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Montag, 10. Juli 2023

American Gangster


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Ridley Scott

Der Drogenfahnder und der Gangster...

Der Brite Ridley Scott ist einer der einflussreichsten Filmregisseure überhaupt. Er hat mit seiner Erzählweise einige Genres geprägt. Schon sein Kinodebüt mit dem Historienfilm "Die Duellisten" ließ seine große Klasse erkennen. Zu seinen großen Meisterwerken gehören zweifelsohne "Alien" (1979), "Der Blade Runner" (1982), "Thelma und Louise" (1991), "Gladiator" (2000), "Black Hawk Down" (2001) oder "Alien Covenant" (2017). Auch der Mafiafilm "American Gangster" gehört zu den Highlights in seiner filmischen Laufbahn.
Der Film entstand 2007 und ist einer der fesselndsten Filme dieses Genres. Dies gelang vor allem durch die hervorragenden Leistungen der beiden Hauptdarsteller Russell Crowe (der den guten Cop spielt) und Denzel Washington (dem überlebensgroßen Gangster). Darüberhinaus ist "American Gangster" eine bemerkenswerte Milieuschilderung des Polizeiapparates der 70er Jahre, wo Korruption und Bestechung zum Alltag geworden sind.
Lobenswert auch die Kameraarbeit von harris Savides (Elephant, Zodiac, The Game), dessen Bilder ein stimmiges Zeitkolorit dieser Dekade vermittelt. Auffallend dabei sein Mut für eine kontrastarme Optik.
Im Jahr 1968 ist Frank Lucas (Denzel Washington) die rechte Hand des Harlemer Mafiabosses Ellsworth "Bumpy" Johnson (Clarence Williams III). Als Johnson an einem Herzinfarkt stirbt, steigt Frank in den Heroinhandel ein. Er kauft das Heroin direkt bei den Produzenten in Thailand und schmuggelt es über heimkehrende Vietnamkriegs-Soldaten in die USA. Frank verkauft sein Heroin unter der Marke "Blue Magic", deren Erschwinglichkeit und Reinheit es unglaublich populär machen und einen Großteil seiner Konkurrenz ausschalten.
Der Newarker Detective und aufstrebende Anwalt Richie Roberts (Russell Crowe) wird in seinem Revier geächtet, nachdem er fast 1 Million Dollar im Auto eines Mafioso gefunden hat. Captain Lou Toback (Ted Levine) beauftragt Roberts mit der Leitung einer Sondereinheit, die sich mit den wichtigsten Drogenlieferanten befasst, nachdem Roberts' Partner eine Überdosis Blue Magic genommen hat. Roberts wird auch in einem erbitterten Scheidungsstreit mit seiner Ex-Frau wegen seiner Untreue gezeigt.
Franks Heroingeschäft floriert; er verkauft Blue Magic schließlich im Großhandel an viele Dealer im Dreistaatengebiet von New York und weitet seinen Vertrieb über andere kriminelle Organisationen aus. Mit diesem Monopol wird Frank zu Harlems führendem Verbrecher, der legitime Geschäftsfronten eröffnet und sich unauffällig verhält, während er sich mit Politikern und berühmten Persönlichkeiten anfreundet. Er kauft eine Villa für seine Mutter (Ruby Dee) und rekrutiert seine fünf Brüder als seine Leutnants. Frank verliebt sich schließlich in Eva (Lymari Nadal) , eine puertoricanische Schönheitskönigin, und heiratet sie. Er nimmt mit ihr am Boxkampf des Jahrhunderts Joe Frazier gegen Muhammad Ali teil, wo Roberts Frank entdeckt, bemerkt, dass er bessere Plätze hat als die italienischen Mafiosi, und beginnt, gegen ihn zu ermitteln. Frank gerät auch mit dem konkurrierenden lokalen Gangster Nicky Barnes (Cuba Gooding jr)  aneinander; mit dem korrupten NYPD-Detective Nick Trupo (Josh Brolin), der zu den vielen Leuten gehört, die Frank bestechen muss; und mit der korsischen Mafia, die erfolglos versucht, Frank und seine Frau zu ermorden, weil sie sie aus dem Geschäft gedrängt haben.....





Ridley Scotts Film wurde ein Kassenhit im Kino und es ist bedauerlich, dass er nicht mehr Zuspruch von der Academy erhielt. Es gab nur 2 Oscarnominierungen - eine davon ging an Nebendarstellerin Ruby Dee, die die Mom des Gangsters spielt, der auf "gutbürgerlich" macht. Die zweite Nominerung gab es in der kategorie "Bestes Szenenbild". Bei der Verleihung der Golden Globes gab es drei Nominierungen: Bester Film, beste Regie und Denzel Washington als bester Hauptdarsteller. Aber auch hier ging der Film am Ende leer aus. Top auch der Soundtrack mit Songs wie "Across 110th Street" von Bobby Womack und "Cant trust it" von Public Enemy.






