Montag, 18. März 2019

Braveheart

























Regie: Mel Gibson

Die Leiden des William Wallace...

Schon beim ersten Mal, als ich Mel Gibsons gewaltiges wie brutales Historienepos "Braveheart" sah, habe ich mich gefragt, ob es gut war, dass der Australier auch die Hauptrolle des William Wallace übernommen hat.
Denn zur Zeit der Enstehung von "Braveheart" war Gibson bereits 40 Jahre alt. William Wallace war jedoch deutlich jünger,  als er sich dazu entschloss gegen den englischen König Edward Longshanks zu rebellieren. Der Aufständische Schotte soll von 1280 bis 1305 gelebt haben. 
Trotz dieser Irritation hat es Gibson geschafft, dass sein Film phasenweise sehr fesselnd inszeniert ist und das Manko der Rollenauswahl wieder ausgleicht. Irgendwann im Lauf des dreistündigen Monumentalepos hat man sich auch an Zottelmähne Gibson gewöhnt.
"Braveheart" basiert zum größten Teil auf tatsächlichen historischen Gegebenheit, dennoch hat man aufgrund der Dramaturgie entschieden einige Fakten stark verzerrt darzustellen, weil sie dann publikumswirksamer werden.
Das Drehbuch von Randall Wallace orientiert sich auch sehr stark an das Gedicht "Wallace" des Minnesängers Blind Harry, der seine Verse um 1470 verfasste. Einige Jahre später wurde er auch als Volksheld ausgerufen.
"Braveheart" beginnt mit der tragischen Kindheit des William Wallace (als Kind: James Robinson, als Erwachsener: Mel Gibson), denn der Junge, der gemeinsam mit seinem älteren Bruder John (Sandy Nelson) bei seinem Vater (Sean Lawlor) aufwächst, wird durch die englischen Besatzer zur Vollwaise. Der Vater und der Bruder werden mit anderen Schottischen Unterhändlern in einen Hinterhalt gelockt und ermordet. So wächst der Junge bei seinem belesenen Onkel Argyle (Brian Cox) auf. Als junger Mann verliebt er sich in die schöne Murron (Catherine McCormack), die er schon als Junge kannte und die ihm bei der Beerdigung seines Vaters eine Blume schenkte.
Doch das junge Glück währt nicht lange. Nachdem das Paar heimlich geheiratet hat (sie wollten damit das schändliche Dekret "Lus primae noctis" umgehen, dass dem englischen Lehnsherrn das Recht auf die erste Nacht mit der Jungfrau gewährte) wird Murron von englischen Soldaten bedrängt, die sie vergewaltigen wollen. Sie wehrt sich und William kommt ihr zur Hilfe. Er tötet einige der Besatzer und flieht. Doch Murron wird gefangen genommen und um Wallace aus seinem Versteck herauszulocken, wird die Frau vom englischen Sheriff hingerichtet. Dies führt zu einem Rachefeldzug, vom dem auch der König (Patrick McGoohan) erfährt. Am englischen Hof ist Prinzessin Isabelle (Sophie Marceau), die junge Frau von Longshanks Sohn und Thronfolger Prinz Edward (Peter Hanly) sehr unglücklich, denn der Gatte hat aufgrund seiner Homosexualiät kein Intresse an ihr, sondern vergnügt sich mit dem Adligen Philipp (Stephen Billington).
In Schottland wird Wallace immer populärer und er kann die Unterdrückten gewinnen, dass sie in den Kampf ziehen. Dies sorgt für einen Sieg bei der Schlacht von Stirling Bridge und macht auch den Robert the Bruce (Angus MacFadyen), den möglichen schottischen Thronerben auf ihn aufmerksam. Doch dessen Vater Robert Bruce, der Earl of Carrick (Ian Bannen) zieht im Hintergrund die Fäden, die zweimal zum Verrat führen...








