Sonntag, 27. September 2026

Es lebe das Leben - Viva la vie















Regie: Claude Lelouch

Gefahren, Träume und Täuschungen..

Zwei Filme des französischen Regisseurs Claude Lelouch haben einen ähnlichen Namen: Im Jahr 1967 realisierte er das Filmdrama "Vivre pour Vivre" mit Yves Montand und Candice Bergen. Im Jahr 1984 drehte er mit Charlotte Rampling, Charles Aznavour, Michel Piccoli und Jean Louis Trintignant den Mystery-Streifen "Viva la vie" - in Deutschland hießen sie "Lebe das Leben" (1967) und Es lebe das Leben" (1984). In "Viva la vie" geht es um die Bedrohung durch einen dritten Weltkrieg, den Bau von Atombunkern und die Vorführung des Films im Rahmen eines Galaabends in der Oper, die mit einem Fernsehinterview mit Lelouch führt - so beginnt der vertrackte Film.  Michel Perrin, Vorstandsvorsitzender eines multinationalen Konzerns (Michel Piccoli), soll mit seiner Frau Catherine (Charlotte Rampling) an der Operngala teilnehmen. Er holt sie mit dem Auto an ihrem prächtigen Landsitz ab und verschwindet am Ende der Straße spurlos. Unterdessen erscheint die Schauspielerin Sarah Gaucher (Evelyne Bouix), Ehefrau eines Theaterlehrers (Jean-Louis Trintignant), an jenem Abend nicht im Theater, wo sie in "Madelon“ auftreten soll. Nach beiden Personen wird gefahndet, sie sind aber spurlos verschwunden. Michel Perrin, dieser einflussreiche Industrieller, und Sarah Gaucher, die aufstrebende junge Schauspielerin, haben scheinbar nichts gemeinsam; sie kennen sich nicht einmal. Dennoch verschwinden beide auf diese mysteriöse Weise: am selben Tag, zur selben Zeit, um drei Tage später gemeinsam wieder aufzutauchen, als wäre nichts geschehen. Und beide haben einen enormen Durst. Sie können sich an nichts erinnern.  Was auf den ersten Blick wie ein beunruhigender Zufall erscheint, entpuppt sich bald als mehr als das, denn dieselbe Episode wiederholt sich kurz darauf auf dieselbe Weise - nur dass sie diesmal mit Spuren einer Operation zurückkehren. Sind die beiden vielleicht sogar von Ausserirdischen entführt worden ...








Der Film gefällt sich als ambitioniertes Hin und Her zwischen Traumspiel und Science Fiction, das ständig neue "falsche Fährten" anbietet: Entführung oder Erpressung, Seitensprung oder Verschleppung durch Außerirdische. In der reizvoll doppelbödigen Erzählweise liegt gleichzeitig das Manko des Films: die Vielzahl ständig neuer Geschichten führt stellenweise zu selbstzweckhaftem Leerlauf. Der Zuschauer bleibt möglicherweise verwirrt zurück. Die Botschaft der Außerirdischen zielt auf die nukleare Abrüstung der Erde ab. Den größten Filmerfolg feierte Claude Lelouch mit seinem oscarprämierten Film "Ein Mann und eine Frau". Weitere wichtige Filme des Regisseurs sind "Lebe das Leben", "Das Leben, die Liebe, der Tod", "Der Mann, der mir gefällt", "Ein glückliches Jahr" und "Ein Leben lang". 






Bewertung: 6,5 von 10 Punkten. 

Die tollen Abenteuer des Monsieur L.















Regie: Philippe de Broca 

Die Leiden eines Chinesen in China...

