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Donnerstag, 18. November 2021

Wonder Woman


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Patty Jenkins

Im Kampf gegen den Kriegsgott...

Die DC-Comicverfilmung "Wonder Woman" aus dem Jahr 2017 wurde inszeniert von Patty Jenkins. Das Budget lag bei ca. 120 Millionen Dollar und an der Kasse spielte das Amazonenspektakle 822 Millionen Dollar ein. Nach "Man of Steel" (Umsatz: 668 Mio Dollar), "Batman vs. Superman (Umsatz: 873 Mio. Dollar) und "Suicide Squad (Umsatz: 745 Mio. Dollar) war "Wonder Woman" der vierte Film von DC Extendee Universe und er wurde auch von der Kritik sehr wohlwollend aufgenommen. Das American Film Institute wählte "Wonder Woman" in die Top Ten des Filmjahres 2017, was sicherlich für einen Blockbuster fast schon wie ein Ritterschlag anmutet.
Die extrem attraktive israelische Schauspielerin Gal Gadot ist "Wonder Woman", die auf die Erde kam, um die Menschheit von dem bösen Kriegsgott Ares zu befreien. Es war ihre Aufgabe von Geburt an und das wusste auch ihre Mutter Königin Hippolyta (Connie Nielsen), die Herrscherin der Paradiesinsel Themyscira im Mittelmeer. Die Insel ist die Heimat der Amazonen. Das Volk der Amazonen hütet von Alters her eine Waffe, ein Schwert, dass Ares vernichten könnte. Die kleine Diana ist die Tochter von Hippolyta und der Legende nach wurde sie aus Ton geformt und von Zeus zum Leben erweckt. Während die Mutter ihrem Kind die Bestimmung verschweigt, will Antiope (Robin Wright), die beste Kriegerin des Stammes und Schwester der Königin, das Kind bestmöglichst zur Kriegerin ausbilden. Denn sie glaubt, dass nur die beste Kämpferin tatsächlich den Kampf gegen die Kriegsgott erfolgreich bestehen kann. Als junge Frau ist sie nun tatsächlich die unbesiegbare Kämpferin.
Bei den Menschen ist zu dieser Zeit gerade der 1. Weltkrieg im Gange. In dieser Zeit arbeitet der britische Spion Steve Trevor (Chris Pine) unermüdlich, um dem bösartigen General Erich Ludendorf (Danny Huston) und seiner Giftmedizinerin Dr. Isabel Maru (Elena Anaya) das Handwerk zu legen. Denn "Doctor Poison" wie sie von ihren Feinden genannt wird, hat ein ganz fieses tödliches Gas enwickelt, dass den Kriegsausgang aßgeblich beieinflussen würde. Anders als Ludendorf, der den Endsieg anstrebt, ist der Rest der deutschen Heeresleitung bereit eine Kapitulation zu akzeptieren. Trevor wird von deutschen Fliegern verfolgt und er stürzt mit seinem Flugzeug ins Meer. Zum Glück hat Wonder Woman die Verfolgungsjagd gesehen und sie rettet dem britischen Flieger das Leben. Als sie von dem Krieg der Kriege erfährt, entscheidet sie sich den guten Menschen im Kampf gegen die bösen Artgenossen zu helfen. Mit ihren Fähigkeiten überrascht sie in London sogar Steves Chef Sir Patrick Morgan (David Thewlis) und Steves treue Sekretärin Etta Candy (Lucy Davies). Dann gehts auch schon Richtung Front und belgische Grenze. Dort hat der deutsche General sein Giftlager schon aufgefüllt und ist bereit dies auch einzusetzen...




Während Steve für den deutschen Feind kämpft, sieht Wonder Woman den Kampf ganz anders. In ihren Augen ist Ludendorf in Wirklichkeit der griechische Kriegsgott Ares und sie ist fest überzeugt, dass sich alles Böse auflöst, sobald sie den Kerl besiegt hat. "Wonder Woman" hebt sich durch die Zeit und durch den Ort deutlich von anderen Comicverfilmungen ab und nähert sich beinahe schon den Spielberg Verfilmungen von Indiana Jones an. Gal Gadot hat zweifelsohne eine klasse Präsenz.






Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

 

Samstag, 22. Oktober 2016

Macbeth

























Regie: Justin Kurzel

Than von Cawdor, sei gegrüßt....

