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Mittwoch, 4. Dezember 2024

Oklahoma Crude


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Stanley Kramer

Ölrausch im Oklahoma...

Neben den 40er Jahren gilt auch die 70er Dekade in der Filmgeschichte als besonders herausragend und innovativ. Beide Jahrzehnte schufen eine Vielzahl an Klassikern. Es gibt aber auch Filme der 70er, die irgendwie im Laufe der Zeit in Vergessenheit gerieten, obwohl sie eine sehr gute Qualität aufweisen. "Oklahoma Crude" von Stanley Kramer ist so einer dieser Filme, an die man sich heute kaum mehr erinnern kann. Er lief in den 80er Jahren in deutschen Fernsehen unter dem Titel "Ölrausch in Oklahoma" und erzählt die Geschichte von zwei sehr unterschiedlichen Menschen - Mann und Frau -, die sich für eine gemeinsame Sache zusammentun und diese Zweckgemeinschaft auch irgendwann emotionale Früchte trägt. Es fällt auch gleich der John Huston Klassiker "African Queen" auf, in dem ein Trunkenbold (Humphrey Bogart) mit einer Missionarin (Katherine Hepburn) mit einem kleinen Dampfboot durch Feindesgebiet in Afrika unterwegs sind. Stanley Kramer selbst hatte seine ganz große Zeit in den End 50ern und Anfang der 60er Jahre, er war der Regisseur von so bedeutenden Klassikern wie "Wer den Wind sät", "Flucht in Ketten", "Das letzte Ufer" oder "Das Urteil von Nürnberg". 1961 wurde er mit dem Irving G. Thalberg Memorial Award geehrt.  1913 ist Lena Doyle (Faye Dunaway) die Besitzerin eines kleinen Stücks Land außerhalb von Almira, Oklahoma, auf dem sich ein markanter Hügel befindet. Lena glaubt, der Hügel sei eine Kuppel über einem großen Ölvorkommen und betreibt eine "wilde“ Bohranlage, aber ihr Bohrturm hat bisher nichts hervorgebracht. Ihr einziger Angestellter ist Jimmy (Rafael Campos), ein junger Indianer. Eines Tages taucht Lenas entfremdeter Vater Cleon Doyle (John Mills) auf und bietet seine Hilfe an, aber sie lehnt ab. Cleon versucht dennoch, Männer anzuheuern, die Lenas Eigentum bewachen, aber er wird gemieden, da niemand "Pan Okie“ oder Pan Oklahoma Oil & Gas im Weg stehen will, dem mächtigsten Ölunternehmen der Region und Almiras größtem Widersacher. Nur ein Mann, der Spanisch-Amerikanische Kriegsveteran Noble "Mase“ Mason (George C. Scott), nimmt an. Lena ist Mason gegenüber misstrauisch, lässt ihn aber für sie arbeiten, während sie ihren Vater weiterhin ablehnt. Eines Nachts während eines Regengusses kommt Walter C. Hellman (Jack Palance), ein pensionierter Captain der US Army, der bei Pan Oklahoma als Vermittler angestellt ist, und verlangt von Lena, ihr Land an die Firma zu verkaufen. Sie lehnt ab, und Hellman befiehlt seinen Handlangern, sie und Jimmy zu schlagen, der an seinen Verletzungen stirbt. Mason bietet an, Lena für ein Bestechungsgeld von 200 Dollar im Stich zu lassen, aber Hellman verunglimpft ihn als rückgratlosen Opportunisten und weigert sich nicht nur zu zahlen, sondern lässt ihn auch schlagen. Cleon pflegt Lena und Mason wieder gesund, während Hellman Lenas Land illegal besetzt und bearbeitet. In Almira werden Lena und Cleon, die nun versöhnt sind, von einem Anwalt darüber informiert, dass Lenas Fall gegen Pan Oklahoma aussichtslos ist, da die Firma Einfluss auf die Richter hat, aber er schlägt vor, dass sie ihr Land mit Gewalt zurückerobern und man dies juristisch sehr gut als Selbstverteidigung rechtfertigen könnte. Gemeinsam greifen Lena, Cleon und Mason Hellmans Arbeiter mit Schrotflinten und Granaten an, verjagen sie und erobern das Grundstück zurück....








Natürlich gibt die mächtige Öil & Gas Company noch lange nicht am Ende mit ihrem Druck, den sie auf das Trio ausübt. Es wird nicht ohne Opfer gehen. Der Filmsong "Send a littel love my way" von Anne Murray schaffte auch eine Golden Globe Nominierung. Die Inszenierung wirkt von leichter Hand gemacht und die Darstellerleistungen sind erfrischend gut. Die schöne Frau und der unkultivierte Helfer haben nichts gemeinsam, nur dieses gemeinsame Ziel. Auf dem Weg dorthin entsteht allerdings zuerst Respekt und dann eine starke Zuneigung. Kramer ist aber Profi genug, dass er den Zuschauern ein zu aufgesetztes HappyEnd in Sachen Liebe erspart. Beide gehen am Ende wieder getrennte Wege. Trotz einiger komischer Elemente ist der Grundtenor des Films pessimistisch und zeigt auch die große Allmacht des Geldes - derjenige der es hat, dem sind wirklich beinahe keine Grenzen mehr gesetzt. So bleiben versuchter Mord und Mord ungesühnt. Die Kameraarbeit von Robert Surtees (Oscar für "König Salomons Diamanten, Stadt der Illusionen, Ben Hur) ist ausgezeichnet. 






Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.

Donnerstag, 29. Juni 2023

Die Kammer


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: James Foley

In der Todeszelle...

Gute Filme und schlechte Filme finden sich in James Foleys Filmographie. Für den Madonna Film "Whos that girl ?" bekam der Regisseur seine erste Nominierung bei der Vergabe der  "Goldene Himbeere". 2018 und 2019 konnte er für seine beiden "Fifty Shades of Grey" Filme noch zweimal eine Nominierung als schlechtester Regisseur des Jahres holen. Demgegenüber stehen aber sehr geglückte Filme wie "Auf kurze Distanz" mit Sean Penn, "After Dark my Sweet" und vor allem das hervorragende Kammerspiel "Glengarry Glen Ross" aus dem Jahr 1992.
1996 wurde er für die Verfilmung des John Grisham Bestsellers "Die Kammer" als Regisseur verpflichtet. Der Film wurde allerdings ein Kassenflop mit 22 Millionen Dollar Umsatz. Lediglich Robert Altmans "Gingerbread man" lief im Kino noch schlechter.
Die Geschichte spielt in Indianola, Mississippi im April 1967. Die Rassenunruhen beherrschen das gesamte Land und der Klu Klux Klan ist schwer beschäftigt mit terroristischen und mörderischen Aktivitäten. Einer der Ziel der Rassisten ist der jüdische Bürgerrechtsanwalt Marvin Kramer, der eines Morgens seine beiden fünfjhrigen Zwillingssöhne ins Büro mitnimmt - wenige Minuten nach seinem Eintreffen geht in seinem Büro eine Bombe hoch, die die beiden Kids tötet. Kramer überlebt, allerdings beinamputiert. Er begeht daraufhin Selbstmord. Zurück bleibt die Witwe Ruth (Millie Perkins).
Als vermeintlicher Täter wird der Klansoldate Sam Cayhall (Gene Hackman), schließlich zum Tod in der Gaskammer des Mississippi State Penitentiary verurteilt. Doch bevor nun das Urteil verstreckt werden soll, sind schon 29 Jahre vergangen. Cayhalls Enkel Adam Hall (Chris O´Donnell), der Anwalt ist, möchte seinen Großvater beraten, dass zumindest ein Aufschub erreicht werden kann. Dabei ist Adam alles andere als ein Freund seines Großvaters. Die ganze Familie hat aufgrund der Vergangenheit des Großvaters den Namen geändert. Adams Vater hat durch diese fatale Familienkonstellation Selbstmord begangen und die Tochter Lee Bowen (Faye Dunaway) führt ein Leben als bekannte Prominente, sie ist alkohlkrank - was sie genauso verheimlichen kann wie ihren berüchtigten Dad. Die erste Begegnung zwischen Enkel und Großvater verläuft auch wenig herzlich. Sam ist ein schroffer, verbitterter und reueloser Rassist, der mit seiner Beteiligung an dem Bombenattentat immer noch prahlt, er bestreitet jeodch, dass die Bombenanschläge zum Töten gedacht waren. Ausserdem verspottet er die politische Einstellung von Adam, doch dieser lässt nicht locker und findet bald einen Zugang zu seinem Verwandten, der im Hochsicherheitstrakt auf seine Hinrichtung wartet, die in nur wenigen Tagen stattfinden soll....




Robert Prosky ist als E. Garner Goodman zu sehen und David Marshall Grant spielt den oppoturnistischen Gouverneur McAllister. Obwohl am Ende noch der Haupttäter Rollie Wedge (Raymond G. Barry) ausfindig gemacht werden kann, wird das Urteil in der Gaskammer vollstreckt.
Foleys Film ist sicherlich nicht die beste Grisham Verfilmung, aber dennoch ist er nicht so schlecht wie die Kritik ihn damals bewertete. Der gesamte Film wird in weiten Teilen von Gene Hackman getragen, der präsent und überzeugend agiert. Faye Dunaway ist m.E. irgendwie fehlbesetzt und Chris O´Donnell bleibt eher farblos. Auch ist der Film wenig spannend, sondern eher dialoglastig.




Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Samstag, 3. Dezember 2022

The Yards


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: James Gray

Nachts auf den Rangierbahnhöfen...

Obwohl Regisseur James Gray mit "Helden der Nacht" aus dem Jahr 2007 ein weitaus größerer Erfolg als mit seinem sieben Jahre früher entstandenen Film "The Yards" beschieden war, ist ihm mit "The Yards" ein klasse Neo Noir gelungen, der weitaus besser funktioniert als die "Helden der Nacht", In beiden Filmen spielen Marc Wahlberg und Joaquin Phoenix die Hauptrollen. Der Film spielt in den Rangierbahnhöfen von New York City, die "Yards" genannt werden, insbesondere in den Staatbezirken Bronx, Queens und Brooklyn, wo verschiedene Auftragsgeber Eisenbahnwaggons für die städtische Transitbehörde (TA) reparieren. Diese Vorgehensweise fördert natürlich Bestechung und politische Korruption. In diesem schweren Fall von Wirtschaftskriminalität ist natürlich auch die örtliche Politik verstrickt - rivaliserende Unternehmen kommen an gut dotierte Aufträge, wenn sie Arbeit der Konkurrenz ganz einfach sabotieren. Dann gewinnen sie Angebote und natürlich enorm viel Geld. Der Held der Geschichte heißt Leo Handler (Marc Wahlberg) und ist ein ambivalenter Kerl. Leo war wegen einiger Autodiebstähle im Knast und ist nun auf Bewährung wieder draußen. Er hat sich geschworen nicht mehr straffällig zu werden. Am Abend seiner Entlassung ist viel Verwandtschaft in die Wohnung seiner herzkranken Mom (Ellen Burstyn) gekommmen - deren Schwester Kittie (Faye Dunaway), die mit dem Unternehmer Frank Olchin (James Caan) verheiratet ist. Auch Kitties Tochter aus erster Ehe Erica Stoltz (Charlize Theron) ist mit ihrem Freund Willie Guitterez (Joaquin Phoenix) gekommen. Willie bezeichnet Leo als seinen besten Freund und er gibt diesem auch zu verstehen, dass er damals bei seiner Verurteilung dicht gehalten hat und nichts über seine Kumpanen verraten hat. Frank Olchin ist der Boss einer Reparaturwerkstatt und bietet Leo an eine zweijährige Ausbildung zum Maschinenschlosser zu machen. Der hat aber wenig Lust darauf sich von seinem Onkel finanzieren zu lassen und würde viel lieber so einen Job machen, wie ihn Willie bei Frank inne hat. Etwas widerstrebend gibt Frank das ok. Doch der Job, den Willie erledigt ist nicht nur hoch gefährlich, sondern auch kriminell. Willie und einige Kumpels gehen nachts auf die Rangierbahnhöfe und sabotieren Eisenbahnwaggons, um so an Aufträge zu kommen. Als Willie Leo erstmals zu einem dieser Treffen mitnimmt, kommt es zur tödlichen Katastrophe. Während die Mannschaft anfängt die Zugkupplungen zu sabotieren, geht Willie ins Büro des Rangiermeisters, um ihn wie so oft zu bestechen. Doch diesmal löst der Mann Alarm aus, weil er von einer anderen Firma höher bestochen wurde. Willie tötet den Beamten. Plötzlich steht ein Polizist mit Schlagstock vor dem Schmiere stehenden Leo, der den Gesetzeshüter besiegt und ihn ins Koma prügelt. Dieser Polizist liegt nun schwerverletzt im Krankenhaus und Leo wird von Willie und seinen Kumpanen gezwungen ins Krankenhaus zu gehen und dem Polizisten den Rest zu geben. Nur so könne man dieses Problem aus der Welt schaffen. Leo entscheidet sich im letzten Augenblick um und flieht. Nun ist er aber der Hauptverdächtige - auch beim Mord an den Rangiermeister - da der Officer nach seinem Erwachen aus dem Koma Leo in der Verbrecherkartei erkannt hat. Alles scheint auswegslos für Leo, selbst sein Onkel gibt ihn zum Abschuß frei...






