Regie: Dennis Gansel
Fahrt in die Hölle...
Mit seinem Film "Die Welle" konnte der Regisseur und Drehbuchautor Dennis Gansel im Jahr 2008 den Filmpreis in Bronze gewinnen. Weitere bekannte Filme von Gansel sind "Napola", "Wir sind die Nacht", "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" und "Jim Knopf und die wilde 13". Mit "Der Tiger" drehte er 2025 einen originellen Antikriegsfilm, der von Amazon produziert wurde. Die Geschichte spielt im Jahr 1943 an der Ostfront im Zweiten Weltkrieg. Die Wehrmacht befindet sich nach der Niederlage bei Stalingrad auf dem Rückzug. Eine Brücke soll verteidigt werden, über die sich die deutschen Soldaten zurückziehen könnten. Unterstützt werden sie durch den Panzerkampfwagen VI Tiger. Nachdem alle Kameraden über die Brücke gingen, zieht sich auch der Panzer in den letzten Minuten vor der geplanten Brückensprengung durch deutsche Jagdbomber zurück. Dabei gerät die Besatzung unter der Leitung von Kommandant Philip Gerkens (David Schütter) in ein Inferno von diversen Explosionen. Danach erhält die fünfköpfige Besatzung (neben Schütter sind Laurence Rupp als Christian Weller, Leonard Kunz als Helmut, Sebastian Urzendowsky als Keilig und Yoran Leicher als Michel zu sehen) einen geheimen Auftrag: Sie sollen mit ihrem Panzer hinter der Frontlinie operieren, in das sogenannte "Herz der Finsternis" vorstoßen, um einen Oberst Paul von Hardenburg (Tilman Strauß) zu retten oder zu verhaften, da er über geheime Informationen für den Rückzug der Wehrmacht verfügt. Zugleich ist von Hardenburg der Patenonkel von Gerkens’ Sohn und beide haben zusammen die Kriegsschule besucht...
Mit seinem unerwarteten Twist zum Schluss stellt der deutsche Antikriegsfilm, der hierzulande bei Amazon Prime Video zu sehen ist, alles auf den Kopf. Als sich der Panzer auf den Weg macht, geschehen zunehmend seltsame Dinge. Ein Kompass funktioniert nicht mehr, die Uhren sind stehen geblieben, im Inneren eines feindlichen Panzers liegen Skelette – obwohl dieser die Deutschen gerade noch angegriffen hat. Alle fünf Crewmitglieder stehen unter Drogen und können nicht schlafen. Es ist oft unklar, ob etwas „echt” ist oder ob sie halluzinieren. Dadurch verabschiedet sich die Geschichte von der Nähe zu Spielbergs "Saving Private Ryan", denn die Suche nach einem bestimmten Soldaten wird mehr und mehr zu einer mysteriösen Odyssee. Gansel gelang eine spannungsreiche Inszenierung in klaustrophobischer Enge. Ob der Schlußplot funktioniert ist vielleicht umstritten.
Bewertung: 7 von 10 Punkten.














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