Montag, 2. November 2026

Mord in Barcelona















Regie: Jacques Deray

Ein Schmetterling auf der Schulter..

Jacques Derays kafkaesker Thriller "Mord in Barcelona" aus dem Jahr 1978 heißt im Original "Un papillon sur l´epaule" und hat einen starken Suspence Anteil ala Alfred Hitchcock - auch die Geschichte des Mannes, der unschuldig in einen Kriminalfall verwickelt wird kennt man vom Meister des Suspence.. Erschwerend hinzu kommt, dass dieser Mann durch ein Trauma bzw. einen Schlag auf den Kopf unter einer gewissen Anmesie leidet, er kann sich nicht mehr erinnern, was in den letzten Stunden wirklich passiert ist...genau wie Gregory Peck in Hitchcocks "Ich kämpfe um dich" oder auch in "Die 27. Etage" von Edward Dmytryk. Der Film wurde an Originalschauplätzen in Barcelona gedreht, unter anderem im Kreuzgang der berühmten Kathedrale. Der französische Seemann Roland Fériaud (Lino Ventura) kommt mit dem Schiff in Barcelona an, wo er eine Woche verbringen möchte. Seine Frau Sonia (Nicole Garcia)von der er seit einiger Zeit getrennt lebt, wird drei Tage später von ihm erwartet.  Kaum in seinem Hotel angekommen, entdeckt er im Nebenzimmer die Leiche eines Mannes, bevor er selbst bewusstlos wird. Er erwacht in einer fast menschenleeren psychiatrischen Klinik, wo ihn ein Arzt (Jean Bouise) eindringlich nach einem Aktenkoffer befragt, an den er sich nicht erinnern kann. Noch seltsamer ist, dass der Arzt ihm versichert, im Hotel sei kein Mord geschehen. Während er durch die Gänge irrt, begegnet er einem verstörten Patienten (Paul Crauchet), der mit einem imaginären Schmetterling spricht, der seiner Meinung nach auf seiner Schulter sitzt. Am nächsten Tag verlässt er die Klinik und holte seine Partnerin am Bahnhof ab. Er freut sich, sie zu sehen, ist aber besorgt über seine Erlebnisse - sind diese kurzen Erscheinungen von Leichen tatsächlich ein Symptom von diesem Schlag, den er bekam - wie der Arzt ihm versichert. Er wechselt das Hotel, ohne ihr den Grund zu nennen. Im ersten Hotel holt er sein Gepäck ab. Dort wurde die Situation noch komplizierter. Er trifft eine Frau, die ihren vermissten Mann sucht. Ihre Beschreibung passt auf die Leiche vom ersten Tag. Die Rezeptionistin teilte ihm mit, dass ein Fremder in einem Zimmer auf ihn warte. Als er das Zimmer betrat, entdeckte er eine weitere Leiche. Im selben Moment klingelt das Telefon. Eine Frauenstimme befiehlt ihm, den Aktenkoffer zu nehmen und sofort zu verschwinden. Während er geht und bemerkt, dass er von einigen unheimlichen Gestalten erwartet wurde, kommt gerade noch rechtzeitig ein Auto mit einer jungen Frau (Claudine Auger) am Steuer und rettet ihn. Doch auf dem Heimweg beginnt auch die Fahrerin, ihn nach dem Aktenkoffer auszufragen. Er wird auf der Polizeiwache abgesetzt. Er fühlt sich wie ein Verrückter behandelt und verlässt die Wache ohne etwas anzuzeigen, immer besorgter. Entschlossen, die Stadt so schnell wie möglich zu verlassen, eilt er zurück ins Hotel. Doch er kommt zu spät  : Sonia, seine Frau wurde entführt. Ein Anruf teilt ihm mit  : Es soll seine Frau sein, im Austausch für den Aktenkoffer, von dem er noch immer nichts weiß....








Für den Schnitt erhielt Henri Lanoe eine Cesar-Nominierung und die Kritiken waren sehr positiv. Dennoch wurde der Film kein richtiger Publikumserfolg - lediglich 553.617 Besucher wurden in Frankreich gezählt. Dieserdicht inszenierte, spannende Film, der die Ordnung der Welt als zerbrechlich darstellt, hat ein schreckliches Ende und gehört zu den besten Werken von Jacques Deray. Mit großer Präzision und stilistischem Können ist diese Geschichte zwischen fantastischem und klassischem Kriminalfilm angesiedelt.










Bewertung: 8 von 10 Punkten

Der Puppenspieler















Regie: Georges Lautner

Koffer mit gefährlichem Inhalt...