"Freiheit" wird dann das letzte Wort sein, dass der Gefangene Terrorist William Wallace seinen Henkern zur Antwort gibt, bevor er von diesen enthauptet wird -  die vorherige Folter war nicht ausreichend, dass der Kämpfer für ein freies Schottland den Feind Edward Longshanks als König öffentlich anerkannte. "Braveheart" ist in erster Linie ein gut gemachtes Racheepos mit einem fast perfekten Helden, der für seine Ideale kämpft, eifrig Schlachten führt, unzählige Feinde ermordet und am Ende von den Widersachern niedergestreckt wird. Du kannst alles töten, aber nicht den Geist, den ich in mir trage. Denn sein Tod bewegte Robert The Bruce in der Schlacht von Bannockburn die Schotten in die ersehnte Freiheit zu führen. Es gelingt Gibson das Mittelalter mit vielen Grausamkeiten wieder lebendig werden zu lassen. Die Academy war so beeindruckt, dass sie das Heldenepos mit 5 Oscars auszeichnete. Als bester Film wurde "Braveheart" ausgezeichnet. Mel Gibson gewann den Regiepreis und John Toll wurde für die großartige Kameraleistung belohnt. Auch für den besten Tonschnitt und das beste Make up gabs den Oscar. Sehr eindrucksvoll in der Nebenrolle als verfaulender Intrigant ist Ian Bannen, der 1966 für seine Rolle in "Flug des Phoenix" eine oscar-Nominerung erhielt.








Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

Verleumdung

























Regie: Andre Cayatte

Berufsrisiko....

In Thomas Vinterbergs "Die Jagd" aus dem Jahr 2012 wird der Erzieher Lucas aufgrund der Aussage eines kleines Mädchens verdächtigt das Kind sexuell missbraucht zu haben. Ein solcher Verdacht ist gleichbedeutend wie eine Verurteilung - denn die Leute reden und sie brauchen einen Schuldigen für ein solches Vergehen. Der französische Filmregisseur hat 1967 - also 45 Jahr vor Vinterberg - mit "Les risques du metier" einen ähnlichen Film gedreht Natürlich mit der damaligen Sichtweise auf solche Verbrechen. Cayatte, der auch Rechtsanwalt war, kannte sich aus mit dem Justizapparat und man kann davon ausgehen, dass die Verhörmethoden in "Les risques du metier" den damaligen Gepflogenheiten durchaus entsprochen haben. Mit den Augen von Heute kann man sich kaum mehr vorstellen, dass das vermeintliche Opfer neben dem Beschuldigten sitzen muss, während der Untersuchungsrichter (Gabriel Gobin) beider Aussagen aufnimmt. Auch die ermittelten Polizisten gehen nicht gerade zimperlich mit dem jungen Mädchen Helene Arnaud (Nathalie Nell) um und drohen ihr damit, die Jungfräulichkeit zu überprüfen und gehen sie auch körperlich etwas an.
Methoden, die heute zum Glück der Vergangenheit angehören - aber gerade diese rüden Methoden sind es am Ende, die den Fall in "Les Risques du metier" erfolgreich aufklären - und dies darf durchaus zu denken geben.
Andre Cayattes hat sich in seinem Filmen sehr oft mit den Problemen und Missständen der französischen Justiz beschäftigt - seine bekanntesten Filme sind "Schwurgericht", "Vor der Sintflut" und "Wir sind alle Mörder" - aber es gibt von ihm leider nur sehr wenige Filme auf DVD. "Les Risques du metier" ist vielleicht ein Anfang - den Titel kann man mit "Berufsrisiko" übersetzen, der deutsche Verleih gab dem Film allerdings den Namen "Verleumdung".
Und somit beschäftigt sich die Geschichte damit, ob es sich bei der Anschuldigung, die die kleine Catherine Roussel (Delphine Desyeux) gegen ihren Lieblingslehrer Jean Doucet (jacques Brel) erhebt, um die Wahrheit handelt. Kann es sein, dass es dieser sympathische Mitbürger in Wirklichkeit auf kleine minderjährige Mädchen abgesehen hat und auch nicht davor zurückschreibt die Kinder anzugrabschen. Natürlich will Madame Rousell (Christine Fabrega) Anzeige erstatten, ihr Mann glaubt zwar den Schilderung seiner Tochter nicht so ganz - aber immerhin wird der Bürgermeister (Rene Dary) in dieser Sache eingeschaltet. Der will den Skandal klein halten und rät Doucet am Ende des Schuljahres einen Wohnungswechsel zu machen. Seiner Frau Suzanne (Emmanuelle Riva), ebenfalls Lehrerin, käme dieser Tapetenwechsel gerade recht, denn sie langweilt sich in der Kleinstadt. Doch ihr Mann lehnt diesen Vorschlag rigoros ab, schließlich wäre es ein Eingestehen der Schuld - und er hat sich nun mal überhaupt nichts vorzuwerfen. Doch die Ereignisse überschlagen sich, denn auch die Klassenbeste Helene erhebt einen ähnlichen Vorwurf, der von ihrer besten Freundin Brigitte Canet (Christine Simon) noch bestätigt wird. Und noch ein drittes Kind aus Jeans Klasse (Chantal Martin) hat plötzlich ein Photo des Lehrers in Badehose. Ist doch etwas dran an diesen Beschuldigungen. Im Laufe der Geschichte spielt noch eine ehemalige Schülerin von Jean (Muriel Baptiste) und ein junger Saisonarbeiter aus Portugal (Michel Buades) eine wichtige Rolle...



