszlo Kovaks wurde für viele Hollywood-Klassiker engagiert, wie beispielsweise "Easy Rider", "Bewegliche Ziele", "Paper Moon" "Five Easy Pieces", "Shampoo", "Frances", "Ghostbusters" oder "Copy Kill". Für Martin Scorseses Romantik-Musikfilm "New York, New York" lieferte er die wunderbare Optik im Film Noir Style. Fred Ebb und John Kander schrieben die Musik. Vor allem der Titelsong "New York, New York" wurde zum absoluten Klassiker und zum Highlight als eines der schönsten Filmsongs überhaupt. Noch erfolgreicher als Liza Minellis Original, das sie auf dem Höhepunkt des Films singt, wurde die Version von Frank Sinatra, die er zwei Jahre später in sein Repertoire aufnahm. Da "New York, New York" beim Umsatz unter den Erwartungen blieb (er spielte damals bei einem Budget von 9 Millionen Dollar nur 17 Millionen Dollar ein, was für die Producer natürlich eine Enttäuschung war) ignorierte ihn die Academy bei der Oscarvergabe total. Immerhin konnte Scorseses dunkle Hommage an die Frühzeit der Jazzmusik vier Golden Globe Nominierungen erhalten: Für den besten Song, als bester Film und für beide Hauptdarsteller Liza Minelli und Robert de Niro. Am 14. Juni 1980 erreichte die Single in der Version von Sinatra Platz 32 der Billboard Hot 100 und es war Sinatras letzter Top-40-Hit. Sowohl Sinatras als auch Minnellis Versionen sind eng mit Manhattan in New York City verbunden. Sinatra spielte die Nummer bis zu seinem Rücktritt 1995 bei fast allen seinen Konzerten, und Minnelli spielt sie weiterhin bei fast allen ihren Konzerten. Am V-J Day 1945 (Sieg über Japan) findet in einem New Yorker Nachtclub eine Feier statt, die vom Tommy Dorsey Orchestra musikalisch begleitet wird. Dort trifft der egoistische und gesprächige Tenorsaxophonist Jimmy Doyle (Robert de Niro) die unbedeutende Truppenbetreuungssängerin Francine Evans (Liza Minelli). Obwohl einsam, will sie nichts mit dem aufdringlichen und extrovertierten Jimmy zu tun haben, der sie nach ihrer Telefonnummer fragt. Am nächsten Morgen teilen sie sich ein Taxi, und gegen ihren Willen begleitet Francine Jimmy zu einem Vorsingen, bei dem er mit dem Clubbesitzer streitet. Um das Vorsingen wieder in Gang zu bringen, beginnt Francine den alten Klassiker "You Brought a New Kind of Love to Me“. Jimmy stimmt auf seinem Saxophon ein. Der Clubbesitzer ist beeindruckt, und zu Francines Erstaunen wird beiden ein Job als reisende Sängerin angeboten. Von diesem Moment an vertieft sich die Beziehung zwischen Jimmy und Francine zu einer Mischung aus Besessenheit und Liebe. Doch es gibt Probleme – vor allem Jimmys Neigung, sich mit seinen Kollegen zu streiten, sein übertrieben dramatisches Verhalten und seine zunehmend heftigen Auseinandersetzungen mit Francine, die schwanger wird. Ein besonders heftiger Streit zwischen den beiden führt dazu, dass bei Francine die Wehen einsetzen. Jimmy bringt sie eilig ins Krankenhaus, wo sie einen Jungen zur Welt bringt. Jimmy ist jedoch weder bereit, Vater noch ein guter Ehemann zu sein, und verlässt seine Frau. Er weigert sich, seinen neugeborenen Sohn zu sehen, als er das Krankenhaus verlässt. Einige Jahre später nimmt Francine in einem Aufnahmestudio "But the World Goes Round“ auf, eine kraftvolle Hymne, die in die Charts klettert und ihr zu einer beliebten Unterhaltungsfigur verhilft. In den folgenden Jahren sind Jimmy und Francine beide in der Musikbranche erfolgreich; er wird ein renommierter Jazzmusiker und Clubbesitzer, sie eine erfolgreiche Sängerin und Filmschauspielerin. Jimmy nimmt einen selbstgeschriebenen Song auf seinem Saxophon auf, der die Jazzcharts anführt, und Francine festigt ihren Ruhm mit dem Lied "New York, New York“, für das sie den Text beigesteuert hat. Ihr Auftritt, der von einem begeisterten Publikum gefeiert wird, findet in demselben Nachtclub statt, in dem sie und Jimmy sich Jahre zuvor kennengelernt hatten. Nach der Show ruft Jimmy seine Ex-Frau an und schlägt ein gemeinsames Abendessen vor. Francine ist versucht und geht zum Bühnenausgang, überlegt es sich aber im letzten Moment anders. Jimmy wartet auf dem Bürgersteig, merkt, dass er versetzt wurde und geht die Straße entlang...