"Le Guignolo" von Georges Lautner aus dem Jahr 1980 wurde während der Belmondos Hochphase als Kassenmagnet gedreht. Mit fast 3 Millionen Zuschauern erreichte der Film am Ende des Jahres Rang 9 der Charts und auch in Deutschland kamen mehr als 1 Million Zuschauer zusammen. Trotz dieses Erfolgs konnte er aber nicht an die Einspielergebnisse von "Der Windhund" herankommen, der ebenfalls von Lautner inszeniert wurde und ein Jahr zuvor fast 4 Millionen Zuschauer in Frankreich und 3 Millionen in Deutschland erreichte. "Der Puppenspieler" - so der deutsche Verleihtitel - ist eine der vielen Komödien, die Belmondo die Gelegenheit gaben sein Talent in diesem Genre zu beweisen. So verkleidet sich sein Alexandre Dupré im Laufe der Handlung einmal als Viscount of Valombreuse und auch als Maharadscha Biboudibouchan Bardopadaïa.Alexandre Dupré ist natürlich auch ein Frauenheld, wie es sich für Belmondo gehört, und vor allem ein Dieb, ein Experte für Einbrüche und andere Diebstahlsarten, insbesondere für  aberwitzige Betrügereien. Frisch aus dem Gefängnis entlassen, lernt er Sophie Chaperon (Mirella D´Angelo) kennen, eine junge Frau, die denselben Beruf ausübt. Sie werden Partner, doch nach einem Missverständnis scheitert ihr erster großer Coup. Dupré verlässt sie und flieht nach Venedig. Während der Reise wird er von einem Mitreisenden (Michel Beaune) angesprochen, der ihn unter einem fadenscheinigen Vorwand bittet, seinen Aktenkoffer über die italienische Grenze zu bringen. Der Koffer enthält ein Feuerzeug, ohne dass er ahnt, dass sich darin ein Mikrofilm befindet. Nachdem er die Grenze problemlos überquert hat, wendet er sich an den mysteriösen Mitreisenden, um sein Gepäck zurückzugeben. Doch genau in diesem Moment wird der Mitreisende von einem Scharfschützen ermordet. Dupré reist unter falschem Namen in sein Hotel ein, in der Annahme, dort ungestört seinen "Geschäften" nachgehen zu können. Doch er ist noch immer im Besitz des Koffers und ahnt nicht, dass dieser für viele von großem Interesse ist. Die Lage verkompliziert sich noch weiter mit dem Auftauchen von Gina (Carla Romanelli), einer ehemaligen Geliebten und Komplizin Duprés. Und vor allem sind Spionagegruppen aus verschiedenen Ländern bereit, alles zu tun, um den Inhalt des rätselhaften Koffers zurückzuerlangen..






Als Belmondos Kompagnon ist Michel Galabru zu sehen. In "Der Puppenspieler" kommt auch erstmalig der Einsatz eines Gewehres mit Ziellaser zum Einsatz. Dieser Effekt des roten Lichtpunkts, der den Tod ankündigt, wurde später in unzähligen Filmen kopiert. Eine weitere berühmte Szene ist die Luftakrobatik von Alexandre Dupre, der an einem an einen Hubschrauber angebrachten Trapez über den Dächern der Lagunenstadt schwebt. Natürlich ließ sich Belmondo auch hier nicht doubeln. "Der Puppenspieler" gehört nicht zu den besten Filmen von Belmondo, dennoch bietet er trotz dem immer größer werdenden Chaos im Mittelteil der Geschichte einen guten Unterhaltungswert.








Bewertung: 6 von 10 Punkten.
 

Der Profi 2















Regie: Jacques Deray

Rache für den Freund...