Nach "Cartouche, der Bandit" und "Abenteuer in Rio" ging das Gespann Philippe de Broca und Jean Paul Belmondo mit dem Abenteuerfilm "Die tollen Abenteuer des Monsieur L" in die dritte Runde. Der Film hatte mit 2,7 Millionen Kinobesuchern in Frankreich zwar nicht die Zahlen von Cartouche (3,6 Millionen) und Abenteuer in Rio (4,8 Millionen) erreicht, doch auch er kam in die Kinojahres-Top10 des Landes. Nach dem riesigen Erfolg von "Abenteuer in Rio" suchte de Broca um jeden Preis nach Exotik, indem er zwischen den Weltmeeren drehte. So bietet "Les Tribulations d'un Chinois en Chine" - so der Originaltitel - Schauwerte in Nepal, in Kathmandu, in Hongkong, in Malaysia auf dem Langkawi-Archipel und in der Andamanensee. "Auch wenn die Kinder ihn mochten, mag ich diesen Film nicht besonders  : Er ist einfach zu übertrieben. Aber es ist meine Schuld, ich trage die volle Verantwortung. Ich wollte einen Super-Barnum machen" - so urteilte deBroca selbstkritisch über seinen Film. Auch  wenn der Film wegen der riesigen Anzahl zerstörter Autos (ca. 100) in die französische Filmgeschichte einging. Arthur Lempereur (Jean Paul Belmondo), ein gelangweilter, dreißigjähriger Milliardär und Frauenheld, der mit der jungen Alice (Valerie Lagrange) verlobt ist, will sich aus purer Langeweile das Leben nehmen. Alle seine Versuche scheitern. Daraufhin beschließt er, mit Alice, seinem Diener Léon (Jean Rocheford), seiner zukünftigen Schwiegermutter Suzy (Maria Pacome) und deren Begleiter Cornelius (Jess Hahn) sowie seinem alten Freund und ehemaligen Vormund Mr. Goh (Valery Inkijinov) auf seiner Yacht in See zu stechen. Sie wollen die Welt umrunden. In Hongkong erscheint Lempereurs Vertreter, Mr. Biscoton (Darry Cowl), um Arthurs bevorstehenden Ruin zu verkünden. Arthur unternimmt weiterhin seine inzwischen täglichen Selbstmordversuche, während Suzy überlegt, die Hochzeit abzusagen. Mr. Goh überredet Arthur daraufhin, ihm seinen Tod anzuvertrauen  : Arthur schließt eine Lebensversicherung (für einen Monat) auf Alice und Mr. Goh ab, während dieser seinen Tod plant. Arthur sieht, wie Mr. Goh zwei finster dreinblickende Männer anheuert, die ihm folgen sollen, und dann weitere, vermutlich um ihn zu töten … Kurz darauf entgeht er einem von Mr. Goh organisierten Attentat. Arthur gibt jedoch nicht auf und flieht, begleitet von Léon. In einem Hongkonger Cabaret trifft er auf Alexandrine (Ursula Andress), eine Ethnologin, die ihre Weltreise als Stripperin finanziert. Verfolgt von Léon, stürmen die beiden in die Garderobe der Tänzerin. Obwohl Alexandrine an Arthurs Abenteuern recht interessiert zu sein scheint, zeigt sie sich seinen Verführungsversuchen gegenüber gleichgültig. Doch Arthur, gestärkt durch die Begegnung mit Alexandrine, merkt wie wertvoll das Leben sein kann und will nicht länger sterben. Er macht sich auf die Suche nach Mr. Goh, der sich jedoch in den Himalaya zurückgezogen hat , nachdem er Fremden die Aufgabe anvertraut hatte, Arthur zu töten. Léon und Arthur fliegen daraufhin nach Indien und von dort weiter in den Himalaya. Sie versuchen, Mr. Gohs Kloster zu Fuß zu erreichen, doch das schwierige Gelände und ihre Verfolger erschweren ihnen die Reise  . Schließlich erreichen sie das Kloster am Fuße des Mount Everest. Dort werden sie von Bergbewohnern gefangen genommen, begegnen der lebenden Göttin und werden schließlich von den sogenannten"Killern" gerettet (die sich aber als von der Versicherung geschickte Ärzte für Lempereurs Gesundheit entpuppen). Die beiden Leibwächter verraten Lempereur, dass Goh Hongkong nicht verlassen hat. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach ihm  : Arthur findet Alexandrine und anschließend Mr. Goh. Dieser gesteht, dass er nie beabsichtigt hatte, ihn töten zu lassen, es aber für Arthur unerlässlich war, ihm zu glauben, um seinen Lebenswillen wiederzuerlangen. Suzy beschließt ihrerseits, mit Cornelius' Hilfe Arthur anstelle von Mr. Goh zu töten, da dieser ihr zu langsam erscheint. Nachdem ihr erster Versuch scheitert, wendet sich Suzy an Charlie Fallinster (Joe Said) den örtlichen Verbrecherboss, während Cornelius Arthur alles beichtet. Nur noch drei Tage bleiben, bis das Kopfgeld verfällt. Die Jagd ist also noch nicht zu Ende...








