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Montag, 12. Oktober 2026

Der Unverbesserliche















Regie: Philippe de Broca

Der ausgetrickste Trickbetrüger...

Philppe de Brocas Film "Der Unverbesserliche" mit dem französichen Kinostar Jean-Paul Belmondo ist ein Non-Stop-Action-Spektakel in einem atemberaubenden Tempo. Dabei ist Belmondo, der den perfekten Trickbetrüger spielt, der größte Tempomacher und genießt es sichtlich, ständig in andere Rollen zu schlüpfen. Obwohl der Film nicht durchgehend zum Brüllen komisch ist, vergehen die 1 Stunde und 35 Minuten wie im Flug, und es gibt ein, zwei wirklich unvergessliche Momente. Zum Beispiel, als Belmondo einen Ehebruchfall untersuchen soll, in den ein Toilettenmann verwickelt ist, der sein Mandant ist. Dieser gibt sich als Anwalt aus, und Belmondo taucht verkleidet als Prostituierte auf, um ihn auf frischer Tat zu ertappen. Unglücklicherweise trifft die Polizei ein, und er wird verhaftet. Es ist einfach urkomisch. Das Publikum reagierte erneut begeistert, der Film lockte in Frankreich etwas mehr als 2,5 Millionen Zuschauer in die Kinos. Die eigentliche Überraschung kam jedoch aus Deutschland, wo er sage und schreibe 4,2 Millionen Zuschauer erreichte und damit den dritten Platz der erfolgreichsten Filme des Jahres 1975 belegte. Es ist ein guter Film, kein absolutes Muss in Belmondos Filmografie, aber dennoch gute Unterhaltung. Der Film basiert auf dem Roman "Ah..mon pote!" von Alex Varoux aus dem Jahr 1973. Victor Vauthier (Jean-Paul Belmondo) wird nach 3 Monaten Haft wegen Betrugs aus dem Gefängnis entlassen. Kaum draußen, trifft er seinen Freund Raoul (Charles Gerard) wieder und die Betrügereien gehen Nonstop weiter. Doch als er zu seinem "Onkel" Camille (Julien Guiomar) zurückkehrt, erhält Victor Besuch von einer Psychiaterin, die als seine Bewährungshelferin fungieren soll: die schöne Marie Charlotte Pontalec (Genvieve Bujold). Victor verliebt sich natürlich in sie und versucht - mal mehr, mal weniger erfolgreich - sie zu verführen. Daher sind seine früheren Favoritinnen Helene (Capucine) oder Tani Negulesco (Andrea Ferreol) abgemeldet. Eines Abends, als sie sich vergnügen, nimmt Marie-Charlotte Victor mit ins Senlis-Museum, wo ihr Vater Kurator ist, um ihm ein wunderschönes Triptychon des Malers El Greco zu zeigen. Camille erkennt es sofort als unbezahlbares Kunstwerk und stiehlt es, während Victor Marie-Charlotte ablenkt. Da Marie-Charlotte befürchtet, von ihr angezeigt zu werden, deckt sie ihn und wird sogar zu seiner Komplizin und am Ende stellt sich heraus, dass die/der Gerissenere der beiden nicht unbedingt diejenige/derjenige ist, die man vermuten würde....









Belmondos Darbietung ist exzellent, herrlich überdreht und bis ins Extrem getrieben: meisterhaft, und hier erkennen wir bestens seinen unverwechselbaren Stil  Die kanadische Schauspielerin Genevieve Bujold hat ebenfalls eine hervorragende Leinwandpräsenz und sie steht nie im Schatten, denn das Duett der beiden Stars funktioniert prächtig. 












Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

Der Aussenseiter















Regie: Jacques Deray

Ein Kommissar sieht rot...

