Montag, 12. Oktober 2026

So sind die Tage und der Mond















Regie Claude Lelouch...

Mensch und Mond...

Der Mond hat Einfluss auf unser Gemüt, vor allem bei Vollmond.  In dem 1990 entstandenen "So sind die Tage und der Mond" von Claude Lelouch kreuzen und verflechten sich die Lebenswege vieler Männer und Frauen. Manche profitieren von diesem Einfluss, für andere ist diese Zeit jedoch nachteilig, insbesondere da viele durch die gleichzeitige Umstellung auf Sommerzeit in derselben Nacht beeinträchtigt werden. Am Ende treffen sich alle auf der Straße wieder, wo es zu einem dramatischen Ende kommt.  „So sind die Tage und der Mond“ ist ein melancholischer Episodenfilm. Als zeitlichen Rahmen hat Claude Lelouch sich einen verregneten Frühlingstag herausgegriffen, an dem nicht nur der Vollmond und Zeitumstellung zusammentreffen, sondern auch noch eine Mondfinsternis dazu kommt. Einige der Szenen im Prolog spielen allerdings vor diesem Tag. Auf virtuose Weise verknüpft Claude Lelouch die Erlebnisse seiner Figuren, deren Leben aus den Fugen geraten ist. Davon erzählt Claude Lelouch temporeich, parallel und in rasch wechselnden Szenen. Folgt man einem alten (Aber)Glauben, so sollte man sich vor dem Mond und seinem Einfluss besser in Acht nehmen. Denn der Erdtrabant beeinflusst nicht nur den Lauf der Gezeiten, seine geheimnisvollen Kräfte wirken auch direkt auf den Menschen ein und bringen ihn dazu, Dinge zu tun, die er sonst nicht tun würde.  Da ist der frustrierte Lastwagenfahrer Gerard(Gerard Lanvin) der seinen Autotransporter aus der Normandie nicht schnell genug nach Paris zurückbringen kann, weil ihm nach der Zeitumstellung eine Stunde fehlt. Als er auch noch Ärger mit einem mondsüchtigen Streifenpolizisten (Laurent Spielvogel) bekommt, schmeißt er seinen Job einfach hin, stiehlt sich einen flotten Flitzer und nimmt sich einer jungen Frau (Caroline Licla) an, die ihrem Mann (Jacques Gamblin) in der Hochzeitsnacht davongelaufen ist. Verlassen von seiner Frau (Christine Boisson) sieht sich auch ein Restaurantbesitzer (Vincent Lindon), der um alles spielt, sogar um seine kleine Tochter (Salome Lelouch). Die schwangere Stewardess Sophie (Marie-Sophie L. )wiederum hat Probleme mit ihrem Geliebten (Patrick Chesnais), einem Arzt , der seinerseits nicht ahnt, was bald auf ihn zukommen wird....








Insgesamt dreizehn Menschen führt der französische Regisseur Claude Lelouch in seinem insgesamt 31. Film im Laufe von 24 Stunden zusammen und wieder auseinander, bis zum dramatischen Finale. Ein sehr eigenständiger und teilweise magischer Film voller Geschichten, Zufälle und schicksalhafter Begegnungen, großen Tragödien und kleinen Komödien, eine Ode an das Leben und den Tod. Dabei liefern die Kameramänner Jean Yves Le Mener und und Michel Quenneville atmosphärische Kinobilder. Die Einstellungen bei der rasanten Autofahrt deuten eine antike griechische Tragödie an, denn der Fahrer rast seinem unausweichlichen Schicksal entgegen. In der Rolle einer einsamen älteren Frau ist Annie Girardot zu sehen. Erwähnenswert auch die sehr erlesenen musikalischen Einlagen, die der Regisseur in seine Handlung eingepflegt hat. 










Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

Der Unverbesserliche















Regie: Philippe de Broca

Der ausgetrickste Trickbetrüger...