Natürlich ist der Fall mit drei Anschuldigungen und jeweils unterschiedlichen Motivation etwas konstruiert, vielleicht hätte man das dritte Mädchen weglassen können. Dennoch ist Cayattes Film sehr spannend und hat ein gewisses Claude Chabrol Flair, denn hinter der Oberfläche der Kleinstadt tauchen viele Heucheleien und Egoismen auf. Cayatte zeigt auch die schmutzige Fratze des Mob, der noch vorher mit dem Lehrer gemeinsam und harmonisch in einer Kneipe saß - der gleiche Mob spuckt ihm auch ins Gesicht, als er bei der Festnahme im Polizeiauto durch die neugierige und gaffende Menge fährt. Besonders Emmanulle Riva als Frau des Verdächtigen, die ruhig bleibt und nicht in Panik gerät und dennoch alles erdenkliche tut um ihren Mann zu entlasten, spielt hervorragend. Für den Chansonier Jacques Brel (Seasons in the Sun) war es der erste Kinoauftritt.



Bewertung: 7 von 10 Punkten. 
 

Dienstag, 12. März 2019

Gladiator

























Regie: Ridley Scott

Die Rache des Tribun...

Ridley Scott, der zwar noch nie einen Oscar als bester Regisseur erhielt, ist ein Meister in Sachen Bildsprache. Diese zeichnet auch sein im Jahr 2000 entstandener Monumentalfilm "Gladiator" aus, der zudem das Genre von Monumental- und Sandalenfilm innovativ und modern erneuern konnte. Der Lohn war ein Einspielergebnis von 460 Millionen Dollar - damit war "Gladiator" gleich nach "Mission Impossible 2" der erfolgreichste Kinohit des Jahres und interessanterweise ließen sich auch die Kritiker von dem spannenden Spektakel beindrucken. So gabs fünf Oscars - den Hauptpreis "Bester Film", bester Ton, bestes Kostümdesign, beste visuelle Effekte und natürlich für Hauptdarsteller Russell Crowe, der eine großartige Figur als General Maximus Decimus Meridius abgibt. Leer ging aber Scott selbst aus, auch der Nebendarsteller Joaquin Phoenix und auch Hans Zimmer und "Dead can Dance" Frontfau Lisa Gerrard für die einprägsame Filmmusik, die perfekt auf die Handlung abgestimmt ist. Auch die hervorragende Kameraarbeit von John Mathieson wurde nicht prämiert.
Der Film nutzt natürlich in perfekter Weise Computertricks und schafft damit eindrückliche Szenen. Die Sets sind überaus spektakulär und die genial inszenierten Kampfsequenzen im Colloseum lassen das Herz des Filmfans höher schlagen.
Man schreibt das Jahr 180 nach Christus. Kaiser Marcus Aurelius (Richard Harris) muss mit seinen kampferprobten und ihm treu ergebenen Legionen die nördliche Grenze seines Reichs vor einfallenden Germanenstämmen schützen. Er ist aber müde vom Krieg und hat ein Alter erreicht, indem er sich um seine Nachfolge Gedanken macht. Sein einziger Sohn Commodus (Joaquin Phönix) erscheint ihm zu wenig mutig und moralisch - er hat stattdessen seinen Feldherrn General Maximus Decimus Meridius (Russell Crowe) im Kopf, der soll in Rom wieder für Ruhe sorgen, die diktarorischen Tendenzen beseitigen und dem Senat - also dem Volk - die Macht zurückgeben. Der Tribun hat allerdings andere Pläne, nach vielen Monaten auf dem Schlachtfeld der Ehre möchte er bald wieder zu seiner Frau (Giannina Facio) und seinem Kleinen Sohn (Giorgio Cantarini) zurück.
Er hat nicht unbedingt vor den Wunsch seines Kaisers zu erfüllen, denn er sieht die Gefahr, Commodus damit zum Feind zu machen. Tatsächlich eskaliert der Vater-Sohn Konfikt in dem Moment, als der Kaiser dem Sohn eine Abfuhr erteilt. Commodus kam extra mit seiner Schwester Lucilla (Connie Nielsen) zum Vater, weil er dachte, dass er ihn zeitnah zum neuen Kaiser ausruft. Stattdessen tötet er den Vater, der ihm keine Liebe entgegen bringen konnte - Maximus merkt sofort, dass sein Kaiser ermordet wurde. Als er Commodus die Gefolgsschaft versagt, hat er auch sein Todesurteil besiegelt. Doch er kann seinen Henkern entkommen und flieht in seine Heimat.  Doch die beiden liebsten Männer wurden von dem neuen Kaiser Commodus ermordet. Verletzt und betäubt lässt er sich widerstandslos von umherziehenden Sklavenhändlern verschleppen, kann aber später als angehender Gladiator an Proximo (Oliver Reed) verkauft werden. Dort kämpfen tapfere Krieger wie der germanische Hagen (Ralf Möller) oder der aus Äthiopien stammende Juba (Djimon Hounsou) täglich um ihr Leben. Als "Spanier" macht Maximus auch in diesem Metier Karriere und wird Publikumsliebling. Seine Rache lässt ihm aber nicht los. Und da der neue Kaiser seinem Volk "Brot und Spiele" verordnet, dass sie ihm folgen, werden auch die beliebten Gladiatorenkämpfe im Rom wieder zugelassen. Niemand weiß, dass der gefeierte Gladiator von einst der berühmte Feldherr Maximus war und der getötet werden sollte. Als er erneut im Colloseum erfolgreich ist, möchte der Kaiser sehen, wer dieser "Spanier" wirklich ist, der sich bisher erfolgreich hinter einer eisernen Maske versteckt hat...







Es ist eine Rachegeschichte, die durch die gute Figurenzeichnung der beiden Kontrahenten bestens funktioniert. So haben die Drehbuchautoren beide Männer mit Stärken und mit Schwächen ausgezeichnet und die Profile der beiden Männer sind auch psychologisch nicht uninteressant. Einerseits setzen die überwältigenden Massenszenen den Zuschauer in Erstaunen, andererseits hängt alles an den beiden Charakterstudien. "Gladiator" greift auf historische Personen, Ereignisse und Kulturen des Römischen Reiches zurück, dabei wurden aber Änderungen und Verfälschungen der geschichtlichen Fakten zugunsen der effekten Dramaturgie und Inszenierung in Kauf genommen. Orientiert hat sich Ridley Scott an den filmischen Vorbildern wie "Ben Hur" (William Wyler), "Spartacus" (Stanley Kubrick) und "Untergang des römischen Reiches" (Anthony Mann). Die Handlung der beiden letztgenannten lassen sich sogar in Teilen bei "Gladiator" wiederfinden.









Bewertung: 9 von 10 Punkten. 
 

Die Verurteilten

























Regie: Frank Darabont

Das Shawshank Gefängnis...

Mit den heute zu den großen Filmklassikern zählenden "Forrest Gump", "Pulp Fiction" und "Die Verurteilten" standen bei der Oscarverleihung 1995 drei würdige Sieger für den Preis des besten Films zur Auswahl. Man ging von einem Kopf an Kopf Rennen zwischen "Forrest Gump" und "Pulp Fiction" aus, am Ende wurde es der 27. März 1995 zum großen Triumph für Robert Zemeckis. Quentin Tarantino erhielt immerhin noch gemeinsam mit David Avery den Drehbuch-Oscar, doch der Gefängnisfilm von Frank Darabont ging komplett leer aus. Dabei war er nicht nur als bester Film nominiert, sondern auch Hauptdarsteller Morgan Freeman hatte Chancen. Ausserdem waren Kameramann Roger Deakins, Darabont fürs beste Drehbuch nominiert, sowie in den Kategorie  bester Schnitt, bester Tonschnitt und beste Filmmusik nominiert.
Durch Mund zu Mund Propaganda gelang es dem Film eine weltweite Fangemeinde zu begeistern und immer mehr vergrößern zu lassen. Inzwischen wird "Die Verurteilten" auf der Internet Movie Database mit der Bewertung 9,3/10 als der beste Film überhaupt geführt. Und das Ergebnis an der Kinokasse konnte sich damals mit 59 Millionen Dollar auch sehen lassen.
Mit Stephen King verbindet man ja ausschließlich Horror-Romane, doch auch seine Kurzgeschichten erfreuen sich großer Beliebtheit und sind auch für die Filmemacher interessant. Unvergesslich die Adaption von "Stand by me - Das Geheimnis eines Sommers". Auch "The Shawshank Redemption" - so der Originaltitel von "Die Verurteilten" - ist eine Erzählung des berühmten Horrorautors.