Traurig, nicht wahr ? Es ist eine Lovestory zweier Künstler mit Höhen und Tiefen, die aber schließlich auseinandergeht. Für Scorsese war es ein Projekt, mit dem er den düsteren Realismus verlassen wollte, für den er so berühmt geworden war. Deshalb auch die künstlichen Kulissen, Martin Scorseses technische Virtuosität und Liza Minellis magnetische Präsenz kommen in  diesem Film jedoch voll zur Geltung, auch wenn die Mischung aus schmachtendem Stil und knallhartem Realismus dieses ambitionierten Musicals ungewöhnlich ist. Wenn man ihn im Vergleich zu den vorherrschenden Filmthemen der progressiven 70er sieht, dann kann man vielleicht sogar von einem letzten Ausbruch aus dem alten Hollywood sprechen.












Bewertung: 8,5 von 10 Punkten. 
 

Donnerstag, 23. Mai 2024

Wie ein wilder Stier


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Martin Scorsese

La Motta im Ring...

Für den Boxfilmklassiker "Wie ein wilder Stier" von Martin Scorsese musste Hauptdarsteller Robert de Niro sein Gewicht von 66 kg auf 97 kg bringen, um dem älteren nicht mehr aktiven Boxer Jake La Motta gerecht zu werden. Martin Scorsese bestand darauf, dass eine Kamera, die vom Kameramann Michael Chapman bedient wurde, im Ring platziert würde, da er die Rolle eines Gegners spielen und anderen Kämpfern aus dem Weg gehen würde, damit die Zuschauer die Emotionen der Kämpfer sehen könnten aus der Sicht von La Motta.
Die genauen Bewegungen der Boxer sollten als Tanzroutinen nach den Informationen eines Buches über Tanzlehrer im Stil von Arthur Murray ausgeführt werden. Zwischen den Einstellungen benutzte De Niro einen Boxsack in der Mitte des Rings, bevor er aggressiv direkt zur nächsten Szene überging. So vermied es Scorsese die Kämpfe aus der Sicht des Zuschauers zu zeigen, alles sollte sich hautnah am Mann abspielen.
Im Jahr 1941 erleidet Jake LaMotta (Robert de Niro), ein junger, aufstrebender Boxer im Mittelgewicht, nach einer kontroversen Entscheidung seine erste Niederlage gegen Jimmy Reeves (Floyd Anderson). Jakes Bruder Joey (Joe Pesci) bespricht mit einem seiner Mafia-Verbindungen, Salvy Batts (Frank Vincent), eine mögliche Chance auf den Titel im Mittelgewicht, lehnt jedoch wiederholt die Hilfe der Mafia ab und möchte die Meisterschaft zu seinen eigenen Bedingungen gewinnen. Einige Zeit später entdeckt Jake ein fünfzehnjähriges Mädchen namens Vickie (Cathy Moriarty) in einem Schwimmbad in seinem Viertel in der Bronx. Er geht schließlich eine Beziehung mit ihr ein, obwohl er bereits verheiratet und Vickie minderjährig ist. 1943 besiegt Jake Sugar Ray Robinson (Johnny Barnes) und kommt drei Wochen später zum Rückkampf. Obwohl Jake Robinson während des Kampfes dominiert, entscheiden die Kampfrichter überraschenderweise zugunsten von Robinson, den Joey nur deshalb für gewonnen hält, weil er in der folgenden Woche zur Armee eingezogen wird. 1945 heiratet Jake Vickie. Jake kontrolliert und dominiert Vickie und macht sich ständig Sorgen, dass sie Gefühle für andere Männer hat. Seine Eifersucht wird deutlich, als er seinen nächsten Gegner, Tony Janiro (Kevin Mahon), vor den Augen von Tommy Como (Nicholas Colasanto), dem örtlichen Mafiaboss und Vickie brutal mit fiesen Schlägen besiegt. Während Joey mit Journalisten an der Copacabana über den Sieg spricht, wird er abgelenkt, als er sieht, wie Vickie mit Salvy und seiner Crew an einen Tisch geht. Joey spricht mit Vickie, die andeutet, dass sie mit ihrer Ehe mit Jake unzufrieden ist. Joey hat den falschen Eindruck, dass Vickie eine Affäre mit Salvy hat,und greift ihn in einem Kampf, der sich auch außerhalb des Clubs ausbreitet, brutal an. Como befiehlt ihnen später, sich zu entschuldigen, und lässt Joey Jake sagen, dass er zuerst einen Sprung machen muss, wenn er eine Chance auf den Meistertitel haben will, den Como kontrolliert. Jake verliert absichtlich sein nächstes Match gegen Billy Fox (Eddie Mustafa Muhammed) und wird nach einer glanzlosen Leistung aus dem Gebäude ausgebuht. Kurz darauf wird er wegen des Verdachts, den Kampf abgebrochen zu haben, vom Vorstand suspendiert, was ihn sehr betrübt. Er wird schließlich wieder eingesetzt und gewinnt 1949 den Meistertitel im Mittelgewicht gegen Marcel Cerdan (Louis Raftis). Ein Jahr später wird Jake zunehmend paranoid, weil er sich sicher ist, dass Vickie eine Affäre hat. Er fragt Joey, ob er dieser Lover sei, was Joey wütend macht und so aufbringt, dass es zum Bruch der beiden Brüder kommt.  Nachdem er 1950 seinen Meisterschaftsgürtel in einem zermürbenden Fünfzehn-Runden-Kampf gegen Laurent Dauthuille (Johnny Turner) verteidigt hat leitet sich langsam aber sicher der Niedergang seiner Karriere ein. Er verliert einen erneuten Kampf gegen Robinson. 1956 geht er in den Ruhestand, die Ehe wird geschieden und er kommt sogar ins Gefängnis. Im Jahr 1964 tritt Jake in verschiedenen Clubs als Stand-up-Comedian auf. Backstage vor einer Show bereitet er sich auf seinen Auftritt vor, indem er Schattenboxen macht, Szenen aus „Die Faust im Nacken“ zitiert und mit dem Spruch "Ich bin der Boss“ die Bühne des Nachtclubs betritt...