Philppe de Brocas Film "Der Unverbesserliche" mit dem französichen Kinostar Jean-Paul Belmondo ist ein Non-Stop-Action-Spektakel in einem atemberaubenden Tempo. Dabei ist Belmondo, der den perfekten Trickbetrüger spielt, der größte Tempomacher und genießt es sichtlich, ständig in andere Rollen zu schlüpfen. Obwohl der Film nicht durchgehend zum Brüllen komisch ist, vergehen die 1 Stunde und 35 Minuten wie im Flug, und es gibt ein, zwei wirklich unvergessliche Momente. Zum Beispiel, als Belmondo einen Ehebruchfall untersuchen soll, in den ein Toilettenmann verwickelt ist, der sein Mandant ist. Dieser gibt sich als Anwalt aus, und Belmondo taucht verkleidet als Prostituierte auf, um ihn auf frischer Tat zu ertappen. Unglücklicherweise trifft die Polizei ein, und er wird verhaftet. Es ist einfach urkomisch. Das Publikum reagierte erneut begeistert, der Film lockte in Frankreich etwas mehr als 2,5 Millionen Zuschauer in die Kinos. Die eigentliche Überraschung kam jedoch aus Deutschland, wo er sage und schreibe 4,2 Millionen Zuschauer erreichte und damit den dritten Platz der erfolgreichsten Filme des Jahres 1975 belegte. Es ist ein guter Film, kein absolutes Muss in Belmondos Filmografie, aber dennoch gute Unterhaltung. Der Film basiert auf dem Roman "Ah..mon pote!" von Alex Varoux aus dem Jahr 1973. Victor Vauthier (Jean-Paul Belmondo) wird nach 3 Monaten Haft wegen Betrugs aus dem Gefängnis entlassen. Kaum draußen, trifft er seinen Freund Raoul (Charles Gerard) wieder und die Betrügereien gehen Nonstop weiter. Doch als er zu seinem "Onkel" Camille (Julien Guiomar) zurückkehrt, erhält Victor Besuch von einer Psychiaterin, die als seine Bewährungshelferin fungieren soll: die schöne Marie Charlotte Pontalec (Genvieve Bujold). Victor verliebt sich natürlich in sie und versucht - mal mehr, mal weniger erfolgreich - sie zu verführen. Daher sind seine früheren Favoritinnen Helene (Capucine) oder Tani Negulesco (Andrea Ferreol) abgemeldet. Eines Abends, als sie sich vergnügen, nimmt Marie-Charlotte Victor mit ins Senlis-Museum, wo ihr Vater Kurator ist, um ihm ein wunderschönes Triptychon des Malers El Greco zu zeigen. Camille erkennt es sofort als unbezahlbares Kunstwerk und stiehlt es, während Victor Marie-Charlotte ablenkt. Da Marie-Charlotte befürchtet, von ihr angezeigt zu werden, deckt sie ihn und wird sogar zu seiner Komplizin und am Ende stellt sich heraus, dass die/der Gerissenere der beiden nicht unbedingt diejenige/derjenige ist, die man vermuten würde....









Belmondos Darbietung ist exzellent, herrlich überdreht und bis ins Extrem getrieben: meisterhaft, und hier erkennen wir bestens seinen unverwechselbaren Stil  Die kanadische Schauspielerin Genevieve Bujold hat ebenfalls eine hervorragende Leinwandpräsenz und sie steht nie im Schatten, denn das Duett der beiden Stars funktioniert prächtig. 












Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

Zwölf plus Eins (12 + 1)















Regie: Nicholas Gessner

Dreizehn Stühle...