"Macbeth" ist eine der berühmtesten Tragödien von William Shakespeare. In diesem 1606 verfassten Werk beschreibt Shakespeare den Aufstieg des Heerführers zum König von Schottland, seinen wandel zum Tyrannen und schließlich seinen Fall. Der Stoff wurde mehrfach verfilmt. Die sicherlich bekanntesten und besten Arbeiten waren "Schloß im Spinnwebwald" von Akira Kurosawa, "Macbeth - Der Königsmörder" von Orson Welles und nicht zuletzt die legendäre Version von Roman Polanski aus dem Jahr 1971.
Der Australier Justin Kurzel, der bereits mit seiner wüsten und mörderischen Sozialstudie "Die Morde von Snowtown", einen überzeugenden und unbequemen Film ablieferte, wagte sich jetzt an eine Neuverfilmung. Dabei wird sehr schnell klar, dass Kurzel auf seinen Kameramann Adam Arkapaw (Königreich des Verbrechens) setzt, der in der Geschichte vor allem die Bilder sprechen lassen soll und auf einen hypnotischen Soundtrack (Jed Kurzel) setzt. Diese beiden Komponenten prägen den Film, der dadurch phasenweise sehr meditativ und magisch wirkt. Vor allem im ersten Teil des Films trägt dies zu einem extrem positiven Eindruck bei.
Die Geschichte ist sicherlich bekannt. Der königstreue Macbeth (Michael Fassbender) zieht mit seinen Männern, manche noch ganz junge Soldaten (u.a. Scot Greenan) in die Schlacht für König Duncan (David Thewlis). Es gibt viele Verluste, aber durch das Eingreifen Macbeths auch einen Sieg für den König. Auf dem Weg zu ihm, trifft Macbeth, der mit seinem Freund Banquo (Paddy Considine) reitet, auf vier Hexen (Kayla Fallon, Lynn Kennedy, Seylan Baxter, Amber Rissman), die auf einer Heide schon auf ihn gewartet haben. Sie begrüßen ihn als zukünftigen Than von Cawdor und künftigen König von Schottland.  Dem Begleiter Banquo offenbaren sie, er werde zwar nicht König sein, aber der Ahnvater von Königen. Beide sind von dieser Weissagung sehr irritiert. Dies verstärkt sich auch noch als sie die Boten des Königs treffen, die Macbeth mitteilen, dass er vom König zum Than von Cawdor ernannt wurde. Der erste Teil der Prophezeiung hat sich tatsächlich schnell erfüllt und Macbeth grübelt über den zweiten Teil des Orakels. Als er seine ehrgeizige Frau (Marion Cottilard) davon informiert, drängt diese ihren Mann zum Handeln. Dabei kommt plötzlich der Gedanke ins Spiel Duncan zu ermorden, denn der wird noch an diesem Tag zu Besuch kommen. Die Eheleute beginnen mit den Vorbereitungen, es soll so aussehen als wäre Königssohn Malcolm (Jack Reynor) einer der Mörder. Tatsächlich gelingt die Bluttat, Macbeth wird könig, aber auch wahnsinnig...



Gegen Ende werden viele dramatische Steigerungen nötig sein. So erzeugt die böse Tat eine große Kettenreaktion böser Reaktionen, das mörderische Paar hat mit der Tat auch ihren eigenen Untergang beschlossen. Sie werden nicht mehr glücklich sein. Der Weg des Tyrannen ist vorgezeichnet, so schreckt der ehemals treue und ehrliche Macbeth auch nicht vor Mord der Frau (Elisabeth Debicki) und den Kindern seines Kontrahenten Macduff (Sean Harris) zurück. Fleance (Lochlann Harris),d em Sohn von Banquo gehört die klasse Schlußszene, die das historische und wuchtige Epos beschließt. Zumindest ist es interessant, dass diese sehr bekannte Geschichte immer noch faszinieren kann, auch in dieser Version von Kurzel, der sehr eigenwillig vorgegangen ist und daher auch keine Kopie von Polanski oder Welles abliefert. Seine Bilder wirken archaisch, bei den British independent Film Awards 2015 gabs dafür auch 6 Nominierungen (Bester Film, Fassbender, Cottilard, Sean Harris, Justin Kurzel und Adam Arkapaw).



Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

Dienstag, 23. Juni 2015

Die Entdeckung der Unendlichkeit

























Regie:  James Marsh

Von Kosmologen und schwarzen Löchern....

