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Donnerstag, 25. Dezember 2025

Caught Stealing


Regie: Darren Aronofsky

Beim Klauen erwischt...

Der im Jahr 1969 geborene Filmregisseur Darren Aronofsky fand bereits mit seinem Erstling "Pi" internationale Beachtung. Es folgten Filme wie "Requiem for a Dream", "The Fountain", "Wrestler", "Black Swan", "Noah", "Mother" oder "The Whale". Auch bei seinem 2025 entstandenen Thriller bleibt er seinem Motto "Überraschend zu sein" erneut treu. Für "The Wrestler" wurde er mit dem Goldenen Löwen der Filmfestspiele von Venedig ausgezeichnet. Mit dem Nachfolgefilm "Black Swan" bekam er auch Oscar- und Golden Globe Nominierungen in der Regiekategorie. Für "Caught Stealing" arbeitete er mit dem Kameramann Matthew Libatique zusammen, dem es gelang die Lower East Side lebendig werden zu lassen. Neben einem brilliant agierenden Austin Butler steht der Kater Bud im Mittelpunkt des Geschehens.  1998 arbeitet Henry „Hank“ Thompson (Austin Butler) als Barkeeper in der Lower East Side in Pauls (Griffin Dunne) Kneipe. Er telefoniert täglich mit seiner Mutter (Laura Dern, die erst in der letzten Szene des Films zu sehen ist) in Patterson, Kalifornien, vor allem, um mit ihr über ihre gemeinsame Leidenschaft für die San Francisco Giants zu sprechen. Hank wird von einem Autounfall verfolgt, bei dem sein Freund ums Leben kam, der seine Baseballträume zunichtemachte und ihn alkoholabhängig machte. Hanks Nachbar Russ Miner (Matt Smith) muss nach London fliegen, um seinen kranken Vater zu besuchen, und bittet Hank, sich um seine Katze Bud zu kümmern. Zwei russische Gangster, Aleksei ((Yuri Kolokolnikov) und Pavel (Nikita Kukushkin) tauchen später auf, um Russ zu suchen, und verprügeln Hank so brutal, dass er notoperiert werden muss, um seine geplatzte Niere zu entfernen. Nachdem die Russen in Russ’ Wohnung eingebrochen sind, verhört die Drogenfahnderin Elise Roman (Regina KIng) Hank und enthüllt, dass Russ ein Drogendealer ist, der Verbindungen zu den berüchtigten chassidischen Drucker-Brüdern Lipa und Shmully (Liev Schreiber und Vincent D´Onofrio) hat. Als Hank einen Schlüssel in Buds Katzenklo findet, informiert er Roman, sobald die Druckers Russ’ Wohnung durchsuchen.Nachdem Hank sich in Pauls Bar betrunken hat, lässt er seine Kleidung vor dem Haus liegen. Von den Russen und ihrem puertoricanischen Komplizen Colorado (Benito Martinez Ocasio) verhört, kann sich Hank nicht erinnern, was mit dem Schlüssel passiert ist. Er lässt den verletzten Bud bei seiner Freundin Yvonne (Zoe Kravitz) zurück und erinnert sich, den Schlüssel mit in die Bar genommen zu haben. Verfolgt von den Druckers, informiert er Colorado, der Yvonne erwähnt. Plötzlich erkennt er, dass sie in Gefahr ist...







 Aronofskys Film ist sehr wendungsreich und durch viele Kleinigkeiten recht originell. Trotz der Gewalt, die gezeigt wird, bleibt der Film heiter und zum Glück bleibt der kleine Kater am Leben. Neben Butler überzeugt auch Zoe Kravitz als Hanks toughe Freundin Yvonne. Der Film spielte weltweit ca. 33 Millionen Dollar ein. 




Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

Donnerstag, 18. September 2025

X-Men Origins: Wolverine


 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Gavin Hood

Der Krieger mit den Adamantium Klingen...

