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Montag, 22. April 2024

Peggy Sue hat geheiratet


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Francis Ford Coppola

Back to Highschool...

"Peggy Sue got married" ist ein Song von Buddy Holly aus der RocknRoll Ära und auch der Titel von Francis Ford Coppolas Highschool-Fantasy Komödie aus dem Jahr 1986. Dieser Film brachte der Hauptdarstellerin Kathleen Turner die bisher einzige Oscarnominierung als beste Hauptdarstellerin ein, obwohl sie auch danach in Filmen wie "Der Rosenkrieg", "Die Reisen des Mr. Leary" oder "Serial Mom" genauso überzeugen konnte. Der Film war auch für Regisseur Coppola ein Comeback, nachdem er mit einigen vorigen Filmprojekten wenig Erfolg hatte. Er spielte an der Kasse 41 Millionen Dollar ein, was ihm den 19. Platz im Kinojahresranking der USA einbrachte. Neben der famosen Vorstellung von Kathleen Turner wurden auch der Kameramann Jordan Cronenweth und die Kostümdesignerin Thedoara Van Runkle für einen Oscar nominiert.
Die Geschichte handelt von einem Ohnmachtsanfall, den die beliebte Peggy Sue (Kathleen Turner) im Jahr 1985 an ihrem 25jährigen Highschool Treffen erleidet. Diese Ohnmacht hat ungeahnte Folgen, denn sie befindet sich beim Aufwachen plötzlich in der Vergangenheit im Jahr 1960. Mit dem Bewusstsein der reifen Frau ausgestattet bietet sich ihr nun durch diese überraschende Zeitreise die Chance, die gemachten Fehler in ihrem Leben zu korrigieren. 1985 besucht die von ihrem Mann getrennte Peggy Sue Bodell ihr 25-jähriges Highschool-Treffen, begleitet von ihrer Tochter Beth (Helen Hunt) und nicht von ihrem Ehemann Charlie (Nicholas Cage), der damals ihr Highschool-Schatz war. Sie und Charlie heirateten direkt nach ihrem Abschluss, als Peggy Sue schwanger wurde. Das Paar hat sich jedoch kürzlich aufgrund von Charlies Untreue getrennt. Beim Wiedersehen trifft Peggy ihre alten Highschool-Freundinnen Maddy (Joan Allen) und Carol (Catherine Hicks) wieder. Sie ignoriert Charlie, als er unerwartet eintrifft. Der Moderator verkündet dann den "König und die Königin“ der Wiedervereinigung: Richard Norvik (Barry Miller) der ehemalige Klassenfreak, der jetzt Milliardär und Erfinder ist, und Peggy Sue. Überwältigt fällt sie auf der Bühne in Ohnmacht, als sie gekrönt wird. Peggy Sue erwacht, aber es ist jetzt 1960, ihr Abschlussjahr an der High School. Verwirrt und desorientiert beschließt sie, nach Hause zu ihren Eltern zu gehen und so zu tun, als wäre alles normal. In der Hoffnung, dass Richard Norvik Licht in ihre Situation bringen kann, freundet sie sich mit ihm an und erzählt, was passiert ist. Er glaubt ihrer Geschichte nicht, bis Peggy Sue anfängt, Einzelheiten über die Zukunft preiszugeben. Später beschließt sie, mit Charlie Schluss zu machen. Sie möchte jedoch nach einer Party mit ihm schlafen, doch er gerät in Panik und erinnert sie daran, dass sie ihn am Wochenende