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Mittwoch, 6. Mai 2026

Gettysburg










Regie: Ronald F. Maxwell

Blutige Schlacht..

"Gettysburg" ist ein US-Kriegsfilm aus dem Jahr 1993 über die Schlacht von Gettysburg im Amerikanischen Bürgerkrieg.  Vom 1. bis zum 3. Juli 1863 war der Ort Schauplatz einer der entscheidenden Schlachten dieses Bürgerkriegs. In diesen 3 Tagen wurden insgesamt 6.000 Männer getötet, 27.000 wurden verwundet. Dieser Monumentalfilm mit einer Laufzeit von 244 Minuten in der Kinoversion wurde geschrieben und inszeniert von Ronald F. Maxwell - die Geschichte basiert auf dem historischen Roman „The Killer Angels“ von Michael Shaara aus dem Jahr 1974. Ursprünglich als Miniserie für TNT geplant, kam Gettysburg unter der Regie von Ted Turner, dem Inhaber beider Studios, in die Kinos. Mit vier Stunden und 14 Minuten ist er der längste Film, der jemals von einem großen Filmstudio in den USA im Kino veröffentlicht wurde. Er erhielt positive Kritiken und spielte trotz eines Budgets von 20 Millionen US-Dollar nur 12,7 Millionen US-Dollar ein. Grund dafür waren die erfolgreichen Einschaltquoten der TNT-Premiere und die hohen Verkaufszahlen auf DVD und Blu-ray. Im Jahr 2003 erschien ein Prequel mit dem Titel „Gods and Generals“, bei dem ebenfalls Maxwell Regie führte und in dem viele Darsteller aus dem Vorgängerfilm zurückkehrten Der Film beginnt mit einer kommentierten Karte, die zeigt, wie die konföderierte Nord-Virginia-Armee unter dem Kommando von Robert E. Lee (Martin Sheen) im Juni 1863 den Potomac überquert, um in den Norden einzumarschieren, und dabei Maryland durchquert und Pennsylvania erreicht. Am 30. Juni meldet der konföderierte Spion Henry Thomas Harrison (Cooper Huckabee) Generalleutnant James Longstreet (Tom Berenger), dem Kommandeur des Ersten Korps, dass die Unionsarmee des Potomac in ihre Richtung vorrückt und dass Unionskommandeur Joseph Hooker durch George Meade (Richard Anderson) ersetzt wurde. Longstreet berichtet General Lee davon, der besorgt ist, dass die Armee „auf die Aussage eines Schauspielers“ und nicht auf die seines Kavalleriechefs J. E. B. Stuart (Joseph Fugua) angewiesen ist. Dennoch befiehlt Lee der Armee, sich in der Nähe von Gettysburg zu sammeln. In den Lagern der Unionstruppen nahe Union Mills, Maryland, erhält Oberst Joshua Lawrence Chamberlain (Jeff Daniels) vom 20. Maine den Befehl, 120 Mann des aufgelösten 2. Maine, die aus Protest den Dienst quittiert hatten, in den Krieg zu führen. Er darf jeden erschießen, der sich weigert zu kämpfen. Chamberlain spricht mit den Männern und kann bis auf sechs alle zum Waffengang bewegen. In Gettysburg sichten Brigadegeneral John Buford (Sam Elliot) und seine Kavalleriedivision Teile von Henry Heths Division des III. Korps unter A. P. Hill, die sich der Stadt nähern, und schließen daraus, dass der Hauptteil der Konföderiertenarmee nicht weit entfernt ist. Buford erkennt, dass die Konföderierten – wie in früheren Schlachten – zuerst in Gettysburg eintreffen und sich in starken Stellungen verschanzen werden, wodurch die Unionstruppen zu einem Angriff gezwungen und schwere Verluste erleiden würden. Um dies zu verhindern, beschließt er, auszuharren und an Ort und Stelle zu kämpfen, da er das Gelände als „hervorragend geeignet“ einschätzt, um den Vormarsch der Konföderierten zu verlangsamen. Buford schickt dem Kommandeur des I. Korps, Generalmajor John F. Reynolds, den Befehl, Verstärkung heranzuführen. Heths Truppen greifen Bufords Kavallerie am folgenden Morgen, dem 1. Juli, an, während Richard S. Ewells II. Korps sie flankiert. Reynolds führt sein Korps vor, wird aber von einem konföderierten Scharfschützen getötet. Die Unionsarmee wird von Gettysburg nach Cemetery Ridge zurückgedrängt, und Lee – der Longstreets Vorschlag, sich südlich von Gettysburg neu zu formieren und in die Defensive zu gehen, ablehnt – befiehlt Ewell(Tom Scott), die Stellung der Union