Im vierten X-Men Film kommt vor allem die Figur von Wolverine zum Tragen. "X-Men Origins: Wolverine" ist ein US-amerikanischer Superheldenfilm aus dem Jahr 2009. Es ist der vierte Teil der X-Men-Filmreihe, der erste Teil der Wolverine-Spin-off-Trilogie innerhalb der Reihe und ein Prequel zu X-Men (2000). Regie führte Gavin Hood, das Drehbuch schrieben David Benioff und Skip Woods, und produziert wurde der Film von Hugh Jackman selbst, der die Titelrolle neben Liev Schreiber, Danny Huston, Dominic Monaghan und Ryan Reynolds spielt. Die Handlung des Films beschreibt Wolverines Kindheit als James Howlett, seine Zeit in Major William Strykers Team X, die Verbindung von Wolverines Skelett mit dem unzerstörbaren Metall Adamantium während des Weapon-X-Programms und seine Beziehung zu seinem Halbbruder Victor Creed. Der Film wurde größtenteils in Australien und Neuseeland gedreht, auch Kanada diente als Drehort. Die Dreharbeiten fanden von Januar bis Mai 2008 statt. "X-Men Origins_Wolverine" spielte weltweit 373 Millionen US-Dollar ein. Zwei weitere Filme "Wolverine: Weg des Kriegers" und "Logan", kamen 2013 bzw. 2017 in die Kinos. Beginnend mit Deadpool (2016) spielte Reynolds eine neue Version seiner Figur aus „Origins“, Wade Wilson (in der Titelrolle). Später spielten Jackman und Reynolds 2024 gemeinsam in dem Film „Deadpool & Wolverine“ mit. 1845 wird James Howlett (Troye Sivan), ein Junge aus den Nordwest-Territorien, Zeuge der Ermordung seines Vaters durch den Platzwart Thomas Logan. Wut aktiviert die Mutation des Jungen: Aus seinen Fingerknöcheln ragen Knochenkrallen, und er spießt Thomas auf, der ihm vor seinem Tod seine Identität als James‘ leiblicher Vater offenbart. James flieht mit Thomas‘ anderem Sohn Victor Creed (Michael James Olsen), James‘ älterem Halbbruder, der wie James scharfe Krallennägel und eine Heilungsfaktor-Mutation besitzt. Das nächste Jahrhundert verbringen sie kämpfend im Amerikanischen Bürgerkrieg, in beiden Weltkriegen und im Vietnamkrieg. In Vietnam versucht der zunehmend gewalttätige Victor (Liev Schreiber), eine Vietnamesin zu vergewaltigen und tötet einen höheren Offizier, der ihn aufhalten will. James (Hugh Jackman) kehrt zu Victor zurück und eilt ihm zu Hilfe. Die beiden werden zum Tode durch ein Erschießungskommando verurteilt, überleben den Mord jedoch. Major William Stryker (Danny Huston) bietet ihnen die Mitgliedschaft im Team X an, einer Gruppe von Mutanten, zu denen der Scharfschütze Agent Zero (Daniel Henne), der Katana-schwingende Söldner Wade Wilson (Ryan Reynolds, der Teleporter John Wraith (William James Adams jr) , der superstarke und unverwundbare Fred Dukes (Kevin Durand) und der Technopath Chris Bradley (Dominic Monaghan) gehören. Sie schließen sich dem Team für einige Missionen an, wobei James den Decknamen Logan verwendet, doch Victor und der Mangel an Selbstbeherrschung und Empathie der Hälfte der Gruppe veranlassen Logan zum Austritt. Sechs Jahre später arbeitet Logan als Holzfäller in Kanada, wo er mit seiner Freundin Kayla Silverfox (Lynn Collins) lebt. Stryker und Zero wenden sich an Logan und berichten, dass Wade und Bradley getötet wurden, und enthüllen, dass jemand es auf das Team abgesehen hat. Logan weigert sich, sich Stryker wieder anzuschließen, doch als er Kaylas blutüberströmte Leiche im Wald findet, wird ihm klar, dass Victor dafür verantwortlich ist. Er findet Victor in einer Bar und verliert den darauffolgenden Kampf. Stryker erklärt, dass Victor abtrünnig geworden ist, und bietet Logan einen Weg an, stark genug zu werden, um sich zu rächen. Logan unterzieht sich einer schmerzhaften Operation, um sein Skelett mit Adamantium, einem nahezu unzerstörbaren Metall, zu verstärken. Stryker befiehlt, Logans Gedächtnis zu löschen, damit er als ihre persönliche Waffe eingesetzt werden kann. Doch Logan belauscht dies und flieht zu einer nahegelegenen Farm, wo ihn ein älteres Ehepaar aufnimmt..