zuvor abgewiesen hat. Er nimmt sie mit nach Hause, aber anstatt hineinzugehen, geht sie in ein Nachtcafé, wo sie ihren Kommilitonen Michael Fitzsimmons (Kevin O´Connor) trifft, einen künstlerischen Einzelgänger, mit dem sie immer gern geschlafen hätte. Während sie da sitzen und reden, erfährt Peggy Sue, dass sie viel gemeinsam haben. Sie fahren mit seinem Motorrad los und haben später Sex unter den Sternen. Am nächsten Abend in einer Musikbar möchte Michael, dass Peggy mit ihm und einer anderen Frau nach Utah geht, um eine polygame Beziehung einzugehen, in der die beiden Frauen ihn beim Schreiben unterstützen. Sie lehnt ab und sagt ihm, er solle ihre gemeinsame Nacht als Inspiration für sein Schreiben nutzen. Charlie singt zufällig an der Bar und sie sieht, dass mehr in ihm steckt, als ihr bewusst war. Charlie kommt von der Bühne und spricht mit einem Musikagenten, der ihn bewerten soll, doch der Agent ist unbeeindruckt. Am nächsten Tag versucht Peggy Sue, mit Charlie zu reden, aber er ist verärgert darüber, dass es ihm nicht gelungen ist, einen Plattenvertrag abzuschließen. Sie geht, um sich von Richard zu verabschieden, und erklärt, dass sie aufhören möchte, ihr Leben und das aller anderen um sie herum zu ruinieren, insbesondere das von Charlie, da der Grund, warum er mit dem Singen aufgehört hat, darin besteht, dass sie schwanger geworden ist. Richard macht ihr einen Heiratsantrag, aber sie lehnt ihn ab, da sie nicht so jung heiraten will, sonst könnte seine Zukunft aus den Fugen geraten. Peggy Sue besucht an ihrem 18. Geburtstag ihre Großeltern. Als sie erfährt, dass ihre Großmutter übersinnlich ist, erzählt sie ihnen ihre Geschichte. Ihr Großvater nimmt sie mit in seine Freimaurerloge, wo die Mitglieder ein Ritual durchführen, um sie in das Jahr 1985 zurückzubringen. Charlie betritt die Loge und greift – als das Licht ausgeht – ab und rennt mit Peggy Sue hinaus, sodass alle drinnen im Glauben zurückbleiben, dass das Ritual funktioniert hat. Charlie erzählt ihr, dass er das Singen aufgegeben hat und 10 % des Familienunternehmens erhalten hat. Dann macht er ihr einen Heiratsantrag und gibt ihr das Medaillon, das sie zu Beginn des Films trug. Sie schaut hinein und sieht Babybilder von sich und Charlie, die ihren Kindern ähneln. Peggy Sue erkennt, dass sie sich lieben. Sie haben Sex und beweist damit, dass sie die gleichen Entscheidungen noch einmal treffen würde. Peggy Sue erwacht 1985 in einem Krankenhaus, mit Charlie an ihrer Seite. Charlie zeigt Peggy Sue das Buch, das Michael mit der Widmung "To Peggy Sue and a Starry Night“ geschrieben hat (was darauf hindeutet, dass Peggys Zeitreise real war). Charlie bedauert seine Untreue zutiefst und will sie zurück. Peggy Sue erinnert sich, wie ihr Großvater sagte: "Es ist der Strudel deiner Oma, der diese Familie zusammenhält“, also lädt sie Charlie zum Abendessen ein und sagt: "Ich backe einen Strudel.“...



Mit diesem Film ist Francis Ford Coppola eine sehr gelungene Mischung aus Highschool Movie und Zeitreisenfilm gelungen. In weiteren Nebenrollen sind Jim Carrey, Don Murray und Barbara Harris zu sehen. Eine Art "Zurück in die Zukunft" für ein etwas reiferes Publikum. Ausserdem ist es doch ein schöner Gedanke die Zeit zurückzudrehen und das Schicksal eventuell verändern zu können.






Bewertung: 8,5 von 10 Punkten. 

Donnerstag, 29. Juni 2023

Der Regenmacher


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Francis Ford Coppola

David gegen Goliath...

Die erfolgreichsten John Grisham Verfilmungen sind sicherlich Sidney Pollacks "Die Firma" (Eispielergebnis: 270 Millionen Dollar) und Alan J. Pakulas "Die Akte" (195 Millionen Dollar Umsatz). Regelrecht gefloppt sind "Die Kammer" von James Foley und der "Gingerbread Man" von Robert Altman.
Bei Francis Ford Coppolas "Der Regenmacher" aus dem Jahr 1997 konnte man mit einen US-Kassenergebnis v on 46 Millionen Dollar nicht von einem Flop reden, denn es gab auch gute Besucherzahlen im Rest der Welt. Die Macher dürften dennoch vom Ergebnis eher enttäuscht gewesen sein.
Die Kritiker fanden den Film jedoch gut und er gilt inzwischen als eine der besten Grisham Verfilmungen. Coppola hat es verstanden einen interessanten Gerichtsfall mit einer guten Figurenzeichnung zu kombinieren. Den aalglatten Staranwälten stellt er den kleinen Mann und all seine Nöte gegenüber, ausserdem zeigt er die Begeisterung für das Recht aber auch die inneren Zweifel über die Berufsgebahren -  ein junge Anwalt im Zwiespalt. 
Im Gegensatz zu den meisten seiner Kommilitonen, die die University of Memphis Law School absolviert haben, hat Rudy Baylor (Matt Damon) keinen gut bezahlten Job in Aussicht und muss sich um Teilzeitstellen bewerben, während er in einer Bar in Memphis Getränke serviert. Als er verzweifelt nach einem Job sucht, lernt er den Besitzer der Bar, J. Lyman "Bruiser" Stone (Mickey Rourke), kennen, der auch ein skrupelloser, aber erfolgreicher Anwalt ist und Rudy als Mitarbeiter einstellt.
Um von Bruiser bezahlt zu werden, müssen die Mitarbeiter Fälle finden und sie bis zur Verhandlung aufarbeiten. Rudy antwortet, dass er Fälle hat, darunter eine Versicherungssache, bei der es um böswilliges Vertrauen geht, das seiner Meinung nach mehrere Millionen an Schadenersatz wert sein könnte. Bruiser, der sich für den Fall interessiert, macht Rudy mit dem Rechtsanwaltsgehilfen Deck Shifflet (Danny de Vito) bekannt, einem ehemaligen Versicherungssachverständigen mit fragwürdiger Ethik. Neue Klienten werden vor allem in den Krankenhäusern an ihren Krankenbetten ausfindig gemacht.
Während er Rudy im Büro herumführt, erzählt Deck ihm, dass er die Anwaltsprüfung sechs Mal nicht bestanden hat. Er ist aber Bruisers bester Mann, weil er einfallsreich ist, Fälle findet, geschickt Informationen sammelt und aufgrund seiner früheren Berufserfahrung in der Versicherungsbranche weiß, wie man ihnen nachgeht.
Obwohl Rudy die Anwaltsprüfung in Tennessee bestanden hat, verfügt er noch immer nicht über die erforderliche Zulassung als Anwalt. Er versucht, dies nachzuholen, nachdem Bruiser nicht vor Richter Harvey Hale (Dean Stockwell) erschienen ist, um den Fall zu verhandeln, aber Hale schimpft Rudy aus und sagt ihm, er solle seine Zulassung erhalten und dann wiederkommen. Der Verteidiger Leo F. Drummond (Jon Voight) bietet Rudy an, ihn bei der Vereidigung vor dem Richter zu vertreten. Danach erfährt Rudy, dass das FBI eine Razzia in Stones Büro durchgeführt hat und Stone nirgends zu finden ist.
Mit den 5.500 Dollar, die Bruiser jedem von ihnen kurz vor seiner Flucht gegeben hatte, legen Rudy und Deck ihr Geld zusammen und gründen selbst eine Praxis. Sie vertreten das Ehepaar Dot und Buddy Black (Mary Kay Place und Red West), deren 22-jähriger Sohn Donny Ray (Johnny Whitworth) an Leukämie stirbt, aber durch eine Knochenmarktransplantation hätte gerettet werden können, die von ihrer Versicherung Great Benefit abgelehnt wurde.
Rudy, der noch nie einen Fall vor einem Richter und einer Jury verhandelt hat, steht nun einer Gruppe erfahrener Anwälte unter der Leitung von Drummond von der renommierten Kanzlei Tinley Britt gegenüber. In der Kanzlei teilt Hale Rudy und Drummond mit, dass er den Fall abweisen will, weil er ihn für einen "Lotteriefall" hält, der die Gerichtsverfahren verlangsamt. Hale stirbt jedoch an einem Herzinfarkt, bevor er dem Antrag auf Klageabweisung stattgibt. Der sympathischere Tyrone Kipler (Danny Glover) ein ehemaliger Bürgerrechtsanwalt, wird zum Nachfolger von Hale ernannt. Dies könnte für die Kläger eine Chance bieten sich gegen die mächtige Versicherungsgesellschaft mit ihrem Boss Wilfred Keeley (Roy Scheider) zu behaupten...





Während dieser Zeit lernt Rudy die hübsche Kelly Riker kennen, die von Claire Danes gespielt wird. Durch diese neue Freundschaft ergibt sich ein weiteres großes Problemfeld. Als Vermieterin des jungen Anwalts ist Altstar Teresa Wright zu sehen. Die Sequenzen vor Gericht sind sehr packend inszeniert und man darf auch die starken Darstellerleistungen nicht vergessen, neben Matt Damon sind Danny de Vito, Danny Glover, Roy Scheider und Jon Voight sehr überzeugend. Letzterer wurde sogar für einen Golden Globe als bester Nebendarsteller nominiert.