Die Freundschaft von Leo und Willie bekommt zusätzlich Risse durch die heimliche Zuneigung von Leo zu Willies Velrobten Erica. Die Hauptfigur Leo wird von Marc Wahlberg sehr glaubwürdig gespielt - sie dient einerseits für eine gewisse Zeit als einzige Identifkationsfigur der Geschichte, denn man wünscht sich für ihn, dass er alles versucht, um auf den rechten Weg zu kommen - wäre da nicht dieser Widerhaken, der ins Drehbuch eingebaut wurde. Leo, der Mann, der den Polizisten fast tot geprügelt hat. Und dieser Leo kann sich am Ende doch irgendwie arrangieren und am Ende als Held der Geschichte dasteht. Doch das ist er nicht wirklich. Seine Aussage am Ende zeigen auch Verlogenheit und Amoralität - am Ende siegt die Selbstgerechtigkeit und der Egoismus. Neben Marc Wahlberg auch großes Lob an das gesamte Darsteller-Ensemble. Es gibt ein Wiedersehen mit James Caan, Faye Dunaway, Victor Argo und Louise Fletcher, die alle großartiger agieren. Auch Joaquin Phoenix und Charlize Theron spielen klasse - Theron erhielt ein paar Jahre später den Oscar für "Monster", Joaquin Phoenix musste etwas länger auf den begehrten Filmpreis warten. Er bekam den Academy Award nach drei erfolglosen Nominierugen im Jahr 2020 für seine verrückte Performance als "Joker". 






Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Montag, 18. März 2019

Die drei Musketiere/Die vier Musketiere

Regie: Richard Lester

Die Abenteuer des D´Artagnan...