In diesem Film wird die frühe Geschichte des besten X-Men erzählt. Hugh Jackman gestand später, mit dem Endergebnis von X-Men Origins: Wolverine unzufrieden gewesen zu sein. Der Schauspieler wollte in erster Linie einen Film, der Wolverines Figur mehr Tiefe verleihen würde, aber irgendwie sah der erste Wolverine-Film am Ende aus wie der vierte X-Men – nur mit anderen Charakteren. Er versuchte, die gleichen Ergebnisse zu vermeiden, als er den nächsten Solofilm der Figur drehte: „Wolverine – Weg des Kriegers“. Auch hier waren die Kritiken gemischt. Das weltweite Einspielergebnis von 373 Millionen Dollar war zwar akzeptabel, aber war dennoch niedriger als der Vorgänger. Es gibt auch fast keine Psycho-Analyse des beliebten, pathologischen Einzelkämpfers, dafür sind die Schauwerte natürlich sehr hoch. 








Bewertung: 7 von 10 Punkten.  

Mittwoch, 13. Mai 2020

A rainy day in New York

























Regie: Woody Allen

Gatsby in New York...

Woody Allen liebt New York und hat schon einige stimmungsvolle Filme über die Stadt, die niemals schläft gedreht.  Seine berühmteste Liebeserklärung an seine Heimatstadt entstand 1979 mit "Manhattan". In diesem Klassiker spielte er selbst die Hauptrolle. Da der Regisseur durch das erneute Aufkochen seiner sexuellen Verfehlungen im Jahr 1992 in die Schlagzeilen kam, wurde "A Rainy Day in New York" nicht in den amerikanischen Kinos gezeigt. Dennoch konnte der Film bislang immerhin 21 Millionen Dollar einspielen und es ist schade, dass die Qualität dieser romantischen Liebeskomödie durch die MeeToo Bewegung so sehr ins Abseits gedrängt wurde. Woody Allen hat für den Film drei äusserst begabte Jungdarsteller verpflichtet - Timothee Chalamet spielt diesen Gatsby Welles und diese Filmfigur ist wahrscheinlich sogar etwas autobiographisch angelegt, denn er liebt wie sein Macher die Musik von George Gershwin, die Delacorte Clock im Central Park oder eine Kutschenfahrt für zwei Verliebte. Auch Elle Fanning und Selena Gomez überzeugen in ihren Rollen.
Gatsby Welles (Timothee Chalamet) ist ein Student am Yardley College. Der Junge hat es sehr leicht aufgrund seiner wohlhabenden Eltern, die in New York wohnen. Doch mit seiner Mom (Cherry Jones) gibts immer wieder Reibereien. In Yardley hat der junge Mann Freundin Ashleigh (Elle Fanning) kennengelernt - hübsch, blond, klug und zudem aus dem Mittleren Westen Arizona. An diesem Wochenende will Gatsby seiner neuen Flamme New York zeigen - er hat auch beim Poker richtig viel Geld gewonnen, so braucht er seine reichen Eltern gar nicht anpumpen. Ashleigh ist begeistert, denn sie hat die große Chance bekommen ein Interview mit dem Filmemacher Roland Pollard (Liev Schreiber) zu führen und dies soll auch in New York stattfinden. In "Reise nach Tokio" von Yasujiro Ozu sagen zwei betagte Tokio-Besucher "Diese Stadt ist so groß - wenn man sich dort verliert, wird man sich wahrscheinlich gar nicht mehr finden" - für das New York von Woody Allen gilt dies nicht, denn hier treffen sich die Filmfiguren mehrmals zufällig wieder und rein zufällig trifft Gatsby im Museum auch auf Onkel und Tante. Jedenfalls hat sich das Liebespaar am Mittag zum Essen verabredet, wenn Ashleigh ihr Interview beendet hat. Doch das Interview verzögert sich und so verbringt die attraktive Frau ihren Nachmittag in Begleitung von Pollards Drehbuchautor (Jude Law), sucht dann mit ihm gemeinsam den inzwischen verschwundenen Regisseur, trifft aber den umschwärmten Filmstar Francisco Vega (Diego Luna). Alle drei Männer sind vernarrt in Ashleigh. Immerhin trifft Gatsby zufällig auf Shannon Tyrell (Selena Gomez), die jüngere Schwester seiner Exfreundin. Und am Abend soll er auch noch auf die Party seiner Mutter...




