Mittwoch, 12. März 2014
Drecksau
Regie: Jon S. Baird
Der manisch-depressive Cop...
"Drecksau" heißt die Verfilmung des Romans von Irvine Welsh, dem Autor von "Tranispotting", der die von Drogen, Arbeitslosigkeit und Kriminalität geprägten Erlebnisse einer Gruppe junger Schotten in Edinburgh beschreibt und von Danny Boyle in den 90ern erfolgreich verfilmt wurde. Der Schriftsteller blieb seiner Location Edinburgh auch in "Filth" (so der Originaltitel) treu, auch die Themen sind nicht neu. Es geht ebenso um Drogen und Kriminalität, allerdings diesmal aus der Sicht eines Gesetzeshüters. Denn Bruce Robertson (James McAvoy) ist ein Detective Sergeant in der schottischen Großstadt. Dazu ein intriganter, manipulativer und menschenverachtender Zeitgenossen, der die zeit damit verbringt mit Drogen und Alkohol durch sexuelle Eskapaden zu schwelgen. Er freut sich diebisch das Gesetz übertreten zu können, dass er vertritt. Robertson ist darüber hinaus ein fieser Kollege und betreibt systematisch Mobbing gegen seine Kollegen, denn er hat nur ein Ziel: Er will zum Inspektor befördert werden. Und dazu muss er in der Lage sein, sämtlich Konkurrenz in den eigenen Reihen als ungeeignet erscheinen zu lassen. Sein sensibler Freund Clifford Blades (Eddie Marsan) ist ebenfalls ein Mitglied der Freimauerloge und dessen Frau wird seit Wochen von einem perversen Anrufer belästigt. Robertson soll aufklären und Abhilfe schaffen - was eigentlich einfach wäre, denn er selbst ist der Übeltäter. Diese Ermittlungen und dazu eine hoffentlich erfolgreiche Aufklärung bei der Ermordung eines japanischen Schülers, mit der er betraut wird, könnten diesen Traum sehr schnell wahr werden lassen. Doch Robertson verliert langsam aber sicher den Bezug zur Realität und macht sich trotz immer schwerwiegenderen Halluzinationen an die Fälle heran. Was folgt ist der Wahnsinn...
Sehr bald wird deutlich, dass Robertsons verkorkster Charakter vor allem das Symptom seiner schweren bipolaren Störung ist. Der Film von Jon S. Baird ist auch in den Nebenrollen gut besezt, vor allem Jamie Bell als Robertsons Kollege oder aber Jim Broadbent als Psychiater können überzeugen. Es ist aber vor allem der Film von James McAvoy, der hier einmal ganz anders und sehr hässlich sich in einer ungewöhnlichen Hauptrolle austoben darf. Irgendwie ist es ein echtes Vergnüngen diesem Fiesling zuzuschauen und ihn bei seinen diversen Bosheiten gegen seinen Mitmenschen zu beobachten. Natürlich bleibt es nicht aus, dass seine Taten dynamisch wirken, Gegengewalt erzeugen und er selbst deshalb die Gewaltspirale weiter hoch schrauben muss, um im Spiel zu bleiben. Das Ende ist ernüchternd.
Bewertung: 7 von 10 Punkten.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen