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Mittwoch, 1. Mai 2024

Dead Man Walking


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie. Tim Robbins

Der Mann im Todestrakt...

"Dead Man Walking" aus dem Jahr 1995 ist ein Film des Schauspielers und Regisseur Tim Robbins. Der Film spielte bei einem Budget von 11 Millionen Dollar mehr als 83 Millionen Dollar an der Kasse ein und erhielt bei der Oscarwahl 1996 vier Nominierungen (Hauptdarstellerin Susan Sarandon, Hauptdarsteller Sean Penn, Regisseur Tim Robbins und Bruce Springsteen für den Filmsong). Susan Sarandon setzte sich in ihrer Kategorie gegen ihre Konkurrentinnen Meryl Streep (Brücken am Fluß), Elizabeth Shue (Leaving Las Vegas), Emma Thompson (Sinn und Sinnlichkeit) und Sharon Stone (Casino) durch.
Der Film basiert auf auf tatsächlichen Begebenheiten, die die Ordensschwester Helen Prejean in ihrem gleichnamigen Buch festhielt. Es ist eine sehr intelligente, total ausgewogene und insgesamt verherrend tragische Geschichte, die in Robbins Film vor Augen geführt wird, es ist nichts weniger als der ewige Kampf zwischen Gut und Böse. Natürlich sind die darstellerischen Leistungen so perfekt, beiden Akteuren gelingt es ohne einen Hauch von Theatralik ihren Figuren Leben einzuhauchen. Über die Geschichte kann man noch lange nachdenken. Dabei wird die Geschichte des rassistischen Sträflings Matthew Poncelet (Sean Penn) erzählt, der gemeinsam mit seinem Kumpel ein Teeangerpaar brutal ermordet hat. Der Junge wurde mit einem gezielten Kopfschuß hingerichtet, das Mädchen ebenso, nachdem sie vorher noch vergewaltigt wurde. Komplize Carl Vitello hatte noch Glück, denn er wurde in seinem Prozess zu lebenslanger Haft verurteilt. Doch Poncelet, der nur einen Pflichtverteidiger und auch strengere Juroren hatte, wurde mit der Todesstrafe belegt.
Als sein geplanter Hinrichtungstermin näher rückt, bittet Poncelet Schwester Helen Prejean (Susan Sarandon), mit der er korrespondiert hat, ihm bei einem letzten Berufungsverfahren zu helfen. Schwester Helen beschließt, Poncelet zu besuchen, der arrogant, sexistisch und rassistisch ist und nicht einmal vorgibt, Reue zu empfinden. Er beteuert aber seine Unschuld und besteht darauf, dass Vitello die beiden Teenager getötet hat. Schwester Helen überzeugt einen erfahrenen Anwalt (Robert Prosky), Poncelets Fall ehrenamtlich zu übernehmen, und versucht, seine Strafe in eine lebenslange Haftstrafe umzuwandeln. Nach vielen Besuchen baut sie eine Beziehung zu ihm auf. Gleichzeitig lernt sie Poncelets Mutter Lucille (Roberta Maxwell) und die Familien der beiden Opfer (Raymond J. Barry als Vater des Getöteten Jungen sowie R. Lee Ermey und Celia Weston, die Eltern des ermordeten Mädchens) kennen. Die Familien der Opfer verstehen die Bemühungen von Schwester Helen, Poncelet zu helfen nicht und behaupten, sie stehe 2auf seiner Seite eines Monsters“. Sie wünschen sich "absolute Gerechtigkeit“ - somit seinen Tod. Der Antrag von Schwester Helen auf Umwandlung wird abgelehnt. Poncelet bittet Schwester Helen, seine spirituelle Beraterin bei seiner Hinrichtung zu sein, und sie stimmt zu. Schwester Helen sagt Poncelet, dass seine Erlösung nur möglich sei, wenn er die Verantwortung für das übernehme, was er getan habe. Kurz bevor er aus seiner Zelle geholt wird, gesteht Poncelet Schwester Helen unter Tränen, dass er den Jungen getötet und das Mädchen vergewaltigt hat, bevor Vitello sie getötet hat. Während er sich auf die Hinrichtung vorbereitet, bittet er den Vater des Jungen um Vergebung und sagt den Eltern des Mädchens, dass er hofft, dass sein Tod ihnen Frieden bringt. Poncelet wird durch eine tödliche Injektion hingerichtet und ordnungsgemäß beerdigt. Der Vater des ermordeten Jungen nimmt an der Beerdigungszeremonie teil; Obwohl er immer noch voller Hass ist, beginnt er bald, mit Schwester Helen zu beten...







Robbins gelang ein sehr eindrinliches Filmwerk und wird vielfach als Appell gegen die Todesstrafe verstanden. Was aber nicht den gesamten Komplexen Inhalt wiedergibt, denn am Ende wird dem Täter nur durch sein Leben, dass ihm genommen wird, vor Augen geführt wie wertvoll Leben wirklich ist und dies führt zu einer Reue.







Bewertung: 9 von 10 Punkten. 

Samstag, 1. Februar 2014

Die Boys von Company C

























Regie: Sidney J. Furie

Ausbildung zum Töten und zum Sterben...

Sidney J. Furies Kriegsfilm "Die Boys von Company C" erschien 1978, somit ein Jahr vor dem Coppola Meisterwerk "Apocalypse Now" und auch einige Ähnlichkeiten zu Stanley Kubricks "Full Metal Jacket" aufweist, nicht zuletzt taucht auch hier R. Lee Ermey als Staff Sergeant Loyce auf, der als Thrillinstructor für eine harte Ausbildung junger Rekruten zu sorgen hat. Jungs wie Tyrone Washington (Stan Shaw), ein aus dem Ghetto kommender Typ, der als Anführer taugen könnte, der junge Billy Ray Pike (Andrew Stevens), der seine schwangere Freundin zurücklässt, der Italo-Amerikaner Vinnie Fazio (Michael Lembeck), der sensible Alvin Foster (James Canning), der ein Tagebuch über diese Zeit schreibt und der politisch links stehende Dave Brisbee (Craig Wasson). Sie alle werden - wie Tausend andere Soldaten - am Ende der Ausbildungszeit United States Marines im Vietnamkrieg des Jahres 1968 sein. Der Film weist einige Zutaten von "Das dreckige Dutzend" auf, aber auch der Sport während der Gefechte kommt ähnlich wie in "MASH" nicht zu kurz. Alle Hoffnung einen Posten auf einem Schiff und somit außerhalb der großen Gefahrenzone zu bekommen werden aber jäh zerschlagen, als sie ihre Einsatzbefehle erhalten.
In Vietnam angekommen stellen die jungen Marines zudem schnell fest, dass es oftmals gar nicht so einfach ist Freund und Feind problemlos auseinander zu halten. Sehr schnell geht es für die Männer in das feindliche Hinterland von Vietnam. Dort erleben sie die schrecklichen Greueltaten und Ungerechtigkeiten dieses Krieges ebenso wie die Tatsache, dass Drogen eine gewisse Abhilfe zu dem Schrecken bilden. Haß wächst eher auf die Entscheidungen der Vorgesetzten und auf die Taktierer, die den Jungs auch auf dem Höhepunkt des Films, befehlen, dass sie das Fußballspiel gegen die vietnamesischen Verbündeten zu verlieren haben..


Ich empfand den Film auch als eine frühe Variante zu "Jarhead", der ebenso wie der Film von Sidney J. Furie die Kriegserlebnisse episodenhaft präsentiert und in der Quintessenz - was sicherlich auch gewollt ist - als großes chaotisches wie tödliches Durcheinander rüberkommt. Als B-Movie ist es auch sehr erstaunlich, dass der Film sich deutlich vom sonstigen Klischee des Genres abhebt. In den Hauptrollen agieren allesamt unbekannte Gesichter. Am nachdrücklichsten ist wohl die Darstellung von Stan Shaw, der seine Figur mit vielen Facetten ausstattet und nicht nur Stärke, sondern auch Zärtlichkeit zeigt. Der Film ist zu Unrecht sehr stark in Vergessenheit geraten. Darsteller Craig Wesson steuert mit "Here I am (In Vietnam)" sogar ein eigenes Lied bei.


Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.