Natürlich gibts in einem romantischen Liebesfilm auch ein schönes HappyEnd und neben den klasse Locations und der irren Atmosphäre der Stadt, die sich auf den Zuschauer überträgt, ist auch jede Menge stimmungsvolle Musik zu hören. Timothee Chalamet singt am Klavier Frank Sinatras "Everything happens to me". Am Ende setzt Woody Allen mit einem Geständnis für einen großen Überraschungseffekt. Vittorio Storaro, der große italienische Kameramann des Films und dreifache Oscarsieger (Apocalypse Now, Reds, Der letzte Kaiser) liefert einmal mehr eine exzellente Arbeit ab.




Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

Sonntag, 10. Juli 2016

Spotlight




Regie: Tom McCarthy

Der Skandal von Boston...

Am Anfang von "Spotlight" steht eine finstere Film Noir Sequenz, eine Rückblende ins Jahr 1976. Das Szenario wirkt schemenhaft, man erkennt aber, dass die Szene eine Polizeistation zeigt. Eine Mutter und ihr Sohn wollen etwas anzeigen, doch ein Priester und ein Anwalt intervenieren in dieser Sache, so dass die Anzeige vielleicht fallen gelassen wird. Draussen auf der nächtlichen Straße wartet eine schwarze Limousine. "Spotlight" ist der Film, der bei der diesjährigen Oscarverleihung den Preis als bester Film erringen konnte. Ausserdem wurde das Drehbuch des Regisseurs Tom McCarthy, das er gemeinsam mit Josh Singer verfasste, preisgekrönt. Es gab vier weitere Nominierung: Beste Regie, Bester Nebendarsteller Marc Ruffalo, Beste Nebendarstellerin Rachel McAdams und Bester Schnitt Tom McArdle.
Der bedrückende Film befasst sich mit dem Thema "Sexueller Mißbrauch in der römisch-katholischen Kirche" - ein Thema, das lange Zeit verschwiegen und versteckt wurde und erst seit Mitte der 90er Jahre aufgrund diverser Berichterstattungen eine immer größere öffentliche Aufmerksamkeit weltweit erreichen konnte. Davor war es ein großes schambesetztes Tabuthema für die vielen Opfer und die Kirche mit den Tätern aus den eigenen Reihen recht tolerant umging. Man zog den Priester, Erzieher oder Mönch einfach aus seinem Wirkungskreis ab und versetzte ihn in eine neue Gemeinde. Doch der Reue über das teuflische Verhalten folgte die Wiederholung der Schandtat. Eine Kettenreaktion eines Teufelskreises. Als die traumatischen Erlebnisse durch die Opfer öffentlich gemacht wurden, bekam die Kirche so einen starken Druck, dass sie ihre gängige Praxis endlich überdenken mussten.
Auch in Deutschland wurden zahlreiche Mißbrauchsfälle aufgedeckt, was viele Austritte aus der Kirche zur Folge hatte. Die Kirche hatte plötzlich an Vertrauen verloren und auch heute noch hat sich die Institution noch nicht ganz von diesen Skandalen erholt. "Spotlight" skizziert den "Bostoner Skandal", der von der einem kleinen Team von Journalisten der beliebten Tageszeitung "The Boston Globe" im Jhar 2002 aufgedeckt wurde. Anstoß gab der neue Chefredakteur Marty Barron (Liev Schreiber). Der Journalist aus Miami ist ein stiller Aussenseiter: Unverheiratet, Jude und ausserdem hasst er Baseball. Aber er gibt in seiner ersten Redaktionskonferenz den Anstoß an sein Team, die Geschichte über den