Die französisch-italienische Coproduktion basiert auf dem Roman "Die Leiden eines Chinesen und China" von Jules Verne und bietet extrem viel Action und auch eine Menge Slapstick. Manchmal überwiegt der Klamauk und lässt den Film in diesen Sequenzen. Dies viel zu übertrieben erscheinen. Diese Schwäche macht er natürlich durch seine enormen Schauwerte wieder etwas wett. 







Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Abenteuer in Rio















Regie: Philippe de Broca

Turbulenter Kurzurlaub...

Mit Regisseur Philippe de Broca drehte Frankreichs großer Kinostar Jean Paul Belmondo vor allem Komödien wie "Cartouche, der Bandit", "Abenteuer in Rio", "Die tollen Abenteuer des Monsieur L", "Le Magnifique" oder "Der Unverbesserliche". Mit dem temperamentvollen "Abenteuer in Rio" konnte sogar eine Oscarnominierung in der Kategorie "Bestes Drehbuch" für Daniel Boulanger, de Broca, Ariane Mnouchkine und Jean Paul Rappenau erzielt werden. Ausserdem gab es den Samuel Goldwyn Award für den besten ausländischen Film bei der Vergabe der Golden Globes 1965. Der Soldat Adrien Dufourquet (Jean Paul Belmondo) kommt aus Besancon am Gare de Lyon in Paris an, um während seines Militärdienstes den gewährten Urlaub von einer Woche zu genießen. Er verabschiedet sich von seinem Regimentskameraden Lebel (Roer Dumas), die beiden verabreden sich exakt 8 Tage später dort, um den gemeinsamen Zug in ihre Kaserne zu nehmen.   Nach diesem Diebstahl, der zum Tod eines Wächters durch einen Giftpfeil führt, wird Professor Catalan (Jean Servais) ins Museum gerufen, wo er arbeitet und auf Agnès de Villermosa (Francoise Dorleac) trifft, die Tochter des tragisch verstorbenen Professors Villermosa, eines ehemaligen Kollegen Catalans.Der kommissar (Daniel Ceccaldi) nimmt die Emittlungen auf und Professor Catalan erklärt, dass die Statuette zu einem dreiteiligen Set gehörte, das von drei Forschern entdeckt und mitgenommen wurde  : ihm selbst, Professor Villermosa, der nach der Entdeckung verschwand, und Mario de Castro (Adolfo Celi), einem wohlhabenden brasilianischen Geschäftsmann. Professor Catalan wird daraufhin vor dem Museum entführt. Adrien besucht seine Verlobte Agnès de Villermosa im Haus ihrer Tante, während der Polizeikommissar ermittelt. Von den beiden Frauen erfährt er, dass der Professor während des Brasilienaufenthalts der Villermosas seine Statuette im Garten seiner Villa vergraben hat. Agnès hat dies gesehen und kennt daher den Ort. Sie gerät in eine Falle und verlässt die Wohnung, um ihren Wagen umzuparken, der den Weg versperrt. Direkt vor Adriens Augen wird sie von zwei Männern entführt. Er stiehlt daraufhin ein Polizeimotorrad, um die Verfolgung aufzunehmen. Sie erreichen den Flughafen Orly, wo Adrien Agnès, sichtlich unter Drogen, zwischen zwei Männern in eine Douglas DC-8 der Panair do Brasil einsteigen sieht. Mit viel Einfallsreichtum gelingt es ihm heimlich an Bord zu gelangen. Doch Agnes behauptet bei der Gegenüberstellung, dass sie ihn gar nicht kennt. Um der Verhaftung in Rio zu entgehen, setzt Adrien die Flucht auch dort fort, wo er sich in der Stadt mit dem jungen und pfiffigen Schuhputzerjungen Sir Winston (Ubiraci de Oliveira) anfreundet. Bis er Agnes aus dem Händen der Gangster befreien kann, muss er einige Hürden überwinden, denn er soll getötet werden und die Befreiung gelingt auch nur, wenn er sich einer waghalsigen Klettertour an den Fassaden des mehrstöckigen Hotels unterzieht. Danach gelingt die Flucht mit der stark benebelten Agnes. Sie treffen sich am Strand und verbringen einen romantischen Abend mit Musik. Die Nacht verbringen sie in „ Sir Winstons “ Haus, das oberhalb einer Favela mit Blick auf Rio de Janeiro liegt.     Am nächsten Tag ist Agnès völlig nüchtern. Sie fahren zu der Villa, in der Agnès mit ihrem Vater lebte, und schaffen es, die Statuette im Garten auszugraben. Doch zwei Männer erwarten sie dort, greifen sie an und stehlen die Statuette. Adrien und Agnès suchen daraufhin den dritten Archäologen, den steinreichen Mario de Castro, um ihn zu warnen, dass seine Statuette, die dritte, in Gefahr ist, gestohlen zu werden. Um de Castro zu finden, fahren sie nach Brasilia, das sich gerade im Bau befindet und können Professor Catalan aus den Händen der Gangster befreien. Doch damit ist das Abenteuer noch lange nicht vorbei...











