Regie: James Vanderbilt
Begegnung mit Reichsmarschall Göring...
Die ganz großen Gerichtsfilm-Klassiker des Films lassen sich schnell aufzählen: "Die 12 Geschworenen" von Sidney Lumet, "Zeugin der Anklage" von Billy Wilder, "Das Urteil von Nürnberg" und "Wer den Wind sät" von Stanley Kramer, "Wer die Nachtigall stört" von Robert Mulligan, "Wege zum Ruhm" von Stanley Kubrick oder "Anatomie eines Mordes" von Otto Preminger. Auch in den nächsten Jahrzehnten kamen mit "...und Gerechtigkeit für alle" von Norman Jewison, "Suspect" von Peter Yates, "Eine Frage der Ehre" von Rob Reiner weitere Highlights des Genres dazu. Bei "Nürnberg" von James Vanderbilt handelt es sich um eine Adaption des Buches "Der Nazi und der Psychiater" von Jack El-Hai - eine Geschichte, die die Rolle des Psychiaters Douglas Kelley in den Nürnberger Prozessen neu beleuchtet. 1945 wurde Kelley zugleich Offizier im amerikanischen Geheimdienst – beauftragt, Nazi-Gefangene zu befragen, um ihre Verhandlungsfähigkeit in den bevorstehenden Prozessen zu beurteilen.Am 7. Mai 1945, einen Tag vor der Kapitulation Nazi-Deutschlands vor den Alliierten, ergibt sich Reichsmarschall Hermann Göring (Russell Crowe), Hitlers ehemaliger Stellvertreter, mit seiner Familie den US-Truppen in Österreich. Gleichzeitig wird Richter Robert Jackson (Michael Shannon) über Görings Verhaftung informiert, was ihn zu einem Gespräch mit seiner Sekretärin Elsie Douglas (Wrenn Schmidt) über die Einrichtung eines internationalen Tribunals veranlasst, um die überlebenden Naziführer wegen Kriegsverbrechen anzuklagen. Douglas ist zurückhaltend und merkt an, dass es für ein solches Vorgehen keine international anerkannte Rechtsprechung gibt; Jackson hingegen ist begeistert und sieht in dem Tribunal die Möglichkeit, eine solche Rechtsprechung zu etablieren. Anfänglich zögern die USA, Jacksons Pläne für standrechtliche Erschießungen zu unterstützen. Jackson gibt jedoch nicht auf und gewinnt die Unterstützung von Papst Pius XII., (Giuseppe Cedernna) indem er andeutet, von dessen umstrittener Beziehung zum Naziregime zu wissen.An anderer Stelle wird der US-amerikanische Armeepsychiater Oberstleutnant Douglas Kelley (Rami Malek) nach Bad Mondorf in Luxemburg beordert, um den psychischen Zustand von 22 NS-Führern in alliierter Haft, darunter auch Göring, zu begutachten, die für eine Anklage ausgewählt wurden. Kelley meldet sich beim Gefängnisdirektor Oberst Burton Andrus (John Slattery) und beginnt seinen Auftrag mit Unterstützung des Dolmetschers Sergeant Howard Triest (Leo Woodall). Die ersten Begegnungen mit Göring verlaufen zivilisiert, andere Gefangene wie Robert Ley (Tom Keune) und Julius Streicher (Dieter Riesle) reagieren jedoch mit Verachtung. Kelley selbst hält Göring für intelligent, aber stark narzisstisch und plant, seine Aufzeichnungen dieser Gespräche für ein Enthüllungsbuch zu nutzen, um persönlichen Profit zu erzielen.Später werden Jackson und der britische Anwalt Sir David Maxwell Fyfe (Richard E. Grant) zu Anklägern des neu gegründeten Internationalen Militärgerichtshofs in Nürnberg ernannt, der die Häftlinge wegen Verbrechen gegen den Frieden, Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Verschwörung anklagt. Im Vorfeld des Prozesses pflegen Kelley und Göring ein herzliches Verhältnis. Göring geht sogar so weit, Kelley bei der Untersuchung des ehemaligen Stellvertreters des Führers, Rudolf Hess (Andreas Pietschmann), zu helfen, im Gegenzug dafür, dass er seiner Frau Emmy (Lotte Verbeek) und seiner Tochter Edda (Fleur Bremmer) schreiben darf. Auch zu ihnen baut Kelley ein gutes Verhältnis auf und fungiert als Bote zwischen ihnen und Göring. Unter vier Augen bittet Jackson Kelley, ihm die Verteidigungsstrategie der Angeklagten mitzuteilen, um die Anklage zu beeinflussen.Bevor der Prozess beginnen kann, begeht Ley in seiner Zelle Selbstmord durch Strangulation. Daraufhin bestellt Andrus den Psychologen Gustave Gilbert (Colin Hanks) ein, um eine zweite Meinung einzuholen....











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