Regie: Alfred Vohrer
Verborgene Abgründe..
Alfred Vohrers Kriminalfilm "Sieben Tage Frist" aus dem Jahr 1969 wurde von Luggi Waldleitner produziert. Dieser avancierte zu einem der bedeutenden Filmproduzenten für Kinos im Nachkriegsdeutschland. Er orientierte sich in all den Jahren zwar immer auch am jeweiligen Zeitgeschmack, doch durch zahlreiche Literaturadaptionen erkannte man auch eine hohe Ambition. Sehr erfolgreich waren seine Verfilmungen der Romane von Johannes Mario Simmel. Er realisierte ausserdem Fassbinders aufwendigste Regiearbeit "Lili Marleen", erhielt 1958 den Golden Globe für "Das Mädchen Rosemarie" und wurde als Produzent des Geissendörfer Films "Die gläserne Zelle" für einen Oscar als bester Auslandsfilm nominiert. Dazu eine Bambi Auszeichnung, das Filmband in Gold und das Bundesverdienstkreuz."Sieben Tage Frist" ist ziemlich undurchsichtig, denn man weiß lange nicht wohin die Geschichte geht. Aber Vohrer hat sehr effektiv inszeniert mit einer bewegten Kamera und schnellen Zooms wird es nie langweilig, sondern bleibt eine interessante Geschichte, die sich erst am Ende auflöst. Dieser Krimi, der in einem Internat spielt, war die erste Regiearbeit Alfred Vohrers für Roxy Film, nachdem er zuvor viele Jahre im Dienste von Edgar Wallace unterwegs war. Das Drehbuch stammte von Manfred Purzer, an der Kamera stand Ernst Kalinke. In diesem Internat arbeitet auch Lehrer Hendriks (Joachim Fuchsberger), der eine Beziehung mit seiner Kollegin Fr. Gabert (Petra Schürmann) pflegt und diese auch bald heiraten will. Er entdeckt, dass vier der Zöglinge nachts nicht in ihren Betten liegen. Es kommt heraus, dass die Jungs sich bei der Prostituierten Lonny (Hilde Brand) amüsieren. Er erfährt auch, dass Studienrat Fromm (Konrad Georg) das Treiben der Schüler bereits seit längerem kennt und dies nicht die erste Nacht ist, in der manches Bett leer bleibt. Ein sehr schwieriger Schüler ist Kurrat (Arthur Richelmann), der bei den Lehrern und dem Hausmeisterpaar (Karin Hübner, Bruno Dallanski) keinen guten Ruf hat. Eines Tages gibt ihm Fromm eine Ohrfeige austeilt. Dies könnte Folgen haben, da der Junge dies aufbauscht und auch sein Vater (Otto Stern) im Internat aufkreuzt. Der Direktor (Wolfgang Stumpf) ist sehr besorgt um das Image der Schule und zum Glück entschuldigt sich Fromm beim Schüler und bei dessen Vater. Doch schon kurz danach sind beide Kurrats verschwunden. Die Ermittlungen übernimmt Inspektor Klevenow (Horst Tappert), der nicht gerade zimperliche Methoden anwendet… und schon bald sein Arbeitsgebiet auf Morde ausweiten muss...
Gunther Beet, Friehjof Vierock, Arthur Richelmann, Peter Guntermann, Dagobert Walter, Till C. Hagen, Arno Jürging-Verly, Peter Frank, Horst Warning und Egon Schäfer sind in den Rollen der weiteren Internationsschüler zu sehen. Das Ensemble spielt sehr glaubwürdig. Das Internat selbst pendelt zwischen verschwitzter Spießigkeit und exzessiven moralischen Abgründen. Der Inspektor muss sehr viel Power aufbieten, um schließlich zu der überraschenden, weil bedeutungsschweren und eben nicht schon ewig vorher bekannten Auflösung zu kommen. Konrad Georg als Studienrat Fromm wird auch im Gedächtnis bleiben. Er hat selten so eine nachhaltige Rolle gespielt. Seine Darbietung ist enorm facettenreich. Ein Mann mit Abgründen, der aber für seinen Hund eine starke Liebe empfindet. "Sieben Tage Frist" ist weitestgehend unbekannt, doch ich halte diesen Film für einen der stärksten Alfred Vohrer Filme überhaupt.
Bewertung: 8 von 10 Punkten.

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