In diesem Film geht alles Schlag auf Schlag und es gibt kaum eine Minuten Verschnaufspause für den draufgängerischen Soldaten und seiner Verlobten.  Mit Ausnahme des Fallschirmsprungs führte Jean-Paul Belmondo alle Stunts selbst und ohne jegliche Sicherheitsausrüstung aus. Besonders hervorzuheben sind der Wechsel zwischen den Zimmern durch Klettern an der Außenfassade des Hotels in Copacabana sowie die Szene, in der sich Belmondo von einem Gebäude zum Anderen mit einem Seil schwingt. Die Szene, in der Belmondo auf dem Dach des im Bau befindlichen Gebäudes ausrutscht und sich gerade noch am Rand festhalten kann, stand nicht im Drehbuch, wurde aber in die Endfassung aufgenommen. Der Schauspieler rutschte tatsächlich aus und hätte vom Dach stürzen können. Bei seiner Kinopremiere zahlten 4,8 Millionen Franzosen ein Kinoticket, in Deutschland kam der Film auch auf eine Zuschauerzahl über einer Million. De Brocas Film ist äusserst unterhaltsam und es kommt sogar ein bisschen "Indiana Jones" Feeling auf. Dazu eine perfekte Filmmusik von Georges Delerue (Filmmusik Oscar für "Ich liebe dich, I Love you, Je´taime") und klasse Bilder von Kameramann Edmond Sechan, die sowohl Urlaubs- als auch Abenteueroptik vermitteln. 










Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

Die Verachtung















Regie: Jean Luc Godard

Eine Ehe zerbricht...