Einige deutsche Filmtitel wird man nie begreifen. Der französische Belmondo-Kriminalfilm "Le Solitaire" aus dem Jahr 1987 nannte man kurioserweise "Der Profi 2", obwohl ja Belmondos Figur de Beaumont aus "Der Profi" am Ende des Films ermordet wurde. In Frankreich wurde der Film inhaltlich und auch aus kommerzieller Sicht als Misserfolg gewertet. Der Film erreichte bis zum Ende seiner Laufzeit nur 918.187 Besucher - für einen Film des einstigen Superstars eine herbe Enttäuschung und die Kritik ließ fast kein gutes Haar an diesem Film. Es war die Zeit neuer Actionhelden und auch die französischen Kinostars Belmondo, Ventura und Delon sind in die Jahre gekommen. Regie führte Jacques Deray. Paris, 1984. Polizeikommissar Stan Jalard (Jean Paul Belmondo) und sein Kollege und Freund, Inspektor Simon Lecache (Michel Creton), haben beschlossen, den Polizeidienst zu quittieren und sich in der Karibik eine neue Zukunft aufzubauen . Dort wollen sie mit Simons Sohn Christian (Franck Ayas), den er allein erzieht, ein Hotel eröffnen. Während sie darauf warten, ihre Kündigungsschreiben abzusenden, besuchen Stan und Simon den Nachtclub "New York, New York".  Dort entdecken sie den gefährlichen Kriminellen und Staatsfeind Nummer 1,  Charlie Schneider (Jean Pierre Malo) Als Schneider die beiden Beamten bemerkt, die ihn festnehmen wollen, flüchtet er in die Clubtoilette, in die Simon eilt. Während der Beamte den Raum durchsucht, steht er plötzlich Schneider gegenüber, der nicht zögert, ihn mit Schüssen schwer zu verletzen und ihm dann mit einem Kopfschuss den Rest zu geben. Stan, der die Schüsse gehört hat, sieht Simons Leiche und verfolgt Schneider zu einer Eisbahn neben dem Nachtclub, doch dem Verbrecher gelingt die Flucht. Während seine Kollegen Simons Leiche wegbringen, kehrt Stan nach Hause zurück und zerreißt die Kündigungsschreiben, was darauf hindeutet, dass er beschlossen hat, im Polizeidienst zu bleiben. Zwei Jahre später ist Stan Leiter der Zentralstelle zur Bekämpfung des Organisierten Verbrechens geworden. Doch er träumt noch immer davon, Schneider, der nach seiner Flucht spurlos verschwunden ist, zu finden und Simons Tod zu rächen. Er ist außerdem für die Erziehung von Christian verantwortlich, dessen Taufpate er ist. Er hat den Jungen in einem Internat untergebracht, von wo Christian – trotz Stans anfänglicher Bedenken – sofort ausreißt, um zu Stan zurückzukehren. Stans Informanten melden Schneiders Rückkehr, die sich bestätigt, als er und drei Komplizen, darunter seine Partnerin Sandra (Yolande Gilot), die einen Friseursalon betreibt, einen blutigen Überfall auf einen Geldtransporter verüben. Bei dem Überfall werden die Wachen brutal ermordet, ebenso wie Schneiders ehemaligen Komplizen Sumatra (Guy Pannequin), der kurz zuvor mit Stan gesehen worden war. Entschlossen, Schneider zu fassen und im Konflikt mit Kommissar Pezzoli (Michel Beaune) von der Sittenpolizei, verhaftet Stan René Pignon  (Francois Dunoyer), einen Bankräuber, der mit dem Kriminellen in Verbindung stand, und inszeniert anschließend dessen vermeintliche  Flucht  . Gleichzeitig lässt er Sandra verhaften und sucht Schneiders engste Vertraute, die Brüder Carmoni, in ihrem Casino auf, um sie unter Druck zu setzen. Angesichts Schneiders unberechenbarer Art wollen die Carmoni-Brüder ihn mit Pignons Hilfe loswerden. Pignon trifft sich mit Stan und informiert ihn über ein bevorstehendes Treffen mit Schneider, der ihn kontaktiert hat. Das Treffen findet in der Nähe eines Bahnhofs statt und wird von Stan und seinen Kollegen beobachtet. Kurz nach dem Treffen mit Stan trifft Pezzoli, der von Pignon informiert wurde, zusammen mit anderen Polizisten ein. Es kommt zu einer Schießerei, bei der Schneider mehrere Beamte, darunter auch Pignon, tötet, bevor er flieht. Stan stellt Pezzoli zur Rede und schlägt ihn nieder, da er ihm die Schuld an Schneiders gescheiterter Festnahme gibt. Und weiter geht die Jagd nach Schneider..








Auch in Deutschland zog der große Name nicht mehr so sehr, was sich am Verkauf von nur etwas mehr als 300.000 Kinoeintrittskarten belegen lässt. Natürlich bietet "Le Solitaire" überhaupt nichts Neues in Sachen französisches Genrekino und es gibt eine Vielzahl von Klischees. Dennoch sind die Actionszenen gut gemacht und der Film ist besser als sein Ruf, denn als Mitternachts-Movie hat er sicherlich nach wie vor einen hohen Unterhaltungswert. Belmondo tut alles, was man von ihm im Kino erwartet. Er wirkt nicht müde und sein junger Co-Star, der freche Waisenjunge, bringt auch Momente von Humor und Zärtlichkeit in diese knallharte Mörderhatz. Immerhin war man in Russland begeistert. Dort gingen mehr als 23 Millionen Zuschauer ins Kino. 