einzunehmen, „wenn möglich“. Ewell zögert jedoch und greift nicht an. Die Armeen sammeln sich für den Rest des ersten Tages auf ihren gewählten Positionen. Im konföderierten Hauptquartier auf Seminary Ridge prangert Generalmajor Isaac R. Trimble (W. Morgan Shepard) Ewells Untätigkeit wütend bei Lee an und bittet um einen anderen Befehl. Am zweiten Tag, dem 2. Juli, wird die Brigade von Oberst Strong Vincent (Maxwell Caulfied) vom V. Korps der Union bei Little Round Top eingesetzt. Vincent positioniert das 20. Maine am Ende der Linie und warnt Chamberlain, dass er und sein Regiment die Flanke bilden und dass die Konföderiertenarmee sie im Falle eines Rückzugs umgehen und die Unionstruppen vernichtend schlagen kann. Chamberlain spricht mit den sechs verbliebenen Männern des 2. Maine, und drei von ihnen beschließen zu kämpfen. Lee befiehlt Longstreet, seine beiden verfügbaren Divisionen zur Einnahme von Little Round Top und dem benachbarten Big Round Top einzusetzen. Während Longstreets Korps sich formiert, protestiert Generalmajor John Bell Hood (Patrick Gorman), Kommandeur einer der Divisionen, bei Longstreet. Da die Union die Anhöhe hält, würde er die Hälfte seiner Streitkräfte verlieren, wenn er wie befohlen angreift. Trotz seiner eigenen Proteste bei Lee befiehlt Longstreet Hood den Angriff. Hood wird später in der Schlacht bei Devil's Den verwundet. Auf dem Gipfel des Little Round Top wehren Chamberlain und das 20. Maine-Regiment Welle um Welle anrückender Konföderierter ab und beginnen, ihre Munition zu verlieren. Oberst Vincent wird tödlich verwundet, und keines der anderen drei Regimenter seiner Brigade kann Unterstützung leisten. Chamberlain befiehlt seinen Männern, die Bajonette aufzupflanzen und in einem rechten Flügelschlag den Hang hinab gegen die angreifenden Konföderierten zu stürmen. Chamberlain beschreibt den Angriff mit den Worten: „Wir schwingen ihn herunter; wir schwingen wie eine Tür.“ Der Angriff schlägt den konföderierten Angriff erfolgreich zurück, und die Flanke der Union hält stand. Am Abend trifft Stuart endlich ein, und Lee rügt ihn, weil er den Kontakt zur Front abgebrochen hat. Gleichzeitig trifft Longstreets verbliebene Division unter Generalmajor George Pickett (Stephen Lang) auf dem Schlachtfeld ein. Am dritten Tag, dem 3. Juli, beschließt Lee, drei Divisionen – Picketts, Trimbles und J. Johnston Pettigrews – zum Angriff auf das Zentrum der Unionslinie am Cemetery Ridge zu entsenden. Longstreet äußert gegenüber Lee seine Überzeugung, dass der Angriff scheitern wird, da die Marschstrecke eine Meile über offenes Gelände führt und das II. Korps der Union unter Generalmajor Winfield Scott Hancock hinter einer Steinmauer steht, genau wie Longstreets Männer bei Fredericksburg. Lee befiehlt dennoch den Angriff. Longstreet berät sich daraufhin mit den drei Divisionskommandeuren und erläutert ihnen den Plan. Zunächst soll die Artillerie unter Oberst Edward Porter Alexander die Unionsgeschütze vom Hügelkamm räumen, bevor die Truppen vorrücken. Trotz heftigen konföderierten Feuers gelingt es Alexander nicht, die Unionsgeschütze zu treffen. Als Pickett um Vorrücken bittet, nickt Longstreet nur. Die konföderierten Divisionen marschieren über das offene Feld, und Hancock wird verwundet.Während er von der Frontlinie aus befehligt, gelingt es einer von Picketts Brigaden unter Brigadegeneral Lewis Armistead (Richard Jordan) die Steinmauer zu überwinden. Armistead wird jedoch verwundet und von Unionstruppen gefangen genommen. Die Konföderierten ziehen sich aufgrund hoher Verluste zurück. Als General Lee den verzweifelten General Pickett sieht, fleht er ihn an, „auf seine Division zu schauen“, worauf Pickett erwidert: „General Lee, ich habe keine Division.“ Picketts Angriff scheitert schließlich. Nach einem Treffen mit Longstreet am Abend beschließt Lee endgültig den Rückzug. Der Film endet mit dem Schicksal der Hauptfiguren der Schlacht...