Bei der diesjährigen Hollywoodverleihung konnten mit Eddie Redmayne und Julianna Moore einmal mehr zwei Schauspieler triumphieren, die starke, aber körperlich kranke Persönlichkeiten darstellten.  Solche Rollen haben in der Oscar-Gewinnerlsite eine lange Tradiition, die sich ab Mitte der 80er Jahre noch verstärkte. Da gewann Marlee Matlin als Hörgeschädigte in "Gottes vergessene Kinder" und es folgten ihre männlcihen Kollegen Dustin Hoffman, der in "Rain Man" 1988 den Autisten Raymond spielte, der unter dem Savant Syndrom litt. Ein Jahr später gewann Daniel Day Lewis seinen ersten Academy Award für seine Performance als schwerbehinderten Christy Brown. 1995 hatte Tom Hanks in "Philadelphia" AIDS, ein Jahr später war Nicholas Cage in "Leaving Las Vegas" schwer alkoholkrank und würde ein Jahr später von Geoffrey Rush abgelöst, der in "Shine" der schizoaffektiv gestörte Pianist David Helfgott war. Es ging weiter mit Russell Crowes Gewinn als Mathematiker John Forbes Nash, dessen schizophrene Psychose von Ron Howard in "A beautiful mind" einem Millionenpublikum zugänglich gemacht wurde. Und weil AIDS immer noch dramatisch genug war, gabs im letzten Jahr für den "Dallas Buyers Club" zwei Oscars im Doppelpack (Matthew McConaughy und Jaret Leto). Wenn man die vielen Nominerten noch dazuzählt, dann wird die Beliebtheit der Academy für diese schauspielerische Herausforderung noch offensichtlicher. Hollywood liebt die Darstellung dieser Schicksale. Ganz groß werden sie dann, wenn sich die Protagonisten gegen ihr Schicksal auch noch auflehnen können wie der britische theoretische Physiker und Astrophysiker Stephen William Hawking, der 1942 in Oxford geboren wurde und von 1979 bis 2009 Inhaber des Lucasischen Lehrstuhls für Mathematik an der Universität Cambridge war, den einst Isaac Newton und Paul Dirac innehatten.
 Dabei hätte laut Prognose der Ärzte Hawking eigentlich schon lange tot sein sollen. Als Student der Uni Cambridge wird bei Ihm nach einem Sturz eine Motoneuron Erkankung festgestellt, die vom Arzt mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 2 Jahren einhergeht. Der Rest ist Geschichte. Hawking lebt heute ncoh und lieferte bedeutende Arbeiten zur Kosmologie, zur Allgemeinen Relativtätstheorie und der Physik der Schwarzen Löcher. Er hat durch seine Bücher die moderne Physik auch für ein breites Publikum ausserhalb der Fachwelt zugänglich gemacht.
Der Brite James Marsh, der bereits für seinen Dokumentarfilm "Man on Wire" einen Oscar gewinnen konnte, verfilmte nun die Lebensgeschichte des Stephen Hawking und gewann den jungen Eddie Redmayne für die Hauptrolle. Redmayne war bis zu seinem jetzigen Oscartriumph ein gut beschäftiger Nebendarsteller. Er spielte u.a. in "Elisabeth - Das goldene Königreich", "Die Schwester der Königin", "My week with Marilyn", "Les Miserables" und dem Historienfilm "Black Death".
Der Film beginnt mit Hawkings Zeit als Physikstudent. Dort staunt sein Freund und Studienkollege Brian (Harry Lloyd)über Stephens Begabung. Ohne viel zeitlichen Aufwand kann er 9 der 10 kniffligen Aufgaben von Professor Sciama (David Thewlis) lösen.
Ausserdem verliebt sich der junge Mann mit der auffallend großen Brille bei einer Party in die hübsche Jane (Felicity Jones), die Sprachen studiert. Er stellt sich ihr als "Kosmologe" vor, der eine umfassende Formel für die Erklärung der Unendlichkeit des Weltalls sucht. Die beiden verlieben sich in ihn und es gibt auch Diskussionsstoff in der Ehe,  denn Stephen glaubt nicht an die Existenz Gottes, Jane aber schon. Sie werden ein Paar. Dann schlägt das Schicksal aber zu. Die Motoneuron Erkrankung, eine unheilbare degenerative Erkrankung des motorischen Nervensystems, wird festgestellt. Diese Schädigung der Nervenzellen führt auch zur Schwächung der Muskeln bis hin zum völligen Muskelschwund. Durch die Lähmungen der Muskulatur kommt es dann unter anderem zu Gang-, Sprech- und Schluckbeschwerden, zu eingeschränkter Koordination und zur Schwäche der Arm- und Handmuskulatur. Die Aktivität des täglichen Lebens wird zunehmend eingeschränkt. Schwerpunkt der Therapie liegt auf der Linderung der Symptome und in der psychologischen Betreuung. Diese übernimmt für ihn Ehefrau Jane. Aus der Ehe gehen 3 Kinder hervor, aber auch nach langen Jahren das Auseinanderleben. Jane verliebt sich in den Kirchenchorleiter Jonathan (Charlie Cox), während sich Stephen seiner Betreuerin Elaine Mason (Maxine Peake) mehr und mehr zuwendet, es kommt zur Scheidung von Jane und Stephen. 1995 heiratet der Physiker erneut. Seine zweite Ehefrau Elaine begelitet ihn während seiner Lehr- und Forschungstätigkeit sowie auf seinen Forschungsreisen. 2006 trennen sich die beiden.


 Filmisch gibts an dem britischen Biopic "Die Entdeckung der Unendlichkeit" nichts auszusetzen. Die Darstellerleistungen sind allesamt gelungen, auch die Ausstattung und die Bilder, die Kameramann Benoit Delhomme entworfen hat, sind ansprechend. und anspruchsvoll. 'Die Geschichte bietet berührende Momente und der Regisseur vermied es sentimental zu werden. Ansonsten ist der Stil der Erzählung sehr klassisch gehalten, man setzt durchweg auf die Kraft der Schauspieler, die das Schicksal plausibel machen sollen. Dies gelingt ihnen zweifelsohne stilvoll, aber wie so oft - auch bei filmisch ähnlichen Verwandten - nicht sehr überzeugend in der Tiefenwirkung. Es triumphiert hier die Form vor dem Inhalt.


Bewertung: 7 von 10 Punkten.