Das "Lexikon des internationalen Films" schrieb in seiner Kritik für den Belmondo Film "Der Aussenseiter" (Original: Le Marginal" aus dem Jahr 1983 eine eher vernichtende Kritik, aufgrund der "Propagierung für Gewalt und Selbstjustiz sowie für eine hemmungslose Artikulation von Vorurteilen", was sicherlich stimmt. Ausländer und Homosexuelle werden einseitig dargestellt, die Methoden der Polizisten sind aggressiv, sie schrecken vor körperlicher Gewalt bei ihren Verhören nicht zurück - doch mit diesem Film erreichte Belmondo seinen Kommerziellen Höhepunkt. Insgesamt sahen 5,5 Millionen Franzosen den Film im Kino, damit wurde er nach "Die Götter müssen verrückt sein" und "Ein mörderischer Sommer" der dritterfolgreichste Film des Jahres. Bereits die vorherigen Filme "Der Windhund" (3,9 Millionen Zuschauer), "Der Profi" (5,2 Millionen) und "Das Ass der Asse" (5,5 Millionen) waren kommerzielle Blockbuster.  Kommissar Philippe Jordan (Jean Paul Belmondo) ist ein Polizist mit unkonventionellen Methoden. Aufgrund seiner oft fragwürdigen Taktiken ist er sowohl seinen Vorgesetzten als auch den von ihm Verfolgten ein Dorn im Auge, aber dennoch äußerst effektiv. Kürzlich nach Marseille versetzt, ist er fest entschlossen, Sauveur Mecacci (Henry Silva), einen berüchtigten Pädophilen und einen der Paten der French Connection, zu Fall zu bringen, gegen den Jordan einen tiefen Groll hegt. Nach einer Hubschrauberjagd, von der er auf ein Boot springt, beschlagnahmt er zweihundert Kilo Heroin und wirft es ins Meer. Zur Strafe wird Jordan versetzt, nachdem in seinem Wohnzimmer die Leiche eines Informanten gefunden wurde, um ihn zu kompromittieren. Daraufhin landet er in einer Pariser Polizeiwache , genauer gesagt in der s.g. "Besenkammer",  wo  er mit Inspektor Rojinski (Pierre Vernier), einem seiner Freunde von dort, zusammenarbeitet. Jordan verfolgt weiterhin sein Ziel: Mecacci zu überführen. Er lässt nichts unversucht, um Beweise gegen ihn zu sammeln. Er verkehrt in den zwielichtigsten Etablissements der Hauptstadt und freundet sich mit Livia Dolores Maria (Carlos Sotto Mayor) an, einer Prostituierten, die er gegen einige Kollegenverteidigt, die sie für ihr Schweigen beim Verhör kritisieren. Außerdem wendet er sich an alte Bekannte  : Francis Pierron (Tcheky Karyo), Besitzer eines Boxstudios und Betreiber eines Spielautomatengeschäfts und Ton Ton (Maurice Barrier) ,den er hinter Gitter gebracht hat und der unter der Bedingung, dass Jordan seine Tochter aus dem besetzten Bordell befreit, Informationen preisgibt. So gelingt es Jordan , "Freddy den Chemiker" (Michel Robin), einen ehemaligen Komplizen Mecaccis, aufzuspüren . Für eine hohe Summe willigt Freddy ein, auszusagen, wird jedoch von einem von Mecaccis Handlangern getötet. Jordan fasst den Mörder, Marc Villa (Didier Sauvegrain), der sich weigert zu gestehen. Daraufhin lässt Mecacci Francis töten, weil dieser seinen „  Schutz  “ abgelehnt hat. Jordan rächt sich, indem er die Attentäter während einer Verfolgungsjagd tötet...







Für diese furionse Verfolgungsjagd wurden zwei Ford Mustangs in einem Grünton verwendet, der an den Mustang aus "Bullit" erinnert, aber etwas dunkler ist. Mit Regisseur Jacques Deray arbeitete Belmondo zum dritten Mal nach "An einem heißen Sommertag" und "Borsalino" zusammen. Weitere bekannte Filme von Deray sind "Die Haut des Anderen", "Der Swimminpool", "Brutale Schatten", "Borsalino & Co", "Mord in Barcelona", "Killer stellen sich nicht vor", "Der Profi 2" und "Der Anwalt". Am Ende siegt die Selbstjustiz, der "Gute" hat den "Bösen", wie man heute so schön sagt "neutralisiert".







Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Ho - Die Nummer Eins bin Ich















Regie: Robert Enrico

Unangepasst und egozentrisch...