Bewertung: 9 von 10 Punkten. 

Dienstag, 10. Januar 2017

Boyz´N the Hood

























Regie: John Singleton

Das tägliche Brot in South Los Angeles...

"Jeder 21. schwarze Amerikaner wird ermordet und meistens ist ein schwarzer Amerikaner sein Mörder" - so die ernüchternde Widmung am Anfang von John Singletons bekanntestem Film "Boyz´N the Hood - Jungs im Viertel". Dieses autobiographisch gefärbte Debüt etablierte eine eigenständige so genannte schwarz-amerikanische Kinosprache. Es wurde ein ausserordentlicher Erfolg an der Kinokasse, alleine in den USA spielte dieser wichtige Film des New Black Cinema fast 58 Millionen Dollar ein und auch die Kritiker waren begeistert. So konnte John Singleton zwei Oscarnominierungen erreichen - einmal für die beste Regie und zum zweiten für das beste Drehbuch.
"Boyz´N the Hood" zeichnet ein realistisches Bild des South Central, dem gefährlichsten Bezirk der Riesenmetropole Los Angeles.
Singleton erzählt dem Zuschauer die Geschichte des Tre Styles (als 10 jähriger: Desi Arnez Hines II, als 17 jähriger: Cuba Gooding jr), der bei seiner Mutter Reva (Angela Basset) in im Stadtteil Watts von South Los Angeles lebt. Es ist 1984 und die Olympiade ist zu Ende, die die Stadt ausgerichtet hat. Immer wieder hat der etwas aggressive Junge Ärger in der Schule und fällt durch Schlägereien auf. Daher entschließt Reva, dass der Junge ab sofort beim Vater Jason "Furious" Styles (Laurence Fishburne) aufwachsen soll, der soll ihn zu einem verantwortungsbewussten Mann erziehen. Der Vater ist streng, aber er liebt seinen Sohn und versucht das Beste. Doch auch in Crenshaw herrscht eine große Kriminalität, Einbrüche sind an der Tagesordnung. Gemeinsam mit den Jungs aus der Nachbarschaft Doghboy (10 Jahre: Baha Jackson/17 Jahre: Ice Cube) und dem Footballverrückten Ricky (10 Jahre: Donovan McCray/17 Jahre: Morris Chestnut) sieht er jeden Tag Armut, Bandenkriege und Polizeikriminalität.
Sieben Jahre später ist aus Tre tatsächlich ein aufstrebender junger Mann geworden, der mit der Nachbarin Brandi (Nia Long) anbandelt. Ricky hat große Chancen eine Karriere als Footballstar einzuschlagen und Doughboy ist inzwischen Mitglied in einer Gang und war schon mehrmals im Knast. Er ist aber eifersüchtig auf seinen Bruder Ricky, der von der Mutter Mrs. Baker (Tyra Ferrell) immer ein bisschen bevorzugt wird. Sie ist genervt von seinem Rumgehänge mit den Kumpels Chris (Redge Green) oder Dooky (Dedrick D. Gobert) und seinen kriminellen Aktivitäten. Doughboys Verbindung zur Unterwelt ist auch für die ganze Umgebung eine große Gefahr, wie sich bald herausstellen wird....



Unvergessen bleibt die schreckliche Szene des Drive-by-Shooting, als die Fensterscheiben heruntergehen und der Killer im roten Baseballcap und schwarzer Kleidung (Lloyd Avery II) eröffnet mit seiner Knarre das Feuer. Singleton hat dies alles sehr authentisch und auch emotional aufwühlend in Szene gesetzt. Heute ist "Boyz´N the Hood" ein Klassiker des amerikanischen 90er Jahre Kinos. "Boyz´N the hood" wird mit einem Maximum an Ehrlichkeit und Wirklichkeitsnähe erzählt. Es wurden sogar Gangmitglieder als Berater hinzugezogen, die Vorschläge in Hinblick auf Kleidung, Sprache und Dialoge machten. Wenn man heute ein bisschen mehr über die Schauspieler erfahren will, dann fällt auch auf, dass viele Darsteller, die damals in Nebenrollen zu sehen waren nicht mehr leben. Lloys Avery II wurde für einen Doppelmord zu lebenslänglich verurteilt und wurde selbst im Gefängnis ermordet. Auch Dedrick D. Gobert wurde ermordet - er war Opfer eines Gang-fights und somit gehört auch er zu den Schwarzen, die von Schwarzen getötet wurden. Gemeinsam mit "Menace II Society" und "Clockers" ist "Boyz´N The Hood" der beste Ghettofilm der 90er Jahre. 




Bewertung: 9 von 10 Punkten.