Hier gelingt ein respektvoller Umgang mit der Geschichte und wird durch die engagierte Arbeit eines talentierten Ensembles und die eindringliche Dramatisierung eines blutigen Wendepunkts im Bürgerkrieg dem Zuschauer ohne Effekthascherei nahegebracht. Tom Berenger bleibt in Erinnerung und noch nachhaltiger wirkt die Darstellung von Jeff Daniels als Colonel Joshua Chamberlain. Dessen jüngerer Bruder, der in der selben Einheit dient, wird von C. Thomas Howell gespielt. 









Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

Dienstag, 30. August 2016

Catch 22 - Der böse Trick

























Regie: Mike Nichols

Das Schicksal des Bombenschützen einer B-52...

"Catch 22 - Der böse Trick" ist ein verrückter Antikriegsfilm von Mike Nichols, der ganz in der Tradition des kurz zuvor gestarteten Altman Film "M.A.S.H." steht. Überhaupt war 1970 ein gutes Kinojahr für Kriegsfilme. "Patton" von Franklin J. Schaffner triumphierte in der Oscar-Nacht. "Tora Tora Tora" von Richard Fleischer Kiji Fukasaku und Toshio Mauda war ebenfalls ein Kinohit und auch "M.A.S.H." begeisterte das Publikum in Cannes. Am Ende gabs die Goldene Palme und einen Oscar in der Kategorie "Bestes adaptiertes Drehbuch" für die scharfe Satire, die den militärischen Imperialismus und die Bürokratie mächtig aufs Korn nahm. Schade, dass Mike Nichols "Catch 22 - der böse Trick" nicht ganz die Wertschätzung dieser drei Filme erreichen konnte - denn ich würde ihn in diesem guten Quartett der 70er Kriegsfilme fast als den besten Beitrag sehen. Der absurde Abstecher in den tödlichen Wahnsinn des Krieges ist ein United States Army Air Force Stützpunkt auf der besetzten Mittelmeerinsel Pianosa hat geniale Szenen und groteske Gags, bei denen das Lachen im Hals stecken bleibt. Der schwarzhumorige Antikriegsfilm basiert auf dem gleichnamigen Roman von Joseph Heller.
Tragischer Held der Geschichte ist Captain John Yossarian (Alan Arkin), ein Bombenschütze der riesigen B-25 Bomben, die die Alliierten von Italien aus gegen die Achsenmächte einsetzen. Yossarián will, um von den Kampfeinsätzen freigestellt zu werden, sich für verrückt erklären lassen, was ihm aber aufgrund der absurden Argumentationskette "Catch 22" nicht gelingen kann, denn dieses Gesetz besagt "Wenn ich fluguntauglich werden will, muss ich verrückt sein. Und wenn ich weiterfliege, muss ich auch verrückt sein. Aber wenn ich den Arzt (Jack Gilford) bitte, mich fluguntauglich zu schreiben, bin ich nicht mehr verrückt und dann muss ich natürlich weiterfliegen". Ein weiteres Problem ist die ständige Erhöhung der Flüge, die absolviert werden müssen, bevor man ne Pause einlegen kann. Dies ist Geschwaderkommandant Cathcard (Martin Balsam) und seiner rechten Hand Lieutenant Colonel Korn (Buck Henry) zuzuschreiben. Denn die wollen gut dastehen bei General Dreedle (Orson Welles), der während eines Besuchs auf dem Stützpunkt schon gerne mal einen Major (Richard Benjamin) erschießen lassen will, weil der einen Fehler gemacht hat.
Yossarian wird am Anfang des Films durch ein Attentat schwer verletzt, er phantasiert während dieser Zeit und spricht dabei mit seinen inzwischen verstorbenen Kameraden Nately (Art Garfunkel) oder Snowden (Jon Korkes). Er erinnert sich an einige Episoden, die er hier an diesem wahnsinnigen Ort bereits erlebt hat. So taucht auch Milo Minderbinder (Jon Voight) auf, der scheinbar irrsinnig geworden ist - aber auch auf der ultimativen Erfolgsschiene einen florienden Schwarzmarkt aufgebaut hat und von seinen Vorgesetzten gefördert wird. Was auch seine Profitgier immer mehr erhöht. Er erinnert sich an den Geistlichen Captain Tappman (Anthony Perkins), an Major Major (Bob Newhart) und an weitere Bomberpiloten wie 1st Lieutenant Dobbs (Martin Sheen) und Captain Orr (Bob Balaban), den größten Bruchpiloten von allen. Fünfmal wurde er schon abgeschossen und fünfmal gerettet und er wird in "Catch 22" die geniale Schlußpointe setzen...