"Shawshank" ist ein berüchtigtes Gefängnis im Bundesstaat Maine. Und dort muss der junge Banker Andy Dufresne (Tim Robbins) seine Strafe wegen Mordes an seiner Frau (Renee Blaine) und an deren Liebhaber (Scott Mann) absitzen. Er hat zwar seine Unschuld beteuert, doch das Gericht hat ihm kein Wort geglaubt.
Das Gefängnis wird mit eisenharter Hand von dem frommen Direktor Samuel Norton (Bob Gunton) geleitet. Im Jahr 1947 stört es auch niemanden, wenn dort die Schwerverbrecher nicht mehr lebend herauskommen. Manche zerbrechen schon am ersten Tag ihrer Inhaftierung, denn wer psychisch durchdreht, der wird von Byron Hadley (Clancey Brown), dem brutalen Chef der Gefängniswärter, aufs Übelste zusammengeschlagen.
Erschwerend kommt hinzu, dass auch Vergewaltigungen an der Tagesordnung sin. Frischfleisch wie Dufresne fallen dem lüsternen Bogs Diamond (Mark Rolston) sofort als neues Objekt seiner Begierde auf. Manche Insassen sind schon mehrere Jahrzehnte hier gefangen. Der Bibliothekar Brooks Hadlen (James Whitmore) kann sich ein Leben ausserhalb der Mauern schon gar nicht mehr vorstellen, er wurde 1905 hier untergebracht. Auch der im Gefängnis als Schmuggler und Organisator bekannte Ellis Boyd Redding (Morgan Freeman), der "Red" genannt wird, hat schon 20 Jahre auf dem Buckel. Er ist es auch, der sich mit Andy Dufresne anfreundet und ihm einen kleinen Geologenhammer organisiert und fürs Auge ein Riesenfilmposter der angesagten Filmgöttin Rita Hayworth. Die Jahre vergehen und so wird aus Rita irgendwann Marilyn Monroe, aus Marilyn der Busenstar Raquel Welch. Als der junge Tommy Williams (Gil Bellows) nach Shawshank verlegt wird, erhält Andy eine Information, die ihm vielleicht ermöglicht seinen Fall neu aufzurollen. Doch dies möchte der Gefängnisdirektor verhindert, denn Andy hat sich in all den Jahren durch sein finanzielles und steuerliches Wissen für das Gefängnis unersetzlich gemacht...





Mit "Die Verurteilten" hat Frank Darabont einen großartigen Geefängnisfilm inszeniert, der zu den besten seiner Sparte gehört. Fünf Jahre später wagte sich der US-Filmregisseur ungarischer Herkunft ein weiteres Mal an einen ähnlichen Stoff - eine weitere Gefängnisstory nach einer Erzählung von Stephen King. Auch "Green Mile" wurde ein riesiger Erfolg. Schade, dass der Regisseur nur sehr wenige Filme dreht - 2007 entstand mit "Der Nebel" ein fast perfekter Horrorfilm und fürs TV drehte Darabont den Pilotfilm zur erfolgreichen Kultserie "The Walking Dead". Das beeindruckende Spiel der beiden Hauptdarsteller Freeman und Robbins hat natürlich einen sehr großen Anteil am Gelingen des Films. Das wunderbare Drehbuch, dass sich viel Zeit lässt die Geschichte einer Männerfreundschaft zu entwickeln, tut dann das Übrige. Und wie es eine Erlösung aus dem "Shawshank" Knast gibt, gibts am Schluss als Zugabe für den erstaunten Zuschauer.






 Bewertung: 9 von 10 Punkten.