Bewertung: 8 von 10 Punkten. 
 

Dienstag, 22. Januar 2019

Der Pate Teil 3

























Regie: Francis Ford Coppola

Michael Corleones Vermächtnis...

Bei der Verleihung der Academy Awards 1991 ging "Der Pate Teil 3" mit insgesamt sieben Nominierungen ins Rennen. Als bester Film, bester Nebendarsteller Andy Garcia, beste Kamera Gordon Willis, Coppola für die Regie, Carmine Coppola für den besten Filmsong, bester Schnitt und bestes Szenenbild war er gleich nach "Der mit dem Wolf tanzt" (12 Nominierungen) einer der Topfavoriten am 25. März 1991. Doch am Ende ging der dritte Teil der großartigsten Mafiasaga ever leer aus. Leider...denn "Der Pate Teil 3" hat nur einen entscheidenden Nachteil: Seine beiden überlebensgroßen Vorgängerfilme. Verglichen mit diesen Meisterwerken kann er nur verlieren, dennoch halte ich Coppolas Nummer Drei für einen extrem guten, intelligent erzählten und meisterhaft verschachtelten Top-Krimithriller der 90er Jahre. Schade, dass Al Pacino nicht mal nominiert wurde. Ich finde die Rolle des Michael Corleone ist Pacinos Rolle seines Lebens. Für wichtige Nebenrollen konnten Filmstars wie Eli Wallach, George Hamilton oder Raf Vallone gewonnen werden.
Natürlich wurde das Drehbuch von Mario Puzo geschrieben, es vervollständigt damit auch die Geschichte der Corleones. Michael Corleones, der das Mafia-Imperium von seinem Vater erbte hat, ist zwar im Jahr 1979 ein sehr reicher Mann, doch er hat private Niederlagen erleiden müssen. So hat sich seine Frau Kay (Diane Keaton) von ihm getrennt und hat die Erziehung ihrer beiden Kinder Mary (Sofia Coppola) und Anthony (Franc D´Ambrosio) übernommen. Anthony hat auch nicht vor dem Wunsch seines Vaters nachzukommen und Anwalt zu werden. Er hat gesangliches Talent und will in der Oper singen. Mary ist inzwischen eine hübsche junge Frau, die nicht glauben will, was man alles über die früheren Verbrechen und Machenschaften ihres Vaters sagt. Hat er tatsächlich seinen Bruder Fredo ermorden lassen ?" Alles beginnt wieder bei einer Familienfeier. Wie sein Vater lässt auch Michael Corleone seine Leute, falls sie ein Anliegen haben, bei sich vorsprechen.
Vor Ort ist auch der junge Vincent Mancini (Andy Garcia), der uneheliche Sohn von Sonny Corleone. Er hat eine Fehde mit Joey Zaza (Joe Mantegna). Michael soll auf Bitten seiner Schwester Connie (Talia Shire), die große stücke auf Vincent hält, schlichten. Doch es kommt zum Eklat bei der Unterredung, denn Vincent beißt seinem Feind Zaza ins Ohr. Obwohl Michael solch ein feuriges Temperament eher für unbesonnen und unklug hält, ist er von der Loyalität beeindruckt und stimmt zu, den Hitzkopf in das Familienunternehmen aufzunehmen.
Was sich als gute Entscheidung herausstellt. Denn bald ist Michaels Leben in Gefahr. Erzbischof Gilday (Donald Donnely) Chef der VatikanischenBank, hat ein massives Defizit in der Kasse und braucht die Hilfe von Corleone. Der bietet der Bank 600 Millionen Dollar für Aktien von" Internationale Immobiliare". Das könnte Corleone zu einem der reichsten Männer überhaupt machen. Don Altobello (Eli Wallach) würde gerne auch als Partner einsteigen, auch andere Mafiapaten. Michael will dies aber nicht, damit macht er sich aber einen mächtigen Unbekannten zu seinem Feind. In Atlantic City wird ein Anschlag auf die Paten verübt, Michael kann mit Hilfe von Vincent entkommen. Wer könnte für diesen Anschlag verantwortlich sein ? Während Michael überlegt, wer sein Feind ist, hat sich seine Tochter bereits in ihren Cousin Vincent verliebt. Eine verbotene Liebe inmitten des Mafiakrieges...