"Ho - Die Nummer 1 bin ich " ist ein Film von Robert Enrico aus dem Jahr 1968. Er entstand in französisch-italienscher Coproduktion und ist einer der besten Filme des Regisseurs, der für seinen 1975 inszenierten Film "Das alte Gewehr" zu einem Cesar-Gewinner wurde. Ausserdem finden sich in seiner Filmographie Klassiker wie "Die Abenteurer", "Die Rum-Straße" oder "Das Netz der 1000 Augen". 1989 drehte Robert Enrico auch den ersten Teil der von "Die französische Revolution". "Ho - ich bin der Größte" ist auch der beste Beweis für die Vielseitigkeit des Hauptdarstellers Jean-Paul Belmondo, der nicht nur ein guter Comedian war, sondern auch ernsthafte Rollen glaubhaft spielen konnte. Seine Figur Francois Holin, genannt Ho, ist eine tragische Figur, die auch an Selbstüberschätzung leidet. Mit einer Zuschauerzahl von 1,7 Millionen war der Film ein guter Erfolg an der Kinokasse. François Holin, genannt „  Ho  “ (Jean-Paul Belmondo), ist ein ehemaliger Rennfahrer, der seine Karriere nach einem Unfall, bei dem sein Freund ums Leben kam, beendete. Nun arbeitet er als Fluchtwagenfahrer für die Kriminellen Canter (Sidney Chaplin) und die Schwartz-Brüder, (Tony Taffin und Stephane Fey), die ihn verachten und für einen Niemand halten. Er ist mit dem jungen Topmodel Bénédicte (Joanna Shimkus) liiert, der er vorgaukelt, er reise um die Welt, um Rennen zu fahren. Canter, der Anführer der Bande, tötet sich versehentlich selbst mit seiner Pistole, als er einen Überfall auf einen Geldtransporter plant. Ho schlägt den Schwartz-Brüdern vor, den Überfall trotzdem durchzuführen, doch diese lehnen ab. François gibt nicht auf und stiehlt zur Vorbereitung des Überfalls ein Auto, wird aber festgenommen. Die Polizei verdächtigt ihn, der Fluchtfahrer der Schwartz-Bande zu sein, hat aber keine konkreten Beweise gegen ihn. Trotzdem wird er wegen Autodiebstahls in Untersuchungshaft genommen. Dank eines raffinierten Plans, indem er sich als sein Zellengenosse (Andre Weber), ein obdachloser Mithäftling ausgibt, gelingt ihm die Flucht aus Gefängnis La Sante. Die Flucht wird in den Medien stark ausgebreitet und durch dieses Kunststück fühlt sich Ho stark und der Polizei überlegen.  Ho findet Bénédicte. Er versucht, sie glauben zu lassen, er sei gerade erst aus Südamerika zurückgekehrt, doch sie hat seine wahre Identität aus der Presse erfahren. Sie zeigt ihm die Zeitung, die seine Flucht auf der Titelseite verkündet und ihn als eine Art Drahtzieher diverser Verbrechen darstellt. Verletzt von seinen Lügen verlässt sie ihn. François Holin entführt daraufhin Gabriel Briand (Paul Crauchet), einen der Journalisten, der besonders reißerisch über ihn berichtet hat. Er will ihn dazu bringen, seine Geschichte umzuschreiben und das Bild, das die Presse von ihm gezeichnet hat, zu korrigieren. Dasselbe tut er mit einem anderen Journalisten. Doch Kommissar Paul (Alain Mottet) ist ihm auf den Fersen...








Am Ende wird ihm seine Liebe zu besonders schönen Krawatten zum Verhängnis. Die Katastrophe fordert mehrere Opfer.  Das Scheitern eines zum gedemütigten Verbrechergehilfen abgesunkenen ehemaligen Rennfahrers, der sich, angestachelt von der Sensationspresse, als Gangster und Bankräuber Anerkennung zu verschaffen versucht, den aber seine einer Verbrecherlaufbahn nicht angepaßten Gefühle zur bitteren Selbsterkenntnis führen. Eine originelle, recht verspielt mit dem Genre des Gangsterfilms gekoppelte Charakterstudie, die in einem mosaikartigen Kaleidoskop das Bild eines unangepaßten Individualisten mit seinen Schwächen und Stärken zeichnet. Präzise gespielt, psychologisch glaubwürdig, hervorragend fotografiert.“









Bewertung: 8 von 10 Punkten.