Jean Luc Godards Cinemascopefilm "Die Verachtung" ist ein Film, der auch nach seinem tragischen Ende noch nachhallt. Erzählt wird eine Geschichte von Kunst und Kommerz, Mythos und Realität, Leben und Tod. Das äußere Geschehen wird kontrapunktiert durch Reflexionen während der Verfilmung von Homers Odyssee durch die Regielegende Fritz Lang, derr sich selbst spielt. Ein intellektuell sehr anspruchsvolles Werk, dessen kühle Schönheit nicht jeden ansprechen wird. Es ist aber auch eine Geschichte über eine Liebe, die durch einen offen gelegten Charakterzug jäh endet. Die Filmmusik von Georges Delerue ist phasenweise wirkt nur hypnotisch, sie unterstreicht auch die Traurigkeit dieser überraschenden Ereignisse. Im Kontrast dazu hat Kameramann Raoul Coutard (Außer Atem, Schießen sie auf den Pianisten, Die süße Haut, Lola, das Mädchen vom Hafen, Jules und Jim, Die Braut trug schwarz, Z, Duell ohne Gnade) betörend schöne Kinobilder dazu entworfen. Der Titel des Films bezieht sich auf die weibliche Hauptfigur, die von Brigitte Bardot sehr sensibel gespielt wird. Durch eine einzige Situation verändert sich ihre Liebe zu ihrem Mann, einem Drehbuchschreiber. Im Film selbst kommt aber ebenso Godards Verachtung für die Entwicklung der Filmindustrie Hollywoods zum Ausdruck, wie sie personifiziert wird von der unangenehmen Figur des Produzenten Jeremy Prokosch. Denn Godard lag mehrfach im Clinch mit seinem Produzenten Joseph E. Levine, der sich Sorgen um die Einspielergebnisse machte. Daher mussten mehr Nacktaufnahmen von Brigitte Bardot nachgedreht werden. Der französische Schriftsteller Paul Javal (Michel Piccoli) befindet sich mit seiner jungen und attraktiven Frau Camille (Brigitte Bardot) in Rom. Er wurde dorthin eingeladen auf Wunsch des US-Filmproduzenten Jerry Prokosch (Jack Palance), damit er das Drehbuch eines Films über die Odyssee umschreibt. Fritz Lang wurde verpflichtet, den Film zu inszenieren. In einer ansonsten ereignislosen Szene kommt es zu einem Missverständnis  : Camille, die glaubt, Paul wolle sie ermutigen, steigt in Prokoschs Auto, das zunächst langsam losfährt, dann aber plötzlich mit hoher Geschwindigkeit davonrast. Die junge Frau wollte gar nicht erst in den Wagen steigen und lieber mit ihrem Mann ein Taxi zu Prokoschs Villa nehmen, doch Paul hat sogar darauf bestanden, dass Camille alleine in den Wagen steigt. Der Film erkundet, was sich in diesem Bruchteil einer Sekunde zwischen dem Paar abspielt. Irgendwie kommt in Camille der Gedanke auf, dass ihr Mann sie nicht vor der Zudringlichkeit des aggressiven Produzenten schützen will, sondern im Gegenteil noch dazu bereit ist sie für diesen hoch dotierten Drehbuchauftrag zu "verkaufen".Zwischen zwei Einstellungen ist Camilles Missverständnis in Verachtung für ihren Mann umgeschlagen. Sein verspätetes Eintreffen bei dem Haus des Produzenten treibt die Spannung zwischen dem Paar weiter voran. Zudem flirtet Paul in Gegenwart Camilles auch noch mit der Assistentin Francesca (Giorgia Moll). Das Treffen endet mit einer Einladung der beiden nach Capri, wo sie Zeugen der Dreharbeiten zu der Odysseus-Verfilmung sein sollen. Paul versucht dort, Lang für sich zu gewinnen, indem er ihm seine Absicht erklärte, die Geschichte von Odysseus und Penelope aus psychologischer Sicht neu zu erzählen und dabei seine Erfahrungen mit einer schwierigen Ehe einfließen zu lassen. Lang erwiderte offen, dass er an einem modernen, psychoanalytischen Ansatz nicht interessiert sei. Er tendiere eher zum klassischen Kino und interessiere sich für das Verhältnis zwischen Mensch und Natur in der mediterranen Landschaft. Camille erliegt Prokoschs Annäherungsversuchen, fest entschlossen, ihren Mann zu verlassen. Paul, der sie nicht verlieren will, erklärt ihr, er sei bereit, seinen Job aufzugeben, um sie an seiner Seite zu halten. Nun versteht er, warum Camille ihm gegenüber Groll hegt, und versucht, ihr das Gegenteil zu beweisen  ; seine Bemühungen, die Ehe zu retten, scheitern jedoch. Camille beendet die Beziehung zu Paul endgültig und geht mit Prokosch. Auf der gemeinsamen Autofahrt nach Rom kommen Camille und Prokosch ums Leben....










In den ersten Wochen nach Kinostart verzeichnete "Le Mepris" - so der Originaltitel - insgesamt 235.000 Zuschauer in den fünd exklusiv ausgewählten Pariser Kinos und belegte am Ende des Jahres sogar Platz 7 der französischen Kinocharts. Für einen Godard Film extrem erfolgreich, aber dennoch ein kommerzieller Misserfolg fürt einen Film mit dem Sexsymbol Brigitte Bardot. Die berühmteste Szene des Films wurde tatsächlich die Nacktszene am Anfang, in der Camille ihrem Mann einige Körperteile aufzählt und ihn fragt wie diese ihm denn gefallen.  Diese Serie von Fragen, die nach und nach fast alle Teile ihres Körpers streift, scheint sich nicht nur an den Ehemann, sondern ebenso an die Filmproduzenten zu richten, die die Nacktheit des weiblichen Körpers für ihre Zwecke ausbeuten. Während der Dreharbeiten verhielten sich die echten Produzenten immer mehr wie die Figur, die Jack Palance im Film verkörpert – ihr Hauptinteresse galt schließlich den Nacktszenen. Durch seine Einzigartigkeit ist "Die Verachtung" vielleicht sogar Godards bester Film. 











Bewertung: 9,5 von 10 Punkten.