Sofia Coppola wurde für ihre Rolle als Mary sehr stark kritisiert. Sie bekam sogar eine Nomierung für die goldene Himbeere. Was ich allerdings nicht nachvollziehen kann. Ich finde Sofia Coppola macht ihre Sache als Schauspielerin sehr gut, aber diese unberechtigte Kritik soll auch auschlaggebend dafür gewesen sein, dass Sofia in den Regiestuhl wechselte und inzwischen einer der wichtigsten weiblichen Filmregisseure geworden ist.
Einen zusätzlichen Reiz erhält der Film noch durch seine Nebenhandlung im Vatikan. Als Papst Paul der VI. stirbt, wird der sehr unkonventionelle Papst Johannes Paul der I. gewählt. Nach einem Pontifikat von nur 33 Jahren stirbt er  - sein Tod ließ sehr schnell einige Verschwörungstheorien aufkommen. Raf Vallone spielt den Papst des Lächelns. Auch Eli Wallach bekam noch einmal eine bemerkenswerte Rolle als alternder Don Altobello, der am Ende vonder gütigen Connie Corleone vergiftet wird.





Bewertung: 9,5 von 10 Punkten. 

Freitag, 19. Juli 2013

Apocalypse Now




















Regie: Francis Ford Coppola

Herz der Finsternis...

Auf höchster Ebene wurde dieser Befehl ausgegeben, er ist geheim und offiziell existiert er daher gar nicht: Die Liquidation des im Dschungel wahnsinnig gewordenen Colonel Walter E. Kurtz (Marlon Brando). Der von der Armee bestimmte Killer ist der US Army Captain Benjamin L. Willard (Martin Sheen), der bis vor kurzem in einem Hotelzimmmer in Saigon auf weitere Instruktionen gewartet hatte. Dann wird er zu Generalleutnant Corman (G.D. Spradling) und Colonel Lucas (Harrison Ford), die ihm diesen speziellen Auftrag zuteilen. Willard soll mit einem Patrouilenboot den Mekong flussaufwärts Richtung Kambodscha gebracht werden. Dort im Dschungel muss Kurtz wohl sein. Er hat sich seit langem von der amerikanischen Militärführung distanziert, soll 4 Agenten eigenmächtig hingerichtet haben und lässt sich auch sonst nicht mehr kontrollieren. Im Dschungel des im Vietnamkrieg neutralen Nachbarland Kambodscha hat er sich ein Reich aus Soldaten und Einheimischen aufgebaut haben, über das er inzwischen wie ein zorniger Gott herrscht.
Wilards Begleiter auf dem Boot sind Chief Phiillps (Albert Hall) und die Besatzungsmitglieder Lance (Sam Bottoms), Hicks (Frederic Forrest) und Miller (Larry Fishburne).
Die 1. US Luftkavallerie, die Willards Boot den Fluß aufwärts eskortieren soll, wird geführt von dem selbstherrlichen Bataillons Kommandeur Lieutenant Colonel Kilgore (Robert Duvall). Dieser verbringt die Zeit zwischen dem Bombardieren der vom Vietcong beherschten Dörfer mit Surfen. Der Angriff aus der Luft erfolgt mit musikalischer Unterstützung. Aus den Lautsprechern ertönt Richard Wagners Walkürenritt. Weitere wahnsinnige Episoden sollen folgen, bis Willard das Reich von Kurtz erreicht..



 "Apocalypse Now" war neben den beiden Paten Filmen der dritte ganz große Wurf von Francis Ford Coppola, die er allesamt in den 70ern realisierte. In den späteren Jahren drehte er kleinere, intimere Filme und schuf nie wieder ein derartiges Epos. Dabei ist "Apocalypse Now" mit seiner permantenten Weltuntergangsstimmung der Antikriegsfilm par Exzellence.
Basierend auf einem Roman von Joseph Conrad, wird die Grausamkeit des Krieges ebenso deutlich wie seine Sinnlosigkeit. Coppola beschreitet die Reise Willards  konsequent von Anfang bis Ende als das Eindringen in die menschliche Seele.  Und was dort gefunden wird, ist alles andere als gut. Der kürzlich verstorbene Kritikerpapst Roger Ebert schrieb über" Apocalypse Now wie folgt "Er handelt nicht so sehr vom Krieg selbst, sondern davon, welche Wahrheiten der Krieg ans Licht bringt, bei denen wir uns glücklich geschätzt hätten, wenn wir sie nie entdeckt hätten.“ Eine perfekte Zusammenfassung für einen perfekten, allerdings sehr unschönen Film, der mit Sicherheit zu den ganz großen Werken der Filmgeschichte gehört.