Priester John Geoghan zu machen, der sich wohl an Dutzenden Kindern vergangen hat und von Pfarrei zu Pfarrei verschoben wurde. Seine Verfehlungen mit dem Wissen von ganz oben...was soviel heißt, dass der beliebte Kardinal Bernard Law (Len Cariou) sicherlich davon gewusst haben müsste. Barron will aber mehr als nur einen Schuldigen überführen - er will über diesen Einzelfall hinausgehen. Vielleicht, so Baron, steckt dahinter ein System. In einer Szene des Films trifft dieser Baron den Kardinal, der ihm zum Abschied des Gesprächs einen Katechismus schenkt. Law meitnte Presse und Kirche müssen zusammenarbeiten, Baron stellt aber klar, dass die Presse immer unabhängig sein muss.
Nun beginnt das monatelange Recherchieren seines Investigations-Team "Spotlight": Michael Rezendes (Mark Ruffalo), Walter Robinson (Michael Keaton),, Sacha Pfeifer (Rachel McAdams) und Matt Carroll (Brian de Arcy James) sowie der Boss Ben Bradlee jr. (John Slattery). Es bringt in Erfahrung, dass das Erzbistum von den Taten gewusst und sie regelmäßig durch Versetzung des Täters vertuscht hatte, durch Geld das lebenslange Schweigen der Opfer erkauft und damit auch einen Gerichtsprozess vermieden hatte, und schließlich die gerichtlichen Akten hierzu aus dem Gerichtsarchiv hatte auslagern lassen. Die Missbrauchsfälle - zunächst als tragische Einzelfälle eingestuft - entwickeln sich immer in größerem Ausmaß. Anwalt Mitchell Garabedian (Stanley Tucci) hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Opfern gerichtlich zu ihrem Recht zu verhelfen, doch der Widerstand des Establishments (Kirche, Gericht, einflüssreiche Bürger) ist groß. Bald muss das Team damit klarkommen, dass sich von den 1.500 Priestern in Boston ca. 6 % des Kindesmissbrauchs schuldig gemacht haben....



Ohne Effekthascherei wird diese eindringliche und spannende Geschichte über eine journalistische Aufdeckung erzählt. Mit einen hohen Anspruch und angenehm unscheinbar wird die Arbeit der Zeitungsleute beschrieben. Was schon wie aus einer anderen Welt - wenn man die heutige Dominanz der Sensationspresse und der immer schnelleren und markanteren Schlagzeilen als Vergleich nimmmt. Der Film ist einerseits ein Plädoyer an die unabhängigen Medien. Andererseits an die Stärken der Presse, wenn sie adäquat und fundiert über ein Thema schreibt. Hier in "Spotlight" wird ein Tabuthema angekratzt und das ist sicherlich löblich, dass die Verbrechen von Priestern auch endlich ans Tageslicht kommen und nicht mehr hinter den Kirchenmauern versteckt und vertuscht werden können. Die katholische Kirche hat sogar den Film sehr gelobt und gab sich selbstkritisch. Ansonsten wird hier mit leisen Tönen, aber sehr intensiv eine Feier der journalistischen Ethik und des journalistischen Professionalismus zelebriert. Wem das altmodisch vorkommt, der liegt nicht falsch. Die Zeiten ändern sich. Selbst wenn seither erst 15 Jahre vergangen sind. Ich hoffe sehr, dass diese seriöse Art der Berichterstattung mit Wahrheitsgehalt nicht nur erhalten bleibt, sondern auch in Zeiten der unseriösen Sensationspresse wieder erstarken kann.


Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

Montag, 13. Oktober 2014

Salt

























Regie: Philipp Noyce

Angelinas Bourne Experiment...

Der Action Spionagethriller "Salt" von 2010 steht ganz in der Tradition der "Bourne" Filmreihe, präsentiert aber diesmal eine weibliche Heldin, deren Vergangenheit und Identität nicht geklärt ist. Für den australischen Regisseur Philipp Noyce, der immer wieder solide Blockbuster (Das Kartell, Die Stunde der Patrioten, Sliver, Die Knochenjäger) realisierte, ein weiterer Kassenerfolg. Noyce gelang 1989 mit dem Thriller "Todesstille" der Durchbruch. Ursprünglich war die Story mit einem männlichen Protagonisten versehen, jedoch von Brian Helgeland für Angelina Jolie umgeschrieben. Und die dürfte mit dem weltweiten Einspieergebnis von 293 Millionen Dollar ihren Ruf als populärster weiblicher Filmstar gefestigt haben.
Sie wird im Film verdächtigt eine russische Schläfer-Agentin zu sein. Dabei war die Superagentin Evelyn Salt (Angelina) eben erst in einem nordkoreanischen Gefängnis und wurde dort gefoltert. Durch das effektive Intervenieren ihres deutschen Freundes Mike Krause (August Diehl) kommt sie aber frei. Von ihrem CIA-Kollegen Ted Winter (Liev Schreiber) wird die attraktive Frau empfanngen und sie geht wieder ihrem routinierten Agentenalltag nach. Zwei Jahre später wird aber der russische Überläufer Oleg Orlov Wassiljewitch (Daniel Olbrychsik) von Evelyn Salt und ihrem Kollegen Darryl Peabody (Chiwetel Eijofor) verhört. Überraschend berichtet der Russe von der Operation "Tag X". Diese Mission wurde von einem mächtigen Russen seit dem kalten Krieg vorbereitet und hat die Zerstörung des Feindes "Vereinigte Staaten"zum Ziel. Alles soll mit der Ermordung des russischen Präsidenten auf der Beerdigung des verstorbenen US-Vizepräsidenten in New York beginnen und als Killerin outet der Mann die russischen Spionin Evelyn Salt. Die Anschuldigungen erschüttern Evelyn, haben aber zufolge, dass ihre CIA-Kollegen sie nun als Doppelagentin verdächtigen. Da gibts nur eines. Sie muss fliehen und versuchen ihre Unschuld zu beweisen, dann noch den Anschlag verhindert und mal kurz die Welt retten...


dies alles ist äusserst unterhaltsam, effektiv und spannend inszeniert. Die Rolle passt perfekt zu Angelina Jolie. Kameratechnisch auch auf höchstem Niveau - kein Wunder, denn der Verantwortliche heißt Robert Elswitt und begeisterte schon mit "There will be blood" oder "Michael Clayton". Natürlich ist wie in vielen neuen Actionfilmen die erste Hälfte immer etwas besser, weil dort die Story noch erzählt wird, bevor in der zweiten Hälfte die Action und die Macher lassen es ordentlich krachen. Nebenbei greift die verschachtelte und auch extrem krude Story sehr elegant die Paranoia des Kalten Krieges auf und setzt auf straffes Tempo. Über allem aber steht Angelina Jolie und beweist, dass auch Starkino noch ausgesprochen spannend gemacht werden kann.


Bewertung: 7 von 10 Punkten.