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Mittwoch, 5. Dezember 2012
Trade
Regie: Marco Kreuzpaintner
Auf der Jagd nach Menschenhändlern
Mexico-City: Die 13jährige Adriana (Paulina Gaitan) bekommt von ihrem fürsorglichen 17 jährigen Bruder Jorge (Cesar Ramos) zum Geburtstag ein Fahrrad geschenkt. Die Mutter ist nicht besonders erfreut, weil sie ahnt, dass Jorge dieses Geschenk durch Gaunereien bekommen hat und ausserdem sind die Straßen der Metropole nicht mehr sicher. Kriminalität ist allgegenwärtig, auch die Angst vor Entführungen.
Tatsächlich wird Adriana bei der ersten Ausfahrt auf offener Straße gekidnappt. Wie Jorge herausfindet sind es wohl die "Russen", die sich auf Menschenhandel spezialisiert haben und mit Sexsklaven ihr Geld machen. Die Mädchen oder Kinder werden in die USA verschleppt und wie sich im Laufe des Films noch herausstellen wird, dass nach Ebay Manier an den Höchstbietenden abgegeben wird.
Auf der Fahrt von Mexiko nach New Jersey, wo weitere Drahtzieher sitzen, lernt sie die ebenfalls entführte Polin Veronica (Alicja Bachleda-Curus) kennen. Im Bus sitzen weitere Mädchen und auch ein kleiner thailändischer Junge.
Jorge kann ihnen mit dem gestohlenen Auto seiner Gaunerkumpels zuerst folgen, verliert aber in dem Grenzstädtchen Juarez die Spur. Doch er lernt den US-Polizisten Ray (Kevin Kline) kennen, der ebenso wie Jorge hinter den Verbrechern her ist...
"Trade - Willkommen in Amerika" ist ein Film aus dem Jahr 2007. Produziert wurde der Film von Rosilyn Heller und Roland Emmerich, der ursprünglich für die Regie vorgesehen war, aber zu wenig Zeit wegen anderer laufender Projekte hatte. Deshalb gab er an Marco Kreuzpaintner ab, der den Film über moderne Sklaverei, Zwangsprostitution und Menschenhandel per Internet dann auch realisierte.
Damit unterstreicht der junge Regisseur seine Fähigkeit möglichst unterschiedliche Geschichte zu drehen. "Trade" ist wieder was ganz anderes als der gelungene Coming-out Film "Sommersturm" oder sein jüngstes Großprojekt "Krabat".
Sehr gut gelungen in "Trade" ist der hektische Cinema-verité-Stil, der bereits "Trafic" oder auch "Babel" veredelte, also Bilder und Szenen, die rau und kantig wirken. Farblich im schmutzig-gelblichen gehalten, unterstreichen die Nervosität der Bilder von Kameramann Daniel Gottschalk.
Ähnlich wie in "Hostel 2" wird diese ganz neue Art von Internetmenschenhandel thematisiert, diesmal mit reichen, unersättlichen Pädophilen als Klienten des Grauens.
Trotz dieses Schreckens, der Brisanz und Aktualität des Themas, dringt dieses Thema nur selten in unser Bewusstsein. Dabei dürfte es sich um einen aufsteigenden, perfiden Geschäftszweig handelt, der durch die Globalisierung sicherlich noch verstärkter auftreten wird.
Dramaturgisch hat "Trade" allerdings das Problem, dass Kreuzpaintner hin- und herschwankt zwischen seriöser Authentizität und B-Picture Spannungskino. Manchmal wirkt "Trade" viel weniger intensiv wie er sein könnte, reisserische Elemente, kleine Logikbrüche und einige Klischees wirken sich stellenweise etwas auf die Glaubwürdigkeit des Stoffes aus. Ich glaube der Film hätte besser funktioniert, wenn das Drehbuch an manchen Stellen etwas weniger Zufallfaktor und holprige Konstruktion bei der Suche des unfreiwilligen und unterschiedlichen Duos zugelassen hätte.
Deshalb auch ein Punktabzug. Allerdings ist der bittere Schluss sehr gut gelungen entlässt und den Zuschauer mit einem mulmigem Gefühl....
Bewertung. 5 von 10 Punkten.
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