Bewertung: 10 von 10 Punkten.

Dienstag, 9. Juli 2013

Der Pate 2





















Regie: Francis Ford Coppola

Michaels Imperium und die frühen Jahre des Vito Corleone...

Bis zu "Der Pate 2" hielt sich die filmische Wahrheit, dass Fortsetzungen bekannter Filme immer schlechter  sind als der Erstling. Doch die Oscarverleihung 1975 bescherte dem Nachfolgerfilm von "The Godfather" gleich 7 Oscars, somit war er bei den Academy Awards noch erfolgreicher als Teil 1. Es ist aber auch ein grandioser Film, dieser zweite Teil des Paten und mir gefällt er sogar noch einen ganz, ganz kleinen Tick besser. Er fängt schon großartig an, denn die Sage beginnt diesmal mit der Beerdigung des Vaters von Vito Andolini auf Sizilen im Jahr 1901. Der Mann wurde dort in Corleone vom Paten und Großgrundbesitzer Don Ciccio (Giuseppe Silato) ermordet, ebenso Vitos älterer Bruder. Vitos Mutter (Maria Carta) beschwört den Paten ihr doch den kleinen, einzig übriggebiliebenen Sohn zu lassen, doch Don Ciccio bleibt hart. In einem Schußwechsel wird die Mutter getötet, lediglich der kleine Junge kann flieheh und mit Hilfe von Freunden verlässt er alleine Sizilien und fährt mit dem Schiff nach Amerika. Dieser Teil beschreibt die Ankunft im Hafen von New York, die Immigrantenwelle ist auf dem Höhepunkt, der verwaiste Junge muss 3 Monate in Quarantäne bleiben, durch einen Fehler bei der Einreise wird aus dem kleinen Vito Andolini aus Corlelone einfach Vito Corleone . Als junger Erwachsener (Roberto de Niro) merkt er im italiienischen Viertel von New York sehr schnell, dass man weiterkommt, wenn man mit seinen Landsleuten zusammenhält. Doch zuerst gilt es gegen den mächtigen Don Fanucci (Gastone Mochin) zu bestehen, der mit Gewalt Schutzgelder erpresst. Der Film besteht aber nicht nur aus dieser Geschichte über die Anfange des später sehr mächtigen Paten Corleone, er zeigt auch seinen Sohn Michael in den 50er Jahren. Dieser ist nun der Don und regiert unerbittlich mit blutiger Hand und schützt und vergrößert sein Imperium. Kay (Diane Keaton) ist nicht sehr glücklich als Frau eines Gangster, zumal ihr Michael schon sehr lange versprochen hat, dass er mit den Geschäften aufhören will. Das Gegenteil ist aber der Fall. Er will expandieren und gemeinsam mit des Vaters früherem Geschäftspartner Hyman Roth (Lee Strasberg) im politisch korrupten Kuba Millionengeschäfte entstehen zu lassen. Während man noch auf Michaels Anwesen in Lake Tahoe unbeschwert feiert, plant die Konkurrenz aber schon Michael aus dem Weg zu räumen..



 Ein kluger Schachzug den Film auf zwei gleichwertigen hervorragend umgesetzten Zetebenen spielen zu lassen. Die Szene mit dem jungen Robert de Niro als er auf den Dächern der Häuser entlang eilt, um mit einer Waffe in die Wohnung von Fanucci zu kommen - unter auf den Straßen ist eine Prozession in Gange - bleibt unvergessen. Ebenso die tragische Szene, als Michael rein zufällig den Verräter aus den eigenen Reihen entdeckt - nicht zu vergessen das hinterhältige Spiel des schwerkranken und schwerreichen Hyman Roth. Es ist aber vor allem ein nie besserer Al Pacino als Oberhaupt der Mafia, der hier als Michael Corleone für mich die Role seines Lebens spielt. Unerbittlich, hart, kalt - so versucht er sein Imperium zu sichern. Gefühle darf er sich nicht leisten, die sind aber umso mehr tragisch mit ihm verknüpft, da seine engsten Mitmenschen - die Frau, der Bruder - unter seiner Herrschaft leiden. Am Ende bleibt der Rache-Showdown und ein verbitterter Gangster zurück, der auf seine bisherigen Taten blickt...



Bewertung: 20 von 10 Punkten.