Der Film "Zwölf plus Eins" basiert auf dem satirischen Roman *Die zwölf Stühle* (1928) der sowjetischen Autoren Ilf und Petrow, der bereits mehrfach verfilmt wurde (darunter 1970 in einer Version von Mel Brooks). Die Handlung dreht sich um die zunehmend verzweifelten Versuche, in den Besitz wertvoller Edelsteine ​​zu gelangen, die in einem Stuhlset versteckt waren. Es war Tates letzter Film, bevor sie, ihr ungeborener Sohn und vier weitere Personen in ihrem Haus von Anhängern Charles Mansons ermordet wurden. Der Film kam posthum in die Kinos. In den 50er Jahren gab es eine Version mit Walter Giller und Georg Thomalla. Mit jüdischem Witz angereichert versuchte sich Mel Brooks im Jahr 1970 an diesem Stoff. Bereits ein Jahr zuvor drehte der schweizer Filmregisseur Nicholas Gessner (bekanntester Film: Das Mädchen am Ende der Straße) seine Version der Geschichte und dabei konnte er auf eine attraktive Besetzung zurückgreifen.  Der Film wurde in Deutschland am 25. Dezember 1975 im ZDF uraufgeführt. Mario Beretti (Vittorio Gassmann) ist ein junger italienisch-amerikanischer Friseur, der in New York City einen schlecht laufenden Salon nahe einer Baustelle betreibt. Sein Leben nimmt eine entscheidende Wendung, als er vom Tod seiner Tante in Lavenham (England) erfährt, die ihn zu ihrem Alleinerben eingesetzt hat. Mario reist eilig nach England und stellt fest, dass sein Erbe kaum etwas von Wert umfasst – lediglich dreizehn antike Stühle. Er verkauft sie, um seine Reisekosten zu decken, erfährt jedoch kurz darauf durch eine letzte Nachricht seiner Tante Laura, dass sich in einem der Stühle ein Vermögen von 100.000 Dollar an Juwelen befindet. Seine Versuche, die Stühle zurückzukaufen, scheitern. Gemeinsam mit der reizenden amerikanischen Antiquitätenhändlerin Pat (Sharon Tate) – die in dem Laden vor Tante Lauras Haus arbeitet, wo er die Stühle verkauft hatte – begibt er sich auf eine skurrile Suche nach den Möbelstücken. Die Reise führt das Duo von London über Paris bis nach Rom. Unterwegs begegnen sie einer Reihe ebenso exzentrischer Charaktere: darunter Albert (Terry-Thomas), der Fahrer eines Möbelwagens; eine Prostituierte namens Judy (Mylene Demongeot) ; Maurice (Orson Welles), der Leiter einer Wandertheatertruppe, die eine dürftige Inszenierung von „Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ aufführt; sowie der italienische Unternehmer Carlo Di Seta (Vittorio de Sica) und dessen lebhafte Tochter Stefanella (Ottavia Piccolo). Die abenteuerliche Jagd endet in Rom, wo der Stuhl mit den Juwelen auf einen Lastwagen gelangt und von Nonnen abgeholt wird, die ihn für einen wohltätigen Zweck versteigern. Es ist der letzte Stuhl gewesen und Mario bringt es nicht fertig, hier Ansprüche zu stellen. Da seine Suche erfolglos geblieben ist, reist Mario mit dem Schiff zurück nach New York City. Pat verabschiedet sich von ihm und winkt ihm zum Abschied zu. Der Film endet mit Marios Rückkehr nach New York City und in seinen Friseursalon. Seine Freunde aus dem anderen (und deutlich luxuriöseren) Salon gesellen sich zu ihm, ebenso wie zwei Bauarbeiter und sein letzter Kunde, Randomhouse (Sandro Dori). Dort macht Mario eine seltsame Entdeckung: Kurz vor seiner Abreise nach Europa hatte er eine Methode erfunden, mit der Haare auf wundersame Weise nachwachsen können. Er lacht ekstatisch, ja geradezu manisch, über seine Entdeckung, denn sie wird ihn reich machen...








 "12 + 1" heißt im Original "Una su 13" und ist eine italienisch-französische Coproduktion. Es ist sicherlich kein A-Film, er wirkt auch trashig - aber er ist sympathisch und bietet viel Spielwitz und Slapstick. Es geht Schlag auf Schlag beim Suchen und Zerstören der Stühle, alles wird turbulent, grotesk und temporeich serviert. 








Bewertung. 6,5 von 10 Punkten.