Bewertung: 6,5 von 10 Punkten. 

Ein Mann in Wut















Regie: Claude Pinoteau

Der verschollene Sohn...

Mit immerhin 924.340 verkauften Eintrittskarten lief Claude Pinoteaus Krimi aus dem Jahr 1979 "Ein Mann in Wut" im Kinojahr recht zufriedenstellend. Natürlich war auch Publikumsliebling Lino Ventura ein Garant für viele Fans. Angie Dickinson, die einige Monate später das Opfer in Brian de Palmas "Dressed to Kill" spielte, ist als Co-Star in ihrer Rolle sehr professionell, eine Veteranin von Hollywood-Produktionen, und bringt ihren unwiderstehlichen Charme als reife Frau ein. In Kanada tötet ein junger Schleuser, der illegale Einwanderer in die USA bringt, einen seiner Kunden, um einen Koffer voller Dollar zu stehlen. Er flieht in einem von einem Komplizen gesteuerten Auto, wird aber unterwegs bei einer Verkehrskontrolle angehalten. In Panik eröffnet der Schleuser das Feuer und tötet einen Polizisten. Er wird daraufhin getötet, sein Komplize kann jedoch entkommen. Die bei der Leiche des Schleusers gefundenen Papiere gehören einem jungen Franzosen namens Julien Dupré. Romain Duprey (Lino Ventura), ein ehemaliger Pilot, erfährt von den kanadischen Behörden, dass sein Sohn Julien tot aufgefunden wurde. Doch in Toronto stellt sich heraus, dass die Leiche, die man ihm zeigt, nicht Julien (Laurent Malet) ist, obwohl der Pass, der bei der Leiche gefunden wird, ihm gehört. Die Polizei verdächtigt den jungen Franzosen des Mordes und verhört Romain, der zugibt, nichts mehr von seinem Sohn zu wissen, seit dieser nach Kanada ausgewandert ist. Was auch der Wahrheit entspricht - denn Vater und Sohn haben sich all die Jahre entfremdet. Erschwerend hinzu kommt auch der tragische und drastische Tod der Mutter den Jungen (Oliver Guespin spielt den 12jährigen Julien, Bemerkenswert ist, dass die beiden Schauspieler, die Julien verkörpern und zehn Jahre Altersunterschied haben, im wahren Leben Halbbrüder sind. Das erklärt ihre Ähnlichkeit), für den der Sohn insgeheim seinen Vater verantwortlich macht. Entschlossen, seinen Sohn, der in diesem riesigen Land verloren ist, zu finden und zu retten, beschließt Romain, auf eigene Faust zu handeln. Da erinnert er sich, dass er Julien die Liebe zum Boxen vermittelt hat. Seine Ermittlungen beginnen mit ersten Nachforschungen in dieser Szene. Durch einige Begegnungen gelingt es Romain, einer Spur zu folgen, die ihn in die zwielichtige Welt der Drogenhändler und des Kredithai-Handels führt. Er lernt Anne (Lisa Pelikan) kennen – Juliens Ex-Freundin –, aber vor allem Karen (Angie Dickinson), eine junge Amerikanerin, der er sich anvertraut....







Lino Venturas dritte Zusammenarbeit mit Regisseur Claude Pinoteau ergibt einen spannenden Thriller, der ganz auf die markante und grantelige Präsenz des Schauspielers zugeschnitten ist. Ventura spielt hier abermals einen Eigenbrötler, auf dessen Darstellung er in den meisten seiner Filme festgelegt war. Zugleich ist der Krimi auch ein Drama einer brüchigen Vater-Sohn-Beziehung. Viele französische Filmemacher bewundern das amerikanische Genrekino, daher überrascht es nicht, dass Claude Pinoteau einen Thriller im Stil der US-Klassiker der 1970er-Jahre inszeniert. Das Regie-Duo Lino Ventura hat sich nach „The Slap“ wieder zusammengetan, um diesen kanadisch angehauchten Thriller über einen Vater auf der Suche nach seinem Sohn zu präsentieren – ein im Kino schon unzählige Male gesehenes Motiv.  Der Schauspieler unterstreicht den realistischen Charakter der Ermittlungen, und tatsächlich schreitet diese langsam, aber sicher voran, ohne spektakuläre Wendungen. Zweifellos ein gelungenes Werk, doch indem der Regisseur dem amerikanischen Krimi-Genre Tribut zollt, versäumt er es, etwas Originelles beizutragen. 









Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.