Joseph Hellers absurd-grotesker Antikriegsroman erwies sich als ausserordentlich schwierig zu verfilmen. So konnte Mike Nichols nach seinen zwei ersten Megaerfolgen "Wer hat Angst vor Virigina Wolf" und "Die Reifeprüfung" mit "Catch 22" nicht mehr an diesen Erfolg anknüpfen. Vielleicht auch deshalb, weil es sich vielleicht um einen Film auf den zweiten Blick handelt. Es gibt herrliche Szenen, der Film ist auch in Sachen Kamera erste Sahne. Der Brite David Watkin war dafür verantwortlich. Viele Jahre später sollte er für "Jenseits von Afrika" den Oscar bekommen. In seiner Filmographie tauchen ausserdem Klassiker wie "Die Teufel", Richard Lesters "Die drei Musketiere/Die vier Musketiere", "Robin und Marian", "Die Stunde des Siegers", "Mondsüchtig", Zefirellis "Hamlet" oder "Yentl" auf.





Bewertung: 9 von 10 Punkten.

Freitag, 19. Juli 2013

Apocalypse Now




















Regie: Francis Ford Coppola

Herz der Finsternis...

Auf höchster Ebene wurde dieser Befehl ausgegeben, er ist geheim und offiziell existiert er daher gar nicht: Die Liquidation des im Dschungel wahnsinnig gewordenen Colonel Walter E. Kurtz (Marlon Brando). Der von der Armee bestimmte Killer ist der US Army Captain Benjamin L. Willard (Martin Sheen), der bis vor kurzem in einem Hotelzimmmer in Saigon auf weitere Instruktionen gewartet hatte. Dann wird er zu Generalleutnant Corman (G.D. Spradling) und Colonel Lucas (Harrison Ford), die ihm diesen speziellen Auftrag zuteilen. Willard soll mit einem Patrouilenboot den Mekong flussaufwärts Richtung Kambodscha gebracht werden. Dort im Dschungel muss Kurtz wohl sein. Er hat sich seit langem von der amerikanischen Militärführung distanziert, soll 4 Agenten eigenmächtig hingerichtet haben und lässt sich auch sonst nicht mehr kontrollieren. Im Dschungel des im Vietnamkrieg neutralen Nachbarland Kambodscha hat er sich ein Reich aus Soldaten und Einheimischen aufgebaut haben, über das er inzwischen wie ein zorniger Gott herrscht.
Wilards Begleiter auf dem Boot sind Chief Phiillps (Albert Hall) und die Besatzungsmitglieder Lance (Sam Bottoms), Hicks (Frederic Forrest) und Miller (Larry Fishburne).
Die 1. US Luftkavallerie, die Willards Boot den Fluß aufwärts eskortieren soll, wird geführt von dem selbstherrlichen Bataillons Kommandeur Lieutenant Colonel Kilgore (Robert Duvall). Dieser verbringt die Zeit zwischen dem Bombardieren der vom Vietcong beherschten Dörfer mit Surfen. Der Angriff aus der Luft erfolgt mit musikalischer Unterstützung. Aus den Lautsprechern ertönt Richard Wagners Walkürenritt. Weitere wahnsinnige Episoden sollen folgen, bis Willard das Reich von Kurtz erreicht..



 "Apocalypse Now" war neben den beiden Paten Filmen der dritte ganz große Wurf von Francis Ford Coppola, die er allesamt in den 70ern realisierte. In den späteren Jahren drehte er kleinere, intimere Filme und schuf nie wieder ein derartiges Epos. Dabei ist "Apocalypse Now" mit seiner permantenten Weltuntergangsstimmung der Antikriegsfilm par Exzellence.
Basierend auf einem Roman von Joseph Conrad, wird die Grausamkeit des Krieges ebenso deutlich wie seine Sinnlosigkeit. Coppola beschreitet die Reise Willards  konsequent von Anfang bis Ende als das Eindringen in die menschliche Seele.  Und was dort gefunden wird, ist alles andere als gut. Der kürzlich verstorbene Kritikerpapst Roger Ebert schrieb über" Apocalypse Now wie folgt "Er handelt nicht so sehr vom Krieg selbst, sondern davon, welche Wahrheiten der Krieg ans Licht bringt, bei denen wir uns glücklich geschätzt hätten, wenn wir sie nie entdeckt hätten.“ Eine perfekte Zusammenfassung für einen perfekten, allerdings sehr unschönen Film, der mit Sicherheit zu den ganz großen Werken der Filmgeschichte gehört.



Bewertung: 10 von 10 Punkten.