Eigentlich waren die beiden Alexander Salkind Produktionen "Die drei Musketiere" und "Die vier Musketiere - Die Rache der Mylady" nicht als Zweiteiler konzipiert, man wollte mit dem gesamten Filmmaterial lediglich einen Film ins Kino bringen - der hätte ruhig ca. 200 Minuten dauern sollen. Doch es kam anders. Da der Zeitplan sich sowieso schon stark verzögert hatte, entschloss man sich den Film dem Kinopublikum in zwei Teile zu servieren und so kam "Die drei Musketiere" 1973 ins Kino, die Fortsetzung folgte ein Jahr später. Der erste Teil spielte fast 11 Millionen Dollar ein, Teil 2 hatte mit 8,7 Millionen Dollar das Nachsehen.
Der Stoff wurde natürlich schon vielfach fürs Kino gedreht - bereits in der Frühzeit des Films - 1903 - gabs die erste Verfilmung. Die bekannteste ist wahrscheinlich die farbenprächtige Variante aus dem Jahr 1948 - George Sidney führte Regie und Gene Kelly als D´Artagnan sowie Lana Turner als verschlagene Mylady de Winter machten daraus einen riesigen Blockbuster, der zu seiner Zeit fast 9 Millionen Dollar einspielt und damit noch erfolgreicher war als die 20er Version des Draufgängers Douglas Fairbanks.
In den 90ern wurde Stephen Hereks "The Three Musketeers" mit Charlie Sheen ein Kassenhit und auch die erst 8 Jahre alte 3D-Version mit Logan Lerman und der Regie von Paul W. S. Anderson hatte guten Erfolg mit 132 Millionen Dollar Einspielergebnis.
Die beste Verfilmung des Stoffes von Alexandre Dumas ist jedoch eindeutig Richard Lesters Variante, der sich eng an den Roman hält, aber dennoch sehr viel Humor mitbringt - ausserdem sich die Zeit nimmt das Leben in Frankreich zur Zeit von Louis XIII, dem Monarchen, der stark unter dem Einfluss des Kardinals Richelieu steht, perfekt zu zeichnen - sowohl den Adel als auch das arme Volk. Hier gelingen dem Regisseur eindringliche und beeindruckend Szenen als Beiwerk zum großen Ganzen und das Drehbuch von George MacDonald Fraser sieht es vor die Figuren des Romans zum Leben zu erwecken. Sie erscheinen total vital und voller Lebensfreude - vor allem der zuerst noch sehr unbedarfte Gasconger D´Artagnan (Michael York), der sich sehr schnell in den Kopf gesetzt hat Musketier zu werden und damit auch zum Helden seiner Zeit. Ganz nebenbei erobert er auch noch die mit einem alten Greis (Spike Milligan) verheiratete Constanze (Raquel Welch), die zudem noch engste Vertraute der Königin (Geraldine Chaplin) ist. Doch die Gattin von Louis XIII (Jean Pierre Cassel) ist untreu, denn ihr Herz schlägt für den englischen Feind Herzog von Buckingham (Simon Ward) und der Strippenzieher Kardinal Richelieu (Charlton Heston) weiß davon. Er hat auch vor diese Schwäche politisch zu nutzen und möchte, dass der König gegen die Engländer Krieg führen wird. Dazu hat er mit dem Herzog von Rocheford (Christopher Lee) und der raffinierten, totbringenden Killerin Mylady de Winter (Faye Dunaway) zwei überaus gefährliche Mitstreiter an seiner Seite. Auf der Seite der Guten wird natürlich D´Artagnan kämpfen, der von seinem Vater die Schwertkunst erlernte und am Anfang der Geschichte von seiner ländlichen Heimat auszieht, um in Paris ein Held zu werden. Dabei verschärzt er es zuerst mit den drei beliebten Musketieren des Königs Arthos (Oliver Reed), Porthos (Frank Finlay) und Aramis (Richard Chamberlain), doch in dem Moment wo sie wegen des beginnenden Duellierens von des Kardinals Garde verhaftet werden sollen, werden aus den drei Musketiere die Vier mit dem Leitspruch "Einer für alle, alle für einen"....








Richard Lesters Verfilmung ist trotz des überaus gut beobachteten Zeitkolorit ein sehr moderner Film, die deutsche Synchronarbeit hatte damals auch eine Freude an flapsigen Sprüchen, die schon bei der Übersetzung von TV-Serien sehr beliebt war. "Department S" oder "Die Zwei" wurden durch den lockeren Spruch in Sachen Humor meistens etwas aufgewertet und dies ist auch hier in diesem Kinofilm der Fall. Dies verstärkt noch den ironischen und satirischen Touch des Skrips. Das wirkt dann immer etwas ausgelassen, begeisternd ja manchmal sogar etwas albern, aber auf alle Fälle stets kurios und bildet ein klasse Gegengewicht zur spannenden und dramatischen Geschichte. Michael York als D´Artagnon halte ich für eine perfekte Besetzung - er ist hübsch und man kann verstehen, dass die Frauen auf ihn stehen. Nicht nur seine Constanze...auch die de Winter lässt sich verführen und danach auch Kittie (Nicole Calfan), die Zofe der bösen Mylady. Der junge Musketier lässt nichts anbrennen, er liebt Constanze, was ihn aber nicht davon abhält anderweitig seine Sinnenfreuden auszuleben. Ein echtes Schlitzohr und charakterlich indivuell sind auch die anderen Figuren ausgestattet - das macht den Film lebendig und echt, manchmal auch sinnlich, aber auf alle Fälle sehr sexy. Chef-Kameramann war David Watkin, der ein Auge fürs Detail beweist - einmal sieht man beispielsweise wie mitten auf der Straße einer Frau ein Zahn gezogen wird, die Gute schreit vor Schmerzen. Zeitgleich denkt der Monarch nicht an die vielen Armen des Landes, er verweilt sich die Zeit mit Schachspielen. Das Brett wird durch eine riesengroße Gartenfläche im Park des Schlosses ersetzt, Hunde sind als Schachfiguren vorgesehen. 
Mit ca. 210 Minuten ergeben beide Teile einen Monumentalfilm, der riesigen Spass macht - auch heute noch.








Bewertung: 9 von 10 Punkten.