Bereits Ende der 1980er Jahre hatte "Raging Bull" seinen Ruf als moderner Klassiker gefestigt.
In zahlreichen Kritikerumfragen wurde er zum besten Film der 1980er Jahre gewählt und wird regelmäßig sowohl als Scorseses bester Film als auch als einer der besten amerikanischen Filme aller Zeiten bezeichnet. In der Liste der wichtigsten und besten US-Filme, die das American Film Institut herausbrachte, landete "Raging Bull" hinter "Citizen Kane", "Der Pate" und "Casablanca" auf den vierten Platz. Für Robert de Niro wurde der Film ebenfalls zum großen Triumph. Bei der Oscarverleihung bekam er nach "Der Pate 2" seinen zweiten Oscar zugesprochen. Auch Thelma Schoomaker für den Filmschnitt wurde zur Oscarsiegerin gekürt. Desweiteren gab es Nominierungen in den Kategorien "Bester Film", Beste Regie; Nebendarsteller Joe Pesci, Nebendarstellerin Cathy Moriarty, Kameramann Michael Chapman und bester Ton. An der Kasse wurde ein Umsatz von ca. 24 Millionen Dollar erreicht. Für die fachliche Beratung stand Jake la Motta selbst bereit. Scorsese gelang eine äusserst beklemmende psychologische Studie über einen Mann, der ständig zu Gewalt und zur Selbstzerstörung neigt. Auch das Umfeld "Little Italy" in New York wird treffend skizziert. Die Kampfszenen stellen alle anderen Boxerfilme in den Schatten.









Bewertung: 10 von 10 Punkten. 

Dienstag, 2. Januar 2024

Der Sternwanderer


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Matthew Vaughn

Auf der Suche nach dem gefallenen Stern...

Nachdem Michelle Pfeiffer bereits mit Richard Donners Fantasyfilm "Ladyhawke" Erfahrungen im Genre des Märchenfilms gesammelt hatte, war Matthew Vaughns "Stardust" aus dem Jahr 2007 (deutscher Titel: Der Sternwanderer) kein Neuland für sie. Allerdings gehört ihre Rolle in "Stardust" zu den fiesen Antagonisten verfolgter Helden. Sie spielt die gemeine Hexe Lamia, die unbedingt wieder jünger und schöner aussehen will.
Stardust verdiente weltweit insgesamt 137.022.245 US-Dollar.  Die größten Märkte waren die Vereinigten Staaten, wo das Unternehmen 38 Millionen US-Dollar erwirtschaftete, und das Vereinigte Königreich, wo es 31 Millionen US-Dollar einspielte.
Der Film handelt von Dustan Thorn (Ben Barnes/später Nathaniel Parker), einem jungen Mann aus der fiktiven Stadt Wall in England. Wall ist eine Stadt an der Grenze des magischen Fantasy-Königreichs Stormhold. Duston betritt die magische Welt, obwohl diese Mauer von einem Wächter (David Kelly) bewacht wird - er lernt dort die junge attraktive Una (Kate Magowan) kennen, die von einer Hexe Melanie Hill) gefangen gehalten wird und verbringt eine Nacht mit ihr. In dieser Nacht entsteht ein Kind, dass 9 Monate später an der Haustür des jungen Dustan abgegeben wird. Er nennt das Kind Tristan (wird als junger Mann von Charlie Cox gespielt) und als dieser 18 Jahre alt wird, hat er genauso wie damals sein Vater das Verlangen die Grenze zu überschreiten, um nach Stormhold zu gelangen. Natürlich will er dies für seine Angebetete Victoria (Sienna Miller), da diese ansonsten den arroganten Humphrey (Henry Cavill) ehelichen will. So fordert sie ihn auf ihr einen gefallenen Stern aus dem Phantasiereich zu bringen.
Und so begibt sich Tristan auf die Reise diesen Stern zu suchen. Zu seiner Überraschung entpuppt sich das Objekt als eine Frau namens Yvaine (Claire Danes). Aber drei böse Hexenschwestern (Michelle Pfeiffer, Joana Scanlan und Sarah Alexander) sind ebenfalls hinter diesem Stern her. dazu muss der Stern allerdings in einem Blutritual sterben. Gleichzeitig liegt jenseits der Mauer der König von Stormhold  (Peter O´Toole) auf dem Sterbebett. Drei seiner ursprünglich sieben Söhne warten auf seine Entscheidung, wer ihm auf den Thron folgen soll, während die vier restlichen Söhne in der Vergangenheit von ihren Brüdern umgebracht wurden und nun das Geschehen als bleiche Geister beobachten. Von den drei Anwärtern muss noch einer (Rupert Everett) davon am Sterbebett das Zeitliche segnen. Die beiden übrig gebliebenen Brüder (Mark Strong und Marc Heap) müssen die Rubinhalskette des Vaters suchen. Dem Finder steht dann der Thron zu. Währendessen verliebt sich der Stern in ihren Finder. Dann geraten sie in die Gewalt von Piraten, die mit ihrem Luftschiff Blitze sammeln, um sie gewinnbringend zu verkaufen. Dem nach außen grausam wirkenden, insgeheim aber liebenswerten Captain Shakespeare (Robert deNiro) gefallen die beiden. Vor seiner Mannschaft gibt er Tristan als seinen Neffen aus und lehrt ihn das Benehmen eines Gentleman und Fechten sowie Yvaine das Tanzen. Doch die Hexe kommt immer näher....





Matthew Vaughns Film hat einen starken Touch "Terry Gilliam" und ist vielleicht eine Rückbesinnung auf den klassischen Fantasyfilm der 80er Jahre. Also weniger Superlative wie bei den Erfolgsserien "Herr der Ringe" oder "Harry Potter", was den bunten Film mit vielen Einfällen nicht unsympathisch macht. Die literarische Vorlage "Sternwanderer" stammt von Neil Gaiman.






Bewertung: 7 von 10 Punkten